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White Lies – To Lose My Life

23 März 2009 5 Kommentare
photo3_unfinishe_300cmykFoto:  (c) 2009 Steve Gullick

Dieses Jahr macht es mir wirklich nicht leicht. Immer dann, wenn ich denke “wow – jetzt schon ein Lieblingsalbum”, kommt ein Album, dass genauso gut – oder einfach nur ganz anders gut – oder… Ich sollte daher ein wenig vorsichtiger mit dem Be- und Umjubeln werden. Vielleicht aber nicht – denn die White Lies spielen auf den ganz oberen Rängen. Eine Weile habe ich einen Bogen um sie gemacht. Jeder Hype macht mich irgendwie skeptisch. Besonders dann – wenn es sich um irgendwelche Next Big Thing Listen von NME, BBC & Co handelt. Meistens behalten diese Recht – im Sinne, dass hier einfach wirkungsvolle Marketing-Mechamismen greifen. Manchmal ist es dann aber die Musik, die für sich spricht. Die Ausnahme, die für mich die Regel bestimmt, heißt ohne Frage: White Lies.

To Lose My Life verströmt eine Düsterheit und Kraft, die in positivsten Sinne an ihre hörbaren Vorbilder Joy Division erinnert. Ohne jedoch einen reinen Abklatsch zu liefern. Die Briten klingen frisch – waschen die ausklingenden OOs rein vom allgegenwärtigen 80′s Wohlfühl-Disco-Pop-Gedöns, dessen Einfluss Mando Diao und Konsorten zwar unterhaltsam – aber auch mittelmäßig – werden ließ.

Stattdessen liefern sie den schmerzvollen Pathos, der an die frühen 80er und die ersten Alben von U2 erinnert.  An Zeiten, in denen Rockmusik tief im Mark berührte.

Hier und da werden sie mit Interpol und den Editors verglichen – beziehen sich hörbar auf die gleichen Wurzeln (Joy Division) und sind einiges intensiver als die beiden erstgenannten. Stoßen die einstigen Next Big Things Editors vom Thron. Bei aller Düsterheit – man möchte sich nicht die Pulsadern aufschlitzen zu diesen Klängen. Dazu treiben einen die Gitarren zu sehr nach vorne – kein im Schmerz suhlen – Bekenntnis zu den Abgründen: Ja. Aber eben auch die Energie, diese zu überwinden. Mehr Trotz als Versinken in Selbstmitleid.

Pathos muss man allerdings mögen und im Blut haben,  um die White Lies lieben zu können. In ihrer Heimat werde die White Lies dann auch mehr geliebt als hierzulande – New New Wave Invasion von der Insel – stöhnt es hier und da in der deutschen Blog-O-shäre. Nur – die richtig Guten stimmen ein in meine Lobeshymne ;-)

Die White Lies beschränken  sich nicht allein auf Musik als Ausdrucksmittel. Ihre Musikvideos sind mehr als nur Bebilderung von Songs. Es lohnt sich, nicht nur flüchtig hinzusehen, sondern in die Videos und Kurzfilme der Band einzutauchen.

White Lies – To Lose My Life 4 Play

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=QmsJRZEwiZ0]

Mehr Videos findet ihr hier: White Lies Youtube Channel

cover_album_to-lose-m_300cmyk

Tracklist:
01. Death
02. To Lose My Life
03. A Place To Hide
04. Fifty On Our Foreheads
05. Unfinished Business
06. E.S.T.
07. From The Stars
08. Farewell To The Fairground
09. Nothing To Give
10. The Price Of Love

LABEL: Polydor
VÖ: 03.04.2009

Via SXSW via Schallgrenzen gibt’s diesen kostenlosen Download:

White Lies – Death | mp3

Link: www.whitelies.com

DifferentStars

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5 Kommentare »

  • iainwhitetapes said:

    ja, die sind toll, sogar schon zwei Wochen vor Peter bei uns sehr gelobt ;)

  • lieinthesound said:

    Haha – dann fühlt euch doch mit “den Guten” angesprochen, trotz der einen Differenz mit uns ;-)

  • Carsten said:

    Grandioses Debut!!!! Läuft hier seit 3 Tagen und ich muss jetzt sagen, die Songs passten für mich schon beim ersten Anhören aber da steckt ja sogar noch Langzeitpotential drin. Klasse Musik!!! Dank an euch und Schallgrenzen für eure Reviews.

  • Free Mp3: White Lies - Unfinished Business | Lie In The Sound said:

    [...] Die White Lies sind von mir hier ja schon vielfach bejubelt worden und je weiter das Jahr voranschreitet, desto sicherer bin ich mir, To Lose My Life ist eines der besten Alben 2009. (Review hier) [...]

  • Düster! Sirrend! Dunkel: Orgiastisches fürs Indierock-Herz | Lie In The Sound said:

    [...] nach Oben – verdient wie ich finde und gespannt warte ich nun auf das Nachfolge-Album von To Lose My Life. Zwei Bands denen ein ähnlich kometenhafter Durchbruch zu gönnen wäre sind The Courteeners und [...]

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