Stippvisite 14/06/13

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Quadrillionen von Bands tummeln sich da draußen. Wir kennen sie nicht alle. Lernen aber täglich neue Künstler kennen, vor allem wenn wir uns durch ausgewählte Musikblogs und Magazine schmöckern. Das ist eine sehr erquickliche Beschäftigung, vor allem wenn man dabei diese Schätze hebt.

Begeisterungstipp:

Es gibt Lieder, die verfangen. Gleich beim ersten Mal. As You’d Begun ist so ein Song. Ihn kennzeichnet eine durch den Gesang hervorgestrichene Nostalgie, dazu gesellt sich die hymnische Ausgestaltung des Refrains sowie eine generelle Indie-Rock-Geschmeidigkeit. Die australische Formation Battleships darf mit dem Resultat sehr zufrieden sein. Bands, die nicht aus Europa oder Nordamerika stammen, haben es im globalen Dorf Internet noch immer schwer. Sogar Acts aus Australien oder Neuseeland können doch in aller Regel erst dann durchstarten, wenn sie sich etwa in England oder den USA niederlassen. Vielleicht erklärt das, warum das letztjährige Minialbum To You nicht auch hierzulande für Begeisterung gesorgt hat. Wer muntere Sehnsüchtigkeit mit wohldosiertem Pathos schätzt, wird diesen Track lieben. Auf der australischen Musikseite Triple J Unearthed ist As You’d Begun samt 2 weiteren Songs als kostenloser Download verfügbar. (via Coast Is Clear)

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Lauschrausch XXIX: Lightning Dust

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Mitunter passiert es mir bereits, dass ich ob eines Bandnamens stutze, mich vage zu erinnern vermag. Und wenn sich allmählich die Erinnerung Bahn bricht, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Die letzte Platte der Band habe ich doch reichlich dufte gefunden. Wie schade, dass man nun ewig nichts mehr von der Band gehört hat, denke ich mir. Und dann blättere ich in den Archiven des Blogs und finde tatsächlich einen Eintrag von Januar 2010. Irgendwie doch bereits eine gefühlte Ewigkeit alt! Das kanadische Duo Lightning Dust hat mit dem im Sommer 2009 veröffentlichten Album Infinite Light ein von düsterem Flitter umkränztes Kleinod geschaffen. In wenigen Wochen nun gilt es, das Nachfolgealbum Fantasy gebührend zu bestaunen. Denn wenngleich ich Lightning Dust aus den Augen und Ohren verloren habe, hat doch bereits der erste Vorbote der neuen Platte, der vorzüglich wabernde Synthie-Track Diamond nämlich, mir Amber Webber und Joshua Wells sofort wieder ins Herz geholt. Ich zweifle nicht daran, dass Fantasy ein atmosphärisch dichtes, von Webbers anbetungswürdigem Gesang getragenes Album wird. Das Schöne am Bloggerdasein ist wohl, wenn man wirklich feinen Dingen früher oder später wieder begegnet. Sich in einen wahren, diesmal dauerhaften Lauschrausch stürzen darf! (Auf der Facebook-Seite des Duos gibt es den Song als kostenlosen Download, sofern man Lightning Dust mit einem Like beschenkt.)

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Stippvisite 18/05/2013

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Wir haben uns ja schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr auf anderen Blogs und Online-Magazinen umgeschaut, heute wollen wir mal wieder einen kleinen Streifzug wagen. Es existiert derart viel Musik in den Weiten des Netzes, dass man gut daran tut, den Ohren geschätzter Kollegen und anerkannter Koryphäen zu vertrauen. Es würde einem sonst viel Aufregendes entgehen.

Boheitipp:

Ich könnte von mir nicht behaupten, ein besonderes Faible für junge und unverbrauchte Frauenstimmen zu haben. Wohl aber liebe ich zarte, fragile Sangesstimmen voller Ausdruck, hasse melismatisches Geträller mit all der penetranten Wucht, die große Gefühle letztlich doch nur vorzugaukeln vermag. Das aus Indianapolis stammende Schwesternduo Lily & Madeleine hat mich mit klarem, tiefgründigem Gesang binnen Sekundenbruchteilen in seinen Bann gezogen. Diese jugendliche Note kommt angenehm nüchtern bis sanft rüber, ohne teenagerhaftes Drama oder adoleszente Depression. Die im Juni auf Asthmatic Kitty erscheinende EP The Weight of the Globe bietet schönen Folk-Pop und Stimmen, die man nicht vergessen kann und will. Wenn ich mir das Bohei um die Schwedinnen First Aid Kit so ansehe, dann müsste im Falle von Lily & Madeleine wohl eine ähnlich gelagerte Euphorie ausbrechen. Am Potential besteht nicht der geringste Zweifel, wie die Tracks Tired oder Back to the River mit jedem Ton beweisen. Ganz, ganz großartig! (gefunden bei das klienicum)

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Sommerliches Intermezzo leichtfüßiger Nostalgie – Cayucas

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Eine halbe Stunde kann verdammt lang werden. Beispielsweise am Ende eines langen, enervierenden Arbeitstages, auf dem mehr als unbequemen Wartezimmerstuhl eines Zahnarztpraxis, oder gar im Stau auf dem Weg in den überfälligen Urlaub. 30 Minuten können jedoch auch furchtbar kurz ausfallen, wie im Flug vergehen. Etwa wenn man seine Lieblingsserie im TV guckt, in einer geselligen Runde bei Kaffee und Kuchen tratscht, in einem aufregenden Buch versunken ist. Im besten Falle erweist sich auch Musik als Kurzweil, welche sich zwischen die Längen eines Tages mogelt, ein Intermezzo aus Entspannung und Freude beschert. Mit großer Wonne habe ich das Album Bigfoot genossen. Mit 8 Liedern im Gepäck und nicht einmal 31 Minuten zählend zeigt es sich als kompaktes, unnachahmliches sommerliches Werk, das leichfüßig und besonders nostalgisch zu betören weiß. Cayucas, Projekt des Kaliforniers Zach Yudin, ist ein charmantes Debüt gelungen, welches für 30 Minuten Unbeschwertheit sorgt.

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Photo Credit: Cara Robbins

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Lauschrausch XXV: Hey Marseilles

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Heute wollen wir orchestralem Folk-Pop aus Seattle frönen. Die Formation Hey Marseilles hat Anfang März ihr Album Lines We Trace vorgelegt, welches durchaus eine Entdeckung lohnt. Ob nun der kräftige Indie-Rock-Track Bright Stars Burning, der pittoreske, streicherselige Walzer Elegy oder ein reich instrumentiertes, erhebendes Heart Beats, die Platte weist so manchen feinen Song auf. Die sechsköpfige Band macht seit 2006 Musik, hat bereits ein Album namens To Travels and Trunks vorzuweisen und darf sich berechtigte Hoffnungen machen, mit Lines We Trace noch mehr Hörer in den Bann zu ziehen. Hey Marseilles vermögen den Fan von ausladendem Pop zu überzeugen, Mal tönen sie modern und kräftig, dann wieder klingen sie andächtig altmodisch, allem wohnt eine angenehme Bodenständigkeit inne. Ich empfehle dringend, sich Lines We Trace anzuhören. Ein Lauschrausch scheint garantiert! (Heart Beats ist als kostenlose Mp3 auf KEXP erhältlich.)

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Grey’s Anatomy Musik: Folge 914 Pegasus Streams + Mp3s

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Folge 914

“Pegasus”

OT: “The Face of Change”

Nun erstmal die letzte Folge vor der, hüstel, Sommerpause. Tja, da hatten wir uns gefreut, diesmal nicht so lange auf die Ausstrahlung der aktuellen Staffel in Deutschland warten zu müssen, nun dies. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nun nicht, wobei die coolen Leute gucken eh Serien nur im englischen Original und irgendwie übers Internet. Ihr seid also selbst schuld, dass ihr jetzt warten müsst. Die Zauberworte heißen hier Hotspotshield oder OTR.

Immerhin werdet ihr musikalisch auf hohem Niveau in die Ferien entlassen. Besonderes Highlight heute,  das wunderschöne Lied Song For Zula von Phosphorescent. Grizzly Bear sind und bleiben überhypt, wenn auch durchaus hörbar, nur eben langweilig und überbewertet. ;-)

 

Lucius – Turn It Around

Free Mp3:

Spinner.com verschenkt den Song Don’t Just Sit There. Weiterlesen »


Lauschrausch XXIII: Junip

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Junip_(C)_Klara_Andreasson_5283

Photo Credit: Klara Andreasson

Zugegeben, ich hätte das neue Album der schwedischen Band Junip wahrscheinlich sogar unter den Tisch fallen lassen, es mir vielleicht erst mit ein paar Monaten Verspätung angehört, schlichtweg weil sich derzeit viele große Klänge in einem kleinen Zeitfenster bündeln, kurzum wäre ich der Veröffentlichung der selbstbetitelten Platte mit einem gerüttelt Maß an stoischer Herangehensweise begegnet, wenn der überaus geschätzte Bloggerkollege Nico nicht quasi gefühlt täglich auf Nicorola neue Vorschauen zum Album gebracht hätte. Da wurde auch ich schwach und habe in die Platte reingehört, allerdings bin ich auch nach einigen Tagen noch nicht über den Eröffnungstrack Line Of Fire hinausgekommen. Zu majestätisch, zu hymnisch-meditativ, zu seelenvoll erweist sich dieser psychedelisch verschmitze, folk-popige Song. In einem bisher wirklich nicht mit musikalischen Reizen geizenden Jahr setzen Junip mit dieser Nummer allem nochmals die Krone auf. Auf, auf in einen schwelgerischen Lauschrausch!

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Grey’s Anatomy Musik: Folge 913 Böses Blut (Streams + Mp3s)

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Folge 913

“Böses Blut”

OT: “Bad Blood”

Heute wieder mit dabei: Die wunderbaren NO. Unbedingt anhören (!) und gleich die kostenlose EP downloaden, auch Kostbares kann ganz gratis sein. In unserem Lieblings-Krankenhaus tobt derweil der Krieg zwischen Gut auf der einen und Heuschrecke auf der anderen Seite, da sag nochmal jemand, unsere verehrte Soap sei nicht lebensnah. ;-)

Stealing Sheep – Shut Eye

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Gravitätische Eleganz und schmissige Rotzgörigkeit – Scanners

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Wer kennt dies destruktive Element nicht? Entweder aus eigener – vielleicht gar schmerzhafter – Erfahrung, oder weil der zerstörerische Trieb tief im inneren Selbst schlummert. Es bereitet oft geradezu diebische Freude, anderer in mühevoller Arbeit vollbrachte Herzensangelegenheiten mit einem Rumms zu plätten. Ob nun als Jungenstreich, der Opa Meiers liebevoll arrangierte Gartenzwergkolonie in Scherben bricht, oder in der Boshaftigkeit des Erwachsenenalters, welches neidvoll die Grillfreuden des Nachbarn mit großer Wonne zu vergällen trachtet. Immer wieder denke ich mir, dass die Besprechung von Film, Musik oder Literatur oft auch nicht ohne gerüttelt Maß an destruktiver Veranlagung auskommt. Denn was ein wahrer, unbestechlicher Kritiker sein möchte, der muss mit dem Lob haushalten, es dadurch adeln, dass in der Regel eher Geifer spritzt. Das alles kam mir in den Sinn, als ich auf Rote Raupe eine Rezension zum Album Love Is Symmetry der britischen Indie-Rock-Formation Scanners las. Stirnrunzelnd stand ich vor ausufernder Gehässigkeit, zumal ich das neue Werk als wunderbar empfinde, ein gewisse Begeisterung nicht verbergen mag. Ihm kein Haar krümmen möchte.

SCANNERS_band

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Tausend Wasser tief – Sans Parade

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Es ist schon fast eine ausgemachte Sauerei, dass die finnische Formation Sans Parade ein derart famoses Debütalbum vorlegt und die Welt nicht einen einzigen, winzigen Augenblick innehält, ehe sie sich wieder dem spröden Alltag des Weiterdrehens zuwendet. Das gleichnamige Erstlingswerk entzückt nämlich als prächtiger, ausladender Ohrenschmaus, der orchestralen Pop mit Post-Rock-Elementen zu bombastischen, mächtigen Songs auftürmt, dabei immer schön am Indie-Boden bleibt und nicht in schwülstige Gefilde abdriftet. Ein Track wie The End of the World 1964 vermag in seiner hymnischen Gefälligkeit den Independent-Olymp zu erklimmen. Der Gesang Markus Perttulas kann sich in puncto Schönheit und Kunstfertigkeit des Ausdrucks tatsächlich mit den Größten zu messen.

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