
Es gibt sie tatsächlich, diese unnahbaren Charaktere, welche sogar dann Zwielicht umgibt, wenn gleißendes Scheinwerferlicht unbarmherzig zur Demaskierung bläst. Anna Calvi erinnert an eine Figur aus einem Film noir – abgründig, auf Untiefen reduziert. Eine Frau, die in Ermangelung von Verschlagenheit nicht zur Femme fatale taugt, aber auch nicht das naive Gangsterliebchen gibt. Calvis Vortrag lodert und brennt, verstärkt den Reiz durch den Funken Distanz, der verhindert, sie als Projektionsfläche für Fantasien zu benutzen. Das selbstbetitelte Debütalbum der Britin strotzt vor Männermusik, bestrickt diejenigen Zeitgenossen, die das weibliche Gefühlsleben ausgebreitet …