Mit Gold kaum aufzuwiegen – Timo Breker
Herzergreifend und samtverkleidet sei seine Stimme, schwärmte meine Mit-Bloggerin DifferentStars dieses Frühjahr nach einem Konzert, bei dem Timo Breker als Support-Act auftrat. Gut, vielleicht benutzte sie prosaischeres Vokabular zur Beschreibung – so in etwa: schöne Stimme, wird dir gefallen… -, doch genügte dieser Hinweis, um ein Merkzettelchen in meinem Langzeitgedächtnis anzupinnen. Dieser Tage nun stellt sich der Hamburger Songwriter mit einer EP namens Learn & Wait der Musiköffentlichkeit vor.
Und tatsächlich sind die Stimmbänder des Herrn Breker mit Gold kaum aufzuwiegen. Mit welch feinem Timbre und überbordender Wärme er da Töne hervorbringt, scheint tatsächlich extraordinär. Da dürften Singer-Songwriter aller Kontinente vor Neid erblassen. Fragil nestelt die Stimme bereits beim Opener Julia an eben diesem Vornamen herum, gerade so als handle es sich um einen kostbaren Diamanten. Das Lied wird von gesanglicher Dominanz getragen, minimalistisch weht ein Hauch von Piano, Gitarre und Schlagzeug daher – so unauffällig, als solle jegliche Ablenkung von dem Geträller tunlichst vermieden werden. Balladeskes Flair dominiert die EP, fluffig arrangiert. Kompositorische Meisterschöpfungen fehlen, doch selbige benötigt Breker nicht. Ein paar Gitarrenakkorde genügen, um die Eindringlichkeit der hochwertigen Darbietung sanft zu unterstützen. So zum Beispiel auch bei No Man’s Land und Good Enough.

Flotter und aufwändiger wird lediglich beim letzten Song Love And Wait agiert, wenn die Klampfe nicht alleiniges Hilfsmittel bleibt und ein Mitwippeffekt eintritt. So findet Breker eine schöne Dynamik, mach noch mehr Lust auf ein hoffentlich bald entstehendes Album. Bis dahin darf sich der Hörer an diesen Kleinoden erfreuen und eine magische Stimme bejubeln.
Link:
SomeVapourTrails

Superschöne Musik. (Und dass der Kerl voll in meiner Altersklasse liegt machts ja fast noch besser
) Hab ihn rein stimmlich für älter gehalten. Da lag DifferentStars also wohl auf noch einer Ebene richtig mit dem Adam Green-Vergleich 
Die EP liegt im Einkaufskorb und wird bei Erscheinen bestellt.
[...] Ganz auf die Schnelle werde ich hier ein Review hinschmieren. Nicht weil die Tinte ohne Herzblut tropft, sondern weil ich gerade die Songs für die nächste Radiosendung zusammenstelle. Der letzte Song, das wäre also kurz vor Mittagnacht, soll “Julia” heissen. Der stammt von Timo Breker. Ein Hamburger Liedermacher, neudeutsch Singer-Songwriter. Dessen kleine, feine EP “Learn And Wait” habe ich schon länger. Jedoch nicht vergessen in einem Stapel von Rezeptionsexemplaren, die hoffen, von einem armen Schreiberling wachgeküsst zu werden. Die Ep war fast täglich im Gebrauch und wanderte hier im Haus von CD-Player zu CD-Player. Der Mann hat auf “Learn And Wait” alles richtig gemacht und 5 wunderbare Indie-Perlen abgeliefert. Weitere stilistische Roharbeiten schenke ich mir. Die Feinarbeit überlassen ich zum Beispiel Christoph von Lie In The Sound, der kann das besser. Ein Mann, der Timo Breker sogar mit Gold aufwiegen würde. [...]
[...] Jay Brannan keinesfalls talentfrei daherwankt. Zieht man jedoch den unlängst von mir hochgelobten Timo Breker als Vergleichswert ins Kalkül, dann hat Herr Brannan durchaus das eine oder andere Manko [...]
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Lie In The Sound
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