Lie In The Sound

Archiv ‘Alben 2009’ category

Magische Momente ins Ohr audiophiler Menschen pinselnd – Choir of Young Believers

Es gibt Songs, die bereits beim ersten Hördurchlauf ein gewisses Bouquet entfalten. Dazu gehört meines Erachtens der Track Hollow Talk von Choir of Young Believers. Mastermind Jannis Noya Makrigiannis wirkt und werkt in Kopenhagen und scheint auf dem besten Wege, sich durch entrückten Indie-Pop mit folkigen Einsprengseln weltweit Gehör zu verschaffen. Das Album This Is for the White In Your Eyes entwickelt über weite Strecken eine grazile Nachdenklichkeit, die mit hymnischen Understatement zu punkten vermag. Noch fehlt dem Werk das Quäntchen Kohärenz, ist der eigene Stil samt Wiedererkennnungswert nicht gänzlich ausbaldowert. Dennoch findet sich bereits ein ganz starkes Stück Songwriting auf der Platte, wie das sich zu einem dramatischen Refrain aufschwingende Next Summer oder Claustrophobia.

ChoirofYoungBelievers

Ein wichtiger Teil der Eindringlichkeit liegt in Makrigiannis’ Stimme, die in Nuancen blüht und angenehm zurückhaltend agiert. NPR verglich selbige mit Jim James von My Morning Jacket und tatsächlich sind die Ähnlichkeiten im Ausdruck frappant. Auch aus diesem Grunde darf dem Choir of Young Believers eine vielversprechende Zukunft attestiert werden.

ThisIsForTheWhite

Kehren wir zurück zu dem Track Hollow Talk, der mit leisem Gesang eine intime, andächtige Stimmung erzeugt, die unvermittelt wuchtig aufbricht. Dieser Song gehört zu den entdeckungswürdigsten Stücken der letzten Zeit. Der Choir of Young Believers ist mehr als lediglich ein weiterer Indie-Act, der magische Momente ins Ohr audiophiler Menschen pinseln will. Dies Vorhaben wird auf wundersame Weise in die Tat umgesetzt, der Zauber verhungert nicht auf halber Strecke. Davon sollte sich jedermann selbst überzeugen.

Hier geht es zu einigen kostenlosen Downloads, die vertiefenden Einblick in die Musik geben.

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MySpace-Auftritt

Hörproben auf Last.fm

SomeVapourTrails

Kiwi-Flavour-Faszinosum – Fat Freddy’s Drop

Im Konvolut der wöchentlichen Neuerscheinung bitten viele Bands zum Tanz, wird auch schiere Mittelmäßigkeit zu vielversprechenden Klängen hochstilisiert. Die weniger marketenderisch angepriesen Werke, die mitunter wahrhaften Faszinosa, dringen meist schwerlich durch den Dickicht der organisierten Musikberieselung. Das neuseeländische Kollektiv Fat Freddy’s Drop freilich hat sich mit einem verdammt distinktiven Sound eine beachtliche Fanbase gezimmert, wie das seit Wochen ausverkaufte, heute stattfindende Konzert im Berliner Kulturhaus Astra unterstreicht. Das vor wenigen Monaten veröffentlichte Album Dr Boondigga & The Big BW gehört zu den Highlights der 2009 neu in den Plattenläden aufgereihten Werken.

fatfreddysdrop

Foto von Kerry Brown

Die Melange aus verschiedensten Musikstilen zu einem deftigen Ganzen prägt – verbunden mit dem Unterton einer lockeren Improvisation – das  Konzept der Experimenten huldigenden Band. Lässig und stilsicher wird die Musik in ein Dub-Fundament gegossen, welches mal soulige Stücke trägt, funkige Töne spuckt, sich Reggae verschreibt oder gar das Flair eines Brass Ensembles aus New Orleans stützt. Abwechslungsreich und auf dem Kontrast von elektronischen Beats zu klassischen Instrumenten wie zum Beispiel Trompete oder Saxophon fußend gerät die Chose zu einem entspannt-gebannten Hörerlebnis.

Mehrere Tracks ragen hervor. Rhythmisch wabbernd entfaltet sich Shiverman, schaukelt sich auf, bis alle Mann an Bord sind, zelebriert unter der stimmlichen Ägide Joe Dukies einen Spannnungsaufbau, der nach 7 Minuten überbrodelt. The Nod als Hymne an die Küche sollte einer jeden Hausfrau ins Stammbuch geschrieben werden. Something cookin’ in the kitchen heißt es hier und die edlen Ingredienzien ergeben in der Tat ein lecker Mahl. Einmal mehr pustet die Bläserfraktion in die Instrumente, nachdem zuvor Sprechgesang das Mikro in Beschlag genommen hat. Exakt diese schrägen und doch so clever abgestimmten Zutaten sorgen für die ansprechende Würze. Fat Freddy’s Drop mögen relaxte Sounds vorturnen, aber diese Entspanntheit verkommt nie zu einem beliebigen Lounge-Gemurks. Wild Wind eröffnet mit seinen düstereren, elektronischen Ansatz eine weitere spannende Facette der Gruppe.

DrBoondigga

Mit dem sich um keine Tabus kümmernden Crossover, dessen Leichtigkeit nicht als Selbstverständlichkeit angesehen werden sollte, liefern die Kiwi-Männer ein feine Scheibe ab, die trotz eines speziellen Mix aus dem reichhaltigen Fundus verschiedenster Genres  immer zum behaglichen Mittänzeln einlädt. Dass Fat Freddy’s Drop live nochmals an Betörungskraft gewinnen, wie allerorts versichert wird, scheint angesichts des Jamsession-Charakters der Songs eine logische Konsequenz. Dr Boondigga & The Big BW zeugt von enormen Potential und raffinierten Arrangements – doch scheint man sich noch nicht völlig an die Decke gestreckt zu haben. Wie nur muss dies dann erst klingen!


Fat Freddy’s Drop The Camel
von karteltv

Link:

Offizielle Homepage (mit zahlreichen Videos und Live-Mitschnitten)

SomeVapourTrails

Rezeption remixed – Lobreden über Helgi Hrafn Jónsson

Heute tellerrändere ich den eigenen Horizont der Deskriptionsfertigkeiten und ziehe die Beschreibungskünste der allerwertesten Kollegen am Nasenring des Zitatenschatzes durch unsere Manege. Wenn sich wohlwollende Meinungen zu lobhymnischer Tendenz verdichten und die Essenz desssen, was gesagt werden muss, bereits auf den Punkt gebracht wurde, will ich diesem Treiben keine unnötige Wiederholung hinzufügen.  Eher schon einen Remix erkenntnisreicher Aussagen, denen ein schulterklopfendes Nicken zuteil werden soll. Von Striemen durchdrungene Schreiberhände haben einander die Pfoten gereicht und in einem Chorus der Buzzwords Helgi Hrafn Jónsson kollektiv mit offenen Armen empfangen. Mit gutem Grund – meine ich. Doch lassen wir Blogger und Magazine selbst in Zungen reden.

helgi hrafn24-photo jonatan gretarsson

Stimme: an­dro­gyn wir­ken­d/ einzigartig gefühlsstark/ entrückt und verzaubernd/ mit leicht melancholischem Unterton klagend/ exaltiert/ glasklar entwaffnend mit herzzerreißenden Schlenkern/ wabernd/ ein betörend schönes Falsett, das einlädt, Schneeflocken zu zählen.

Herkunft: Stern am wolkenbehangenen Himmel Islands/ Mondoberfläche, oder auch Island (soll ja so ähnlich aussehen, nur mit Geysiren)/ Land mit der Einwohnerzahl einer gut gefüllten Telefonzelle/ aus dem Land der Geysire und Minister für Feen.

Klingt wie: fragile, nordische Klangwelten von Sigur Rós und Radioheads leise und zarte Momente grosser Reinheit/ Phantasiesprache – typisch isländisch halt/ irgendwo zwischen Bono und Thom Yorke mit spacigeren Songs als der Ire und weniger beeindruckenden als der Irre/ isländische Antwort auf Robin Proper-Sheppard und Sophia/ Musik vom Mond.

Höhepunkte: This Solicitude – unaufgeregt spielende Dorfkapelle schafft Spagat zwischen wahren und großen Gefühlen/ September – vor Passion berstende Stimme hat Erlebnischarakter/ Love Mind mit schleichender Klavierspur und “Feeling tired of all this shit, when I swallow all of this, being lost and what the hell…”.

Superlativ: der Begriff Pop wäre hier eine Beleidigung/ zehn zerbrechliche Schönheiten, gefühlvolle Balladen schweben an mir vorbei, lassen Ruhe und Zufriedenheit zurück/ ein kleines Glücksgefühl schwappt über die Nordsee/ selten war Eskapismus so positiv zu bewerten/ großartiges Kopfkino/ hoffnungslos melodieverliebt und schrullig genug um anzuecken/ viel Platz für Trä­nen und Schwer­mut, ge­nau­so wie für Hoff­nung und in­ne­re Zu­frie­den­heit.

fortherestofmychildhood

Was die werten Musikenthusiasten, Klangexperten und Schöngeister hier in Worte kleiden, trifft des Pudels Kern. Das Album For the Rest Of My Childhood dackelt schlichtweg fabulös arrangiert daher, begnadet wieselt Herr Jónsson über den Parcours emotionsintensiven Songwritings, ohne auch nur einmal in die aufgestellten Hindernisse “Langeweile”, “Pathos” oder “Kitsch” zu purzeln. Doch nicht nur Helgi Hrafn Jónsson sei ob seiner Leistung Tribut gezollt, auch den geschätzten Kollegen sei ein gutes Zeugnis verliehen. Wer grandiose Musik virtuos zu würdigen weiß, forciert eine Kultur gehaltvoller, unabhängiger Internet-Schreibe. Fein!

Herr Jónsson tourt dieser Tage durch hiesige Breiten. Eine Pflichtveranstaltung für Herbstmelancholiker.

Tour-Termine:

24.11.09 Zürich (CH) – Hafenkneipe
25.11.09 München – Atomic Café
26.11.09 Wien (A) – B72
27.11.09 Köln – Studio 672
28.11.09 Hamburg – Beatlemania
29.11.09 Berlin – Admiralspalast 101

Link:

Offizielle Homepage
MySpace-Auftritt mit Hörproben

SomeVapourTrails hat hier die Einschätzungen von Rote Raupe, Nordische Musik, Schallgrenzen, Alternativmusik.de, Alles ist Pop, munitionen, Mainstage, WhiteTapes, Crazewire, Beautiful Sounds, Småstad Music Blog zitiert. Dank und Gruß an Kenner und Könner!

Fata Morgana aus tausendundkeiner Nacht – The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble

Über den Strudel hypnotischer Stimmungen, welche das Werk von The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble durchströmt, habe ich in den letzten Monaten bereits hier und da referiert. Nun ist es an der Zeit, auch das neue, auf dem Label Ad Noiseam erschienene Album Here Be Dragons in den Fokus der werten Leser zu rücken. Diesmal kokettiert die niederländische Formation mit dem Zustand von Träumereien und exotischen Sehnsüchten. Kaum greifbar scharwenzeln befremdlich verlockende Sinneswahrnehmungen in Schwaden durch sorgsam gezimmerte Kulissen, gewähren ein Ab- und Eintauchen in die markante musikalische Vision der Band.

HereBeDragons

Das verstärkte Bekenntnis zu Jazz-Elementen definiert den dominanten Mittelteil der gesamten Platte, reduziert die noch auf der EP Mutations omnipräsenten elektronischen Muster phasenweise ein wenig. Gerade dieser reizvolle Ansatz überzeugt besonders als die ohnehin wie gewohnt hervorragenden Kompositionen. Der Eröffnungstrack Lead Squid hegt und pflegt noch die Tradition eines sich sacht aufbauenden, mit kräftigem Ambient beginnenden und final von Beats und Samples dominierten Electronica-Stücks, zu dessen Opulenz die post-rockig gespielte Gitarre, das verhuschte Gelalle Charlotte Cegarras und die von Hilary Jeffery gespielte Posaune beitragen. Bereits Caravan! verschiebt den Blick auf ein streicherlastiges Trugbild, das vor dem geistigen Auge erscheint, ehe mit Embers einem Ausflug in Trip-Hop-Gefilde Genüge getan wird. Cegarra verdeutlicht hier, wie sehr sich ihr Gesang normalerweise als Teil des Ensembles selbigem unterordnet. Dieses Lied erfährt viel Flair durch ihre Stimme, die inmitten eines dramatischen Soundgewands glockenhell aufschlägt. Der gleich dem anfänglichen Stimmen der Instrumente bei einer Orchesterprobe dissonante Beginn von Sirocco mutiert zu einer düster flirrenden, minimalistischen Beats huldigenden Brise. Auf den eigentlichen Kern von Here Be Dragons mit all der die Scheibe prägenden Exotik und jazzigen Melancholie stößt man bei dem überaus eleganten Mists Of Krakatoa. Sirenenhafte Vocals schmiegen sich an Violine, Cello und Schlagzeug und gestalten eine Atmosphäre der Entrückung. Nahtlos führt Sharbat Gula mit schleppendem Rhythmus die Trance weiter, forciert die Posaune, welche nun virtuos den erzählerischen Part einnimmt. Die meditativen Tracks Samhain Labs und Seneca bedeuten eine letztes verschnaufendes Nachklingen, bevor The MacGuffin sich nochmals zu einem rockigen Klanggewitter steigert, den Weckruf aus der Einlassung auf fein ziselierte Bilder erschallen lässt.

TDKE

Die Fortentwicklung auf hohem Niveau macht Here Be Dragons einmal mehr zu einem Leckerbissen für fortgeschrittene Hörer und solche, die diesen Status zu erlangen suchen. Wäre es erforderlich einen Makel des Albums zu definieren, dann könnte ich am ehesten die fehlenden wabbernden Beats und die frenetische Wucht nennen, die besonders München und Twisted Horizons von der Mutations EP so prägen. Nichtsdestoweniger ist dem The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble mit den Masterminds Jason Köhnen und Gideon Kiers eine hoch interessante Fata Morgana wie aus tausendundkeiner Nacht gelungen, wurde wiederum die surreale Trumpfkarte perfekt ausgespielt und die Düsterheit bisheriger Veröffentlichungen ein Stück weit zurückgenommen. Dem werten Leser sei ein Erlauschen der Platte dringendst empfohlen.

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Offizielle Homepage

Label-Seite mit Hörproben

Kostenlose Downloads auf Ad Noiseam

Gratis-Download von Embers auf Last.fm

SomeVapourTrails

Expatriate – “In The Midst of This”

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Schon ne Weile und immer wieder rotiert In The Midst of This von Expatriate in meinem Player. So ganz zu Greifen hab ich’s aber zu lange nicht bekommen. Die Jungs aus Australien, über gesiedelt in unsere schöne Hauptstadt, um den europäischen Kontinent zu erobern, machen nichts falsch. Die Platte läuft schön rund, ein gutes Rock-Album, radiotauglich, mit Kraft, nichts gegen zu sagen. Also fast, so ein bisschen schon. Den Sprung zwischen gut/solide und grandios, er will erst noch gemeistert werden. So plätschert ein Teil der Songs etwas belanglos vorbei.

Gestern hab ich mich zum virtuellen Plausch mit Bloggerfreund Peter von den Schallgrenzen getroffen. An seiner Aussage, ich würd’ mich in die Musiker über, die ich schreibe immer total verlieben, ist schon viel Wahres. Anders ausgedrückt, wenn dieser spezielle Funke nicht überspringt, hab ich wenig Lust drüber zu schreiben und quäle mich an der Tastatur, die den Blog füttert.  Hat mich Amors Pfleil getroffen, gibt’s kaum ein Halten mehr. Expatriate sind zur Zeit mit einer der Bands unterwegs, die von mir hier und dort und fast überall ganz fangirlmäßig bejubelt werden. Die Rede ist, mancher ahnt es schon, natürlich von Placebo. Dazwischen liegen Welten. Live jedoch sollen Expatriate ne Wucht sein, vielleicht schließt sich dort auf der Bühne die Lücke, die mich noch etwas Abstand halten lässt.

Bei In The Midst of This ist für mich Rosinenpicken angesagt. Blackbird ist einer der Songs, die mich wirklich packen. Ebenso Times Like These, schöne Rockhymnen, mit Pathos und Melancholie. Einen Tick zu glatt poliert. Die musikalischen Einflüsse von Expatriate sind hörbar im 80er-Sound von U2 und hier und da ner Prise The Cure zu finden. Are You Awake tönt dann auch mit sehr Bono-esquen Vocals durch die Boxen. Was mir fehlt, ist das ganz eigene Gesicht, die ur-patriatische Persönlichkeit, die sich die Jungs aus Sydney vielleicht erst noch erspielen und erkämpfen müssen. Mein werter Co-Blogger hatte euch im Juli schon die EP Home vorgestellt. Auch SomeVapourTrails sah Blackbird klar als Favorit vorne, attestierte der Band aber mehr als nur Potential:

Ohne viel Federlesens gerät Home zu schweißtreibender Musik mit ordentlichem, mitunter wunderbar melodischem Songwriting, dessen Lyrics keine Klischees – aber auch selten poetischen Meisterleistungen – offenbaren. Unter den 4 Tracks sticht Blackbird hervor. Mit schmissigen Twists wird Spannung aufgebaut und die Zeilen “And the passengers sleeping/ High above your head/ On the aeroplane’s journey/ To the moon and back again” evozieren eine nettes Bild. Eben dieser Song ist derzeit als kostenloser Download bei einer Newsletter-Registrierung verfügbar. Das viel zu kurze Aviation At Night als geschmeidige Referenz an den derzeitigen 80er-Hype markiert die Stärken der Herren Ben King, Christo Kollias, Damian Press und Dave Molland, deren Spiel extrem engagiert und leidenschaftlich anmutet. Man erspürt diese absolute Hingabe, die auf den Hörer überschwappt und derart auch kleine Schwächen kaschiert.

Die aktuelle Single Crazy ist auch zu einem kleinen Ohrwurm geraten:

EXPATRIATE ‘CRAZY’ from EXPATRIATEBAND on Vimeo.

So lautet denn mein Urteil: Hörenswert: Ja – Verliebenswert: Nee, kleiner Flirt schon, wir sehen und hören uns jedoch wieder ;-)

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VÖ: Album: 30.10.09
Label: PIAS/Rough Trade

Live erleben
Als Support für Placebo

21.11. Leipzig – Arena
22.11. Berlin – Arena
24.11. Mannheim – SAP Arena
26.11. München – Olympiahalle

Free Dowload: Blackbird (Link)

Mehr Info: MySpace, Homepage

DifferentStars

Nicht verschreibungspflichtiger Stimmungsaufheller – Forro In The Dark

Textanalytische Gedankenwälzerei ringt manchem Lied eine Erleuchtung ab. Eingängige Refrains bringen Gefühle auf den Punkt. Doch manchmal braucht es nicht einmal das, huldigt Musik einem Rhythmus, bei welchem man einfach mit muss. In diesem Fall mag ein Verständnis der Lyrics sogar hinderlich sein. Heute wollen wir einen klitzekleinen Blick auf eine Band werfen, welche mit viel Verve tänzelnden Schwung durch die Lautsprecher schickt. Forro In The Dark nennt sich eine Formation, die obzwar in New York lebend ihren südamerikanischen Wurzeln musikalischen Tribut zollt. Dreh- und Angelpunkt ihres Schaffens ist der Forró, ein in Brasilien beheimateter Musikstil. Und wie es sich für einen aus dieser Region stammenden Rhythmus gehört, beschäftigt auch der Forró die unteren Extremitäten gehörig.

ForroInTheDark

Das vor wenigen Tagen erschienene Album Light A Candle geizt nicht mit fröhlich-bunten Reizen und darf durchaus als Stimmungsaufheller für triste Tage im November dienen. Die Würze der Scheibe speist sich aus der ungezwungener Leichtigkeit mit der die Musiker zu Werke schreiten. Die vier Mannen Mauro Refosco, Davi Vieira, Guilherme Monteiro und Jorge Continentino tüfteln nicht mit bleischwerem Grübeln über irgendwelchen Partituren. Man hört den Liedern vielmehr an, dass sie dazu gemacht wurden, in einem geselligen Club vor tanzwütigen Menschen gespielt zu werden. Luftige Flötenklänge und flotte Percussion verleihen den Stücken einen gefälligen Flair.

LightACandle

Gleich zu Beginn hantieren Forro In The Dark besonders beschwingt. Bandinha und Saudades De Manezinho Araújo sind schmissig und unbeschwert, wobei besonderes letzteres Lied mit seiner verspielten Flöte viel Sympathie einheimst. Die in englischer Sprache gesungen, folgenden Tracks wirken da wesentlicher bemühter, weniger entspannt. Die Stimme bleibt ein Fremdkörper. Der Elan erfährt vor allem in dem ein wenig zu cool gestylten Better Than You eine Vollbremsung, ehe Perro Loco die Dinge wieder zurecht rückt und mit charmantem Saxophon punktet. Das sehr berechnend mit viel Verführungskunst, Sex-Appeal und Humor ausgestattete und von Sabina Sciubba intonierte Silence Is Golden ist das gelungenste Beispiel dafür, dass die Band auch eine Gang runterzuschalten weiß und mit einer englischsprachigen Komposition zu überzeugen vermag. Im weiteren Verlauf tut sich mit Forró De Dois Amigos ein weiteres Highlight auf, welches manch suboptimale Komposition übertüncht.

Forro In The Dark kreieren mit Light A Candle eine Party-Stimmung, die die Beine zum Wippen bringt. Von besagter Ausnahme – Silence Is Golden – abgesehen,  entfaltet sich die Wirkung vor allem dann bravourös, wenn der des Portugiesischen ohnmächtige Hörer sich den Rhythmen und der Lebensfreude ohne viel Federlesens hingibt. Einfach mal ausprobieren!

Tour-Termin:

11.11.09  Frankfurt – Das Bett

Link:

MySpace-Auftritt

SomeVapourTrails

Im Gespräch mit Hope Sandoval

DifferentStars:

If your best friend had to describe you with one word, which word would that be?”

Hope Sandoval:

Sunny…  silly.

hopesandoval

Freitag 13.00 Uhr – nach dem uns fast alle guten Geister der Technik verlassen haben, tippe ich die Nummer des Park-In Berlin in die Tasten meines Handys – dann blitzschnell von der Rezeption weitergeleitet, hab ich eine etwas überraschte Hope Sandoval am Apparat. Empört tönt mir ein “We said one” entgegen. Oh weh, denk ich mir.  Es ist 13.00.26  und ich sehen schon fast das Interview als wieder beendet an. Hope Sandoval gilt als eine der Interview-scheusten Künstlerinnen unserer Zeit. Gestandene Musikjournalisten sind schon gescheitert am Versuch, der Sängerinnen mehr als nur einsilbige Antworten zu entlocken. Mein Verstand schaltet schneller, als ich denken kann. Sommerzeit-Winterzeit-Umstellung “maybe that’s causing the trouble?” Ich biete an, eine Stunde später nochmal anzurufen – aber nein, Miss Sandoval mag doch jetzt mit mir reden.

Smalltalk zum Warmwerden. Ob sie einen besonderen Bezug zu Deutschland oder Bayern habe, will ich wissen und beziehe mich auf den Namen des ersten Hope Sandoval & the Warm Inventions Albums “Bavarian Fruit Bread“.

“It’s a secret message to somebody” antwortet mir Hope. Nettes Geplänkel meiner- und ihrerseits folgt. Geheimnisse müssen Geheimnisse bleiben – das Bavarian hätte mich interessiert, da ich bayrischer Abstammung sei… Sie wär noch nie in Bayern gewesen, würde aber gerne mal dorthin reisen, plaudert Hope gutgelaunt, meine Erwiderung, dort hätte sie auch mehr Glück mit dem Wetter als in Berlin, wird von ihr mit einem fast empörten “but the sun is shining” quittiert.

Wie ihre beste Freundin sie mit einem Wort beschreiben würde, beantwortet Hope mit “sonnig” nach kurzem Zögern fügte sie noch ein kleines “töricht” hinzu.

Die Frage aller immer wieder an alle Songwriter gestellten Fragen: Was sie dazu bewege, Songs zu schreiben? – “No Idea – I have always done it”. Es ist einfach so – sie hat es schon immer gemacht. Sie sei umrundet von Menschen, die Musik machen aufgewachsen, erzählt Hope Sandoval. “It was just supposed to be”. Es gäbe nicht den einen Songwriter oder Musiker, der sie inspiriert habe. Musik war schon immer Teil ihres Lebens. Sie höre im Moment gerne die Musik von  Beach House, verrät sie, diese klängen ähnlich wie Opal (Anm.: Die frühere Band ihres Mazzy Star-Partners David Roback).

Teil der Faszination von Mazzy Star und Hope Sandoval & the Warm Inventions Songs sind für mich die Lyrics, die meist eher in emotionalen Bildern sprechen denn Geschichten erzählen. Da lag die Vermutung nach lyrischem Schaffen abseits der Musik nahe. In ihrer herzlich direkten Art erwiderte sie:   Nein – Gedichte sind nicht ihre Sache. “Not that I hate poetry, I don’t hate poetry… I like Dylan Thomas, that’s all, he’s getting away with it.”

Zurück zur vermeintlichen Einsilbigkeit, die der Sängerin zugeschrieben wird. Darauf angesprochen, dass sie auf der Bühne nur wenige Worte – ein kurzes “Hallo” und Dankeschön ans Publikum richte und sonst nicht mit den Zuhörern rede, kontert sie: ” But I am talking to the audience. Cause when I sing I am talking. I am already talking…you know”. Kurz und knapp übersetzt: Sie spricht mit ihrer Musik zum Publikum.

Sie selber ginge nicht gerne zu Konzerten, bei denen die Musiker über die Songs redeten, oder übers Wetter, sie ginge hin um die Musik zu hören. Es sei genug “Hello” , “Thank you” und “Goodnight” zu sagen. Die Leute kämen auch nicht zu ihren Konzerten, um sie reden zu hören, außerdem wisse sie auch nicht, was sie sagen sollte.

Wie in unserem Konzertbericht und auch anderenorts beschrieben, Hope Sandoval tritt im Halbdunkel auf, meist abgewandt vom Publikum. Ihre Schüchternheit ist legendär. Darauf angesprochen, kommt sie schnell auf den Punkt. Ja, sie sei schüchtern, aber das sei normal, jeder normale Mensch würde sich unwohl fühlen, wenn er vor 300-500 Menschen auftreten würde und alle Augen auf ihn gerichtet wären, sie halte das auch nicht für natürlich: ” It’s just not natural… it’s not in our nature to do it. Some people are really good at it, but… that’s not a normal thing to do.”

Mit einem Wortschwall und dennoch ausweichend beantwortet sie die Frage, ob es auf der Tour Highlights gegeben habe, die die Mühe wert gewesen seien. Touren sei wichtig, es mache keinen Sinn eine Platte aufzunehmen und dann nicht live zu spielen. Es gehöre dazu…. Man lernt sehr schnell beim Interviewen von Hope Sandoval, dass ihre Musik ein Geheimnis ist, dass sie nicht analysieren oder kommentieren möchte. Gefragt, was für sie der Unterschied zwischen einem Soloalbum und einem Mazzy Star-Album sei, erwidert sie  schlicht und einfach: Sie arbeite mit unterschiedlichen Menschen zusammen, fügt noch hinzu, dass sie bei Hope Sandoval & the Warm Inventions auch Gitarre spiele, während sie bei Mazzy Star nur singe und die Songs mitschreibe.

Hope Sandoval arbeitet gerne mit anderen Musikern zusammen, dass wird schnell im Gespräch deutlich. Das aktuelle Album ist zusammen mit den Mitgliedern von Dirt Blue Gene entstanden, die auch sie auch auf Tour als Liveband begleiten und als Support-Act spielen.

Vielversprechend klingen die Pläne für die nächsten Monate:  “A decent recording in the next couple of month”, nach Abschluss der Tour wird im Studio an neuen Tracks gearbeitet. Diesmal sollen auch keine ganzen 8 Jahre vergehen, genau kann und will sich Hope Sandoval jedoch nicht festlegen, was den Release-Termin betrifft. “Bald”… “whatever that means”, fügt sie selbstironisch hinzu.

Konkreter wird’s was ihre Kollaboration mit Massive Attack betrifft, der Release von Weather Underground stünde kurz bevor. Hope Sandoval wird auf dem Album, das Anfang 2010 erscheint, bei zwei Liedern als Gastsängerin mitwirken. Gerade 2 Tage sei es her, da habe sie die fertigen Songs zum ersten Mal gehört. “I can absolutely relate to it. So far it’s pretty amazing”. Es sei sehr angenehm mit Massive Attack zusammen zu arbeiten, sie seien wirklich sehr talentiert, schwärmt Hope Sandoval.

Bleibt nur noch eins zu sagen: Das verdammte Aufnahmegerät wollte nicht so, wie es sollte. Entweder die Gerüchte um Miss Sandovals Einsilbigkeit sind maßlos übertrieben, oder dies war die nun schriftlich dokumentierte Weltausnahme aller Zeiten, die auf Band, noch viel länger geworden wäre  ;-)

Vielen Lieben Dank fürs Interview Hope Sandoval!

Gruß und Kuss nach Hamburg an Patricia Nigiani von Nettwerk fürs Möglichmachen.

DifferentStars


Begehrliche Spärlichkeiten – Shelley Short

Oft bedarf es lediglich einer Stimme und kalkuliert spärlicher Instrumentierung, um die Begehrlichkeit des Erlauschens zu wecken. So wie ein streng den Regeln der Grammatik und Rechtschreibung abgerungenes Geschreibsel noch lange nichts über Inhalt oder Wirkung kundtut, ebenso braucht es keine komplexen Melodien, wenn die Simplizität des Ausdrucks blendend funktioniert. Eben dies darf man der US-amerikanischen Singer-Songwriterin Shelley Short bereits über weite Strecken ihres Albums A Cave, A Canoo bescheinigen. Die aus Portland im Bundesstaat Oregon stammende Musikerin wartet mit sorgsam arrangiertem Folk auf, der nicht nachäfft und phasenweise gelungen zeitlos wie altmodisch anmutet. Klug und effektiv vermeidet Short jeglichen Ballast und zieht damit den Hörer in den Bann.

ShelleyShort

Suchbild: Wo versteckt sich die Sängerin?

Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Dies ist eine selten unspektakuläre Platte, deren Intention Liebhaber von Folk, Alternative Country oder sogar filigran gepolten Pop zu umgarnen weiß. In A Cave, A Canoo finden sich keine kunstvoll aufgebrezelten Texte oder Botschaften, es fehlen erinnerungsschwere Harmonien und selbst die glockenhelle Stimme zeigt keinerlei Charakteristika, welche besonderen Wiedererkennungswert aufweisen. Doch nichtsdestotrotz schwelgt das Album innerhalb klar definierter Grenzen des Machbaren in einer tagträumerischen Versunkenheit, die man gern mit den Attributen lieblich und gedankenvoll auskleiden darf.

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Eine der schlichten Attraktionen der CD ist Familiar, in dem der Gesang wie ein Echo von prägnanten Streichereinsätzen oder E-Gitarre verstärkt wird. Mit geringen Mitteln wird eine wirksame Atmosphäre erschaffen, die sich aus feinen Nuancen speist. Oder nehmen wir den Song A Cave, auf dem ein leierndes Bar-Piano das sperrig antiquierte Geträller Shorts vorantreibt. Ganz klassisch in schwermütiger Tradition verhaftet mündet Mockingbird in ein im wahrsten Sinne des Wortes pfiffiges Solo. Jedes Lied birgt sein eigenes Kalkül, verziert mit einem anderen Reiz. How Was The Water? ergreift mit für Dream-Pop typischem Gitarrengeschrammel, während Hard To Tell im Ambiente einer Seemannsballade schippert. Dies Kolorit feinster Schattierungen lädt zu vielerlei Entdeckungen ein, nimmt mit jedem Hördurchlauf an Fahrt auf.

Shelley Short besticht als Musterbeispiel für sehr durchdachtes,  feinsinniges Songwriting, an dessen konsequenter Umsetzung sich viele Singer-Songwriter mit eindringlicherem Organ oder zarterem Händchen für Melodien mehr als nur ein Scheibe abschneiden können. Vor dieser Finesse ziehe ich den Hut und empfehle die Dame als Lehrbeispiel uneingeschränkt weiter. A Cave, A Canoo werden Connaisseure zu schätzen wissen.

Via Hush Records gibt’s den Free Download von A Cave.mp3.

Tourdaten:

08.11.09 Genf (CH) – L’Usine
10.11.09 Leipzig – Galerie D21
11.11.09 Frankfurt – Ponyhof
12.11.09 Berlin – Schokoladen
13.11.09 Köln – Limes Club

Link:

MySpace-Auftritt

Schallgrenzen-Besprechung mit Gratis-Download

SomeVapourTrails

Ein Casa Blanca(s) wie zum Anpinseln gemacht

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Ignoranz hat durch aus was – so generell im Leben und auch im Musikrezipieren oder -rezensieren. So gibt’s für mich so manch weißen Fleck in der Musikwelt, wo für andere schon ein prächtiges Haus steht. Die Strokes gingen mir aus welchen Gründen auch immer so komplett am Arsch vorbei. Nicht schlecht genug um sie mir zu merken, nicht geliebt genug um sie vorderen Hirnschubladen zuzuordnen. Wusste ich immer: Da gibts ne Band, die nennt sich The Strokes, oder vielleicht auch nur Strokes. Ist mir immer noch herzlich egal. Dann purzelte vor ner Woche oder so ne digitale Kopie von Julian Casablancas Album Phrazes For The Young in mein E-Mail-Postfach. Anbei der Promotext, der mir eben mitteilte, dass Casablancas Frontmann der Strokes ist. Der wird gerade total gehyped, teilte mir der immer besser informierte SomeVapourTrails mit. Ich hatt’s irgendwie ausgefiltert. Mach ich oft, überseh’ grundsätzlich 80% aller Hypes. Dann las ich die Tage auf Twitter, dass Caro total enttäuscht ist, weil das Album so  absolut unstrokig ist.

Auch wenn ich Caro schätze, ist mir die Unstrokigkeit sowas von wurscht – aus oben genannten Gründen. Also hab ich die Platte einfach mal abgespielt – ohne Gedanken daran, gleich großartig bedeutungsschwere Urteile abzugeben. Mir vorher auch nicht die Mühe gemacht, irgendwelche Hintergrundinfos zu lesen.

Der werte Herr ist also nun das weiße (blanca) Zuhause (casa), das in meinen ganz eigenen Farben angepinselt werden darf.

Kurz und knapp: Die Musik gefällt mir, macht gute Laune. Nettes Wohlfühlgedöns, nicht grandios, ähnlich wie das neueste Werk der Editors, aber einfach hübsch und nett anzuhören. Musik muss eh nicht extraordinär und innovativ sein – sie muss positive Gefühle hervorrufen, oder passende zumindest. Manche Scheiben leg ich ein, um mich in Melancholie zu suhlen, andere sind toll zum Weinen bei Kummer. Julian Casablancas ist was für schöne Tage.

Da ja in so ne Review immer Vergleiche gehören und The Stokes schon nicht herhalten können: Sehr nach The Stranglers klingend ist der Titel Out Of The Blue, den hab ich sofort geliebt und geherzt. Gott Retro weilt eben im Moment im Olymp der 80er und auch die Musen flößen den Musikern mit ihren Küssen influenzaartig den Synth-Pop ein, so auch Herrn Casablancas.

Ein weiterer Favorite von mir, River of Brakelights, kommt rockiger (und vielleicht nun doch strockiger) daher, klingt schon eher nach garagigem  Gitarrensound mit hymnischem Touch.

Schlagt mich nun oder nicht, manche mögen das Solo-Debüt sehr zerrissen finden, ich finde gerade die Vielfalt an Stilrichtungen, die Herr Casablancas da auf die CD packt, sehr spannend. Sowieso klarer Pluspunkt für ihn – seine Stimme hat Charakter, das Rockstar-Rampensau-Appeal sowieso.

Aktuelle Single:

…wobei meiner Meinung nach der Song nicht zu den stärksten des Albums gehört… passiert mir in letzter Zeit öfter, dass ich mich frage, wieso nicht einer der besseren Songs als Single ausgekoppelt wurde, allerdings bin ich auch nicht das Radio und DifferentStars-friendly gilt (noch) nicht weltweit als Prädikat ;-)

julian_casablancas_albumcover

Julian Casablancas “Phrazes For The Young”

VÖ: 30.10.2009
Label: Sony

Tracklist:

1. “Out of the Blue”
2. “Left & Right in the Dark”
3. “11th Dimension”
4. “4 Chords of the Apocalypse”
5. “Ludlow St.”
6. “River of Brakelights”
7. “Glass”
8. “Tourist”


Live erleben:

3.12. – Berlin – MARIA am Ostbahnhof

Link: Homepage

DifferentStars

Fragile Lieblichkeit zum Quadrat – Clare and the Reasons

Lieblicher, kammermusikalischer Folk-Pop ist eine Zierde für jedwede Plattensammlung. Und wenn dies auch noch in einem so locker vom Hocker, luftig-samten Stile kredenzt wird, wie ihn Clare and the Reasons pflegen, dann ist das soeben erschienene Album Arrow mit einem fetten Ausrufezeichen zuoberst auf den Wunschzettel jeglichen Online-Stores zu setzen. Ich will den Fundort auch keinesfalls verhehlen und den für die Vorstellung von solch Perlen geschätzten Blog Hey Tube den Freunden gediegener Musikkunst ans Ohr legen.

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Clare and the Reasons ist die Herzensangelegenheit von Clare Muldaur Manchon und Olivier Manchon und in New York beheimatet. Doch kommt nie die Hektik eines großstädtischen Lebens in ihren Liedern auf. Vielmehr sind es tagträumerische Verwirblungen, die hauchzart die Seele streicheln und auf eine angenehm altmodische Weise wirken. Zeilen wie “I like to cook for you/ In my underwear/ ’cause our kitchen/points to a wall/ and I like to talk to you/ while I brush my teeth/ cause I have/ so much to say.” strahlen dank der Eleganz von Manchons kindlicher Stimme nochmal so schön. Meine Empfehlung: Unbedingt reinhören! Besonders Cook For You ist sehr einnehmend.



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