
Wer den Minnesänger gibt, sich ein unverkrampftes, mit scheuem Augenaufschlag vorgetragenes Begehren bewahrt, dabei in letzter Konsequenz nicht zum Strick greift und Liebe als Pein begreift, der hat es in deutschen Landen schwer. Seit den Leiden des jungen Werthers verlangt Anspruchsdünkel nach depressiv-existentiellem Scheitern in Herzensangelegenheiten, vornehmlich gepaart mit einem nebülos deformierten Sprachstil, dem das Proletariat nur mit einem Wörterbuch zu Leibe zu rücken vermag. Wer Sehnsucht in Einfachheit kleidet, sie ohne ironische Brechung darbringt, ist unerschütterlicher Kuschelbarde – damit verdächtig.
Einleitend beschriebene Haltung wird zweifelsohne zu gewetzten Messer führen, wenn …