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	<title>Lie In The Sound &#187; Marketing</title>
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		<title>Die Limited-Deluxe-Extended-Verarsche</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 13:49:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<description><![CDATA[Ehe meine Finger nun über die Tastatur scharwenzeln, habe ich mir eine Tüte geschnappt und all die unschön-herben Schimpfwörter, die mir zu diesem Thema so in den Sinn fallen, hineingewispert. Hernach hab ich sie zugebunden, auf dass nun ja keine unfeinen Ausdrücke entfleuchen, sich in diesen Beitrag einschmuggeln. Eigentlich könnte mein eloquenter Ärger jeden Bierkutscher vor Scham erblassen lassen. Derart gereizt überpinselt Zornesröte meine sonst gepflegte Blässe. Freilich geben Philosophierereien über das Album als Gesamtkunstwerk, bei dem einzelne Lieder als Mosaiksteinchen fungieren, ein clever durchkomponiertes Ganzes ausformen, keinen besonderen Anlass, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ehe meine Finger nun über die Tastatur scharwenzeln, habe ich mir eine Tüte geschnappt und all die unschön-herben Schimpfwörter, die mir zu diesem Thema so in den Sinn fallen, hineingewispert. Hernach hab ich sie zugebunden, auf dass nun ja keine unfeinen Ausdrücke entfleuchen, sich in diesen Beitrag einschmuggeln. Eigentlich könnte mein eloquenter Ärger jeden Bierkutscher vor Scham erblassen lassen. Derart gereizt überpinselt Zornesröte meine sonst gepflegte Blässe. Freilich geben Philosophierereien über das Album als Gesamtkunstwerk, bei dem einzelne Lieder als Mosaiksteinchen fungieren, ein clever durchkomponiertes Ganzes ausformen, keinen besonderen Anlass, um wutschnaubend die Nüstern zu blähen. Und doch ist die praktische Ausformung sehr wohl kritikwürdig.</p>
<p style="text-align: justify;">Zugegeben, ich gehöre zu den Zeitgenossen, welche ein Album bis zur letzten Sekunde fokussiert hören, sich über hervorragende Lieder hinweghanteln, erst nach den gesammelten Eindrücken eine Entscheidung treffen, ob sich lediglich das Herauspicken der funkelnsten Stückchen lohnt oder eben dies eine Entstellung des Gesamtkunstwerks nach sich zieht. So wie ich mir einen Film in der vollen Länge angucke, auch nicht einzelne Seiten aus einem Buch herausgreife, so ehre ich auch die Intention des Musikers, der sich &#8211; sofern er die Entscheidungsgewalt besitzt &#8211; wohl etwas dabei gedacht hat, weshalb die Platte 6 oder 16 Stücke umfasst. Diese Grundsätzliche vorausgeschickt will ich mich jetzt empören.</p>
<p style="text-align: justify;">Was ich so überhaupt nicht leiden mag, sind <em>Limited</em>- oder <em>Deluxe-Versionen</em>. Solch Aufblähungen sind generell bedenklich, meist mit dem gefüllt, was nach dem Reinemachen im Studio von der Putzfrau übersehen wurde, Bänder mit Demos, Akustik-Varianten oder holzhammerhändisch erstellte Remixe oder vor mir sowieso für die Tonne erachtete Radio Edits. Wer zusätzlichen Firlefanz liebt, dem steht der Kauf trotzdem frei. Anders präsentiert sich die Sache hingegen, wenn unveröffentlichte Bonus-Lieder ins Spiel kommen. In manch Ausnahmefällen kann das zu zusätzlichen Wonnen führen, den Gesamteindruck in ungeahnte Höhen kämmen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Streben nach schnödem Mammon mag mitunter mammutgroße Miseren markieren. Und zwar dann, wenn man mit dem Limited-Deluxe-Extended-Scheiß einen fetten Reibach machen will, den Fans ordentlich in den Geldbeutel zu greifen trachtet. Darf der Konsument zwischen normaler oder aufgemotzter CD wählen, wirkt die Welt der Anhängerschaft rosarot. Problematischer erscheint da schon die Veröffentlichung eines Albums, dem dann wenige Monate später wie aus heiterem Himmel eine gutgespickte Luxus-Version folgt. Das hat ein ordentliches Geschmäckle. Derartiges Vorgehen lässt sich nur schwerlich mit langmütiger Contenance goutieren. Wenn am 26.11. <a href="www.philipp-poisel.de/" target="_blank"><strong>Philipp Poisel</strong></a>s sagenhaftes <strong>Bis nach Toulouse</strong> als <span style="text-decoration: underline;"><em>Limited Version</em></span> erscheint, beinhaltet dies neben einer DVD mit Live- und Unplugged-Aufnahmen sowie zwei vernachlässigbaren Radio-Edits auch die Cover-Stücke <em><strong>Schwarz zu Blau</strong></em> und Hannes Waders <em><strong>Heute hier, morgen dort</strong></em>. Während die gelungen Interpretation der Fox&#8217;schen Liebeserklärung an Berlin noch als kostenlose Mp3 auf Poisels Homepage Poisels ihr Dasein fristet, ist zweiteres Lied bloß als Live-Video zB <a href="http://tvnoir.de/philipp-poisel-heute-hier-morgen-dort-cover/" target="_blank">hier</a> verfügbar. Da möchte ich der Plattenfirma <em>Grönland Records</em> kräftig die Leviten lesen. Diesen hochwertigen Bonus hätte man zum regulären Veröffentlichungstermin bereitstellen und somit dem Käufer die Option bieten sollen. Verdammt nochmal!</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/07/bisnachtoulouse.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-7899" title="bisnachtoulouse" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/07/bisnachtoulouse.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Beispiel Nummer 2 wurde wohl auch von der Promo-Abteilung eines großen Labels ersonnen und  sogleich mit einem Schlückchen Prosecco begangen. Das letzte Album <strong>A Curious Thing</strong> der geschätzten <strong><a href="http://www.amy-macdonald.de/" target="_blank">Amy Macdonald</a> </strong>wird ebenso am 26.11. als &#8220;<em>Special Orchestral Edition</em>&#8221; neu aufgelegt. CD 1 repräsentiert das reguläre Album, der zweite Silberling bietet ein Werksschau im symphonischen Gewand. Nun bin ich kein Freund von solch orchestralen Sperenzchen, aber das ist auch nicht der Punkt. Warum schleudert man es nicht als eigenständige Konzert-CD fauf den Markt? Für zugegeben mit fragwürdigem Geschmack ausgestattete Liebhaber. Wer Macdonald im Klassik-Sound noch entzückend findet, hat das ohnehin gutes A Curious Thing bereits in die Plattensammlung aufgenommen. Auch hier sei der Major <span style="text-decoration: underline;">Universal</span> gerügt.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/11/Cover-Special-Edition-CMS-Source.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-8992" title="Cover Special Edition - CMS Source" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/11/Cover-Special-Edition-CMS-Source.jpg" alt="" width="550" height="524" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Gibt es sie also noch, Plattenfirmen mit Herz für die Fans und dem Wissen um schmale Geldbeutel? Ein Gegenexempel habe im parat. <strong><a href="http://www.myspace.com/mardigrasbb" target="_blank">Mardi Gras.bb</a></strong> bescherten im Frühjahr mit <strong>Von Humboldt Picnic</strong> eine Scheibe erster Güte, die ich fraglos zu den besten des Jahres zähle. Am 12.11. kam nun eine Extended Version des Albums in den Handel, die <strong>Von Humboldt Picnic/Editio Terra Incognita</strong>. Das pffiffige Label <span style="text-decoration: underline;">Hazelwood</span> hat den Käufern der zuvor veröffentlichten Scheibe ein mehr als ungewöhnliches Angebot unterbreitet. Wer Hazelwood ein Foto mit dem  Originalalbum zuschickt, bekommt gegen die Erstattung der Versandkosten  die Unlimited Edition zugeschickt. Freilich mag das der Plattenfirma keine üppigen Einnahmen bescheren, aber durch solch einmalige PR-Aktionen gewinnt man treue Fans. Details dazu erfährt man <a href="http://www.hazelwood.de/terraincognita/" target="_blank">dort.</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/10/humboldt_limited.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-8850" title="humboldt_limited" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/10/humboldt_limited.jpg" alt="" width="550" height="494" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Was lernen wir daraus? Außer dem Umstand, dass man sich in zwei der genannten Fälle dem Eindruck der Bauernfängerei nicht völlig verschließen kann. Und dem Fakt, dass Nachhaltigkeit zur Kundenbindung beiträgt. Zunächst stellt sich die Frage, wie man das Album als Gesamtkunstwerk wieder verstärkt im Bewusstsein der Plattenkäufer verankern will, ein Ziel, das wohl jedes Label verfolgt, wenn zugleich der Inhalt des Albums gegen Aufpreis oftmals beliebig erweiterbar scheint. Zweitens wundert man sich über mit dem Zaunpfahl winkende Marketingabteilungen. Die Offensichtlichkeit, mit der Enthusiasten ein zweites Exemplar einer annähernd gleichen CD aufzuschwatzen versucht wird, sollte als Geringschätzung des Kunden betrachtet werden. Darum kann die Devise nur lauten, Verlockungen auch mal zu widerstehen, wenn Geldgier allzu ruchbar mieft. Einer nicht eben kleinen Plattenfirma kann die Reputation mittlerweile egal sein, um den Ruf ist ohnehin nicht gut bestellt. Den betroffenen Musiker hingegen, den sollte solch Schindluder zutiefst erzürnen. Ein glücklicher Hörer ist dieser Tage nur der, welcher wahrem Indie die Treue schwört. Dort wird Seriosität noch richtig buchstabiert!</p>
<p><em>SomeVapourTrails </em></p>
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		<title>Der Musiker und der Sozialstaat &#8211; Keine Utopie</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 09:27:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Promotion]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich könnte mich mit natürlicher Selektion viel leichter anfreunden, wenn die Fitness derer, die sich letztlich durchsetzen, nicht oft mit ihrer Bereitschaft zur Skrupellosigkeit korrespondieren würde. Das gilt natürlich auch für die Musikbranche. Dass sich dort die Marionetten und deren garstige Strippenzieher als einzig fixe Konstante etabliert haben, liegt jedoch letztlich am für Manipulation und Schmierentheater empfänglichen Publikum. Die breite Masse präferiert das Spektaktel, nicht die Qualität. Und eben weil wir bevorzugen, was wir bevorzugen, trennt sich Spreu vom Weizen, machen wir uns über die Spreu her. Unsere Mägen verzehren ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich könnte mich mit natürlicher Selektion viel leichter anfreunden, wenn die Fitness derer, die sich letztlich durchsetzen, nicht oft mit ihrer Bereitschaft zur Skrupellosigkeit korrespondieren würde. Das gilt natürlich auch für die Musikbranche. Dass sich dort die Marionetten und deren garstige Strippenzieher als einzig fixe Konstante etabliert haben, liegt jedoch letztlich am für Manipulation und Schmierentheater empfänglichen Publikum. <strong>Die breite Masse präferiert</strong> das Spektaktel, <strong>nicht die Qualität</strong>. Und eben weil wir bevorzugen, was wir bevorzugen, trennt sich Spreu vom Weizen, machen wir uns über die Spreu her. Unsere Mägen verzehren sich geradezu danach.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich atme relativ viel Gelassenheit in dieser Diagnose, kann mich mit diesem Umstand gut arrangieren. <strong>Wer Mechanismen durchschaut, vermag von ihnen nicht überrascht zu werden</strong>. Ich tummle mich auch nicht Brötchen verdienend in der Branche, erlebe die Qual allenfalls als mitfühlender Beobachter.</p>
<p style="text-align: justify;">Letztlich kann noch soviel Getöse um Gammelfleisch die reißerischen Schlagzeilen der Gazetten füllen, ein Gutteil der Menschen wird dennoch dort kaufen, wo der Fraß billigst angeboten wird, darauf vertrauen, dass es doch in Ordnung sei, oder aber mit dem Geschick der Apathie erst gar keine Zweifel aufkommen lassen. Letztlich hat der Wirtschaftstreibende genau zwei Möglichkeiten Gewinne in seine Kasse zu locken. Entweder er etabliert seinen Ruf über einen Qualität ignorierenden Kampfpreis &#8211; oder aber er kreiert eine Marke mit Unwiderstehlichkeitsfaktor und verankert diese mit viel Marketing in den Köpfen und Einkaufstaschen der Verbraucher.</p>
<p style="text-align: justify;">Um im Musikbusiness zu reüssieren, wurden beide Strategien zu einer attraktiven Synthese verschmolzen. <strong>Man portionierte den Bockmist, der nur noch bedingt mit Musik verwandt scheint, in ein für jedermann erträglichen Maß, bot die schlichte Rezeptur mit viel Getöse an</strong>. Jene legitime Methode bedient die Nachfrage, sättigt ein Bedürfnis. Eitle Wonne allerorts? Denkste.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn seit über 10 Jahren wird die Dumpingkost von findigen Konsumenten via Filesharing genossen &#8211; kostenlos. Das wurde von Produzenten zunächst mit harten Bandagen bekämpft, letztlich ohne probate Mittel. Wenngleich der P2P-Hype ein wenig verebbt scheint, die über die Jahre mit viel Selbstbewusstsein zur Schau getragene Grundhaltung verbleibt: Musik darf (fast) nichts kosten. <strong>Das stürzte eine Industrie in die Krise, die billigen Ramsch zu stolzen Preisen verhökern suchte</strong>. Wer de facto nicht oder nur in geringem Umfang auf Qualität setzt, vermag in solch einer Situation den Preis nicht länger aufrecht erhalten.  Die Branche reagierte trotzig mit Druck und Einschüchterung und sah sich der Übermacht technischer Filesharing-Möglichkeiten in der Folge machtlos gegenüber.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegenwärtig freilich scheint das Musikbusiness die Antwort gefunden zu haben. Man pinkelt den Abnehmern nicht mehr ans Bein. Streaming-Flatrates treten im Mobilbereich ihren Siegeszug an. Ein kleiner Preis und alle Möglichkeiten. Die Täuschung und Enteignung glückt. Der Konsument jubiliert. Und gibt erfreut mehr Geld für komplementäre Güter wie Konzerte und Merchandise aus. Konzerte sind Events, man erkauft sich gute Laune und Ekstase &#8211; dafür besteht immer noch eine ausgeprägte Zahlungsbereitschaft. Ebenfalls so für die die eigene Hipness unterstreichenden T-Shirts. Das freut die Labels. <strong>Filesharing wird somit zu einem Old-School-Phänomen, das nicht länger den Untergang einläutet</strong>. Ende gut, alles gut?</p>
<p style="text-align: justify;">Doch wie sieht es nun mit der Entlohnung für das Ersinnen von Kunst aus? Ja, ich nehme das Wort in den Mund, welches schon zum Unwort verkommen: Urheberrecht. Mir dünkt, dass sich selbiges überholt. Einen monetärer Nutzen aus der Kreation zu ziehen, das ist nicht mehr der Segen, jener liegt jetzt im Drumherum. Also nicht der direkte Kauf eines Lied oder gar nur der Stream, vielmehr <strong>die Verwertung im Rahmen eines Konzerts oder als Untermalung eines Werbespots und ähnliches generieren die Einnahmen</strong>, die am Ende des Monats das Überleben sichern. Das freilich verlangt vom Künstler noch mehr Erfindungsgeist hinsichtlich der Fanartikel, ein Mehr an Touren, die jedoch auch geschickt promotet werden müssen, damit sie sich rechnen. Was in den Hintergrund zu treten scheint, ist die eigenliche Gabe eines Songschreiber: Das Verfassen von Lyrics, die Komposition. Und wenn Urheber mit ihrer eigentlichen Beschäftigung kein Geld verdienen können, was dann? Im Zuge der <strong>Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung</strong> gab der an der Havard Business School beheimatete Professor <em>Felix Oberholzer-Gee</em> die frappant einfache wie flapsige Antwort: &#8220;<em>Dafür haben wir den Sozialstaat</em>.&#8221; Tja&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Ich möchte nun zum Ausgangspunkt der Überlegungen zurückkehren. Die natürliche Auslese dieser Tage kennt zwei Wege. Entweder man entwirft ohne mit der Wimper zu zucken ein Produkt, welches auf den Geschmack der Masse zugeschnitten scheint, ergo leicht konsumierbar und nicht allzu hochwertig und gerne auch gammelig, oder aber man tüftelt an den Möglichkeiten sein Werk perfekt in Szene zu setzen, wozu es das Know-How der großen Plattenfirmen allerdings dringend braucht. <strong>Letztlich also führte das Internet mit all seinen Möglichkeiten zu keiner Befreiung der Künstler vom Ballast übermächtiger Labels, vielmehr verursachte die Entwertung von Musik durch das Filesharing die nächste Zwickmühle</strong>. Der eigentliche Schurke ist der Konsument, der diese Lösung Künstlern wie Managern aufoktroyierte. Man sollte nicht das Big Business oder den weltfernen Musiker als Sündenböcke ausmachen. Den Schwarzen Peter hält jeder selbst in der Hand. Wir hätscheln diejenigen, die unsere Anspruchslosigkeit umschmeicheln oder mit geschickter PR in ihren Bann tricksen. Die wahren Könner, die sich nie und nimmer anbiedern mögen, können schon mal zur nächstgelegenen Suppenküche tingeln.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Link:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://futurezone.orf.at/stories/1650339/" target="_blank">Bericht zu den Wiener Tagen der Musikwirtschaftsforschung auf <em>orf.at</em></a></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Ende der Freiheit über den Wolken</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 14:41:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Clips & Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[virales Marketing]]></category>

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Foto: wikimedia commons
Nein &#8211; alle, die jetzt glauben, ich schrieb einen weiteren überflüssigen Post über die Luftraumsperre auf Grund des Asche hustenden Eyjafjallajökull, der irrt. Letztlich hat das Geschehen nur eines gezeigt: Auch ohne Flugzeuge bricht unser Leben nicht zusammen &#8211; selbst der von Lufthansa anvisierte Blumennotstand traf nicht ein. Dieser Blogbeitrag handelt ein wenig von der Freiheit bzw. dem Freiheitsdrang mancher Bürger, die ein Zeichen setzen wollten und die einst anarchistischen Happenings genannt Flashmob ins Leben riefen. Genauso wie mit Geheimtipps in Reiseführern fremder Länder, verhält es sich jedoch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-7289" title="wikimediaflugzeuge" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/04/wikimediaflugzeuge.jpg" alt="" width="576" height="397" /></p>
<h5 style="text-align: center;">Foto: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:060511-F-1234S-015.jpg">wikimedia commons</a></h5>
<p style="text-align: justify;">Nein &#8211; alle, die jetzt glauben, ich schrieb einen weiteren überflüssigen Post über die Luftraumsperre auf Grund des Asche hustenden Eyjafjallajökull, der irrt. Letztlich hat das Geschehen nur eines gezeigt: Auch ohne Flugzeuge bricht unser Leben nicht zusammen &#8211; selbst der von Lufthansa anvisierte Blumennotstand traf nicht ein. Dieser Blogbeitrag handelt ein wenig von der Freiheit bzw. dem Freiheitsdrang mancher Bürger, die ein Zeichen setzen wollten und die einst anarchistischen Happenings genannt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flashmob">Flashmob</a> ins Leben riefen. Genauso wie mit Geheimtipps in Reiseführern fremder Länder, verhält es sich jedoch mit allen Innovationen des Underground respektive der Subkultur. Sobald ein neues Phänomen über die medialen Eingangspforten wie ARTE Tracks in die Mainstream-Medien zu tröpfeln beginnt, ist es schon wieder tot oder liegt böse geschändet zu Boden. Im besten Falle lustig missbraucht von pfiffigen Werbestrategen. Und niemand soll hier den ersten Stein schmeißen, vor allem nicht die Autorin dieses Beitrags, die schon mal diesbezüglich im Glashaus saß. Virales Marketing ist durchaus eine Kunst, die zu unterhalten vermag. Wäre da nicht auch die Journalistin, die lieber Bloggerin sein mag und unterscheiden muss, zwischen Werbung und Entertainment. Denn wer filtert, wenn nicht wir?</p>
<div><a id="status_star_12877692368" title="favorite  this tweet"> </a></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das Ende der Freiheit über den Wolken</strong> erfuhr ich heute via Twitter, dort sandte mich eine Bloggerfreundin (und Medienjournalistin) mit den Worten &#8220;Flashmob über den Wolken:  &#8220;Neulich auf einem easyJet-Flug&#8221; rüber zu einem viralen Werbespot von German Wings, ohne mir jedoch vorher die Warnung mit auf den Weg zu geben, dass ich gleich Werbung konsumieren würde. Ein paar Tweets später hatten wir uns darauf geeinigt, besser wäre es gewesen, zu schreiben, schaut euch mal diesen Werbespot für German Wings an. <em>(Sorry fürs auf die Füße treten und Schlaumeiern, hoffe du bleibst uns gewogen</em>). Allerdings würden viele so einer Aufforderung nicht nachkommen. Warum auch? Läuft im Fernsehen Werbung, dann gehen wir auf&#8217;s Klo, holen uns nen Tee oder Bier und wechseln ein paar Worte mit den Lieben, die uns umgeben. Ich schalte grundsätzlich den Ton aus&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der German Wings Werbespot</strong> um den es geht:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/kwM8bQ7Sk-A&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/kwM8bQ7Sk-A&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;">Die Grenzen zwischen Infotainment und Werbung sind schon lange fließend. Werbung soll und muss Spaß machen, damit sie wirkt. Private Internet-Nutzer dürfen so viel Werbung an ihre &#8220;Freunde&#8221; versenden, wie sie wollen und oft genug wissen sie noch nicht mal, in wessen Dienste sie da stehen. Die Werbestrategen lachen sich nen Ast und blicken freudig auf die dienstwilligen Drücker der Social-Communities. Sie müssen sich nicht länger selber die Hände schmutzig machen und an Gesetze halten, die den Einsatz bzw. die Kennzeichnungspflicht von Werbung regeln.</p>
<p>Zitat:</p>
<blockquote><p>Wulf-Peter Kemper: &#8220;Wir schleichen uns an die Leute ran und tun so, als wäre es keine Werbung. Das ist Schleichwerbung.&#8221; <strong>Auch die ist im Internet grundsätzlich verboten</strong>. Wenn allerdings Privatpersonen Bilder, Clips oder Meinungen im Netz austauschen, gibt es keine Restriktionen.</p></blockquote>
<p>Quelle: <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/internet/zapp1278.html">ZAPP &#8211; Perfekte Verpackung &#8211; Die Werbung im Internet</a></p>
<p><em>(Wulf-Peter Kemper, war bis 2002 Kundenberater, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Werbeagentur Springer &amp; Jacoby)</em></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Trotzdem oder gerade deshalb ist es wichtig, dass wir uns nicht zum willfährigen, unbezahlt arbeitenden Rädchen für die Werbeindustrie machen lassen und unsere Freunde/Kontakte nicht zum Werbekonsum verführen. Zu schnell ist der Share bzw Tweet-Button gedrückt.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die Zukunft wünsch&#8217; ich mir, dass mich meine Freunde vorwarnen und mir selbst die Entscheidung lassen, ob ich mir nun Werbung für dies oder das ansehen möchte. Insbesondere von Journalisten erhoffe ich mir mehr Awareness &#8211; damit ist jetzt nur zu kleinem Prozentsatz der vorliegende Fall gemeint. Auch im Fernsehen bekommt man immer wieder virale Werbespots zu sehen, die meist unbewusst wahrnehmbare Werbebotschaften enthalten und von Fernsehmagazinen oft als lustiges Youtube-Video (nicht Werbespot) präsentiert werden. Mehr dazu erfahrt ihr in dem schon zitierten <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/internet/zapp1278.html">Artikel von ZAPP</a>.</p>
<p>Fernsehbeiträge zum Thema:</p>
<p><strong>ZDF Heute-Journal über Virales Marketing </strong></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/n0wQaRt6NsU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/n0wQaRt6NsU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><strong>3Sat Feature zum Thema</strong></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/bBdWrlcUYJk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/bBdWrlcUYJk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;">Zurück zum Glashaus. Noch wissen wir nicht wer hinter <a href="http://www.lieinthesound.de/tag/iamamiwhoami/">iamamiwhoami</a> steckt und können nur hoffen, dass es sich hier um einen Musikact handelt und nicht etwas ein Mobilfunk- oder Spielekonsolenhersteller oder ähnliches dahinter steckt. Auf manchen Seiten wurde gemutmaßt, MTV (federführend bei der Berichterstattung) wäre Auftraggeber um sein Image zu polieren und wieder mehr in Richtung Musik zu führen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>DifferentStars</em></p>
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		<title>Die normative Instanz als Tätärätätä</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 09:32:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Musikkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Musikmagazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun gut, dass unselige Kreaturen in Form von Krawatten tragenden Managern großer Plattenlabels keine musikalische Hochkultur auf ihrer Profitmaximierungs-To-do-Liste vermerkt haben, lässt sich leider nachvollziehen. Man investiert lieber in Durchschnittlichkeit kaschierende Perücken, die der manipulierbaren Masse mit Glitter, Glamour und Bombast den letzten Cent aus der Tasche ziehen. Und so scheint es viel zu simpel, das Gros der kunstresistenten Konsumenten sowie die Möchtegernsänger als Marionetten geldgeiler Kapitalismusfratzen für die Misere verantwortlich zu machen.
Eigentlich läge es in der Zuständigkeit des Musikjournalismus und des gehobenen Feuilletons als normative Instanz den musikalischen Verpuffungen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nun gut, dass unselige Kreaturen in Form von Krawatten tragenden Managern großer Plattenlabels keine musikalische Hochkultur auf ihrer Profitmaximierungs-To-do-Liste vermerkt haben, lässt sich leider nachvollziehen. Man investiert lieber in Durchschnittlichkeit kaschierende Perücken, die der manipulierbaren Masse mit Glitter, Glamour und Bombast den letzten Cent aus der Tasche ziehen. Und so scheint es viel zu simpel, das Gros der kunstresistenten Konsumenten sowie die Möchtegernsänger als Marionetten geldgeiler Kapitalismusfratzen für die Misere verantwortlich zu machen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eigentlich läge es in der Zuständigkeit des Musikjournalismus und des gehobenen Feuilletons als normative Instanz den musikalischen Verpuffungen eine Wertigkeit entgegenzusetzen, welche die kreativen Könner ins Rampenlicht rückt, missionarisch wie nüchtern Gegenpositionen zu allzu dumpfer Unterhaltung einzunimmt. Der kulturelle Input einer blühenden Musikszene, in der Handwerk und Ideen Hand in Hand gehen, darf nicht unterschätzt werden. Die Kritikerzunft sollte respektvoll Spreu vom Weizen trennen, Ekstase und Sinn vermitteln, nicht (nur) Eliten becircen, sondern  das hehre Karma der Kompositionskunst möglichst breit transportieren. Soweit die Theorie.</p>
<div id="attachment_7051" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/04/Photo14_The-Fame_300CMYK-CMS-Source.jpg"><img class="size-full wp-image-7051  " title="Photo14_The Fame_300CMYK - CMS Source" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/04/Photo14_The-Fame_300CMYK-CMS-Source.jpg" alt="" width="550" height="322" /></a><p class="wp-caption-text">Alles Gaga oder was? Bild: (c) Universal Music 2009</p></div>
<p style="text-align: justify;">Der Teufelskreis freilich, in dem sich die Senfabgeber wiederfinden, sieht das Bedienen von Interessen vor. Weil <strong><em>Lady Gaga</em></strong> in aller Munde scheint, winkt selbige auch aus dem kleinsten auf vermeintliche Klangfreuden spezialisierten Käseblättchen. Und die Online-Magazine und Musikblogs, beseelt vom Traum Traffic zu generieren, eifern der Chose hinterher. Ein Oops eines Sangessternchens, ein Video einer in Unterwäsche herumtänzelnden <strong><em>Beyoncé</em></strong>, all dies zieht viele Blicke an &#8211; und lenkt von dem ab, was Musik auch sein kann, ja soll. Wenn Klang wie Gesang Stimmungen, Gefühle, Geschichten transportieren und uns damit bereichern, dann muss nicht etwa die Niedrigniveauebene als Schwerpunkt avisiert werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch schlimmer noch als der Wettlauf um die Verbreitung von Trivialitäten gestaltet sich das Schwingen der Axt zwecks Fällen von Brachialurteilen, vor allem wenn es nicht um eine Unterscheidung von Show und Kunst geht, sondern das Mark musikalischer Anstrengung mit Flapsigkeit durch den Kakao gezogen wird. Wenn es also nicht um das Brimborium dreht, mit welchem Marketing Aufmerksamkeit und Relevanz generiert, stattdessen der Kern kreativen Ausdrucks zugunsten von Sprücheklopferei in Grund und Boden schwadroniert wird. Musikalische Betätigung muss einer seriösen Beurteilung standhalten, darf aber respektvollen Umgang erwarten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Ansprüche, die man an ein Album oder Lied anmeldet, sind zwangsläufig an die Erfordernis gekoppelt, die eigene Meinung profund zu postulieren. Nur so erhält sie Gewicht. Nehmen wir doch konkrete Beispiel. Wie kann ich das Magazin <a href="http://www.intro.de/" target="_blank">Intro</a> als Hort der Rezeption ernst nehmen, wenn es in seinem aktuellen Feature <em>Platten vor Gericht</em> eine Horde von <a href="http://www.intro.de/pvg/jury/181/885" target="_blank">redaktionseigenen Praktikanten</a> zwecks kesser Beurteilung auf Künstler losbugsiert, die das Prädikat auch wirklich verdienen, und als Ergebnis hanebüchernen Unfug erntet.</p>
<p style="text-align: justify;">Oder was für eine Bankrotterklärung stellt es dar, wenn in einem an hochwertigen Veröffentlichung reichen Jahr <a href="http://www.spinner.com/" target="_blank">Spinner</a> bei der Suche nach den <a href="http://www.spinner.com/2010/04/06/top-songs-2010/" target="_blank">bisher besten Liedern</a> sich fast ausschließlich auf jene konzentriert, die mit viel Gedöns publiziert wurden. Falls die Vorselektion der Magazine nicht mehr auf gründlicher, umfassender Recherche beruht, sich lediglich von Zurufen der Labels leiten lässt, dann verfehlt die Branche der Fachmagazine ihre eigentliche Bestimmung.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn das Schreiben über Musik lediglich zu einem Wiederkäuen von angeblichen Neuigkeiten und Tratsch verkommt, die Auswahl der vorgestellten Platten mit dem Marketingbudget der Labels korreliert und der Kritiker zum von der Eitelkeit der eigenen Hipness getriebenen verbalen Amokläufer mutiert, dann darf es nicht verwundern, wenn das Ergebnis mehr an ein Tätärätätä als an Ernsthaftigkeit oder Hingabe zur Musik gemahnt. Da sollte sich jeder an der eigenen Nase fassen.</p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Öffentlich-rechtliche Drecksarbeit</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 12:19:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>
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		<description><![CDATA[Man wird der Sorgenfalten nicht müde, wenn man die jüngsten Kampagnen gegen das Prinzip des öffentlich-rechtlichen Rundfunks so verfolgt. Ob nun in Großbritannien, wo die BBC vermutlich die Jugendschiene zurückfahren wird, 2 Radiostationen einstellt und das Online-Angebot drastisch reduziert, oder in Deutschland, wo die großen Verlage gegen eine kleine, kostenlose Tagesschau-App Sturm laufen. Während auf der Insel der wahrscheinliche politische Machtwechsel seine Schatten voraus wirft, die Tories der BBC bereits Einschnitte angekündigt haben und Medienzar Rupert Murdoch eine Schwächung der BBC als Stärkung der eigenen Position versteht, stoßen sich in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Man wird der Sorgenfalten nicht müde, wenn man die jüngsten Kampagnen gegen das Prinzip des öffentlich-rechtlichen Rundfunks so verfolgt. Ob nun in Großbritannien, wo die <strong>BBC</strong> vermutlich die Jugendschiene zurückfahren wird, 2 Radiostationen einstellt und das Online-Angebot drastisch reduziert, oder in Deutschland, wo die großen Verlage gegen eine kleine, kostenlose Tagesschau-App Sturm laufen. Während auf der Insel der wahrscheinliche politische Machtwechsel seine Schatten voraus wirft, die Tories der BBC bereits Einschnitte angekündigt haben und Medienzar <em>Rupert Murdoch</em> eine Schwächung der BBC als Stärkung der eigenen Position versteht, stoßen sich in Deutschland die Verleger vor allem am Zeitpunkt, an welchem die <strong>ARD </strong>den gerade anlaufenden Versuch Paid Content als Geschäftsmodell zu etablieren unterminiert. Hinter der mitunter scheinheiligen Fassade einer Grundsatzdebatte über das, was öffentlich-rechtlicher Rundfunk leisten wie kosten soll und darf, werden etwaige Folgen gerne einmal unter den Tisch gekehrt. Denken wir doch einmal die möglichen Konsequenzen für die Musikszene durch.</p>
<div id="attachment_6370" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/02/Radionette_klein.jpg"><img class="size-full wp-image-6370" title="Radionette_klein" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/02/Radionette_klein.jpg" alt="" width="500" height="404" /></a><p class="wp-caption-text">Soll öffentlich-rechtlicher Rundfunk auf diese Technologie zurückgestutzt werden?</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: justify;">Gerade im Online-Sektor und im Radiobereich verrichten öffentlich-rechtliche Anstalten weltweit die Drecksarbeit. Die jungen, alternativen Wellen geben aufstrebenden Musikern eine Chance, nehmen sich musikalischen Trends und aufkeimenden Subkulturen an, während große, private Radiostationen erst dann auf den Zug aufspringen, wenn sie im Mainstream angekommen sind.  Auch die Förderung nationaler Künstler wird zur Aufgabe dieser Sender: <a href="http://radio3.cbc.ca/" target="_blank">CBC Radio 3</a> leistet in Kanada diesbezüglich hervorragende Arbeit. Und längst geht es dabei nicht mehr um das Radio im eigentlichen Sinne, findet die Verbreitung überwiegend über Streaming im Internet statt, befördert die Webpräsenz der Stationen die musikalische Kunde ins Netz. Wenn also deutsche Verleger den öffentlich-rechtlichen Anstalten Einschränkungen im Online-Bereich auferlegen wollen, nur um für die Nachrichten des eigenen Käseblättchens einen Obulus verlangen zu dürfen, könnte dies zu einem Dammbruch führen. Was zunächst wie eine neuerlicher hilfloser Versuch erscheint, das Internet doch noch als Geldquelle zu erschließen, mag auf lange Sicht Kreise ziehen und mit jeder Menge Populismus angeheizt, die Musikförderung gefährden. Wenn <em>Computer Bild</em> gegen den GEZ-Wahnsinn mobil macht &#8211; und dies besonders im Hinblick auf eine Gebührenerhöhung für neuartigen Rundfunkempfangsgeräte -, dann nicht einfach nur damit armen Bürgern zusätzliche finanzielle Belastungen erspart bleiben, vielmehr geht es ums Eingemachte. Heutzutage findet das Leben, der Alltag im Internet statt. Unter diesem Aspekt braucht es auch eine starke Anwesenheit öffentlich-rechtlicher Programme im Web.</p>
<p style="text-align: justify;">Was für einen Sinn machen also staatliche Förderungen von Projekten wie <a href="http://www.musikrat.de/index.php?id=527" target="_blank">PopCamp</a>, wenn diesen Nachwuchskünstlern nicht auch auch gleichzeitig eine möglichst breite Sendeplattform geboten wird. Sollte <a href="http://www.bbc.co.uk/6music/" target="_blank">BBC 6 Music</a> tatsächlich eingedampft werden und der britische Trend auch in deutsche Gefilde schwappen, dann besteht tatsächlich die Gefahr, dass die Durchdringung der hiesigen Musiklandschaft durch neue Acts nicht länger qualitativen Kriterien folgt. Die Anzeichen mehren sich &#8211; Gegenkonzepte sind aus diesem Grunde längst überfällig. Ob die Art der Finanzierung, wie sie in den USA bei <a href="http://www.npr.org/" target="_blank">NPR</a> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/National_Public_Radio#Funding" target="_blank">erfolgt</a>, auch hierzulande funktionieren würde, vermag ich nicht zu beurteilen.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch kommen wir nochmals zur Kernaussage meiner Überlegungen zurück. Aufstrebende Musiker brauchen öffentliche-rechtliche Unterstützung, und der öffentliche-rechtliche Rundfunk braucht unsere. Auch und vor allem in den unendlichen Weiten des Webs. Denn was Private nicht schultern können oder wollen, das würde gänzlich in der Versenkung verschwinden, wenn der Feldzug eines Rupert Murdoch auch nach Deutschland schwappt. Sein Versuch das Netz über Social Communities zu beherrschen scheint nicht besonders von Erfolg gekrönt, mag Porzellan zerschlagen und Musikern bei der Verbreitung ihrer Musik geschadet haben. Die Offensive gegen die BBC hingegen ist eine offene Kriegserklärung an das Konzept einer freien Informations- und Kulturversorgung, die sich selbstverständlich schon längst auf unser Online-Dasein ausgeweitet hat. Die deutsche Debatte zum Thema Paid Content lässt völlig außer Acht, dass es keinen Wettbewerb zwischen privatem und staatlichem Rundfunk oder Online-Angeboten geben kann, dieser immer nur zwischen privaten Verlagen und Medienkonzernen existieren muss. Dass die <a href="http://fdp-fraktion.de/files/541/1091-Mueller-Soenksen-Tagesschau-App.pdf" target="_blank">FDP</a> das nicht begreifen will, verwundert angesichts ihrer Klientel nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Es scheint so einfach die Verantwortung für musikalische Vielfalt allein bei den Musiklabels dingfest zu machen, doch vergisst man dabei leicht, dass es auch Kanäle der Verbreitung braucht. Ohne öffentlich-rechtliche Sender würden wir uns bald nur im Humptata-Schritt wiegen.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Links:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/feb/26/bbc-protests-6music-asian-network-radio-closure" target="_blank">Bericht des Guardian über die Pläne der BBC</a></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Sellaband meldet Insolvenz an</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 14:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[
Traurige Nachrichten fürs musikalische Grassroot Movement, laut prefix hat Sellaband in Amsterdam Insolvenz angemeldet. Die Seite ist seit einigen Tagen nicht mehr online. Das Modell setzte auf &#8220;fanbased&#8221; Finanzierungsmodelle, bei denen Fans vorab Anteile kaufen um die Produktion und Marketing des Albums vorzufinanzieren und den Künstlern so die Unabhängigkeit von großen Labels zu ermöglichen.
In Deutschland hatte 2009 die Band Angelika Express mit einem ähnlichen Modell, der Aktie Angelika großen Erfolg.
Im Oktober des vergangenen Jahres konnte Sellaband mit Public Enemy den ersten großen Act für ihre Idee gewinnen. Public Enemy gelten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/02/sell_jpg_200x360_q85.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6538" title="sell_jpg_200x360_q85" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/02/sell_jpg_200x360_q85.jpg" alt="" width="200" height="121" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Traurige Nachrichten fürs musikalische Grassroot Movement, laut <a href="http://www.prefixmag.com/news/sellaband-files-for-bankruptcy-in-amsterdam/37842/">prefix</a> hat <a href="http://www.sellaband.com/">Sellaband</a> in Amsterdam Insolvenz angemeldet. Die Seite ist seit einigen Tagen nicht mehr online. Das Modell setzte auf &#8220;fanbased&#8221; Finanzierungsmodelle, bei denen Fans vorab Anteile kaufen um die Produktion und Marketing des Albums vorzufinanzieren und den Künstlern so die Unabhängigkeit von großen Labels zu ermöglichen.</p>
<p style="text-align: justify;">In Deutschland hatte 2009 die Band <a href="http://angelika-express.de/">Angelika Express</a> mit einem ähnlichen Modell, der <a href="http://angelika-express.de/category/angelika-aktie/">Aktie Angelika</a> großen Erfolg.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Oktober des vergangenen Jahres konnte <strong>Sellaband</strong> mit <strong>Public Enemy</strong> den ersten großen Act für ihre Idee gewinnen. <strong>Public Enemy</strong> gelten als Internet-Pioniere und sind die erste Band, die Mp3s zum Kauf anbot. (Mehr dazu auf <a href="http://eu.techcrunch.com//2009/10/06/sellaband-teams-up-with-public-enemy/">TechCrunch</a>). Bisher gibt es weder von Sellaband noch von Public Enemy eine offizielle Presseerklärung.</p>
<p style="text-align: justify;">Schade, wobei dies nicht das Ende der fanfinanzierten Modelle sein dürfte. Im Dezember <a href="http://www.lieinthesound.de/2009/12/gib-den-affen-zucker-helgi-hrafn-jonssons-unwiderstehliches-angebot-an-fans/">stellte SomeVapourTrails euch Plegde vor</a>, eine Plattform, die Sellaband sehr ähnlich ist und auf der<strong> Helgi Hrafn Jónsson</strong> mehr als genug Unterstützer für die Finanzierung seiner neueste EP <em><strong>Kví, Kví </strong></em>gewinnen konnte.</p>
<p><em>DifferentStars</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der Wahrheit und die Airplay-Charts</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 17:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Airplay-Charts]]></category>
		<category><![CDATA[charts]]></category>

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		<description><![CDATA[
Foto Quelle: Wikimedia
Ein Blog, das ich hier und da schon empfohlen haben, nennt sich Der Wahrheit in die Musikbusiness, dahinter steckt ein anonymer Musiker, der nach eigenen Angaben, mit seiner Band &#8220;eine CD im Laden, einen Song im Radio, Auftritte im TV, Gigs vor bis zu 10.000 Leuten, einen Major-Label Deal&#8221; hatte und resümiert: &#8220;es war (oft genug) die Hölle. Ich bin in diesen zwei Jahren 10 Jahre gealtert. Dieses Blog soll aufzeigen, wie es wirklich ist. Die guten sowie die schlechten Seiten der Industrie&#8221;
Sein neuster Beitrag “Du zuerst!” beschäftigt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/02/Radionette_klein.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6370" title="Radionette_klein" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/02/Radionette_klein.jpg" alt="" width="500" height="404" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Foto Quelle: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Radionette_kurer_front.png">Wikimedia</a></p>
<p style="text-align: justify;">Ein Blog, das ich hier und da schon empfohlen haben, nennt sich <a href="http://derwahrheit.wordpress.com/">Der Wahrheit in die Musikbusiness</a>, dahinter steckt ein anonymer Musiker, der nach eigenen Angaben, mit seiner Band &#8220;<em>eine CD im Laden, einen Song im Radio, Auftritte im TV, Gigs vor bis zu 10.000 Leuten, einen Major-Label Deal&#8221;</em> hatte und resümiert: <em>&#8220;es war (oft genug) die Hölle. Ich bin in diesen zwei Jahren 10 Jahre gealtert. Dieses Blog soll aufzeigen, wie es wirklich ist. Die guten sowie die schlechten Seiten der Industrie&#8221;</em></p>
<p style="text-align: justify;">Sein neuster Beitrag <strong>“Du zuerst!”</strong> beschäftigt sich mit dem Teufelskreis, der vielen Bands/Musikern den Eintritt in die Charts (fast) unmöglich macht und dieses &#8220;fast&#8221;, ist ein Einwurf von mir und wird im Laufe des Beitrages erläutert werden, hier das Dilemma aus Sicht von Der Wahrheit:</p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>[...] Fernsehsender wollen den Song erst senden, wenn er im Radio läuft. Radiosender wollen ihn erst senden, wenn andere Radiosender ihn spielen. Das irrsinnigste, was ich bisher von einem Radiosender gehört habe, war: “Wir spielen diesen Künstler erst, wenn er in den Airplay-Charts ist.” Liebe Radiosender, Ihr macht die Airplay-Charts, indem Ihr seine Songs spielt! Das ist keine Frage der Henne und des Eis.[...]</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">(vollständiger Text auf <a href="http://derwahrheit.wordpress.com/2010/02/15/du-zuerst/">Der Wahrheit&#8230;</a>)</p>
<p style="text-align: justify;">Das System arbeitet also gegen Newcomer, Radiosender schielen beim Zusammensetzten der eigenen Playlists nicht nur auf die Airplay-Charts, sonder auch die Verkaufscharts. Ohne im Radio gesendet zu werden, schafft es jedoch niemand genug Hörer/Käufer zu finden, die eine sichtbare  Platzierung in den Charts sichern. Ein Teufelskreis, jedoch keiner, der nicht zu durch brechen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Was also können Bands/Musiker tun, um sich &#8220;Gehör zu verschaffen&#8221;, die viel umkämpften Airplay-Charts zu &#8220;entern&#8221;?</p>
<p style="text-align: justify;">Eine kleine Zeitreise gibt Antwort. Wir schreiben das Jahr 2008, <em>DifferentStars</em> spukt durch das Netz und diverse Musikcommunitys um mehr über Social Media Marketing zu erfahren, Wayne Jackson hofft irgendwann endlich sein erstes Soloalbum <strong>The Long Goodbye</strong> veröffentlicht zu bekommen und verbringt viel Zeit mit MySpace, Fuzz.com (R.I.P) und Co. Die beiden begegnen sich und ein reger Austausch beginnt.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach vielen Irrungen und Wirrungen mit Four Music/Columbia/SonyBmg wird schließlich <em>Glorious</em>, die erste Single von Wayne Jackson veröffentlicht, im August 2008 folgt die Veröffentlichung von <em><strong>The Long Goodbye</strong></em>. Die offizielle Promotion geht so ziemlich spurlos an allem und jedem vorbei.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>DifferentStars </em>denkt sich die ein und andere Marketing-Strategie aus, unter anderem diese:</p>
<p style="text-align: justify;">Fans/Freunde dazu motivieren, E-Mails an Radiosender zu schicken (Auflistungen Kontaktadressen <a href="http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&amp;friendId=88254812&amp;blogId=420148608">hier</a> und <a href="http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&amp;friendId=88254812&amp;blogId=517516925">hier</a>) und um das Spielen von Glorious/Shine On zu bitten und noch wichtiger, Fans/Freunde darum zu bitten bei Radio-Charts für die Songs abzustimmen. Erster Mini-Erfolg: die BB Radiocharts, <em>DifferentStars</em> stimmt selber ab und gewinnt zur Strafe ne The Dome CD, der Song landet auf Platz 10.</p>
<p style="text-align: justify;">Was genau hat dies nun mit den Airplay-Charts zu tun. Die BB Radio-Charts noch wenig. Aber: Es gibt einflussreichere Sender, an erster Stelle steht: SWR3</p>
<p style="text-align: justify;">Also ein neuer Aufruf an die Fans: Bitte sendet eine E-Mail mit dem Betreff &#8220;Charts-Neuvorschlag&#8221; an:  charts@swr3.de</p>
<p style="text-align: justify;">Es funktioniert, <em>Shine On</em> landet im Herbst 2008 als Neuvorschlag bei den SWR3-Hörercharts, der <a href="http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&amp;friendId=88254812&amp;blogId=438786558">Voting-Aufruf </a>via MySpace und Co zeigt Wirkung: <em>Shine On</em> wird <a href="http://i35.photobucket.com/albums/d187/ponyworld/Wayne%20Jackson/swr3chartswoche42.jpg">Nr. 1</a>, der Song landet mit dieser Hilfe  auch in den Airplay-Charts.</p>
<p style="text-align: justify;">2009/2010 Die gleiche Kampagne noch mal für <em>Hallelujah</em> (Album: <strong><em>Undercover Psycho</em></strong>). Der Song <a href="http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&amp;friendId=88254812&amp;blogId=521282160">wird Nr. 1</a> und bleibt ne Weile an prominenter Stelle vertreten. Nach Waynes eigenen Aussagen, ist dies ausschlaggebend für die Airplay-Charts. Darüber hinaus, verschafft ihm die Plazierung in den Hörercharts einen Auftritt bei der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=82KuLW4WHDY">SWR3 Fahrstuhl-Musik</a> und <a href="http://www.swr3.de/fun/tv">SWR3 Latenight</a> (6.02.10).</p>
<p style="text-align: justify;">Für alle, die sich in den vergangenen Wochen gefragt haben, was ich den mit Social Media Marketing insbesondere in Bezug auf Wayne Jackson meine, dies ist ein Punkt von vielen und dies ist eine Kampagne, die kein Geld, dafür aber Zeit kostet. Nicht alle Bands werden mit solchen Aktionen Erfolg haben. Grundvoraussetzungen sind natürlich:</p>
<p style="text-align: justify;">a) Dass der Song radiotauglich ist, sprich feinster Post-Rock wird hier keine Chance haben, oder nur dann, wenn man Sigur Rós  heißt <img src='http://lieinthesound.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: justify;">b) Die Single sollte bei einem regulären Label erschienen sein. Irgendwie Selbstveröffentlichtes wird von den Sendern gescheut wie das Weihwasser vom Teufel.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele Bands und Labels haben die Zeichen der Zeit erkannt und Streetteams für ihre Künstler ins Leben gerufen, die an den richtigen Stellen für wichtige Aufmerksamkeit sorgen.</p>
<p style="text-align: justify;">Warum dies auch bei Musikern mit überschaubarem Fankreis Wirkung zeigt, lässt sich dadurch erklären, dass sie meisten Internet-Konsumenten nur passiv agieren. Nur eine geringe Anzahl der User tragen aktiv zum Geschehen bei. Zielgerichtet um Support zu bitten, kleine Aufgaben an Fans zu verteilen, heißt Energien zu bündeln und Menschen, die bereit sind etwas zu tun (nur nicht wissen was) die Möglichkeit der Teilnahme zu geben. (Ich kenne eine Person, die viel Zeit aber keinen Plan hatte, was sie für Wayne tun könnte, mich (als ehemalige MySpace-Topfreundin von Wayne Jackson) anschrieb und um Tipps bat, erst schickte ich sie zu Last.fm, wo sie seitdem jedem, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist die Musik des Briten empfiehlt, die übrigen Stunden verbringt sie damit sich neue E-Mail-Adressen anzulegen, um nochmals bei SWR3 abstimmen zu können).</p>
<p style="text-align: justify;">Abgesehen davon&#8230; ist es auch eine Wahrheit in der Musikindustrie, dass ehemals nützliche Freunde sehr schnell zu Gunsten noch nützlicherer gekillt werden&#8230; Inzwischen erzählt der Brite überall, er hatte alles einem wichtigen Freund bei SWR3 zu verdanken. Darüber hinaus, wurde mir zugetragen, dass er gestern bei <a href="http://www.fritz.de/programm/schema/sendungen/blue_moon.html">Blue Moon</a> auf Radio Fritz gemeinsam mit dem Moderator Stephan Michme das neue Genre Britrock erfunden hat. Hm&#8230; ich will ja nichts sagen, tagge ich doch schon seit Jahren auf <a href="http://www.lastfm.de/tag/britrock">Last.fm </a> zusammen mit 2.450 anderen Nutzern den ein oder anderen Act mit diesem Genre-Tag und Google Deutschland kennt ganze <strong>446.000 </strong>Erwähnungen, aber auch dies ist natürlich nur meine subjektive Wahrnehmen der Wahrheit <img src='http://lieinthesound.de/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':-D' class='wp-smiley' />  Genug gelästert, &#8230;. sollte ja ein konstruktiver Marketing-Beitrag werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>DifferentStars</em></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
]]></content:encoded>
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		<title>DSDS und der umgedrehte Spieß</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 18:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[DSDS]]></category>
		<category><![CDATA[Meike Büttner]]></category>
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		<description><![CDATA[
Wer DSDS gewinnt, der hat schon verloren, nicht nur Selbstachtung und künstlerische Freiheit, meist auch finanziell. Spätestens seit der Veröffentlichung des Buches „Sex, Drugs und Castingshows“ von Markus Grimm und  Martin Kesici, das im Anhang Originalverträge von Castingshow-Gewinnern bereit hält, ist eines klar: Reich wird man so nicht, berühmt auch so eher auf der Ebene eines B-Promis, auf den dann alle einhauen können, noch der allerkleinste Fauxpas zur Bild-Schlagzeile hochgepusht wird. Vertiefende Einblicke findet  ihr hier und hier.
Was genau in solchen Verträgen steht, wird auch sehr deutlich auf myoon ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/02/meikebüttner.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6256" title="Meike Büttner" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/02/meikebüttner.jpg" alt="" width="550" height="733" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wer <strong>DSDS</strong> gewinnt, der hat schon verloren, nicht nur Selbstachtung und künstlerische Freiheit, meist auch finanziell. Spätestens seit der Veröffentlichung des Buches <strong>„Sex, Drugs und Castingshows“</strong> von <strong>Markus Grimm</strong> und  <strong>Martin Kesici</strong>, das im Anhang Originalverträge von Castingshow-Gewinnern bereit hält, ist eines klar: Reich wird man so nicht, berühmt auch so eher auf der Ebene eines B-Promis, auf den dann alle einhauen können, noch der allerkleinste Fauxpas zur Bild-Schlagzeile hochgepusht wird. Vertiefende Einblicke findet  ihr <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/486030">hier</a> und <a href="http://derwahrheit.wordpress.com/2010/01/30/castingshows-und-knebelvertrage/">hier</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Was genau in solchen Verträgen steht, wird auch sehr deutlich auf myoon beschrieben, die in dem Artikel <a href="http://blog.myoon.com/2010/01/29/wie-man-ein-entertainmentsklave-wird/">Wie man ein Entertainmentsklave wird</a> die Castingvereinbarung für &#8220;The X-Factor&#8221; unter die Lupe genommen haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Wirklich brenzlig wird es für die Kandidaten, sobald sie in die engere Auswahl geraten. So erklärte <strong>Meike Büttner</strong> auf ihrem <a href="http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&amp;friendId=52642314&amp;blogId=528579550">MySpace-Blog</a>:</p>
<blockquote style="text-align: justify;"><p>Echte Musiker &#8211; wie Joel und ich &#8211; müssen also an diesem Punkt der Sendung sowieso ausscheiden! Das liegt an den Verträgen, über die ich leider keine Auskünfte geben darf. Wer unter die Top 15 kommt, unterschreibt jedenfalls einen Vertrag, der für ernstzunehmende Musiker den Genickbruch bedeutet.</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Empörung, die die Sängerin in ihren Blogbeiträgen zum Thema DSDS an den Tag legt, ist natürlich lächerlich und aufgesetzt bis zum Geht-nicht-mehr. Ein geplanter Skandal, der den Spieß mal rumdreht, das Castingshow-System mit den eigenen Waffen schlägt. Dafür, dass sie die Erste ist, die zum Zwecke der Promo an DSDS teilnimmt, um dann hinausgeschmissen zu werden, verdient sie allerdings auch ein paar Blümlein.</p>
<p style="text-align: justify;">Sie hat das Kunststück fertig gebracht, sich Dieter Bohlen und Co als Kuriositätenkabinettmitglied anzubieten. Wurde dann auch weniger wegen Stimme, denn Originalität mit auf die Insel genommen, um kurz nach dem Flug in die Heimat aus der Sendung zu fliegen. Inklusive eines <a href="http://www.bz-berlin.de/kultur/fernsehen/meike-buettners-dsds-tagebuch-article719450.html">Tagebuch</a>-<a href="http://www.bz-berlin.de/kultur/fernsehen/so-zwang-dsds-mich-zum-bikini-foto-article721583.html">Intermezzos </a>mit der BZ. Das erst von ihr mit vermeintlichen Intimitäten gefüllt und dann der Dramaturgie gemäß <a href="http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&amp;friendId=52642314&amp;blogId=528275531">dementiert</a> wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Und jetzt alle mal so: EMPÖRUNG bitte! Worüber eigentlich? Ach ja&#8230; DSDS hat Meikes letzte Auftritte beim Recall nicht gesendet. Weil sie so ungezogen war, die Göre&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">So richtig ernst nehmen kann ich das jetzt nicht. Meike inszeniert sich ein bisschen zu sehr als Berliner Göre á la Mieze von Mia, zumindest jetzt&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Zitat Bohlen: &#8220;Ich finde ja DSDS ist ein Format für Geisteskranke, sonst würd ich hier auch nicht sitzen, deshalb hat du von mir auch ein Ja.&#8221;</p>
<div><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="420" height="339" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.dailymotion.com/swf/xbz9nm" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="420" height="339" src="http://www.dailymotion.com/swf/xbz9nm" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<strong><a href="http://www.dailymotion.com/swf/xbz9nm">DSDS 2010 &#8211; Casting &#8211; Querkopf Meike Büttner</a></strong><br />
<em>von <a href="http://www.dailymotion.com/Masteroflive001">Masteroflive001</a></em></div>
<p>2008 trat Meike noch als süße Singer-Songwriterin auf die Bühne:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/-H1C3NstO8M&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/-H1C3NstO8M&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: justify;">Inzwischen ist sie zur Mitte-Göre mutiert mit entsprechend hypernervös-aufgeregtem Großstadt-Charme inklusive &#8220;Die Drogen, die Drogen, die bösen Drogen&#8221;-Flair. Ein Sternchen, dass ich gerne die Attribute durchgeknallt und verrückt auf den Steckbrief hefte.</p>
<p style="text-align: justify;">So sind dann die pseudo-empörten Ergüsse auf der Meike ihrem MySpace-Blog eher niedlich als ernst zu nehmend. Immerhin, als scheinbar bekennende Rechtschreibverachterin ist sie mir schon wieder nen Tick symphatisch. Wer seine Begleitband <strong>Das Satelitenduo Stereo</strong> konsequent mit nur einem &#8220;l&#8221; schreibt, verdient schon die Bezeichnung Künstlerin.</p>
<p style="text-align: justify;">Musikalisch <a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&amp;friendid=52642314">zu hören</a> ist eher so das, was man hier in Berlin alle naselang auf irgendwelchen Kleinst-Clubbühnen geboten bekommt. Zum Teil ganz nett, weit entfernt von besonders oder brillant.</p>
<p style="text-align: justify;">Marketingtechnisch hat sie sich ein paar Tausender gespart und dürfte mit der Nummer besser fahren als viele ihrer Leid-und Sangesgenossen, die mit angeschlagenen Köpfen vor den Türen der Musikmagazine und Sendungen wutentbrannt auf die ungerechte Beachtung schimpfen, die die Castingshow-Teilnehmer ins Rampenlicht der Gazetten beamt. So wünsch ich mir für die Zukunft mehr Teilnehmer, die hingehen um nicht zu gewinnen, und ein Dschungelcamp, in dem sich alle einig sind, dass sie keine Ekel-Prüfungen ablegen wollen und tapfer ein paar Wochen mit Würde und Anstand allein von Reis und Bohnen leben.</p>
<p><em>DifferentStars</em></p>
<p style="text-align: justify;">PS: Youtube nach DSDS-Videos zu durchsuchen bringt nicht viel, hier ne lustige Aufarbeitung des Themas:</p>
<p><strong>RTL sperrt DSDS 2010 Videos -Beschwerde</strong><br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/nJOMmnMw4DU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/nJOMmnMw4DU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Waschzettel-Affäre &#8211; Die Zeit und das Augenscheinliche</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 10:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[So halt!]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Musikjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Musikpromotion]]></category>
		<category><![CDATA[Musikrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Spex]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich während des Morgenkaffees die Überschriften der mehr als 70 in meinem Newsreader geführten Fachmagazine, Blogs und Zeitungsrubriken hinsichtlich musikalischer Verlautbarungen abgrase, gehört Die Zeit bei aller prinzipiellen Wertschätzung nicht zu diesem erlauchten Kreis. Daher brauchte es auch eine gewisse Zeit, ehe die Kritik an Musikpromotion und -journalismus nun doch den Weg in meine Kaschemme fand. Und so ganz will sich mir auch nach wiederholter Lektüre zweier Artikel die zwingende Schlüssigkeit der Kritikpunkte nicht darstellen, dazu hagelt es zu zahlreich olle Kamellen.
Die Chose begann vor mehr als einer Woche ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wenn ich während des Morgenkaffees die Überschriften der mehr als 70 in meinem Newsreader geführten Fachmagazine, Blogs und Zeitungsrubriken hinsichtlich musikalischer Verlautbarungen abgrase, gehört <strong><em>Die Zeit</em></strong> bei aller prinzipiellen Wertschätzung nicht zu diesem erlauchten Kreis. Daher brauchte es auch eine gewisse Zeit, ehe die Kritik an Musikpromotion und -journalismus nun doch den Weg in meine Kaschemme fand. Und so ganz will sich mir auch nach wiederholter Lektüre zweier Artikel die zwingende Schlüssigkeit der Kritikpunkte nicht darstellen, dazu hagelt es zu zahlreich olle Kamellen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Chose begann vor mehr als einer Woche mit einem <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2010-01/musiksprech?page=1#" target="_blank">Wutanfall Carsten Klooks</a>, dem es wie Schuppen von den Augen wehte, dass Presse-Infos von Plattenlabels und Promotionagenturen einen werbenden Charakter enthalten und in den Waschzettel genannten Mitteilungen Superlative ihr Unwesen treiben. Weiters bekrittelte der werte Schreiber Plattitüden und Worthülsen, die als &#8220;Girlanden bizarrer Vergleiche&#8221; jedwede Inhaltlichkeit vermissen lassen. Ein paar Tage später <a href="http://www.zeit.de/kultur/musik/2010-01/musik-pr-replik?page=1#" target="_blank">sprang Zeit-Kollege Jan Kühnemund Klook zur Seite</a> und relativierte das Augenscheinliche, indem er die Werbung für ein Produkt als stets lobpreisend und dumpf entlarvte und den Schwarzen Peter Musikredakteuren und Blogger weiterreichte. Anhand zweier Beispiele attestierte er <strong><em>Spex</em></strong> die wörtliche Übernahme von Waschzetteltexten und dem <strong><em>Musikexpress</em></strong> &#8220;Korrumpiertheit&#8221;. Plattenfirmen gäben Songs frei, die das Magazin dem Heft in CD-Form beilegt, worauf sich der Verlag mit überschwänglich wohlwollenden Besprechungen revanchiere. Dies wiederum veranlasste <a href="http://live.spex.de/2010/01/22/in-eigener-sache-zur-kritik-an-spex-auf-zeit-online/" target="_blank">die Spex zur Klarstellung</a>, dass im monierten Fall der Text lediglich im Zusammenhang mit der Bewerbung einer Spex-Eigenveranstaltung verwendet wurde.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_6099" class="wp-caption aligncenter" style="width: 346px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/01/Waschzettel.jpg"><img class="size-full wp-image-6099" title="Waschzettel" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/01/Waschzettel.jpg" alt="" width="336" height="233" /></a><p class="wp-caption-text">Symbolbild</p></div>
</p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Soviel zu den sagenhaft sensationellen Enthüllung von Zeit Online. Und auch wenn es sich hier um ein Paradebeispiel für das Konstatieren des allzu Offensichtlichen handelt, sollte der übereifrig initiiert Diskurs auf der Ebene einer Grundsätzlichkeit fortgeführt werden. Denn eigentlich verrät die Qualität der Waschzettel viel darüber, wie Labels und Promotoren ihre Klientel einschätzen. Dies betrifft einerseits die Faulheit von Journalisten und Bloggern, Inhalte mittels Recherche einer Prüfung zu unterziehen. Die Hetzjagd nach Content unterbindet das. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Suchmaschinenoptimierung" target="_blank">SEO</a>-Schlampen unter den Blogs zum Beispielen übernehmen den Pressetext wortwörtlich, generieren hohe Klickzahlen ohne einen Funken eigene Meinung oder gar Fachkenntnis zu investieren, verdienen sich mit Werbung etwas dazu. Manch sogenanntes Internet-Musikmagazin wie Musicheadquarter.de bedient sich gerne  dieser Inhalte, übernimmt zwei Drittel des Promotiontextes zur Veröffentlichung des neuen Albums von <em>Get Well Soon</em> als Vorankündigung eines neuen Videos. Immerhin macht erwähntes &#8220;Magazin&#8221; kein Hehl aus der verwendeten Quelle. Und da dies den Erstellern der Waschzettel hinlänglich bekannt ist, dienen selbige nicht der schieren Information, vielmehr der Verbreitung von hymnischen Qualitätsbezeugungen. Aus diesem Fundus schöpfen kleine wie größere Fische.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Andererseits richtet sich die sprachliche Verfasstheit von Presse-Infos natürlich auch nach der jeweiligen Leserschaft aus. Wer für die Beschreibung von Musik nur einen begrenzten Wortschaft aufbringt, will auch nur diesen in einer Besprechung erwähnt wissen. Wozu also soll ein Waschzettel für die neue CD der <em>Scorpions</em> eine schreiberische Finesse aufweisen? Je höheren Anspruch die Musik aufweist, desto hochwertiger agieren meist auch die Werbetreibenden. Und dies simple Faktum sagt mehr darüber aus, was oben angeführte Wochenzeitung rezensionstechnisch ins Auge fasst, als es die Autoren von Pressemitteilungen brüskiert.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Wenden wir uns nun noch rasch dem Kern des Problems zu. Wie lässt es sich über Musik parlieren, wie vermag man selbige zu rezensieren? Die objektiven Deskriptionsmöglichkeiten &#8211; zum Beispiel Tonlage oder Takt &#8211; sind für den Konsumenten reichlich uninteressant, ihn locken die Emotionen und Assoziationen, welche jene Kunst auslöst. In Worte zu fassen, was selbst keine Worte kennt, schreit förmlich nach überbordenden Verwendung rhetorischer Figuren. Dass die Rezensionsmaschinerie manch Adjektiv inflationär handhabt, scheint unbestritten. Und doch heiligt der Zweck die Mittel, wenn mit Phrasen nähergebracht wird, was nach Kritikermeinung Hörer zu bereichern vermag. Ich für meinen Teil sehe in scheppernden Gitarren, ausufernde Soundlandschaften oder düsteren Pianoakkorden keine Desavouierung der Sprache Goethes.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Die echte Crux an den Artikeln in der <em>Zeit</em> ist zweifellos die Frage nach der Redlichkeit von Musikjournalisten, wie ich sie <a href="http://www.lieinthesound.de/2009/12/die-grossen-nullen-auf-den-spuren-einer-indie-musik-verschworung/" target="_blank">hier</a> bereits thematisiert habe. Doch ausgerechnet in dieser Hinsicht haben die Herren Klook und Kühnemund keinerlei Lösungansätze parat. Wahrscheinlich gibt es keine, außer auf die normative Kraft mündiger Hörer wie Leser zu vertrauen, die früher oder vermutlich später das üble Spiel durchschauen.</p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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		<title>Die großen Nullen &#8211; Spiel mir das Lied vom Kot</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 10:25:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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Nachdem das Haltbarkeitsdatum des Jahrzehnts überschritten und eine frisch gebackene Dekade pfirsichhäutig erwächst, darf man getrost das Kind mit dem Bade ausschütten. Das Vermächtnis der abgelaufenen Dekade besteht in geringem Umfang aus epochalen kompositorischen Glanztaten, der eigentliche Furor manifestierte sich in iPods, der Unendlichkeit des Webs, dekatenten und vom Filesharing gebeutelten Plattenfirmen sowie einer karnickelhaften Vermehrung von Castingshows.
Nehmen wir die malträtierten Moloche zuerst ins Visier. Wenn sich eine ganze Branche nur noch in smarten Marketingfeldzügen ergeht und die jahrelang gewieft praktizierte Ausbeutung der Konsumenten zu perfektionieren sucht, wenn lediglich diese ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/01/Nullen1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6034" title="Nullen" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/01/Nullen1.jpg" alt="" width="336" height="149" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem das Haltbarkeitsdatum des Jahrzehnts überschritten und eine frisch gebackene Dekade pfirsichhäutig erwächst, darf man getrost das Kind mit dem Bade ausschütten. Das Vermächtnis der abgelaufenen Dekade besteht in geringem Umfang aus epochalen kompositorischen Glanztaten, der eigentliche Furor manifestierte sich in iPods, der Unendlichkeit des Webs, dekatenten und vom Filesharing gebeutelten Plattenfirmen sowie einer karnickelhaften Vermehrung von Castingshows.</p>
<p style="text-align: justify;">Nehmen wir die malträtierten Moloche zuerst ins Visier. Wenn sich eine ganze Branche nur noch in smarten Marketingfeldzügen ergeht und die jahrelang gewieft praktizierte Ausbeutung der Konsumenten zu perfektionieren sucht, wenn lediglich diese Fertigkeiten erlernt und überstrapaziert wurden, dann darf es nie und nimmer verwundern, dass eine Sinnkrise &#8211; wie es rapide sinkende Absatzzahlen nun einmal sind &#8211; ohne kreative Lösungen bewältigt wird. Schockstarre und Beißreflexe haben noch selten Probleme vom Tisch gewedelt. Deshalb charakterisieren die Nuller-Jahre das demenzhafte Dahinsiechen einer Branche, die zuvor wie Unkraut gedieh. Nun kann man dies vom evolutionären Standpunkt durchaus mit Wohlwollen beklatschen. Evolution kennt keine Moral und keine Skrupel. Und doch bleibt die vermaledeite Ursache das Filesharing. Ob als Überzeugungstäter oder aus Gedankenlosigkeit heraus, erbarmungslos nahmen die Tauschenbörsenjünger auch Kollateralschäden in Kauf. Für all die Musiker, die eben nicht <em>Madonna</em> oder <em>U2</em> heißen, wurde in der vergangenen Dekade die Luft ebenfalls dünn.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwar entwickelte die Weite des Internets ungeahnte Möglichkeiten des Vertriebs, der Vermarktung und Etablierung von Musik. Letztlich zündeten Ideen wie <em>Creative Commons</em> nicht wirklich. Und den Bekanntheitsgrad mittels massenhaften MySpace-Freundschaftsanfragen zu steigern, hat auch noch keine Band in die Charts gehievt. Im Endeffekt spiegelt das Web ein Stammtischverhalten wider. Wer am lautesten schreit, glaubt gewonnen zu haben. Ein Irrtum. Weder Fleiß noch Liebe zu Detail und schon gar nicht spammige Penetranz sind der Schlüssel zum Erfolg. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Search_engine_optimization" target="_blank">SEO</a> zählt weitaus mehr, ebenso wie Viral Marketing. So doof der durchschnittliche Internet-Nutzer auch sein mag, er kann jedoch erkennen, wenn er für dumm verkauft wird. Je subtiler und hinterhältiger die Köder ausgelegt werden, desto eher zeitigt dies Wirkung. Die Selektion im Internet ist nichts für charakterfeste oder gar naive Zeitgenossen.</p>
<p style="text-align: justify;">Und doch ließ sich in den letzten 10 Jahren mit Musik auch massig Geld verdienen. Besonders wenn man auf Schein und in geringer Dosis auf Sein setzte. Dergestalt vermochte <em>Apple</em> Plagen über die Menschen auszuschütten, in Form von <em>iPod</em>, <em>iTunes</em> und <em>iPhone</em>. Zumindest in den Belangen der Hardware wurde Design zur alles überstrahlenden Konstante. Längst ist es egal, was man so hört, vielmehr zählt, ob man es mit einem iPod hört.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenden wir unser gedankenschweres Haupt noch dem kunterbunten Treiben diverser Castingshow-Formate zu. Der frisch-fröhliche Aufmarsch musikalisch unbegabter Menschen wurde nur noch durch die hündische Ergebenheit übertroffen, mit welcher die Kandidaten Würde für vermeintlichen Erfolg opfern wollten. Ob <em>Popstars</em> oder <em>DSDS </em>- immer wurde von den Machern Qual mit Disziplin, divaesques Gehabe mit Ausstrahlung, klamaukige Attitüde mit Humor, schriller Gesang mit Emotion und Untalentiertheit mit Entwicklungspotential verwechselt. Dass Stars keinerlei kreativen Anstrich benötigen, schien sich stillschweigend als Grundvoraussetzung zu etablieren. Das eigentliche Opfer des Castingwahns stellten weder die voyeuristische Unterschicht dar, auch nicht die willigen Anwärter auf kurzlebigen Ruhm, vielmehr waren die eigentlich Geschädigten die Musiker, die ihre Kunst nicht als marionettenhaftes Handwerk begreifen. Der Beruf des Musiker scheint mittlerweile beinahe so anrüchig, wie es der des Henkers bereits ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Jahre der großen Nullen sind in vielerlei Hinsicht eine Farce. All die genannten Beispiel zeigen, dass die Kacke am Dampfen scheint, Musik als Kunstform abgedankt hat. Lieder und Alben und Interpreten sind nun mehrheitlich Ausscheidungsprodukte einer am Zahnfleisch kriechenden Industrie. Die Legionen der Niveaulosen stürzen sich darauf noch wie Fliegen auf einen Hundehaufen in der sommerlichen Mittagssonne. Doch ein Stück Hundescheiße ist halt nicht der Stein der Weisen. Und dennoch gilt, spiel mir das Lied vom Kot&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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