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Artikel in der 100 Songs Kategorie

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[9 Nov 2011 | Kein Kommentar | ]
100 Songs – Teil 13 (If…) Wir alle dürsten nach Liebesschwüren, speziell wenn sie mit aufgeblasener Romantik dargeboten werden. Liebe wird von der Mehrheit der Menschen als derart markerschütterndes Gefühl wahrgenommen, dass man es keinesfalls mit Subtilitäten unterfrachten sollte. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint das 1997 veröffentlichte Minialbum A Short Album About Love eine schiere Widersinnigkeit. Liebe verlangt nie nach Prägnanz, Liebe nötigt zu ausladendem Überschwang. Doch Neil Hannon, Mastermind von The Divine Comedy, hat sich im Lauf der letzten 20 Jahre wohl zu keiner Zeit als berechenbarer Charakter erwiesen. Vielmehr stand er immer gelangweilt in der …

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[21 Jul 2011 | Kein Kommentar | ]
100 Songs – Teil 12 (Sabotage) Das Gehirn verdingt sich sehr oft als erstklassiger Regisseur, leitet unsere Vorstellungskraft zu bizarren Bilderfluten an oder säuselt dem inneren Auge pastellfarbenes Glück ins Ohr. Ob Buch oder Musik, sie befeuern die Imagination, manchmal als kleine Holzscheite, in seltenen Fällen sogar als wahre Flammenwerfer. Das Aufkommen des Musikvideos nahm unserer Vorstellung jenes Vergnügen, nämlich Gehörtes zu visualisieren, ab. Fertigte eine Bildlichkeit vor, an der unsere Fantasie recht wenig herumdoktorn konnte. Und lediglich in den seltensten Fällen rechtfertigte ein Clip seine Existenz. Wie etwa das kongeniale Video zu Sabotage, dem famosen …

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[24 Mai 2011 | Ein Kommentar | ]
100 Songs – Teil 11 (Hurricane) Zu Bob Dylan hat jeder Knilch eine Meinung. Ob man sich nun darauf verlegt, einem Monument ans Bein zu pissen, oder aber in weihevoller Anbetung verharrt, Dylan ist eine sauertöpfische Instanz, ein lebendiger Mythos, dessen Makel im Leben besteht, eben weil die Mühen des Alterns den Lack zwangsläufig abblättern lassen. Dylan werkt als eigener Verwalter seines Nachlasses und beschädigt ihn kaum, was wohl seine größte Leistung der letzten 30 Jahre darstellt.  Viel wird über das Dylansche Mysterium geschrieben, oftmals Gewäsch, welches das Offensichtliche unter viel Tamtam zu enthüllen trachtet. Dylans …

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[24 Nov 2010 | Kein Kommentar | ]
100 Songs – Teil 10 (Laid) Es müssen nicht immer die musikalisch schweren Geschütze aufgefahren werden, um einen in jedweder Hinsicht anbetungswürdigen Song zu kreieren. Eine Melodie, die man auch mit teuren Wattestäbchen nicht aus den Ohren bekommt, ein deutungswilliger,  expliziter Text, welcher das geschilderte Ungemach erst nach und nach enthüllt, dazu noch eine der feinsten Stimmen von der Insel, aus solch Ingredienzien fertigt man ein pfiffiges Lied, das über jeglichen Zweifel erhaben sich doch Hit schimpfen darf. Die britische Band James hat dieses Kunststück mit Laid geschafft, wenn auch nicht in hiesigen Breiten. Der 1993 auf …

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[27 Jun 2010 | Ein Kommentar | ]
100 Songs – Teil 9 (People Ain’t No Good) The Boatman’s Call aus dem Jahre 1997 zählt meiner Meinung nach zu den so unspektakulären wie kunstvollsten Schätzen unserer Zeit. Nick Cave and the Bad Seeds bewerkstelligen einen minimalistischen, auf das Piano fokussierten Sound, der den reifen Lyriker Cave vollends zur Entfaltung bringt. Man sollte sich nicht von vordergründigen Romantizismen täuschen lassen, die genauere Betrachtung offeriert die für sein Schaffen fast schon obligatorische biblische Schwere. Doch aus der kräftigen Theatralik vergangener Alben wird eine intime, besinnliche Reflektion, deren Wirkung in einer neu errungenen Schlichtheit liegt. Viele Lieder des Werks, nicht …

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[11 Mai 2010 | 3 Kommentare | ]
100 Songs – Teil 8 (The River) Es sind die Schicksale des Alltags, verpackt in Poetik, die besonders berühren. Ob nun in der Literatur oder in einem Song. Die Wirkung von Bruce Springsteen lässt sich auf seine Fähigkeit zurückführen, den Nöten und Sorgen, den Hoffnungen und dem Scheitern der Unterschicht eine Stimme zu geben, die kraftvolle Bilder von oft quälender Wucht hervorruft. Besonders der frühe Springsteen ist Chronist der Verlierer, die sich gegen ein Dahinsiechen oder Abstumpfen wehren, keine drei Kreuze unter die eigene Kapitulationserklärung setzen, die Flucht nach vorn zumindest ins Auge fassen. Der Boss porträtiert …

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[6 Okt 2009 | Ein Kommentar | ]
100 Songs – Teil 7 (Viðrar Vel Til Loftárása) Vor einigen Wochen schon erfolgte die Ankündigung, dass das zehnjährige Jubiläum von Ágætis Byrjun, dem atemberaubenden Durchbruch der isländischen Band Sigur Rós, eine entsprechende Würdigung auf diesem Blog erfährt. Diese will ich nun exemplarisch an dem episch-breiten, melancholisch-traurigen Lied Viðrar Vel Til Loftárása festpinnen. Über 10 Minuten dauert die fesselnde, träumerische Schwermut an, in deren Verlauf filigranes Falsett in einen überbordenden Streicherwulst mündet, der ehrlichen Pathos beschwörend herbeifidelt, um danach in einem chaotischen Ende einer panischen Auflösung anheimzufallen. Das gesamte Album pulsiert dank feinst abgestimmter, komplexer und detailverspielter Strukturen, die in …

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[1 Aug 2009 | Ein Kommentar | ]
100 Songs – Teil 6 (Amelia) Wenn man ein mit seltener Eleganz verziertes, mit höchstmöglicher lyrischer Konsistenz behübschtes und auf dem Level genialster Musikalität gehaltenes Album hören möchte, dann kommt man um Hejira nicht herum. Mit diesem Album erschuf Joni Mitchell einen sträflich unbeachteten Meilenstein. Und wenngleich eine Handvoll Lieder eine nähere Betrachtung verdienen, so ist Amelia noch ein Quäntchen erwähnenswerter als der Rest. Der Song mag als Huldigung gegenüber der amerikanischen Flugpionierin Amelia Earhart verstanden werden, die 1937 während einer versuchten Erdumrundung über dem Pazifik abstürzte und deren Überreste bis heute nicht gefunden wurden. Und zweifelsohne …

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[8 Mrz 2009 | Kein Kommentar | ]
Manch Liedern wohnt der nahezu missionarische Wille inne, fundamentale Wahrheiten zu transportieren. Wahrheiten, die wir meist verdrängen oder schönreden. Aber wie sind selbige zu verpacken, ohne dass sie für den Hörer vollends ungenießbar werden? Eine gern präferierte Variante ist das Kleiden in beruhigend balladeske Schemen (Imagine von John Lennon), manch Songwriter entwerfen wohlfeile, zum Mitträllern einladende Hymnen, denen durch vielstimmiges Gejohle der Stachel genommen wird (Blowin’ in the Wind von Bob Dylan). Was aber, wenn die Erkenntnis vor trivialer Unabänderlichkeit trieft? Wenn sie keinen sauberen Impetus birgt, mit welchem sich …

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[6 Jan 2009 | Kein Kommentar | ]
Das isländische Musikerkollektiv GusGus, auch gerne als Gus Gus tituliert, hat mit dem 1997 erschienenen Album Polydistortion ein gelungenes, vielfältiges Album abgeliefert. Nach zahlreichen Wechseln der Stammformation sind GusGus auch heute noch aktiv, haben jedoch den Charme der frühen Tage verloren und fokussierten sich zuletzt immer mehr auf trashigen Eurodance. Is Jesus Your Pal? freilich bleibt als genialer Song, auch nach mehr als einem Jahrzehnt, bestehen. Die Cover-Version, das Original stammt von einer anderen isländischen Band namens Slowblow, ist eine kühle, von ruhiger Traurigkeit getragene Meditation. Die musikalische Umsetzung von Textpassagen …
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