Angedunkelter Retro-Soul-Pop mit Stil – Kovacs

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In diesem Herbst gilt es so manches unterschätztes Album zu bestaunen und einige überschätzte Platten zu belächeln. Aber Musik muss sich ja nicht immer über Meilensteine und schon gar nicht über unerträgliches Radiogedudel definieren. Ein Lied darf – ja, soll – gern unterhaltsam aus den Boxen tönen, das Herz erfreuen und das Hirn dabei nicht beleidigen. Mit Retro-Soul-Pop macht man da eigentlich nichts verkehrt. Er ist selten mies oder fade, verbindet Gefühl mit ansprechendem Schwung. Und deshalb möchte ich auf die aus den Niederlanden stammende Sängerin Kovacs hinweisen, die dieser Tage mit ihrer EP My Love durch Deutschland tourt.

Der Pressetext legt Vergleiche mit Portishead oder Amy Winehouse nahe. Die sehe ich zwar nicht, aber ihr angedunkelter, mit Bondschem Charme orchestrierter Pop fällt allemal reizvoll aus. Kovacs gelingt ein durchaus hintergründiges Timbre, man möchte ihren Gesang hin und wieder an einer Shirley Bassey messen. Und vermutlich ist dieser Vergleich auch stimmiger, als wenn man sie zusammen mit Winehouse oder Duffy in einen Topf wirft. Weiterlesen »


Release Gestöber 58 (M185, earnest and without you, Pompeii)

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M185

Im Grunde gibt es doch vier Sorten Bands. Zunächst die gemachten Acts, bei denen im Hintergrund ungezählte Hände herumfingern, um ein möglichst gutverkäufliches Produkt zu fertigen. Dann noch die vermeintlich selbstbestimmten, erfolgreichen Bands, die ihre Songs jedoch ganz und gar darauf ausrichten, was die Zielgruppe von ihnen erwartet. Keep the customer satisfied, oder so. Weiters existieren Legionen von Formationen, die ohne Plan und Talent drauflosträumen. Und schließlich findet sich noch eine kleine Schar derer, die einen ganz eigenen musikalischen Zugang ohne Kompromisse hegen und pflegen. In letztere Kategorie fallen M185. Ihr Indie-Rock wird mit Verve vorgetragen und von einzigartiger gesanglicher Lässigkeit geadelt, erschallt angeraut, verlärmt. Derart stark präsentiert sich die Wiener Formation, dass ich über die Platte Let The Light In 2011 nur positive Worte verloren habe. Schon damals unterstellte ich ihrem Tun eine gemütsaufhellende Wirkung. Und genau dies lässt sich auch manch Nummer des im Frühjahr erschienen neuen Album Everything Is Up attestieren. Noch immer verkörpern M185 all das, was Indie-Rock anziehend macht. Stehen für einen Sound, der nicht nach Erfolgsformeln grübelt, sondern den Spaß am forschen Spiel in den Vordergrund rückt, sich Marotten leistet. Zu den Highlights des Albums zählt Soon, das mit einem sympathisch-kauzigen, dem Big Muff huldigenden Video für Schmunzeln sorgt. Es ist ein ausgemachter Wohffühltrack, dessen quirliger Geist und eingängiges Wesen den Neunzigern entstammt. Ähnliches gilt es über ShShSh zu sagen, welches sich im Refrain herrlich deftig und groovig gibt. Wolfram Leitners immer wieder ins Sprechen abgleitender Vortrag ist das große Pfund der Platte. Während die beiden genannten Lieder unvermittelt zum Höhepunkt emporschnellen, tingelt Two-Tone Song (Out Of Here) im Kontrast von Rhythmussektion, Keyboard und einem auffällig erzählerischen Gesang dahin. Als weitere Glanzlichter eines ohnehin kurzweiligen Albums glänzen gegen Ende noch Spring Thing und das sich Mal für Mal stärker entfaltende Shuffled. In manch Momenten ist dies Stadionrock, der ums Verrecken keiner sein will und gerade darum besticht.

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Release Gestöber 56 (Orenda Fink, King Creosote, Phoria, Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp)

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Es ist Fußball-WM. In dieser Zeit relativiert sich sogar der Stellenwert von Musik im Leben eines sonst von Enthusiasmus durchdrungenen Musikfans. Darum sei heute ganz kurz und bündig auf kommende und bereits erschienene Alben hingewiesen.

Orenda Fink

Zugegeben, der Name Orenda Fink mag vielleicht nicht bei jedem gestandenen Indie-Fan ein sofortiges bejahendes Kopfnicken verursachen. Als bessere Hälfte des Duos Azure Ray hat sie es seit 2001 allerdings in die viele, viele Plattensammlungen geschafft. Speziell ihre Soloalben sowie anderweitige Kooperationen (O+S) haben sie auch zu einer meiner Lieblingssängerinnen werden lassen. Aus diesem Grund freut es mich sehr, dass Ende August mit Blue Dream endlich ein neues Werk dieser nachdenklich-betörenden Stimme erscheinen wird. Dem ersten musikalischen Vorboten Ace of Cups nach zu schließen, klingt das neue Album doch verdächtig nach dicht instrumentierem Dream-Pop. Und damit doch anders als die folkige, verhuschte Vorgängerplatte Ask the Night, die ich 2010 derart eingeschätzt habe: “Ein auf Simplizität und Unverfälschtheit fixiertes Werk, das in den sehr zahlreichen entzückenden Momenten im zartbesaiteten Hörer einiges schwingen lässt.”. Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt, was die verehrte Frau Fink dieses Mal ausgeheckt hat. Sie wird mich nicht enttäuschen, davon bin ich überzeugt. (Ace of Cups ist via Soundcloud als kostenloser Download verfügbar.)

bluedream

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Lauschrausch LIV: James

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Es gibt in der Musikbranche solche und solche Urgesteine. Etwa jene, die sich nur noch durch Eskapaden bei ihren Ausflügen aus dem Rockolymp auszeichnen, oder aber Bands, die sich auch nach Jahrzehnten noch um Relevanz bemühen und sich nicht auf den Lorbeeren von einst ausruhen. In letztere Kategorie fällt James, eine vor allem in den Neunzigern erfolgreiche Band aus Manchester. Nach einer nahezu obligatorischen Auflösung 2001 fanden die Mannen rund um Sänger Tim Booth 2007 wieder zueinander. Und nach der Comeback-Platte Hey Ma und zwei Mini-Alben folgt mit La Petite Mort nun ein weiterer Beleg dafür, dass man das Comeback nicht aus Gründen der Altersversorgung unternommen hat.

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Lauschrausch LII: Yppah

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Wer – so wie meine Wenigkeit – auf in Traumhaftigkeit schwelgende Electronica abonniert ist, möchte den US-Amerikanier Yppah nicht missen. Anlässlich der letzten Platte Eighty One attestierte ich dem hinter Yppah steckenden Herrn Joe Corrales Jr. die virtuose Fähigkeit, Budenzauberszenerien zu entwerfen. Wird man dann eins mit seinem Werk, “winden sich Schauer kindlichster Erregung durch die Glieder, gerät man zum glückseligsten Teil des Spektakels.” Was auf Eighty One gemünzt war, lässt sich generell über sein freudvoll-magische Œuvre sagen. Musik und Fröhlichkeit sind bei Yppah eine verschworene Einheit. Ein Titel seiner 2009 erschienen Platte They Know What Ghost Know hieß damals A Parking Lot Carnival – und auf gewisse Weise darf man sein gesamtes Schaffen unter diesem Motto verstanden wissen. Dieser Tage nun hat der Klangschmied völlig unvermutet einen neuen Track namens Bushmills vorgestellt. Ich werte selbigen als Vorboten eines hoffentlich baldigen neuen Albums. Und freue mich. Weil der Budenzauber auch bei Bushmills in jeder Sekunde blinkt und funkelt. Welch Lauschrausch!

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Stippvisite 06/04/2014 (Weiterhin unsexy!)

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Es gibt mehrere Möglichkeiten im Netz nach Beachtung zu heischen.

Aufopfernde Gutmütigkeit: “Ich habe heute ein Kätzchen vor einem herannahenden Auto gerettet, mir dabei aber einen Schuhabsatz und einen Fingernagel abgebrochen.

Saftige Stammtischempörung: “Kinderschänder gehören an die Wand gestellt und erschossen. Und anschließend sicherheitshalber noch kastriert.

Bahnbrechende Rezepttipps: “Ich habe ein sagenhaftes Rezept für veganes Coq au vin gefunden. So lecker – und noch dazu ohne Kalorien!

Abgefeimte Häme: “Markus Lanz mag zu Beginn der Traum aller Schwiegermütter gewesen sein. Zuletzt hat wohl aber nur noch seine eigene eingeschaltet.

Praxisbezogene Selbstüberschätzung: “Politiker sind doof wie ein Stück Brot. Ich hätte den BER binnen eines Tages flottgekriegt.

Wir dagegen werden auch weiterhin über Musik schreiben. Auch wenn wir schon längst vom Gefühl beschlichen sind, dass das Schreiben über Musik dieser Tage reichlich unsexy scheint. Dennoch wollen wir auch heute wieder die besten Empfehlungen unserer bloggenden Kollegen – mit der einen oder anderen Bemerkung versehen – weiterreichen.

Vokabeltipp:

Es gibt Worte, deren Klang Balsam für die Ohren ist. In der englischen Sprache hat es mir das Vokabel “Reverie” schon lange angetan. Es meint die Tagträumerei, wirkt in der Artikulation ungemein zärtlich und anmutig. Eine Band, die sich Reveries nennt, hat bei mir also schon vorab einen Stein im Brett. Die aus dem schwedischen Linköping stammende Formation macht gitarrigen Indie-Pop, der fühlt und fiebert. Weiterlesen »


Release Gestöber 51 (Sierra Leone’s Refugee All Stars, OLD, Broken Note, Yann Tiersen)

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Ein wilde Mischung empfehlenswerter Veröffentlichungen: Von elektronischen Zombie-Insekten bis hin zu unterhaltsamen afrikanischen Klängen aus Sierra Leone ist einmal mehr alles vertreten. Diese Vielfalt sollen uns all die ganzen Hipster-Musikblogs mal nachsteppen ;) Auf geht’s!

Sierra Leone’s Refugee All Stars

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Photo Credit: David De Groot

Die Geschichte von Sierra Leone’s Refugee All Stars rührt an. In den Neunzigern flüchteten viele Menschen aus Sierra Leone vor dem Bürgerkrieg in Flüchtlingscamps in Guinea, in einem davon lernten sich auch einige Gleichgesinnte kennen, die Trost im Musizieren suchten. Daraus entstanden die Sierra Leone’s Refugee All Stars, die nach Ende des Bürgerkriegs wieder in die Hauptstadt Freetown zurückkehrten. Von dort aus trat ihr Sound und ihre alle Widrigkeiten trotzende musikalische Botschaft den Siegeszug um die Welt an. Seit dem 2004 veröffentlichten Albumdebüt Living Like A Refugee haben sie mit weiteren Alben – etwa dem tollen Radio Salone (2012) – ihren Sound gefestigt. Und so freut es mich, heute auf ihren neuesten Streich Libation hinweisen zu dürfen. Es ist ein Album oftmals unbeschwerter Lebensfreude, eine schwungvoll-fröhliche Platte, deren liebevollen Rhythmen man sich nicht entziehen kann. Weiterlesen »


Grey’s Anatomy Soundtrack: Folge 1011 Pioniere + Folge 1012 Aprils großer Tag (Streams + Mp3s)

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Episode 10×11

“Pioniere”

OT: “Man on the moon”

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Heute Abend geschieht nun endlich Gottes Wille und April tritt in den heiligen Bund der Ehe. Das Ganze hat natürlich einen kleinen Pferdefuß -oder sollte ich lieber sagen Teufelshuf? Nur so viel: Es gibt einen Grund dafür, dass wir in dieser Staffel gleich zwei Cover von Bonny Tylers “Total Eclipse of the Heart” hören werden, die Version von Sleeping At Last wird in Folge 10×13 “Böses Blut” (“Take it back”) ertönen.

Den Soundtrack eröffnen die famosen CHVRCHES mit “Gun”, denen der Liebste und Co-Blogger vor einiger Zeit einen ganz besonderen Beitrag gewidmet hat: Ich würde ja auch lieber süße Katzenbilder posten! – Gedanken zu Lauren Mayberrys Brandbrief. Auch sonst sind wir hier im Hause “Lie In The Sound” auf Krawall gebürstet. So rein theoretisch könnten wir bzw. ich uns allabendlich auf Pro7.de die aktuellen Grey’s Anatomy Folgen anschauen. Wäre da nicht Ungemach mit unserem Provider Kabel Deutschland, der zwar ständig Werbebriefe für einen 100 Mbit/s Anschluss in unseren Briefkasten schmeißt, jedoch noch nichtmal in der Lage ist, auch nur ein Vierundsechzigstel der jetzt schon gebuchten 32 Mbit/s zu liefern. Also Finger weg von Kabel Deutschland! Die ganze Leidensgeschichte humoristisch aufgearbeitet findet ihr hier: Die unendliche Bandbreitenbeeinträchtigungsgeschichte (Kabel Deutschland Remix).

CHVRCHES – “Gun”

Link: chvrch.es
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Grey’s Anatomy Soundtrack: Folge 1009 “Entschuldigungen” + Folge 1010 “Klare Worte”

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Episode 10×09

“Entschuldigungen”

OT: Sorry Seems to Be the Hardest Word

 

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Leider ist die Folge 10×09 in der abc musiclounge nicht aufgelistet, ein Lied hab ich gefunden, bin mir allerdings nicht sicher, ob es hier nicht doch noch mehr Songs gibt.  Tja, da das ganze Netz sich auf diese eine Quelle bezieht, bleibt der Soundtrack dieser Folge ein wenig im Dunkeln. Dafür habe ich einen sehr feinen kostenlosen Download für euch aufgespürt: Bunji Garlin – “Differentology” (Major Lazer Remix), dies ist einer der sehr seltenen Momente, in denen ich tatsächlich den Remix besser finde, als den Originalsong. Und wer immer noch nicht die kostenlose Noisetrade-Ep von Sleeping At Last ergattert hat, hier und jetzt natürlich nochmals der Download-“Befehl”. ;-)

 

Laura Mvula – She

)

Link: lauramvula.com

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Grey’s Anatomy Soundtrack: Folge 1007 Nervenkitzel + Folge 1008 Zwei gegen einen

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Episode 10×07

“Nervenkitzel”

OT: “Thriller”

 

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Diese Woche wird’s übersinnlich in unserem Krankenhaus. Der Soundtrack dazu ist bunt gemischt mit vielen alten Bekannten. Sleeping at Last durften wir ja schon und werden auch noch mehrfach hier hören. Die Ausbeute an legalen Gratis-Downloads ist leider nicht so prickelnd, wird aber bestimmt auch mal wieder besser. Nach wie vor ein heißer Tipp ist die kostenlose Noisetrade-EP vom schon erwähnten Sleeping at Last. Ich wünsche schönes Gruseln und Mitfiebern heute Abend.

 

BANKS – “Change”

Link: hernameisbanks.com

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