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Makellos ahornblätternes Songwriting – Jenn Grant

11 Januar 2010 4 Kommentare

Ein musikbesessenes Herz verschenkt sich nicht leichtfertig. Mag ich auch dem kreativen Prozess des Komponierens und Musizierens ein generelles Wohlwollen entgegenbringen, verbleibe ich meist in stoischer Ruhe und überlasse Entflammbarkeiten ausgewiesenen Emotionsbündeln. Ausnahmen bestätigen freilich die Regel. Und eine Singer-Songwriterin namens Jenn Grant, ihres Zeichens Kanadierin, hat sich mit der im Frühjahr 2009 erschienenen CD Echoes ganz fest in mein Herz geschmiegt.

Was ist nun die Besonderheit von Frau Grant? Nicht nur, aber besonders in Kanada wachsen Liedermacherinnen ja gleich Ahornblätter von Bäumen. Und tatsächlich schert die Künstlerin auch mit ihrem Werk nur selten aus der liebgewonnen Traditionen aus, macht stilistisch das, was viele fabrizieren, aber eben im Regelfall nicht derart kompakt, makelfrei und ausgefeilt facettenreich.

Echoes ist nicht mehr oder minder ein handwerklich bis ins Detail wunderbar gediegenes, nie überproduziertes oder geglättes Album, dass eine überwältigende, mit Einfühlungsvermögen agierende Stimme präsentiert, melodische Zärtlichkeit spendet und auch textlich nie dahinsiecht. Mehr erwarte ich von einer Singer-Songwriter-Platte einfach nicht, das Motiv des Liebeskummers durchackert das Werk in tiefschürfender Art und Weise, wird nicht mit schluchzendem Pathos aufgedonnert. Selbst in aufgewühlten Momenten regieren Untertöne, wo Sangesschnepfen wie Leona Lewis nur aufgeregt rumkrakeelen würden.

Jedes der Lieder stellt ein Highlight dar, neben poppigen Midtempo-Balladen, Blue Mountains soll hier exemplarisch benannt sein, finden sich auch Anleihen beim Doo Wop (Parachutes), bitter-dramatische Elemente (I Was Your Woman) oder mit wunderbarer Bassklarinette arrangierte Stücke, wie (I’ve Got) The Two Of You zeigt. Hawaii gerät mit seinem souligen Touch zu einem ungemein leichtfüßigen Song, während You’ll Go Far und Where Are You Now für berückenden Folk-Pop steht. Ein starkes Stück Songwriting liefert auch Everybody Loves You ab, wie es sich zu dem trotzigen Mantra Keep your head high emporschwingt.

Jenn Grant besteigt mit Echoes das Podest kultivierter, einnehmender Liedschmiederei und überzeugt nicht einfach nur, sie erklimmt die Herzen der Hörer mit Leichtigkeit. Zumindest in meinem Fall ist ihr dies vollends geglückt.

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4 Kommentare »

  • Julian said:

    “Sangesschnepfen wie Leona Lewis”… fies! Aber Recht hast du. Leona Lewis hat sichs bei mir mit Echos total versaut.

    Diese Jenn Grant verdient auf jeden Fall Aufmerksamkeit. Die Stücke sind interessant, sie wirkt sehr nett und das Musikvideo ist klasse. Da hast du was tolles entdeckt!
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    und hübsche Augen hat sie auch :)

  • Michael said:

    da werde ich auch mit von der partie sein :-)

  • Småstad Music Blog » Ontario Queen said:

    [...] In der Tat könnte momentan der Eindruck entstehen, als würde hier Langeweile aufkommen und ich hätte die Objektivität verloren. Dabei ist es derzeit alles andere als langweilig, denn das getestete Musikmaterial ist nun einmal (meistens) gut bis sehr gut. Blogger-Kollege Julian hat auch schon anklingen lassen, dass die Promos zurzeit lässig ins Ohr gehen, und auf die wunderbare Jenn Grant kam ich (einmal mehr) über Lie in the Sound. [...]

  • Entertainment For The Braindead – Hydrophobia « www.DieKopfhoerer.de said:

    [...] Februar, 2010 von Julian Inspiriert durch die Kollegen von Lie In The Sound bin ich auf Jenn Grant gestoßen und da mich ihre Musik an Entertainment For The Braindead erinnert, möchte ich die noch [...]

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