Lie In The Sound

Zeit fürs Kielholen – Ein Aufruf gegen die Piratenpartei

Kleine Kinder neigen bei der Entscheidungsfindung zu entwaffnender Spontanität. Ohne jegliche Begründungszwänge wird ungestüm Besitz eingefordert und lauthals ein “Meins!” verkündet. Erst die Sozialisation wird ihnen die Rechte des Gegenübers und ein Miteinander lehren. Widerstehen wir doch anlässlich der Bundestagswahl der Versuchung, einen Rückfall in die frühkindliche Phase zu erleiden. Aus diesem Grunde darf die Piratenpartei am Sonntag auch keine ernsthaft erwägte Alternative sein.

Was beim öffentlichen Diskurs über das Urheberrecht gern ausgeblendet wird, ist der Umstand, dass sich hinter jedem mehr oder minder künstlerischen Werk ein Mensch verbirgt, der es erdacht, in die Tat umgesetzt und veröffentlicht hat. Und eben dies passiert nicht per Fingerschnipsen, sondern gestaltet sich arbeitsintensiv und mit viel Engagement. Ergo nichts, was so nebenbei nach einem langen Tag im Büro aus Jux und Tollerei geschieht. Das eingesetzte Talent sowie der Aufwand lassen sich nicht einfach aus Lust und Liebe finanzieren. Folgerichtig hat der Künstler einen Anspruch auf Vergütung, sobald wir seinem Werk Beachtung schenken, ihm einen Platz in unserer Lebenswirklichkeit einräumen oder es schlicht und einfach konsumieren. Unsere Gesellschaft basiert auf dem Prinzip von Leistung und Gegenleistung – und weicht dies eherne Gesetz nur dann auf, wenn diese Gegenleistung aus guten Gründen (Stichwort: Armut) nicht erbracht werden kann. Doch darf man Autoren, Musiker und anderes Gesocks in die Rolle selbstloser Wohltäter drängen, weil in einem digitalen Zeitalter die Vervielfältigung ihres Schaffens eine Leichtigkeit darstellt?

Anti_pirate_icon

Urheber: WarX, edited by Manuel Strehl and modified by jlandin

Die Piratenpartei rückt das Copyright – neben dem Datenschutz – in den Fokus und drescht gekonnt Phrasen, die letztlich populär und verantwortungsbewusst klingen, bei genauer Betrachtung jedoch eine nett verbrämte Geringschätzung künstlerischen Tuns offenbaren. “Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an. […] Im Allgemeinen wird für die Schaffung eines Werkes in erheblichem Maße auf den öffentlichen Schatz an Schöpfungen zurückgegriffen. Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit.” unterstellt dem schöpferischen Individuum pauschal den Hang zum Plagiat. Dass Kunst auf Traditionen fußt und Musiker wohl kaum die Harmonielehre neu erfinden vermögen, wird als triftiger Grund für ein augenscheinliches Außerkrafttreten des Urheberrechts impliziert. “Da sich die Kopierbarkeit von digital vorliegenden Werken technisch nicht sinnvoll einschränken lässt und die flächendeckende Durchsetzbarkeit von Verboten im privaten Lebensbereich als gescheitert betrachtet werden muss, sollten die Chancen der allgemeinen Verfügbarkeit von Werken erkannt und genutzt werden. Wir sind der Überzeugung, dass die nichtkommerzielle Vervielfältigung und Nutzung von Werken als natürlich betrachtet werden sollte und die Interessen der meisten Urheber entgegen anders lautender Behauptungen von bestimmten Interessengruppen nicht negativ tangiert.” ist ebenso ein einfach hingeschmiertes Postulat, welches neben Vermutung und Wunschträumen wenig zu bieten hat. Kopierschutz funktioniert sehr wohl – wenn ihm nicht eine hohe Dosis krimineller Energie, die für das Cracken aufgewandt wird, entgegensteht. Natürlich macht es für den Urheber einen Unterschied, ob er sein Werk 1000 Male verkauft oder bloß 50 Stück, von denen dann 950 Kopien angefertigt werden.

Die Piratenpartei schießt auf Wildsäue und trifft die Spatzen. So in etwa darf die Strategie zusammengefasst werden. Denn wenngleich die riesigen Konzerne mit Vertrieb und Marketing einen exorbitant hohen, unangemessenen Prozentsatz des Profits einstreichen, so hat erst die Art und Weise des gesellschaftlichen Konsums das ermöglicht. Wir alle spiel(t)en Systemerhalter. Wer sich nun dagegen wendet, meuchelt in aller erster Linie die Komponisten, Autoren und Maler. Und erwischt in einem Aufwasch auch redlichste Kleinunternehmen in Form von Mini-Verlage, -Labels, etc, welche keinesfalls die unüberwindbare Barriere zwischen Schöpfer und Rezipient bedeuten.

In der Tat existiert eine Vielzahl von innovativen Geschäftskonzepten, welche die freie Verfügbarkeit bewusst zu ihrem Vorteil nutzen und Urheber unabhängiger von bestehenden Marktstrukturen machen können.” behaupten die ehrenwerten Mitglieder der Piraten. Gern werden auch Beispiele genannt. Und tatsächlich kann eine frei gewählte Verfügbarmachung ein sinnvoller Impetus oder gezielte Werbekampagne sein. Kostenlose Downloads einzelner Songs sind im Musikbereich perfekte Appetithappen, unter Creative Commons veröffentlichte Platten eine Möglichkeit Hörer zu gewinnen. Aber garantierte Einnahmen bringen diese Konzepte nicht. Und den schnöden Mammon braucht ein Künstler nicht weniger als die Marktfrau, der Call-Center-Agent oder ein Bankdirektor. Wenn der Gottseibeiuns Trent Reznor seine Alben verschenkt, dann mag ihm dies aufgrund von Synergieeffekten zum Vorteil gereichen. Wenn das eine Band wie Palodine täte, würde der Rubel nicht rollen.

Lassen wir uns nicht von der grassierenden Gratis-Mentalität anstecken! So wie wir den Friseur fürs Haareschneiden bezahlen, den Mechaniker für die Reparatur des Autos, so hat auch der Künstler Anspruch auf Vergütung. Eine Entschädigung dafür, dass er uns mit Träumen, Freuden und Gedanken erfüllt und inspiriert. Das derzeitige System ist fraglos gescheitert und aus den Trümmern ein Neuaufbau (vielleicht sogar in Form einer verteilungsgerechten Kulturflatrate) zu wagen – aber unter keinen Umständen eine Anarchie zu propagieren. Und unter anderem aus diesen Erwägungen heraus darf die Piratenpartei am Wahltag keine Option bedeuten. Die Zeit fürs Kielholen ist gekommen.

Alle kursiv gesetzten Zitate wurden dem Parteiprogramm der Piratenpartei entnommen und sind hier nachzulesen.

SomeVapourTrails

Update: Die Piraten haben’s (zum Glück) nicht in den Bundestag geschafft.Unsere Antwort auf die Frage: Wozu braucht wir die Piratenpartei dürfte nach der Diskussion auf unserem Blog klar beantwortet sein, an anderen Stellen wird weiter diskutiert, u.a. hier und hier.

51 Antworten on Zeit fürs Kielholen – Ein Aufruf gegen die Piratenpartei

  1. Peter
    26. September 2009 um 13:24

    Da Draussen wimmelt es nur so vor politischen Albernheiten. Unsere Family hat ja komplett den Wahl-O-Mat Test gemacht. Mein Töchterlein ist bei den Violetten gelandet. Die sind genauso Gaga wie die Piraten. Um die volle Punkzahl und die Landung bei der Piratenpartei hinzubekommen, muss man wohl vollkommen irre sein und in Bezug auf das Urheberrecht den Bankrott des musikalischen Nachwuchses anstreben. Die “alternative” Gratismentalität war mir schon immer ein Graus. Pharisähertum Hoch Drei und spinnerter Hippiewahn.

  2. Falk
    26. September 2009 um 14:30

    Danke für diesen Beitrag. Mir geht das bei den Piratenjünger sogar aus ganz anderem Grund noch tierisch auf die Nüsse momentan. Dieses “wird ungestüm Besitz eingefordert” scheint eine grundlegende Philosophie dieser spätpubertären Jünger zu sein und alles wird vereinnahmt, was im Netz nicht bei 3 auf dem Baum ist. Und das stinkt mir genauso, wie das arg dünne Progrämmchen mit Allgemeinplätzen für den Nerd.

  3. Julian
    26. September 2009 um 14:50

    Tja, die Piraten. Ihr größtes Problem ist anscheinend, dass es ihnen nicht gelingt, Geschlossenheit zu zeigen. Wo an einer Stelle gefordert wird, dass alles frei kopierbar sein soll, rudert man an anderer Stelle soweit zurück, dass man lediglich das Recht auf Privatkopie wiederherstellen will. Als Künstler ist es mir natürlich wichtig, die Rechte an meinen Werken gesichert zu sehen (schon deshalb, da ich meine Musik niemals in dem Rahmen aufführen möchte, der nötig wäre, um schlussendlich damit Geld zu verdienen). Was ich hingegen an den Piraten schätze, ist ihr Engagement gegen den Überwachungsstaat und Zensur. Jetzt stellt sich für mich die Frage, was mir wichtiger ist. Freiheit oder Eigentum? Oder ist es erst Eigentum, dass uns Freiheit garantiert? Vielleicht wäre es gut, würde die PP die 5% Marke erreichen, einfach nur als Gegengewicht zum momentanen politischen Denken. Ihr Programm werden sie so oder so nie durchsetzen können.

  4. lieinthesound
    26. September 2009 um 14:54

    Die Grünen engagieren sich auch gegen den Überwachungsstaat, dafür brauchen wir die Piraten nun wirklich nicht.

  5. Falk
    26. September 2009 um 14:57

    Die Grünen engagieren sich auch gegen den Überwachungsstaat

    …haben allerdings bei der Abstimmung zum Zugangserschwernisgesetz ziemlich ambivalent gehandelt.

  6. Julian
    26. September 2009 um 15:03

    Dafür haben die Grünen in anderen Bereichen, die mich betreffen und die ich nicht explizit benennen möchte, total versagt. Somit sind sie für mich seit 4 Jahren nicht mehr wählbar.

  7. Moritz
    26. September 2009 um 15:10

    Danke für diesen Artikel,
    Der Rummel um die tolle Internetpartei geht mir mittlerweile auch ganz schön auf die Nerven.
    Die von dir angesprochenen Punkte treffen alle zu. Und wenn Mike Masnick von Techdirt auf jeder Messe anpreist, was für ein tolles Geschäftsmodell Trent Reznor entwickelt hat…dann vergisst er leider allzu oft, dass NIN Jahre lang für teures Geld von der Plattenfirma promoted wurden. VOn nix kommt nix. Wie du sagst…eine eher unbekannte Band wird ohne Einnahmen sich nicht den Freiraum nehmen können , sich komplett der Musik zu widmen und sich konsequent weiterentwickeln zu können. Die Piratenpartei mag über gewisse Kompetenzen im Bereich der Wahrung des Datenschutzes verfügen…ein weitreichendes politisches Programm, das alle Bereiche abdeckt, ist jedoch keinesfalls zu erkennen.

  8. Stefan
    26. September 2009 um 15:39

    Ich persönlich denke auch nicht, dass die Piratenpartei ihre Forderungen im Bereich Copyright voll durchsetzen kann. Vielleicht werden sich die Ansichten auch noch relativieren, die beste Lösung liegt bestimmt irgendwo dazwischen und ihren Willen kann sie dann durch die Verbreitung von CreativeCommons umsetzen.

    Man könnte also vielleicht Kampagnen für Künstler machen, in denen man ihnen erklärt, wie sie ihre Musik mit einem Indy-Label (und nicht bei den Majors) verbeiten können, warum dies sinnvoll sein kann etc…

    Außerdem sollte man ein Stück weit etwas an der GEMA ändern. Wenn ich es richtig weiß, muss man als Musizierender der GEMA nachweisen, dass die gespielten Stücke frei sind, weil die GEMA sonst vermutet, dass man darauf Gebühren bezahlen muss. Sollte das wirklich so sein, dann erachte ich das als grundsätzlich falsch. Und der komplizierte (intransparente?) Vergütungsschlüssel wurde ja auch schon oft angemahnt.

    Um wieder zu CC zurückzukommen: Künstler, denen das Konzept gefällt (bisher ist es bei vielen Bands sicher noch unbekannt), können dann es dann ggfs. freiwillig einsetzen. Andere können weiterhin ihre CDs verkaufen.

    Was ich am vorliegenden Text allerdings falsch finde, ist die Unterstützung von Kopierschutz-Maßnahmen [1]. Die schädigen nämlich am meisten die ehrlichen Konsumenten (CD funtioniert z.B. manchmal nicht mehr im Autoradio, mp3 lässt sich nicht beliebig auf andere Geräte verteilen, …).

    [1] “Kopierschutz funktioniert sehr wohl – wenn ihm nicht eine hohe Dosis krimineller Energie, die für das Cracken aufgewandt wird, entgegensteht.”

  9. Falk D. (Pirat)
    26. September 2009 um 16:10

    Wenn man sich die aktuelle Abmahnwelle gegen Musikblogger durch Sony anschaut, erkennt man schnell, dass es den Konzernen nicht um Urheber-Rechte sondern Verwertungsrechte geht. Der Urheber, ein gewisser Curse, hatte die abmahngegenständlichen Mix-Stücke, nämlich explizit empfohlen und auch selbst verlinkt. Der Konzern hingegen mahnte die Musikblogger ab (als Erstkonstakt).
    Leider wird auch im hier vorliegenden Artikel die Trennung von Nutzungsrechten und Urheberrechten nicht nachvollzogen, oder vielleicht bewusst ignoriert um pointiert schreiben zu können.
    Tatsächlich steht nirgends im Wahl-Programm der Piraten dass “alles umsonst” sein sollte, sondern wörtlich
    “Der Künstler soll für jedes einzelne Werk die Lizenz frei wählen können.”
    und mit *frei* ist in diesem Fall nicht freie Lizenz gemeint. Er kann auch Pay-Per-Use oder Pay-at-will -Lizenzmodelle wählen, ganz wie er wünscht. Wichtig ist uns, dass der Uhrheber *und* der Nutzer gegenüber dem Verwerter gestärkt werden. Vielleicht einmal mehr das im Konsens beschlossene aktuelle WahlProgramm als die Äußerungen einzelner oder das die perfekte Welt wünschende Grundsatzprogramm bemühen. So ein Grundsatzprogramm ist die Utopie, das Wahl-Programm das Konkrete.
    Andererseits bin ich gerne bereit, über andere Parteien auf Basis ihrer Gründungsprogramme zu diskutieren. Glaube aber, dass die SPD mittlerweile privaten Kapitalbesitz und die CDU die Religionsfreiheit anerkennen.

  10. lieinthesound
    26. September 2009 um 16:14

    @Stefan: Grundsätzlich wär’s mal wichtig für alle zu verstehen, dass Urheberrecht und Verwertungsrechte nicht das gleich sind. Im deutschen Raum von Copyright zu sprechen ist schon mal Unsinn, weil unsere Rechtsgebung hier anders gestaltet ist. Das Urheberrecht kann laut deutschem Recht nicht veräußert werden, sondern bleibt immer beim Urheber. Die Verwertungsrechte können veräußert werden.

    CC sind eine Möglichkeit, bestimmte Verwertungsrechte kostenlos zur Verfügung zu stellen, z.b. die private Nutzung… und zwar je nach Werk (Song, Bild etc) genau differenziert. Diese Wahlmöglichkeiten haben GEMA-Mitglieder leider nicht.

    Gründsätzlich darf jedoch kein Urheber gezwungen werden, die Verwertungs/Nutzungsrechte an seinem Schaffen kostenlos abzugeben – und genau das wollen die Piraten. Die Enteignung des geistigen Eigentums.

    Der Begriff Copyright kommt aus dem amerikanischen Raum, wird leider immer wieder umgangssprachlich in Deutschland für Urheberrecht gebraucht, ist jedoch etwas ganz anderes. Viele die dieses Wort in den Mund nehmen, sind sich selber nicht klar, ob sie gerade von Nutzungsrechten, Verwertungsrechten oder Urheberrecht reden…. fällt mir gerade bei den Statements der Piraten immer wieder auf.

    Hier mal ein Auszug aus Wikipedia zum Begriff Copyright:

    Das Copyright [ˈkɒpiɹaɪt] (engl. copy „Kopie“ und right „Recht“) ist die angloamerikanische Bezeichnung für das Immaterialgüterrecht an geistigen Werken. Es ist dem deutschen Urheberrecht ähnlich, unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten. Bereits der Ansatz ist ein anderer: Während das deutsche Urheberrecht den Urheber als Schöpfer und seine ideelle Beziehung zum Werk in den Mittelpunkt stellt, betont das Copyright den ökonomischen Aspekt. Es dient vor allem dazu, wirtschaftliche Investitionen zu schützen. Vor diesem Hintergrund kommen das angloamerikanische und das kontinentaleuropäische Recht in zahlreichen Rechtsfragen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

    Im Copyright des angloamerikanischen Rechtssystems werden im Gegensatz zum kontinentaleuropäischen Urheberrecht die Entscheidungs- und Verwertungsrechte über ein Werk oft nicht dem Urheber (zum Beispiel dem Künstler) zugestanden, sondern den wirtschaftlichen Rechteverwertern, zum Beispiel dem Verlag. Der Urheber behält dann eingeschränkte Veto-Rechte, die den Missbrauch des Copyrights seitens der Rechteverwerter verhindern sollen.

    DifferentStars

  11. lieinthesound
    26. September 2009 um 16:26

    Wir haben da gerade parallel geschrieben… und ich versucht, Ordnung in das Copyright/Urheberrecht/Verwertungsrechte-Wirrwarr zu bringen.

    Zu Curse: Er hat die Verwertungsrechte an seiner Musik verkauft – damit Geld gescheffelt! Jetzt sagt er seinen Fans “Fickt Euch”, nach dem er sie in dem Glauben gehalten hat, der Download des Mixtapes sei legal und sie dann abgemahnt wurden. Curse muss gewusst haben, dass das Mixtape eben nicht legal ist.

    Die Abmahnungen ansich halt ich für schwachsinnig, da nach meinem Kenntnisstand a) nur darauf verlinkt wurde + b) in gutem Glauben der Blogger, dieses Mixtape sei legal. Hätte sie auf eindeutig illegalen Inhalt verlinkt, sähe für mich die Sachlage anders aus. Nur dieses Mixtape wurde von Curse und seinem Label ja beworben.

    Für mich ist der wahre Verbrecher hier Curse, der zum Diebstahl anstiftet und jetzt seine Fans im Stich lässt. Curse hätte ja die Verwertungsrechte nicht verkaufen müssen und hätte seine Musik ganz legal und kostenlos unters Volk bringen können….

    DifferentStars

    PS: Mehr zum aktuellen Fall bei den blog.rebellen:
    http://blog.rebellen.info/2009/09/24/sony-mahnt-ab-wegen-link-zu-splash-mixtape/

  12. Falk D. (Pirat)
    26. September 2009 um 17:00

    Falsches wird durch Wiederholen nicht wahrer. Um aus “Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen.” oder “Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern.”

    Gründsätzlich darf jedoch kein Urheber gezwungen werden, die Verwertungs/Nutzungsrechte an seinem Schaffen kostenlos abzugeben – und genau das wollen die Piraten.

    herauszulesen bedarf es schon besonderer Unfähigkeit oder Bosheit. Entschuldigt die Direktheit, aber irgendwie werde ich langsam stinkig.

    Zur Causa Curse hätte ich noch wüste Beschimpfungen in den Kommentaren zu bieten: http://www.zeitgleiter.org/post/1/197

  13. Falk
    26. September 2009 um 17:01

    @Falk D.: Ich zitiere aus dem von dir angesprochenen Wahlprogramm.

    Überholte Vermittlerfunktionen von Rechteverwertern, die in der Vergangenheit z.B. in der Unterhaltungsmusikindustrie zu hohen Renditen geführt haben, sind größtenteils nicht mehr zeitgemäß und werden in diesem Umfang keinen Bestand haben. Die Ausschaltung von Zwischenhändlern ermöglicht es, dass den Künstlern vom Erlös ihrer Werke ein größerer Teil verbleibt und direkter zufließt. Außerdem wird damit das Spektrum der Kulturszene deutlich erweitert.

    Soll ich das jetzt mal dediziert zerlegen oder reicht der Hinweis darauf, daß auch mein Indielabel, welches Musik *auch* unter Creative Commons veröffentlicht, genau diese – angeblich überholte – Vermittlerfunktion hat? Nichts dagegen, das bestehende System im Sinne von Urhebern und ausführenden Künstlern (die Trennung wird nämlich in dem Programm auch nicht getroffen) zu ändern. Aber wer Vielfalt dadurch erreichen möchte, alle Zwischenstationen vom Künstler zum Verbraucher auszuschließen, wird genau das Gegenteil erreichen. Und dem Mittelmaß Tür und Tor öffnen.

    Und ich brauch keine Piraten, um zu erkennen, daß Künstlerverträge heutzutage anders ausgestaltet werden und den Künstlern mehr Rechte einräumen müssen, als noch vor 10-15 Jahren. Nur geht das am Ende die Öffentlichkeit auch kaum bis gar nichts an, was wir unseren Künstlern für Prozente aus den Lizenzeinnahmen zusichern, da gönn ich mir die Freiheit als Unternehmer, dies selbst auszuhandeln und laß mir da auch in keinster Weise von wem auch immer reinreden.

  14. lieinthesound
    26. September 2009 um 17:09

    @Falk D. (Pirat): Das private Kopieren und Verbreiten ist ja jetzt schon legal. Jeder darf mit Freunden (realen echten) Musik teilen/ tauschen.

    Nur in Filesharing-Tauschbörsen trefffen nicht kleine (geschlossene) Freundeskreise zusammen. Eine Mp3 kann/ und wird in manchen Fällten millionenfach runtergeladen. Die meisten Tauschbörsen verdienen Millionen durch Werbung auf ihrer Seite… kein Cent landet davon bei den Urhebern… Daher ein klares NEIN zu Pirate Bay & Co!!!

  15. Falk D. (Pirat)
    26. September 2009 um 17:17

    @Falk: Wo steht der Zwang? In dem besagten Absatz wird die proaktive Förderung für Modelle ohne Gatekeeper und Zwischenhändler beschrieben und gefordert.
    Niemand will die Künstler dazu zwingen. (Kontrakierungszwang wäre zumindest mir auch zuwider).
    Allerdings soll ein Künstler (egal ob Film, Text, Bild, Aktion oder Ton) nicht zwischen der Unabhängigkeit und einer reellen Chance am Markt wählen müssen.
    Daher der Wunsch direkte Vermarktung von Kultur zur fördern. Dass der Grat zwischen einem Kultur- und Kreativitätsförderndem Programm und einer Monster-Einrichtung Modell Gema² schmal ist, wäre schon eher ein Problem.

  16. Falk
    26. September 2009 um 17:17

    Gründsätzlich darf jedoch kein Urheber gezwungen werden, die Verwertungs/Nutzungsrechte an seinem Schaffen kostenlos abzugeben

    Nichts anderes steht im Urheberrechtsgesetz in der aktuellen Version. Was ist daran jetzt neu oder einzigartig?

    Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern.

    Nein, die Zugänglichmachung für einen Personenkreis außerhalb des eigenen Freundeskreises hat Sache des Urhebers zu bleiben. Tritt dieser entsprechende Rechte (z.B. durch CC) ab, ist das auch jetzt schon okay. Möchte der Urheber dies nicht, dann hat sein Kram privat zu bleiben. Und nein, das Internet ist nicht privat in weiten Teilen. Diese Forderung ist so diffus, daß sich mir alle Nackenhaare aufstellen.

    Wie wärs denn, wenn vielleicht mal auf breiter Ebene auch mal Urheber in diese Diskussion mit einbezogen werden würden? Thesen kann ich auch aufstellen, nützt nur nichts, wenn ich was tue, was derjenige, den ich glaube, damit zu unterstützen, gar nicht gutheißt.

  17. Falk
    26. September 2009 um 17:26

    Wo steht der Zwang?

    Es kommt nicht darauf an, was gemeint ist, wenn es gesagt wird, sondern wie es verstanden wird, wenn es gesagt wurde. Und wenn dort von ‘überholt’, ‘werden in diesem Umfang keinen Bestand haben’ und ‘direkter zufließt’ die Rede ist, heißt das für mich nunmal, daß die grundlegende Forderung ein Ausklammern bzw. Ausschalten jedweder Vermittler in diesem Kreislauf ist. Wenn das anders gemeint ist, dann sollte es eben auch so formuliert werden. Mit technischer Sprache kommt an der Stelle keiner weiter und ein wenig Empathie darf ich auch von IT-lern erwarten.

  18. Falk D.
    26. September 2009 um 17:26

    Das private Kopieren und Verbreiten ist ja jetzt schon legal.

    Eben nicht mehr, seit dem reformierten UrhG ist das Kopieren von CDs quasi ausgeschlossen. Davon mal abgesehen, dass es keine CDs mit Redbook-Standard mehr zu kaufen gibt.
    Bei Filesharing bin ich sogar fast bei Dir, da ich es für eine illegitime Neuveröffentlichung halte (<- Piratprivatmeinung). Allerdings sehe ich da auch einen Mangel an Verhältnismäßigkeit und der wiegt derzeit schwerer als die Schutzwürdigkeit der Künstler-/Konzerninteressen. Die Forderung der Piraten geht dort sehr weit, aber von Enteignung zu sprechen halte ich für unfair. Für sowas sind wir viel zu libertär.

  19. lieinthesound
    26. September 2009 um 17:27

    Was ihr Piraten vergesst und euch Falk (der nicht Pirat) zu erklären versucht: Es braucht Label. Es langt nicht, nur gute Musik zu machen. Diese muss eben auch beworben, promotet werden und das ist zeit-und kostenintensiv.

    Ich hab hier auf dem Blog schon über einige sehr gute Musiker geschrieben, die Songs kostenlos anbieten, dennoch haben sie nur einen kleinen Fankreis, weil eben das Geld für die Promo fehlt.

    Musiker brauchen um bekannt zu werden Labels…. diese müssen Geld investieren… sind nicht nur Gatekeeper, sondern auch Türöffner.

    Radiohead und NIN waren schon berühmt, weil ihre früheren Labels Millionenetats in ihre Promo gesteckt haben… nur deshalb konnte das Konzept der freien Musik für sie funktionieren.

    DifferentStars

  20. Falk D.
    26. September 2009 um 17:35

    Wie wärs denn, wenn vielleicht mal auf breiter Ebene auch mal Urheber in diese Diskussion mit einbezogen werden würden?

    Das Piraten-Forum, das Piraten-Wiki, die Piraten-Mailinglisten, der Piraten-Chat und die Treffen der jeweiligen AGs stehen Dir offen.
    Wir warten nur noch auf: DICH (tusch von der Groovebox).
    Dazu muss man kein Mitglied werden, auch wenn die zweite Ableitung unser Mitgliederzahl derzeit wieder negativ ist und wir gerne noch mehr Expertise in unseren Reihen wüssten.

  21. Falk
    26. September 2009 um 17:36

    Eben nicht mehr, seit dem reformierten UrhG ist das Kopieren von CDs quasi ausgeschlossen.

    Das ist doch falsch, was nicht erlaubt ist, ist die Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen. Und hier haben fast alle Hersteller von CDs mittlerweile erkannt, daß dies ein Irrweg war. Genauso wie bei Digitalstores das Thema DRM seit Amazon durch ist. Und letzten Endes kann der Käufer von CDs darüber entscheiden, ob DRM gebilligt oder mit ‘Liebesentzug’ bestraft wird.

  22. Falk D.
    26. September 2009 um 17:51

    Und hier haben fast alle Hersteller von CDs mittlerweile erkannt, daß dies ein Irrweg war.

    Nelly Furtado – Mi plan (kopiergeschützt durch “Lese-Puffer-bombe”)
    Pur – Wünsche (kopiergeschützt durch CRC-Manipulation)
    Mark Knopfler – Get Lucky (kopiergeschützt durch DataShield)

    In der Top10 ist genau gar kein Album ungeschützt.
    In der Top100 sind es stolze 23.

    Und das Copybit ist bei allen, bis auf die Ärzte gesetzt.

    Falk D.

  23. lieinthesound
    26. September 2009 um 17:54

    Nun kommt die Ablösung und ich werd mal meine Co-Bloggerin beim Diskutieren entlasten…

    Natürlich sind auch die von mir verwendeten Zitate der Piraten ein Beweis, dass der Urheber dazu gedrängt wird, sich mit dem Filesharing als unabwendaren Status quo abzufinden. Mehr noch: Die digitale Kopie wird durch die Art der Reproduzierbarkeit dezidiert von Urheber abgekoppelt. Und dem Urheber eigentlich die lange Nase gezeigt. Warum das Interesse der Allgemeinheit so groß sei soll und der monetäre Nutzen der meisten Urheber so gering, dieser Widerspruch wird nicht erklärt.

    SomeVapourTrails

  24. lieinthesound
    26. September 2009 um 18:00

    ad Falk D.

    Ich bin auch gegen Kopierschutz, weil er aufgrund von Kompatibilitätsproblemen das Abspielen mitunter erschweren kann. Wenn schon dann ein einheitlicher Schutzmechanismus und eine strikte Ahndung von Crack-Mechanismen. Dann wäre die Sache gegessen.

  25. Falk
    26. September 2009 um 18:13

    @Falk D.

    Ich sprach bewusst vom Großteil der _Hersteller_ – ein kleiner, aber entscheidender Unterschied. Bspw. verzichten alle Tonträgerhersteller, die im VUT organisiert sind, auf eben solche Kopierschutzmaßnahmen. Sowas zu wissen, kann argumentativ eine Menge bringen.

  26. Julian
    26. September 2009 um 21:19

    Absolute Zustimmung: Ein Musiker braucht ein Label. Ich bin schon gut organisiert – im Vergleich zu anderen Künstlern – aber ich kann mich nicht um Musik und Werbung zugleich kümmern. Schon rein zeitlich. Artwork etc. sehe ich als Teil meiner Kunst an und plane das auch alles durch, aber Werbung ist einfach nicht drin. Was bringt es mir, die Stücke auf Youtube zu performen, wenn ich komplexe Arrangements allein nicht wiedergeben kann? Und wer schaut sich einen männlichen Künstler auf Youtube an? Ich finde es auch sehr schön, wenn der ganze Verwaltungsaufwand von jemand anderem übernommen wird – ich muss dieser Person natürlich vertrauen können.

  27. agtrier
    26. September 2009 um 22:55

    Im Moment sind die Piraten die einzige Partei, die sich glaubwürdig für Bürgerrechte engagieren. Und das mit dem Urheberrecht ist auch etwas komplizierter, als es hier dargestellt wird. Aber es ist Wahlkampfzeit…

  28. lieinthesound
    26. September 2009 um 22:56

    Gerade erfolgreich den Piraten Hashtag geentert :-) Das Leben kann doch lustig sein…

    #enterdenraab #wahlfälschung

    :-D

  29. lieinthesound
    26. September 2009 um 23:00

    Auch Urheber sind Bürger – sollten also ihre Rechte behalten dürfen…

  30. Simba
    26. September 2009 um 23:02

    So viele Worte, so viel Zeitverschwendung. Habt ihr nichts wichtigeres zu tun, als eine kleine Partei in den Fokus zu rücken?

    *kopfschüttel* Get a live und seht die Realitäten!

    Ich wähle Piraten!

  31. Alex
    26. September 2009 um 23:12

    Was soll diese Diskussion denn? Filesharing ist ein technischer Fakt. Ob die Piraten die Nutzer entkriminalisieren oder nicht, dieser Kampf ist für “euch” schon verloren. Passt euch an oder sucht euch eine neue Beschäftigung.
    Es ist für den Staatsapparat vollkommen unmöglich das Kopieren zu unterbinden. Die Staatsanwaltschaften kommen schon lange nicht mehr hinterher mit den Klagen. Und wenn die Bandbreite groß genug ist, dass jeder nur mit seinen direkten Freunden tauscht und die dann weiter, praktisch wie eine Relais-Station, dann ist jegliches Unterbinden vorbei. Von Festplatten auf dem Schulhof, die mit “Platz für 250.000 MP3s” beworben werden, rede ich dabei noch gar nicht.

    Eure Sache.

  32. lieinthesound
    26. September 2009 um 23:17

    @Alex Das Schlimme ist, dass auf Grund von Leuten wie euch, die Bürgerrechte und Freiheit im Internet in den kommenden Jahren stark eingeschränkt werden. Ihr Piraten schaufelt unser aller Grab.

  33. NDM
    26. September 2009 um 23:24

    Hätte dieses Pamphlet die Positionen, die innerhalb der Piratenpartei entwickelt werden, wenigstens angekratzt… Aber naja. Man muss ja nicht dumm sterben. Hier einmal etwas für den Einstieg.

    http://wiki.piratenpartei.de/Kulturflatrate

    Ich bin selbst zwar nur ein beobachtender Piratensympathisant (noch nicht einmal Wähler), aber uninformiert-polemische Texte wie dieser hier animieren nahezu jeden Konsumenten dazu.

  34. Nikwest
    26. September 2009 um 23:27

    @lieinthesound:

    > Ich bin auch gegen Kopierschutz, weil er aufgrund von Kompatibilitätsproblemen das Abspielen mitunter
    > erschweren kann. Wenn schon dann ein einheitlicher Schutzmechanismus und eine strikte Ahndung von
    > Crack-Mechanismen. Dann wäre die Sache gegessen.

    Hier bringst Du grade den besten Grund an, warum es so etwas wie die Piraten braucht.
    Das was Du willst ist NICHT möglich. Das ist naive Denke von Menschen, die von Technik wenig Ahnung haben. Und genau solche verabschieden gerade Gesetze, die blanker Unsinn sind (z.B. Website Sperrungen).

  35. lieinthesound
    26. September 2009 um 23:29

    @NDM

    Wie steht Ihre Partei zu der Idee von „Kulturflatrates“?

    PIRATENPARTEI: Prinzipiell lehnen wir die Kulturflatrate als untaugliches Mittel ab.

    Quelle: http://www.telemedicus.info/article/1402-Wahlcheck-PIRATENPARTEI.html

    Hab noch etliche andere Statements der Piraten gegen die Kulturflatrate gehört + gelesen.

    Die wissen selber nicht was sie wollen und widersprechen sich ständig…

  36. Dennis
    26. September 2009 um 23:36

    Also bitte, das derzeitige Urheberrecht bzw. Verwertungsrecht kann ja nicht mehr aufrecht erhalten werden. Es schadet den Künstler und den Konsumenten und nützt nur den großen Verlagen, Labels etc. und das habe ich schon einige Semester in den VW Seminaren gehört.

    Nur ein Bsp. welche krankhaften Züge das Urheberrecht es schon angenommen hat: Österreich und Deutschland sind beide Mitglieder der EU. Es gibt den EU Binnenmarkt samt Freiheit des Warenverkehr. Das ging auch einige Zeit gut bis zum 1.1.09 bzw. 1.7.09, denn dank GEMA und AustroMechana (Verwertungsgesellschaften) musst der Import und Export von vielen elektronischen Geräten eingestellt werden. So wurde Amazon Deutschland vor einigen Wochen gezwungen alle möglichen Speicherarten (Flash, mp3 etc.), mp3 Player, Leermedien (CD, DVD, BluRay etc.), Handys, DVD- u. Fesplattenrecorder, Drucker, Scanner, Multigeräte etc. in Zukunft auch Computer, Fernsehgeräte mit Speicher etc. nicht mehr an Österreicher und andere EU Bürger zu verkaufen. Als Österreicher darf man inzwischen aber auch keine digitalen Kunstwerke (Songs) mehr in anderen EU Ländern kaufen (zB: deutsche Künstler). So ist es verboten bei Amazon, Apple oder anderswo online mp3 Songs zu kaufen. Auch Deutschen ist es vorboten mp3 Songs online in Frankreich oder Groß Britannien etc. zu kaufen.

    Anstatt seine Songs bzw Produkte ganz einfach auf einem 500 Millionen Markt zum Kauf anbieten zu können, ist man auf den 80 Mio. Markt in Deutschland beschränkt. Der ganze EU Binnenmarkt ist sowieso nur mehr Farce! Und dann soll mir noch einer erklären, das ganze Urheberrecht gehört nicht reformiert! Deshalb auch für mich

    [X]-> PIRATEN, weil ich endlich wieder Songs und elektr. Produkte EU-weit kaufen will

  37. NDM
    26. September 2009 um 23:42

    lieinthesound:

    Möglicherweise verstehst du einfach nicht, worum es sich bei der Piratenpartei handelt. Bitte den verlinkten Konzeptentwurf einmal durchLESEN(Nicht nur die Überschrift, sondern alles, aber insbesondere auch den Block ganz oben). Sollte sich ein neueres Konzept als das nachweislich bessere erweisen, so wird sich die Piratenpartei diesem sicherlich wohlwollend widmen. Das althergebrachte ist jedenfalls deFacto am Ende, und ist nur noch undurchsetzbar, indem man Mittel anwendet, welche ansonsten nur bei der Terrorismusbekämpfung angewendet werden. Das geht klar zu weit.

  38. lieinthesound
    26. September 2009 um 23:45

    @Dennis Deine Kritik an den Barrieren zwischen den Ländern ist berechtigt – betrifft allerdings die Verwertungsrechte und nicht die Urheberrechte. Auch ich halte es für schwachsinnig, dass ich nicht z.B im amerikanischen Itunes-shop einkaufen kann.

    Das Internet ist international, Ländergrenzen hier absolut schwachsinnig. Es werden jedoch nicht nur Songs illegal gedownloaded, die es im eigenen Land nicht zu kaufen gibt, sondern viele Leute saugen alles und wollen keinen Cent bezahlen. Die Herstellung + Vermarktung kostet jedoch viel Geld. Ich kenne einige Musiker mit “richtigen” Plattenverträgen und die Realität sieht da düster aus. Es trifft eben nicht die Reichen. Coldplay können auch wunderbar von ihren überteuerten Konzerten leben. Den meisten Musikern wird jedoch ihre Existenzgrundlage entzogen.

  39. Yogi
    26. September 2009 um 23:46

    Typischer CDU/CSU-Anhängerblog hier. Da wird anderen Leuten in ihren Kommentar gepfuscht, damit die eigene Meinung höher im Kurs steht…

    Natürlich gängelt der Kopierschutz nur die ehrlichen Käufer. Denn wenn die Mordkopie dann beim unehrlichen Downloader ankommt ist er längst entfernt.

    Im Übrigen kannst du niemandem verbieten, seine Musik unter CC zu verschenken. Das hat’s schon immer gegeben und damit wird sich die Industrie in Zukunft anfreunden müssen.

    Die Piraten versuchen ja nicht, die Labels/Musiker zu etwas zu überreden. Es sind nun mal Tatsachen, dass die CD-Verkäufe um bis zu 80% zurückgegangen sind. Und die werden sicher nicht plötzlich wieder steigen. Ziel muss es sein, die Künstler auf einen Weg zu bringen, der es Ihnen ermöglicht, auch in Zukunft in einer digitalen Welt von ihrer Musik leben zu können.

    Mit der alten Unterhaltungsindustrie ist eben bald Schluss, auch wenn das nicht jedem gefallen mag. Jugendliche interessieren sich eher für YouTube als für schnarchiges Pro7-Programm. Sie drehen ihre Filme selbst und werden so vom einseitigen Konsument eben auch selbt zum Künstler.

  40. lieinthesound
    26. September 2009 um 23:56

    @Yogi

    Ich bin Grünen-Wählerin… kaum etwas ist uns ferner als die CDU/ CSU/FDP… naja NDP und Piraten schon noch…

    Ich habe alle Kommentare zugelassen und zwar unverändert! Also lüg hier nicht rum um dich wichtig zu machen.

    Zu CC: Wir haben hier bereits einige Bands, die ihre Musik unter einer Creative Commons Lizenz verbreiten, vorgestellt und unseren Lesern ans Herz gelegt. Darüber hinaus stehen wir auch mit Netlabels in sehr freundschaftlichen Kontakt.

    Wir weisen immer wieder auf kostenlose und legale Mp3s hin und halten das Veröffentlichen von kostenlosen Musikstücken für gutes Marketing. Es sollte jedoch immer freiwillig geschehen.

    Zum Thema Youtube – ein gutes Argument gegen Filesharing. Es gibt viele Online-Dienste auf denen man kostenlos Musik streamen kann. Es besteht also keine Notwendigkeit die Musik zu stehlen.

    DifferentStars

  41. NDM
    27. September 2009 um 00:14

    @yogi: Falls du auf das Wort “undurchsetzbar” in meinem letzten Kommentar anspielst: Ich schließe nicht aus, dass dies mein eigener Fehler war, da ich meine Kommentare manchmal überarbeite. Dabei kann man mal ein “un” übersehen.

    @Lieinthesound: Dir ist aber schon bewusst, dass man auch bei YouTube und z.B. MySpace nicht nur streamen, sondern auch richtig Downloaden kann – und zwar in einer Qualität, die einen großen Teil der Konsumenten weitgehend zufriedenstellt? Und das ganze mit Software, die legal und kostenlos, zum Teil inklusive Quellcode (Auf Musikerdeutsch: Legal inklusive Notensatz) erhältlich ist. Wie bereits angemerkt: Die Entwicklung der Gesellschaft kann man nur mit Methoden effektiv aufhalten, die ansonsten gegen Terroristen angewendet werden.

    Man muss einfach mal neu nachdenken. Man muss dabei altes nicht sofort über Bord werfen, aber es wird am Ende gehen müssen.

  42. lieinthesound
    27. September 2009 um 00:23

    Mir ist sehr wohl bewusst, was alles technisch machbar ist. Nur das macht es das nicht richtig oder besser. Die Schutzmassnahmen hinken noch hinterher. Der vermeintliche Sieg der Filesharer ist noch lange nicht gewonnen… Und wieso sollte mit Erfindung des Internets die Moral abgeschafft worden sein. Wieso müssen immer erst harte Sanktionen her?

    Der für mich entscheidende Punkt ist: Es gibt genug sehr gute Musik kostenlos und ohne Umwege halb-legaler oder illegaler Art. Es sollte immer die Wahl des Küntlers/ Labels sein wie sie ihre Musik vertreiben wollen.

    Kostenlose Mp3s als Promo-Tool einzusetzen ist wichtig und richtig und wir freuen uns immer, wenn wir diese Tipps weitergeben können. Wir sind alles andere als Feinde von CC und fördern unabhängige Musiker wo wir nur können.

  43. Yogi
    27. September 2009 um 02:21

    Okay, war vielleicht ein wenig harsch mit den Kommentaren, aber was ist mit dem Kommentar von Stefan? (Nr. 6 oder 7)

    Diese Anmerkung ist doch von dir, oder?

    Ich finde, so etwas einfach blöd, weil der Leser zwischen den Argumenten plötzlich Gegenargumente liest und Argumentationsstränge reißen.

    Nix für ungut. Übrigens hab ich mit Erststimme auch die Grünen gewählt.

  44. Matze79
    27. September 2009 um 09:06

    Der Autor scheint wohl eine Marionette der Musikindustrie zu sein.
    Ich bin kein Piratenwähler, freue mich aber über diese sehr sinnvolle und ernsthafte Erweiterung der Politiksphäre.

  45. Falk
    27. September 2009 um 09:23

    Passt euch an oder sucht euch eine neue Beschäftigung.

    @Alex: Genau solche Sätze sind es, die mir die Lust an einem Disput mit Piratenanhängern vergällen. Noch überheblicher geht dann wohl nicht, oder?

    Und bevor du antwortest – ich hab mal ausnahmesweise den Link zu meiner Webseite in diesem Kommentar hinterlegt.

  46. lieinthesound
    27. September 2009 um 11:28

    @Matze79 Wenn du unseren Blog kennen würdest, wüsstest du, dass eben auch die GEMA und die Majors genug Kritik abbekommen. Hättest du diesen Beitrag u. die Diskussion richtig gelesen, wüsstest du, dass wir die Sache vom Standpunkt der Urhebersehen.

    @Yogi Ich weiss nicht was du mit den Kommentaren meinst. Kommentare müssen hier schon immer erst freigeschaltet werden… hat nichts mit den Piraten zu tun… daher schreiben manchmal mehrere ohne den Vorgängerkommentar zu kennen…

  47. Julian
    27. September 2009 um 13:08

    Nur weil es möglich ist, Musik runterzuladen, ist es immer noch nicht moralisch korrekt (ich reden von illegalen Downloads). Klar gibt es Künstler, die ihre Musik unter CC anbieten. Das ist ja auch ok. Aber es gibt eben Musiker, die durch und durch Künstler sind und eben nicht irgendeinen Job nebenbei ausüben können (z.B. Soap & Skin) oder wollen. Wenn man z.B. mehr macht als Gitarre, Schlagzeug, Bass kann es schonmal 2 – 3 Monate dauern, bis ein Song fertig ist. Ich rede hier von 3 Monaten, an denen man täglich 6 Stunden am Material arbeitet. Ich finde es einfach nich in Ordnung, solche Musik zu stehlen. Ich gehe auch nicht zum Autohändler und sage ihm, dass ich es doof finde, wie Autos verkauft werden und klaue ihm den Wagen.

  48. Falk
    27. September 2009 um 13:54

    Nach der Wahl ist vor der Wahl und ich möchte meine Kommentare oben dann nochmal ein wenig verdeutlichen. Meines Erachtens geht es Vielen, die so laut nach einer Anpassung des Urheberrechts schreien doch gar nicht um neue Wege von und für Kreative, sondern doch wohl eher darum, weiterhin ungestraft die TOP10 und allerlei Mainstreamkram für lau runterladen zu können. Weil – so die landläufige Meinung – ja die ganzen Labels und Musiker nur so in Geld schwimmen. Das diese Pauschalisierung allerdings nur auf rund 5% des Musikmarktes zutrifft wird dann erstmal ausgeblendet.

    Genauso wie ausgeblendet wird, daß der Job eines Musikers einfach nur darin besteht, Musik zu machen. Hier anzutreten und als Forderung in den Raum zu werfen, Kreative sollen sich doch gefälligst anpassen, alles selbst machen und von der ersten geschriebenen Note über Vertrieb, Werbung, Promotion bis hin zu Liveauftritten alles selbst organisieren, zeugt von sehr wenig Respekt gegenüber den Menschen in der Kreativwirtschaft, die alle auch mal wieder pauschal über einen Kamm geschert werden.

    Da wird von kreativer Vielfalt fabuliert, Hobbie-Video-Bastler mit Musikprofis in einen Topf geworfen, Musiknutzungsverwertung verteufelt und mit extremen Halbwissen in Bezug auf die Arbeit vieler Menschen geglänzt.

    Und das soll ich dann toll finden?

    Die Antwort ist Nein. Natürlich besteht eine Realität, der sich jahrelang verschlossen wurde. Aber mit mangelndem Respekt vor Künstlern braucht mir keiner kommen. Da steh ich schneller wieder auf der Seite der kosnervativen Rechtverwerter, wie die Piraten ihr Kreuz auf dem Wahlzettel machen können. Die Welt im Musikbusiness ist genauso wenig schwarz/weiß, wie das ‘normale’ Leben eines Durchschnittsbürgers. Solang allerdings hier auf beiden Seiten nur in den Kategorien Freund und Feind gedacht wird, werdet ihr meine Person nicht von der Richtigkeit des im obigen Beitrags kritisiertem Programm überzeugen können.

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