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	<title>Lie In The Sound &#187; Filesharing</title>
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		<title>10 Kennzeichen des erfolgreichen Musikbloggers</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 09:16:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[10. Du schreibst über jede Eskapade einer Katy Perry, wahlweise auch über jeglichen verunglückten wie geglückten Perückenwechsel einer Lady Gaga. Wenn es gar nichts zu berichten gibt, kippst du kalten Kaffee aus und widmest dich den Skandälchen und Wehwehchen einer Britney Spears. Im Prinzip ist jede Sängerin mit Dekolleté und der gehörigen Portion Zeigefreudigkeit ein viel zu weltbewegendesThema, um es leichtfertig zu ignorieren.
9. Dir ist kein Hype zu primitiv und kein Kalkül zu durchschaubar, um nicht ausgiebig marktschreierisch darüber zu berichten. Selbst der unlustigsten Parodie schenkst du einen Eintrag, in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">10.</span> Du schreibst über jede Eskapade einer <strong>Katy Perry</strong>, wahlweise auch über jeglichen verunglückten wie geglückten Perückenwechsel einer <strong>Lady Gaga</strong>. Wenn es gar nichts zu berichten gibt, kippst du kalten Kaffee aus und widmest dich den Skandälchen und Wehwehchen einer <strong>Britney Spears</strong>. Im Prinzip ist jede Sängerin mit Dekolleté und der gehörigen Portion Zeigefreudigkeit ein viel zu weltbewegendesThema, um es leichtfertig zu ignorieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">9.</span> Dir ist kein Hype zu primitiv und kein Kalkül zu durchschaubar, um nicht ausgiebig marktschreierisch darüber zu berichten. Selbst der unlustigsten Parodie schenkst du einen Eintrag, in dubio pro Pageview. Deine Strategie wird oft belohnt.  (Stichwort: <strong>Uwu Lena</strong>)</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">8.</span> Wenn <strong>Trent Reznor</strong> sich mal wieder selbst ad absurdum führt oder die Populismuskeule auspackt, feierst du dies als Neubewertung des Copyrights und Abgesang auf die Musikindustrie.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">7.</span> Um auch Indie-Hipness zu bieten, übersetzt du blitzschnell die neuesten Beiträge auf <strong>Stereogum</strong> und rufst laut &#8220;<em>Erster!</em>&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">6.</span> Du berichtest erst dann über Bands oder Musiker, wenn selbige mindestens 150000 <strong>MySpace</strong>-Aufrufe oder 80000 Scrobbles auf <strong>Last.fm</strong> vorzuweisen haben. Vorher strafst du sie mit Verachtung &#8211; außer sie haben <em>Sex</em> oder <em>Crime</em> oder im besten Fall beides im Gepäck.</p>
<div id="attachment_7416" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/05/Bundesarchiv_Bild_183-2005-0731-504_Westzonen_Diktiergerät_Dimafon.jpg"><img class="size-full wp-image-7416" title="Bundesarchiv_Bild_183-2005-0731-504,_Westzonen,_Diktiergerät_'Dimafon'" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/05/Bundesarchiv_Bild_183-2005-0731-504_Westzonen_Diktiergerät_Dimafon.jpg" alt="" width="550" height="374" /></a><p class="wp-caption-text">Musikblogger arbeiten professionell, 24 Stunden am Tag und manchmal auch mehr. (Quelle: Deutsches Bundesarchiv auf Wikimedia Commons; Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Lizenz)</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">5.</span> Du schleuderst tagtäglich mehr <em>Links</em> ins weite Rund des Internets als derzeit Tonnen Öl in den Golf von Mexiko strömen. Du hoffst, dass deine Trackbacks vermeintlich wichtige Blogs wie <strong>Spreeblick</strong> erreichen.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">4.</span> Selbst haarsträubend spekulative, pseudowissenschaftliche Studien zu Gott und Musik übernimmst du euphorisch, solange sie dein Bauchgefühl bestätigen. (zum Beispiel: <em>Filesharing beschert Musikern mehr Kohle</em>, <em>UFOs manipulieren die Charts</em>, etc.) Allerdings vermagst du an guten Tagen Humbug als Humbug zu enttarnen. Solch lichte Momente unterlaufen deinen Lesern eher nie.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">3.</span> Du lässt dich von <em>Promo-Firmen</em> mit LKW-Ladungen an CDs versorgen und unterstreichst deine Unabhängigkeit dadurch, dass du gnadenlos durch den Kakao ziehst, was nicht bereits hochoffiziell und notariell beglaubigt  zum nächsten großen Hype ausgerufen wurde.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">2.</span> Du schreibst zwar nach wie vor holprig, hast aber schon das Ego eines Musikjournalisten des <strong>Rolling Stone</strong>. Darum suchst du dir Gleichgesinnte und gründest ein schickes Online-Magazin, um jedweden  Zweifel an deiner Befähigung im Keim zu ersticken.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #ff6600;">1.</span> Du verfasst sogar <em>Nachrufe</em> auf den Schwippschwager der Lebensgefährtin des Bassisten der gerade aus deinen persönlichen Top 50 gefallenen Band, da auch die <em>Generation Online</em> das morbide Interesse an Todesanzeigen vererbt bekommen hat.</p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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		<title>Der Musiker und der Sozialstaat &#8211; Keine Utopie</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 09:27:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich könnte mich mit natürlicher Selektion viel leichter anfreunden, wenn die Fitness derer, die sich letztlich durchsetzen, nicht oft mit ihrer Bereitschaft zur Skrupellosigkeit korrespondieren würde. Das gilt natürlich auch für die Musikbranche. Dass sich dort die Marionetten und deren garstige Strippenzieher als einzig fixe Konstante etabliert haben, liegt jedoch letztlich am für Manipulation und Schmierentheater empfänglichen Publikum. Die breite Masse präferiert das Spektaktel, nicht die Qualität. Und eben weil wir bevorzugen, was wir bevorzugen, trennt sich Spreu vom Weizen, machen wir uns über die Spreu her. Unsere Mägen verzehren ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich könnte mich mit natürlicher Selektion viel leichter anfreunden, wenn die Fitness derer, die sich letztlich durchsetzen, nicht oft mit ihrer Bereitschaft zur Skrupellosigkeit korrespondieren würde. Das gilt natürlich auch für die Musikbranche. Dass sich dort die Marionetten und deren garstige Strippenzieher als einzig fixe Konstante etabliert haben, liegt jedoch letztlich am für Manipulation und Schmierentheater empfänglichen Publikum. <strong>Die breite Masse präferiert</strong> das Spektaktel, <strong>nicht die Qualität</strong>. Und eben weil wir bevorzugen, was wir bevorzugen, trennt sich Spreu vom Weizen, machen wir uns über die Spreu her. Unsere Mägen verzehren sich geradezu danach.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich atme relativ viel Gelassenheit in dieser Diagnose, kann mich mit diesem Umstand gut arrangieren. <strong>Wer Mechanismen durchschaut, vermag von ihnen nicht überrascht zu werden</strong>. Ich tummle mich auch nicht Brötchen verdienend in der Branche, erlebe die Qual allenfalls als mitfühlender Beobachter.</p>
<p style="text-align: justify;">Letztlich kann noch soviel Getöse um Gammelfleisch die reißerischen Schlagzeilen der Gazetten füllen, ein Gutteil der Menschen wird dennoch dort kaufen, wo der Fraß billigst angeboten wird, darauf vertrauen, dass es doch in Ordnung sei, oder aber mit dem Geschick der Apathie erst gar keine Zweifel aufkommen lassen. Letztlich hat der Wirtschaftstreibende genau zwei Möglichkeiten Gewinne in seine Kasse zu locken. Entweder er etabliert seinen Ruf über einen Qualität ignorierenden Kampfpreis &#8211; oder aber er kreiert eine Marke mit Unwiderstehlichkeitsfaktor und verankert diese mit viel Marketing in den Köpfen und Einkaufstaschen der Verbraucher.</p>
<p style="text-align: justify;">Um im Musikbusiness zu reüssieren, wurden beide Strategien zu einer attraktiven Synthese verschmolzen. <strong>Man portionierte den Bockmist, der nur noch bedingt mit Musik verwandt scheint, in ein für jedermann erträglichen Maß, bot die schlichte Rezeptur mit viel Getöse an</strong>. Jene legitime Methode bedient die Nachfrage, sättigt ein Bedürfnis. Eitle Wonne allerorts? Denkste.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn seit über 10 Jahren wird die Dumpingkost von findigen Konsumenten via Filesharing genossen &#8211; kostenlos. Das wurde von Produzenten zunächst mit harten Bandagen bekämpft, letztlich ohne probate Mittel. Wenngleich der P2P-Hype ein wenig verebbt scheint, die über die Jahre mit viel Selbstbewusstsein zur Schau getragene Grundhaltung verbleibt: Musik darf (fast) nichts kosten. <strong>Das stürzte eine Industrie in die Krise, die billigen Ramsch zu stolzen Preisen verhökern suchte</strong>. Wer de facto nicht oder nur in geringem Umfang auf Qualität setzt, vermag in solch einer Situation den Preis nicht länger aufrecht erhalten.  Die Branche reagierte trotzig mit Druck und Einschüchterung und sah sich der Übermacht technischer Filesharing-Möglichkeiten in der Folge machtlos gegenüber.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegenwärtig freilich scheint das Musikbusiness die Antwort gefunden zu haben. Man pinkelt den Abnehmern nicht mehr ans Bein. Streaming-Flatrates treten im Mobilbereich ihren Siegeszug an. Ein kleiner Preis und alle Möglichkeiten. Die Täuschung und Enteignung glückt. Der Konsument jubiliert. Und gibt erfreut mehr Geld für komplementäre Güter wie Konzerte und Merchandise aus. Konzerte sind Events, man erkauft sich gute Laune und Ekstase &#8211; dafür besteht immer noch eine ausgeprägte Zahlungsbereitschaft. Ebenfalls so für die die eigene Hipness unterstreichenden T-Shirts. Das freut die Labels. <strong>Filesharing wird somit zu einem Old-School-Phänomen, das nicht länger den Untergang einläutet</strong>. Ende gut, alles gut?</p>
<p style="text-align: justify;">Doch wie sieht es nun mit der Entlohnung für das Ersinnen von Kunst aus? Ja, ich nehme das Wort in den Mund, welches schon zum Unwort verkommen: Urheberrecht. Mir dünkt, dass sich selbiges überholt. Einen monetärer Nutzen aus der Kreation zu ziehen, das ist nicht mehr der Segen, jener liegt jetzt im Drumherum. Also nicht der direkte Kauf eines Lied oder gar nur der Stream, vielmehr <strong>die Verwertung im Rahmen eines Konzerts oder als Untermalung eines Werbespots und ähnliches generieren die Einnahmen</strong>, die am Ende des Monats das Überleben sichern. Das freilich verlangt vom Künstler noch mehr Erfindungsgeist hinsichtlich der Fanartikel, ein Mehr an Touren, die jedoch auch geschickt promotet werden müssen, damit sie sich rechnen. Was in den Hintergrund zu treten scheint, ist die eigenliche Gabe eines Songschreiber: Das Verfassen von Lyrics, die Komposition. Und wenn Urheber mit ihrer eigentlichen Beschäftigung kein Geld verdienen können, was dann? Im Zuge der <strong>Wiener Tage der Musikwirtschaftsforschung</strong> gab der an der Havard Business School beheimatete Professor <em>Felix Oberholzer-Gee</em> die frappant einfache wie flapsige Antwort: &#8220;<em>Dafür haben wir den Sozialstaat</em>.&#8221; Tja&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Ich möchte nun zum Ausgangspunkt der Überlegungen zurückkehren. Die natürliche Auslese dieser Tage kennt zwei Wege. Entweder man entwirft ohne mit der Wimper zu zucken ein Produkt, welches auf den Geschmack der Masse zugeschnitten scheint, ergo leicht konsumierbar und nicht allzu hochwertig und gerne auch gammelig, oder aber man tüftelt an den Möglichkeiten sein Werk perfekt in Szene zu setzen, wozu es das Know-How der großen Plattenfirmen allerdings dringend braucht. <strong>Letztlich also führte das Internet mit all seinen Möglichkeiten zu keiner Befreiung der Künstler vom Ballast übermächtiger Labels, vielmehr verursachte die Entwertung von Musik durch das Filesharing die nächste Zwickmühle</strong>. Der eigentliche Schurke ist der Konsument, der diese Lösung Künstlern wie Managern aufoktroyierte. Man sollte nicht das Big Business oder den weltfernen Musiker als Sündenböcke ausmachen. Den Schwarzen Peter hält jeder selbst in der Hand. Wir hätscheln diejenigen, die unsere Anspruchslosigkeit umschmeicheln oder mit geschickter PR in ihren Bann tricksen. Die wahren Könner, die sich nie und nimmer anbiedern mögen, können schon mal zur nächstgelegenen Suppenküche tingeln.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Link:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://futurezone.orf.at/stories/1650339/" target="_blank">Bericht zu den Wiener Tagen der Musikwirtschaftsforschung auf <em>orf.at</em></a></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Warum eine Musik-Flatrate anrüchig scheint&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 20:27:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur-Flatrate]]></category>
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		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, ich habe es schon längst verstanden. Die Major-Label Universal, Sony, EMI und Warner sind doch nur auf größtmöglichen Profit aus &#8211; und weil dieser nicht mit Schostakowitsch zu erzielen scheint, hieven sie halt Ramsch in die Charts. Die Vormachtstellung der großen Vier verhindert jedwedes Aufkeimen alternativer, niveauvoller Labels und Konzepte. Überhaupt fressen diese bösen Primusse sogar Kinder! Tja, und dass die real existierenden kleinen Plattenfirmen den Markt nicht aufzumischen wissen, das darf wahlweise der unglücklichen Verquickung von Idealismus mit mangelndem Geschäftssinn oder einer kruden Künstlerwahl angelastet werden. Wie man ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ja, ich habe es schon längst verstanden. Die Major-Label <strong>Universal</strong>, <strong>Sony</strong>, <strong>EMI</strong> und <strong>Warner</strong> sind doch nur auf größtmöglichen Profit aus &#8211; und weil dieser nicht mit <em>Schostakowitsch</em> zu erzielen scheint, hieven sie halt Ramsch in die Charts. Die Vormachtstellung der großen Vier verhindert jedwedes Aufkeimen alternativer, niveauvoller Labels und Konzepte. Überhaupt fressen diese bösen Primusse sogar Kinder! Tja, und dass die real existierenden kleinen Plattenfirmen den Markt nicht aufzumischen wissen, das darf wahlweise der unglücklichen Verquickung von Idealismus mit mangelndem Geschäftssinn oder einer kruden Künstlerwahl angelastet werden. Wie man das von gewissen Kreisen artikulierte gesunde Volksempfinden auch dreht und wendet, dem Konsumenten und vermeintlichen Musikliebhaber fällt immer die Rolle des Unschuldsengels zu. Sich die Hände in Unschuld zu waschen, während man genug Dreck am Stecken hat, das mag zwar eine konsequente Verdrehung der Tatsachen darstellen, aber eben keinen Lösungsansatz bieten.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Tage wird wieder vermehrt über eine Musik-Flatrate bzw. eine generelles kulturelles Rundum-Sorglos-Paket für digitale Gefilde debattiert. Ihre Proponenten wollen mit dieser von staatlicher Seite oktroyierten Lösung vorherrschende Zustände legalisieren. Gerade jüngere Semester, die mit der Tauschkultur sozialisiert worden sind, sollen auf diese Weise mit ins Boot geholt werden, so die ein wenig heuchlerische Begründung. Warum solch eine Abgabe auf Breitbandanschlüsse, die ohnehin von den Eltern bezahlt werden würde, Teenagern ein Bewusstsein für den Wert von Musik vermitteln soll, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Eher schon könnte dieses Konzept eine andere, bedenkliche Tendenz noch weiter verstärken. Musik verkommt immer mehr zu einem Trend, der ein paar Wochen anhält und dann dem Vergessen anheim fällt. Unsere schnelllebige Zeit verringert die Wirkungsdauer eines Werks drastisch. Ein im Dezember die Charts stürmender Hit scheint im März schon wieder völlig vergessen, kommt aus der Mode, wird von neuen Hits verdrängt. Dieses Muster führt natürlich dazu, dass Musik sich schnell verflüchtigt, keinen bleibenden Eindruck hinterlässt &#8211; und somit auch nicht gekauft werden muss. Wer erinnert sich denn noch an den letztjährigen DSDS-Gewinner, dessen Single letzten Sommer wohl oft im Radio oder auf <strong>VIVA </strong>zu hören und zu sehen war? Warum sollte die <em>Generation Filesharing</em> für etwas bezahlen, was sie letztlich immer nur kurze Zeit zu fesseln vermag und das es bis dato kostenlos gab. Und wenn aus Teenagern Erwachsene werden, wird jene Mentalität nur in seltenen Fällen eine Änderung erfahren.</p>
<p style="text-align: justify;">Und liegt dies nun wirklich ausschließlich darin begründet, dass uns die vermeintlich bösen, großen Labels nur mit musikalischem Schrott bombardieren? Natürlich nicht. Denn es gibt Alternativen, die selbstredend via <strong>Torrent</strong> oder <strong>Rapidshare</strong> erhältlich sind. Doch die Masse der Konsumenten kann sich mit Indie eben nur bedingt anfreunden &#8211; egal ob gekauft oder gesaugt.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn also die wortgewandten Verteidiger des Tauschunwesens den schwarzen Peter der Musikindustrie zuschieben, werden die Opfer zu Tätern umgedeutet. Nicht überhöhte Preise oder törichte Kopierschutz-Mätzchen haben die Umsätze ins Bodenlose fallen lassen, es war die vor über 10 Jahren begonnene Sozialisierung von Jugendlichen, die künstlerische Schöpfungen letztlich als Wegwerf-Produkt ansieht. Die Methodik des unreglementierten Tausches, der eben nicht mit dem Recht auf Privatkopie zu rechtfertigen ist, hat zu einer höchst beliebigen Austauschbarkeit von Liedern geführt, die bei Platzmangel auch von der Festplatte gelöscht werden oder ungehört in den Untiefen der Verzeichnisse verschimmeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine staatlich Zwangsabgabe, wie es die Musik-Flatrate letztlich sein könnte, würde vor allem Unschuldige treffen. Diejenigen, die nichts zahlen wollen, würden ihr mit allen erdenkbaren Mitteln ausweichen. Die Konsumenten wiederum, die mit ihrem Geld die marode Branche bislang über Wasser halten, würden sich wohl vielfach auf diesen Betrag zurückziehen und damit vielleicht oft weniger ausgeben, als sie es momentan tun. Bleibt die Masse derer, welchen Musik wenig bedeutet, die nichts kaufen, geschweige denn runterladen. Sollte man eben sie für eine Misere schröpfen, die sie nie und nimmer verursacht haben? So sehr mir Musik auch am Herzen liegt, aber das hielte ich für anrüchig.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><em>Warum auch der von mir geschätzte Tim Renner <a href="http://www.motor.de/motorblog/tim.renner/tim_renner_kulturflatrate_positionspapier_fuer_ein_phantom.html" target="_blank">hier</a> irrt, werde ich demnächst noch beleuchten.</em></p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Link:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://musikwirtschaftsforschung.wordpress.com/2010/02/16/pro-und-contra-musik-flatrate-zusammenfassung-des-musikwirtschaftsdialogs-vom-10-februar-2010/" target="_blank">Pro und Contra Musik-Flatrate</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die großen Nullen &#8211; Spiel mir das Lied vom Kot</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 10:25:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Nachdem das Haltbarkeitsdatum des Jahrzehnts überschritten und eine frisch gebackene Dekade pfirsichhäutig erwächst, darf man getrost das Kind mit dem Bade ausschütten. Das Vermächtnis der abgelaufenen Dekade besteht in geringem Umfang aus epochalen kompositorischen Glanztaten, der eigentliche Furor manifestierte sich in iPods, der Unendlichkeit des Webs, dekatenten und vom Filesharing gebeutelten Plattenfirmen sowie einer karnickelhaften Vermehrung von Castingshows.
Nehmen wir die malträtierten Moloche zuerst ins Visier. Wenn sich eine ganze Branche nur noch in smarten Marketingfeldzügen ergeht und die jahrelang gewieft praktizierte Ausbeutung der Konsumenten zu perfektionieren sucht, wenn lediglich diese ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/01/Nullen1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6034" title="Nullen" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2010/01/Nullen1.jpg" alt="" width="336" height="149" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem das Haltbarkeitsdatum des Jahrzehnts überschritten und eine frisch gebackene Dekade pfirsichhäutig erwächst, darf man getrost das Kind mit dem Bade ausschütten. Das Vermächtnis der abgelaufenen Dekade besteht in geringem Umfang aus epochalen kompositorischen Glanztaten, der eigentliche Furor manifestierte sich in iPods, der Unendlichkeit des Webs, dekatenten und vom Filesharing gebeutelten Plattenfirmen sowie einer karnickelhaften Vermehrung von Castingshows.</p>
<p style="text-align: justify;">Nehmen wir die malträtierten Moloche zuerst ins Visier. Wenn sich eine ganze Branche nur noch in smarten Marketingfeldzügen ergeht und die jahrelang gewieft praktizierte Ausbeutung der Konsumenten zu perfektionieren sucht, wenn lediglich diese Fertigkeiten erlernt und überstrapaziert wurden, dann darf es nie und nimmer verwundern, dass eine Sinnkrise &#8211; wie es rapide sinkende Absatzzahlen nun einmal sind &#8211; ohne kreative Lösungen bewältigt wird. Schockstarre und Beißreflexe haben noch selten Probleme vom Tisch gewedelt. Deshalb charakterisieren die Nuller-Jahre das demenzhafte Dahinsiechen einer Branche, die zuvor wie Unkraut gedieh. Nun kann man dies vom evolutionären Standpunkt durchaus mit Wohlwollen beklatschen. Evolution kennt keine Moral und keine Skrupel. Und doch bleibt die vermaledeite Ursache das Filesharing. Ob als Überzeugungstäter oder aus Gedankenlosigkeit heraus, erbarmungslos nahmen die Tauschenbörsenjünger auch Kollateralschäden in Kauf. Für all die Musiker, die eben nicht <em>Madonna</em> oder <em>U2</em> heißen, wurde in der vergangenen Dekade die Luft ebenfalls dünn.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwar entwickelte die Weite des Internets ungeahnte Möglichkeiten des Vertriebs, der Vermarktung und Etablierung von Musik. Letztlich zündeten Ideen wie <em>Creative Commons</em> nicht wirklich. Und den Bekanntheitsgrad mittels massenhaften MySpace-Freundschaftsanfragen zu steigern, hat auch noch keine Band in die Charts gehievt. Im Endeffekt spiegelt das Web ein Stammtischverhalten wider. Wer am lautesten schreit, glaubt gewonnen zu haben. Ein Irrtum. Weder Fleiß noch Liebe zu Detail und schon gar nicht spammige Penetranz sind der Schlüssel zum Erfolg. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Search_engine_optimization" target="_blank">SEO</a> zählt weitaus mehr, ebenso wie Viral Marketing. So doof der durchschnittliche Internet-Nutzer auch sein mag, er kann jedoch erkennen, wenn er für dumm verkauft wird. Je subtiler und hinterhältiger die Köder ausgelegt werden, desto eher zeitigt dies Wirkung. Die Selektion im Internet ist nichts für charakterfeste oder gar naive Zeitgenossen.</p>
<p style="text-align: justify;">Und doch ließ sich in den letzten 10 Jahren mit Musik auch massig Geld verdienen. Besonders wenn man auf Schein und in geringer Dosis auf Sein setzte. Dergestalt vermochte <em>Apple</em> Plagen über die Menschen auszuschütten, in Form von <em>iPod</em>, <em>iTunes</em> und <em>iPhone</em>. Zumindest in den Belangen der Hardware wurde Design zur alles überstrahlenden Konstante. Längst ist es egal, was man so hört, vielmehr zählt, ob man es mit einem iPod hört.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenden wir unser gedankenschweres Haupt noch dem kunterbunten Treiben diverser Castingshow-Formate zu. Der frisch-fröhliche Aufmarsch musikalisch unbegabter Menschen wurde nur noch durch die hündische Ergebenheit übertroffen, mit welcher die Kandidaten Würde für vermeintlichen Erfolg opfern wollten. Ob <em>Popstars</em> oder <em>DSDS </em>- immer wurde von den Machern Qual mit Disziplin, divaesques Gehabe mit Ausstrahlung, klamaukige Attitüde mit Humor, schriller Gesang mit Emotion und Untalentiertheit mit Entwicklungspotential verwechselt. Dass Stars keinerlei kreativen Anstrich benötigen, schien sich stillschweigend als Grundvoraussetzung zu etablieren. Das eigentliche Opfer des Castingwahns stellten weder die voyeuristische Unterschicht dar, auch nicht die willigen Anwärter auf kurzlebigen Ruhm, vielmehr waren die eigentlich Geschädigten die Musiker, die ihre Kunst nicht als marionettenhaftes Handwerk begreifen. Der Beruf des Musiker scheint mittlerweile beinahe so anrüchig, wie es der des Henkers bereits ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Jahre der großen Nullen sind in vielerlei Hinsicht eine Farce. All die genannten Beispiel zeigen, dass die Kacke am Dampfen scheint, Musik als Kunstform abgedankt hat. Lieder und Alben und Interpreten sind nun mehrheitlich Ausscheidungsprodukte einer am Zahnfleisch kriechenden Industrie. Die Legionen der Niveaulosen stürzen sich darauf noch wie Fliegen auf einen Hundehaufen in der sommerlichen Mittagssonne. Doch ein Stück Hundescheiße ist halt nicht der Stein der Weisen. Und dennoch gilt, spiel mir das Lied vom Kot&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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		<title>Die Unkultur wird längst zur Kultur hochstilisiert</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 23:40:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man möge mich mit Vernunft geschlagenen Zeitgenossen doch endlich einmal in die verquere Logik der ganzen Filesharing-Befürworter einweihen. Ich bitte ehrlich darum. Einer im britischen Independent zititerten Studie zufolge sind Filesharer wieder einmal die eigentlichen Zugpferde der maroden Musikindustrie, die sämtliche finanziellen Ressourcen in den Dienst der guten Sache stellen und den Karren aus dem Dreck zerren. Von 1000 befragten Teilnehmern bekannten sich 10 Prozent zu illegalen Downloads. Eben diese 10 Prozent gaben an, durchschnittlich 77 Britische Pfund pro Jahr für den legalen Erwerb von Musik auszugeben, während der Rest ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Man möge mich mit Vernunft geschlagenen Zeitgenossen doch endlich einmal in die verquere Logik der ganzen Filesharing-Befürworter einweihen. Ich bitte ehrlich darum. Einer im britischen <a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/crime/illegal-downloaders-spend-the-most-on-music-says-poll-1812776.html" target="_blank">Independent zititerten Studie</a> zufolge sind Filesharer wieder einmal die eigentlichen Zugpferde der maroden Musikindustrie, die sämtliche finanziellen Ressourcen in den Dienst der guten Sache stellen und den Karren aus dem Dreck zerren. Von 1000 befragten Teilnehmern bekannten sich 10 Prozent zu illegalen Downloads. Eben diese 10 Prozent gaben an, durchschnittlich 77 Britische Pfund pro Jahr für den legalen Erwerb von Musik auszugeben, während der Rest im Mittel lediglich 43 Pfund investierte. Nun birgt solch ein Resultat gerade jetzt in Großbritannien Sprengstoff, da dort ja das Kappen von Internet-Anschlüssen bei wiederholtem Filesharing kurz vor der Umsetzung steht.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun beschert mir dies Ergebnis doch die eine oder andere Stirnfalte. Wenn diejenigen, welche Copyright verletzen, indem sie Musik unerlaubterweise digital verbreiten oder auf Tauschbörsen verfügbare Songs herunterladen, wenn eben jene dies tun, obzwar sie ohnehin planen das eine oder andere Album käuflich zu erwerben, dann stellt sich die Frage nach dem Grund. Geht es rein um einen Soundcheck, um ein Probehören, ehe man dann doch in den Geldbeutel greift? Wenn das ein Motiv darstellt, dann wächst meine Verwunderung nur weiter an. Denn dank Streams, kostenlosen Downloads und dergleichen lässt sich heutzutage doch alles vorab einschätzen, wird die Katze nie im Sack gekauft. Wieso dies Wagnis, vor allem mit dem Wissen um eventuelle Folgen?</p>
<p style="text-align: justify;">Was mir bei vielen dieser Studien mit ähnlichem Tenor fehlt, ist die Anzahl der Lieder/Alben, die die so vermeintlich finanzstarken Teilnehmer illegal runterladen. Bei 77 Pfund gehe ich von 80 Songs oder ungefähr 8 CDs pro Jahr aus. Soll ich nun wirklich der Vermutung verfallen, dass auch die Größenordnung der über P2P erlangten Musik ähnlich wiegt? Und werden solch Downloads, die weniger Gefallen finden, auch brav von der Festplatte verbannt? Das würde mich doch sehr interessieren. Mein Drang dies Phänomen zu begreifen, dieser Wunsch ist durchaus ehrlich gemeint. Man joggt doch auch nicht zum Hehler, erwirbt dort eine Stereoanlage von Sony, testet diese in den eigenen vier Wänden nach qualitativen Kriterien und stürmt dann das Fachgeschäft des Vertrauens, um sich diese dann feierlich und legal zu besorgen.</p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht unterläuft mir auch eine Betriebsblindheit. Möglicherweise ist mein Ansatz falsch, dass die Mehrzahl von Menschen die Einschätzung teilt, dass Musiker nicht von Luft, Liebe und Talent zu leben vermögen und eine faire Entlohnung verdienen. Unter Umständen bin ich auch noch zu sehr in meiner Sozialisation mit physischen Tonträgern verhaftet &#8211; zunächst noch Vinyl, später die CD. Die digitale Kopie bleibt für mich damit seltsam materiell, erfährt keine Losgelöstheit von dem Schöpfer des Werks &#8211; und wird nie zur Selbstverständlichkeit, die keine Entlohnung kennt. Aus eben diesen Beweggründen halte ich es für bedenklich, die Unkultur des Filesharings zu einer Kultur hochzustilisieren, welche der eigentliche Antrieb für das lahme Vehikel der Musikindustrie sein soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Darf man davon ausgehen, dass Filesharern ein gesteigerteres Interesse an Musik innewohnt, als es bei Herrn Müller oder Frau Meier der Fall ist? Und dass sie eben deshalb neben dem täglichen Stehlen auch Geld auf ehrliche Weise ausgeben, derart wie ein Kleptomane in einem Karstadt auch das eine oder andere Kleidungsstück zur Kasse bringt? Sind Kleptomanen deswegen die Motoren des Aufschwungs? Oder doch Verursacher von Schäden?</p>
<p style="text-align: justify;">Filesharern unterstellt manch Lanzenbrecher ein moralisches Unterscheidungsvermögen. Künstler von Major Labels werden geleecht, die Werke aus Indie-Schmieden werden gesaugt und hernach gekauft. Da verlangt man von den P2P-Fetischisten verdammt viel Insider-Wissen. Denn worauf Indie in fetten Lettern prangt, findet sich längst nicht immer Indie drinnen. Und warum sollte Indie unterstützenswerter sein? Dieser Prämisse folgend dürften Filesharer auch nur Tante-Emma-Läden entern und nie und nimmer ALDI ein Besüchlein abstatten &#8211; außer für nen gepflegten Ladendiebstahl.</p>
<p style="text-align: justify;">Mich überzeugen die gefühlten hunderten Studien nicht, mit welchen immer der idente Tenor einherschreitet: Filesharer sind nicht böse, nur ein wenig anders und bedürfen der Zuwendung der Musikindustrie. Denn eigentlich haftet ihnen riesiges Potential wie Kaugummi am Schuh. Und die braven Bezahlidioten sind dann wohl nur Hundescheiße, in die zu tappen sich für die Plattenbosse nicht lohnt?</p>
<p style="text-align: justify;">Viele Fragen, ich harre der Antworten.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><em>(mit Dank an <a href="http://beautifulsounds.blogsport.de/" target="_blank">Felix</a> für das Gezwitscher)</em></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
<p>Link-Tipp zum Thema: SZ: <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/813/493163/text/">&#8220;Freibier-Mentalität ist kein Maßstab&#8221; </a></p>
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		<title>Der letzte Messias der Musikbranche &#8211; Google</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 10:56:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieser Tage war allerorten zu lesen, dass Google in das Musikgeschäft einzusteigen plant und einen Service anstrebt, welcher iTunes Paroli bieten möchte. Bei der Suche nach Songs wird demnächst &#8211; vorläufig vermutlich lediglich in den USA &#8211; eine sofortige Kaufoption angezeigt, welche durch Dienste wie Lala realisiert werden soll. Dem Vernehmen nach haben die Majors selbst jene Idee Google ans Herz gelegt, um einen effektiven weiteren Vertriebskanal zu etablieren, der nebenbei noch die Vormachtsstellung und das Dikat von Apple ins Wanken bringen könnte. Was nach einem weiteren verzweifelten Versuch der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Dieser Tage war <a href="http://www.nytimes.com/2009/10/22/technology/internet/22google.html?_r=1&amp;hpw" target="_blank">allerorten</a> zu lesen, dass <strong>Google</strong> in das Musikgeschäft einzusteigen plant und einen Service anstrebt, welcher <strong>iTunes</strong> Paroli bieten möchte. Bei der Suche nach Songs wird demnächst &#8211; vorläufig vermutlich lediglich in den USA &#8211; eine sofortige Kaufoption angezeigt, welche durch Dienste wie <a href="http://www.lala.com/" target="_blank">Lala</a> realisiert werden soll. Dem Vernehmen nach haben die Majors selbst jene Idee Google ans Herz gelegt, um einen effektiven weiteren Vertriebskanal zu etablieren, der nebenbei noch die Vormachtsstellung und das Dikat von Apple ins Wanken bringen könnte. Was nach einem weiteren verzweifelten Versuch der Schadensminimierung klingt, zeitigt möglicherweise sehr positive Auswirkungen für kleine wie große Labels zeitigen.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Denn de facto existiert bereits seit Jahren eine Google-Musiksuche &#8211; die freilich kostenlose, überwiegend illegale Inhalte ausspuckt. Man gebe einfach den Titel eines Songs ein, hefte das Wort &#8220;Torrent&#8221; hinzu und schon steuert man ins Nirvana der Gratis-Downloads. Dieser Stachel im Fleisch derer, die Urheberrecht nicht als obsolet ansehen und Künstlern &#8211; und sogar Plattenfirmen &#8211; eine Existenzgrundlage zugestehen, könnte nun nicht länger einer Entfernung harren. Der geplante Dienst birgt das Potential, dass Google verstärkt in Augenschein nimmt, was in den Treffer-Kanon Aufnahme findet. Denn bislang stahl sich der Suchriese immer ein wenig aus der Verantwortung. So wie man einem Alkoholiker nicht mit der Bierflasche vor dem Kopf herumfuchteln darf und sich dann am Ende gar noch verwundert zeigt, dass dieser zupackt &#8211; genau unter dem selben Aspekt sind die zahlreichen einschlägigen Ergebnisse auf Suchanfragen zu interpretieren.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Wenn es tatsächlich zu einer forcierten Filterung illegaler Download-Angebote kommen sollte, böte dies auch der jenseits des Mainstreams angesiedelten Indie-Szene Erfolgsversprechungen. Der durchschnittliche Internet-Nutzer ist schließlich simpel gestrickt und mit anerzogener Faulheit gesegnet. Was nicht bequem kostenlos auffindbar, würde vermutlich doch vermehrt gekauft oder eben in Abo-Angeboten gestreamt, was wiederum ebenso Tantiemen generiert. Notorischen Filesharern vermag dies natürlich kaum Einhalt gebieten, aber den unter das Schlagwort <em>Gelegenheit macht Diebe</em> subsumierten Menschen schon.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Ehe nun jemand auf die absurde wie populäre Idee kommt und von Zensur zu faseln beginnt, möchte ich noch einmal die in den vergangen Monaten auf diesem Blog wiederholt geäußerte moralische Komponente von Urheberrechtsverletzungen unterstreichen. Sobald man das Werk eines Künstlers konsumiert, muss dies mit einer Vergütung des Künstlers verbunden sein. Es ist nicht schwer dies zu begreifen, wenn man nur will. Wie also soll etwas den fahlen Beigeschmack von Zensur beinhalten, das den Zugang zu moralisch wie gesetzlich Unerlaubtem erschwert?</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Jetzt freilich heißt es Daumendrücken, dass der neue Service Google aus rein wirtschaftlichem Interesse ein Handeln oktroyiert, welches in der Tat der Copyright-Debatte eine schicksalshafte Wendung verleihen könnte.  Wenn der neue Heilsbringer der Branche weniger Gelegenheiten bietet, wird sich auch die Spreu vom Weizen trennen und kleine Diebe den Weg in die Lauterkeit finden. Die großen Fische mit ihrem ignoranten Tun scheinen ob ihrer kriminellen Energie ohnehin nicht fassbar. Die Hoffnung auf Veränderungen lebt!</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Radiohead und die Kollateralschäden &#8211; Ein ungläubiges Staunen</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 08:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Thom Yorke]]></category>
		<category><![CDATA[Torrent]]></category>
		<category><![CDATA[Wall Of Ice]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun da es in der Gerüchteküche zischt und brutzelt, will ich an dieser Stelle grundsätzliche Gedanken zur Chose um den neuen, vermeintlich von Radiohead stammenden Song These Are My Twisted Words benennen. Ich fasse einmal kurz zusammen: Auf einer Torrent-Seite namens what.cd taucht ein gleichnamiger Track auf und wird von der Radiohead-Fan-Seite Radiohead At Ease als bislang unbekanntes Werk der Briten identifiziert. Die der Mp3 beigefügte Info-Datei enthält Hinweise auf ein Album namens Wall Of Ice und ein Veröffentlichungsdatum, welches den 17. August 2009 avisiert. In der Folge türmen sich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nun da es in der Gerüchteküche zischt und brutzelt, will ich an dieser Stelle grundsätzliche Gedanken zur Chose um den neuen, vermeintlich von <strong>Radiohead</strong> stammenden Song <strong>These Are My Twisted Words</strong> benennen. Ich fasse einmal kurz zusammen: Auf einer Torrent-Seite namens <em>what.cd</em> taucht ein gleichnamiger Track auf und wird von der Radiohead-Fan-Seite <a href="http://www.ateaseweb.com/" target="_blank">Radiohead At Ease</a> als bislang unbekanntes Werk der Briten identifiziert. Die der Mp3 beigefügte Info-Datei enthält Hinweise auf ein Album namens <strong>Wall Of Ice</strong> und ein Veröffentlichungsdatum, welches den 17. August 2009 avisiert. In der Folge türmen sich Spekulation auf Spekulationen, weitere Indizien verstärken den Eindruck. So leitet die Domain wallofice.com derzeit auf einen Radiohead-Download-Shop um. Die Spannung steigt ins Unermessliche&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Halten wir nun eine Sekunde inne und beleuchten eventuelle Auswirkungen des Tohuwabohus. Wenn die landauf, landab vertretene These eines erneuten Werbe-Coups der Band stimmt, dann stellen sich mir &#8211; bei aller Liebe zu Thom Yorke und seinen Mannen &#8211; doch die Zehennägel auf. Keine Firma der Welt würde ein neues, erfolgversprechendes Produkt zuerst mal über einen Hehler vertreiben &#8211; und nichts anderes sind Torrent-Seiten doch. Indem man einen Hype per illegaler Download-Seite kreiert, wirbt man doch gleichzeitig für diese Methode der kostenfreien, ohne irgendeine Art von Vergütung an Künstler und Label zahlende Beschaffung von Musik. Das mag die durch harte Arbeit, eisernen Willen und geniale Kreativität in den Olymp aufgestiegenen Mitgliedern Radioheads dank ihrer ergebenen Fanbase weitaus weniger schmerzen, bringt aber weniger etablierte Acts in die Bredouille. Ein Feldzug gegenüber der Musikindustrie mag angebracht sein, aber auch heftige Kollateralschäden anrichten. Warum wurde kein Blog zur Verteilung des neuen Songs auserkoren? Auch selbiger hätte das Mysterium nähren können, dabei jedoch nicht die Mär bedient, wonach man die tollen Sachen eben nur über Torrents und Co. zu finden seien. Da ja auch Radiohead zurecht dem schnöden Mammon huldigen und den Song <strong><em>Harry Patch (In Memory Of)</em></strong> zum Kauf feilbieten, wäre doch eine dergestalte Aktion letztlich kontraproduktiv.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_3736" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/tanaka/3379235440/in/set-72157619806494422"><img class="size-full wp-image-3736   " title="3379235440_aa0d09e40e" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2009/08/3379235440_aa0d09e40e.jpg" alt="3379235440_aa0d09e40e" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Herr Yorke entrückt - vielleicht auch beim Ersinnen dieses Coups (Foto: Silvio Tanaka)</p></div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Bis dato hat die Gruppe eisern geschwiegen. Dies könnte man nun als Element der Spannungssteigerung deuten, oder hingegen als Eingeständnis, dass dieser Leak keinesfalls beabsichtigt war. Und genau dies erhoffe ich. Es gäbe genügend Varianten Aufregung zu erzeugen, ohne gleich einen Impetus zur Nutzung illegaler Download-Portale zu forcieren. Thom Yorke habe ich bis dato als hochgradig vernunftbegabten Musiker mit intelligenter Impulsivität wahrgenommen.  Wenn diese Aktion jedoch mit seiner Billigung erfolgte, hätte sie sich die Auszeichnung als <em>Dummheit des Jahres</em> verdient.</p>
<p>Links:</p>
<p><a href="http://www.guardian.co.uk/music/2009/aug/14/new-radiohead-song" target="_blank">Der Guardian-Bericht</a></p>
<p><a href="http://pitchfork.com/news/36225-radiohead-rumor-mill-steaming-ahead-threatening-to-devour-entire-internet/" target="_blank">Pitchfork-Artikel mit Hörprobe</a></p>
<p><a href="http://www.78s.ch/2009/08/15/geruchte-verdichten-sich-radiohead-veroffentlichen-am-montag-ep-wall-of-ice/" target="_blank">78s mit einer Zusammenstellung der bisherigen Vermutungen</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails </em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wollt Ihr das totale Filesharing? (Teil 5)</title>
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		<pubDate>Sat, 16 May 2009 07:58:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
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		<category><![CDATA[P2P]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine neue Studie zum Thema Filesharing, welche im Auftrag der britischen PRS erstellt wurde, formuliert wenig Überraschendes sehr deutlich. Künstler, welche in den Charts vertreten sind, werden auch auf P2P-Plattformen bevorzugt runtergeladen. 80 Prozent aller getauschten Songs konzentrieren sich auf gerade einmal 5 Prozent der vorhandenen Titel, während es bei legalen Song-Downloads sogar über 90 Prozent sind. Will also meinen, dass die Diversität des Angebots sowohl im Filesharing-Bereich als auch bei digitalen Stores wie iTunes von den Konsumenten kaum genutzt wird. Welche Lehren darf man nun aus diesen Zahlen ziehen?

Knabbern ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Eine <a href="http://www.prsformusic.com/monline/research/Documents/The%20long%20tail%20of%20P2P%20v9.pdf" target="_blank">neue Studie</a> zum Thema <strong>Filesharing</strong>, welche im Auftrag der britischen <a href="http://www.prsformusic.com/Pages/default.aspx" target="_blank">PRS</a> erstellt wurde, formuliert wenig Überraschendes sehr deutlich. Künstler, welche in den Charts vertreten sind, werden auch auf P2P-Plattformen bevorzugt runtergeladen. 80 Prozent aller getauschten Songs konzentrieren sich auf gerade einmal 5 Prozent der vorhandenen Titel, während es bei legalen Song-Downloads sogar über 90 Prozent sind. Will also meinen, dass die Diversität des Angebots sowohl im Filesharing-Bereich als auch bei digitalen Stores wie iTunes von den Konsumenten kaum genutzt wird. Welche Lehren darf man nun aus diesen Zahlen ziehen?</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Knabbern wir zuerst an der Grundsatzfrage. Soll uns die Tatsache, dass sich der Konsum von Musik auf eine überschaubare Zahl von Künstlern fokussiert, Grübelfalten in die Stirn zaubern? Fällt dies in die Kategorie natürlicher musikalischer Auslese? Verdienen eben lediglich benannte 5 Prozent unsere Aufmerksamkeit, weil sie aus kompositorischer, interpretatorischer oder auch vermarktungstechnischer Sicht gelungen sind? Oder fesselt uns ein schwer definierbarer Kulturbegriff an eine Fürsorgepflicht bezüglich nicht Mainstream-kompatiblen Outputs? Anders gefragt: Ist Kunst jenseits jedweden Kommerzes eine Säule gesellschaftlicher Entwicklung, die im Verborgenen blüht? Wenn dem so ist, wie definieren wir selbige und wie wird sie bewahrt?</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Sollten wir uns zu der Festlegung aufraffen mögen, dass auch der kostenfreie P2P-Tausch der Vielfalt musikalischen Schaffens nicht zum Durchbruch zu verhelfen scheint, müssen wir bei Bejahung der Relevanz von Musik als Bereicherung des Menschseins eines der meist verwendeten Argumente von Filesharing-Aposteln als Humbug verifizieren. Filesharer sind ebenfalls nur bedingt audiophile Gourmets. Das ohne viel Federlesens mögliche Kennenlernen und Ausbuddeln unbekannter Acts wird kaum genutzt. Das Katrinchen aus Rostock sucht im P2P-Universum doch auch nur nach <strong>Daniel Schumacher</strong> und käme nicht eine Sekunde auf die Idee Bands wie <a href="http://lieinthesound.wordpress.com/2009/05/11/schatz-im-schoss-viarosa/" target="_blank">Viarosa</a> oder <a href="http://lieinthesound.wordpress.com/2009/05/13/the-alexandria-quartet-the-dark-side-of-the-blues/" target="_blank">The Alexandria Quartett</a> entdecken zu wollen. Der Bastian aus Bonn wühlt doch auch ausschließlich in den Untiefen nach Metallica und schert sich einen Dreck um <a href="http://lieinthesound.wordpress.com/2009/04/18/boulevard-of-the-nameless-i/" target="_blank">Rockettothesky</a>. Mehr noch: Die Studie unterstreicht die Annahme, wonach viel der via Filesharing akquirierten Musik nie angehört wird. Die kulturelle P2P-Bereicherung bleibt eine Mär.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Welche Lösungen hält der digitale Dschungel vorrätig, damit mehr Facetten kreativen Schaffens die Masse an Nutzern erreichen? Keine? Oder braucht es eine Idiotensteuer, auch <strong>Kulturflatrate</strong> genannt, welche allen Künstlern Einnahmen beschert? Wenn diese oft geforderte Steuer ihre Umsetzung erfährt, wird ja der Teil des Kuchens ebenso anteilig verteilt. An gegenwärtigen Zuständen würde dies absolut nichts ändern. Was Otto Normalkonsument nicht kennt, das lädt er weder legal noch illegal. Gehört wird, was im Gespräch ist. Medial großgekotzte Hypes bestimmen die Hörgewohnheiten, der Wille zu eigenständiger Erkundung des Angebots hält sich in Grenzen. Warum nach Perlen buddeln, wenn uns vermeintlich funkelnd Glitzerndes vor die Nase gehalten wird?</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Was jedoch ist der sozio-kulturelle Sinn von Filesharing, wenn es doch nur die digitale Durchdringung finanziell erfolgreicher Acts widerspiegelt? Wenngleich die oben angeführten 20 Prozent natürlich über den mit 10 Prozent bezifferten legalen Downloads stehen, bleibt der Umstand, daß mittels P2P auch gesaugt wird, was in der Folge ungehört auf der Festplatte verschimmelt. Bravo!</p>
<p>Vorangegangen Filesharing-Betrachtungen: <a href="http://lieinthesound.wordpress.com/2009/03/03/wollt-ihr-das-totale-filesharing-teil-1/" target="_blank">1</a>, <a href="http://lieinthesound.wordpress.com/2009/04/02/wollt-ihr-das-totale-filesharing-teil-2/" target="_blank">2</a>, <a href="http://lieinthesound.wordpress.com/2009/04/22/wollt-ihr-das-totale-filesharing-teil-3/" target="_blank">3</a>, <a href="http://lieinthesound.wordpress.com/2009/05/02/wollt-ihr-das-totale-filesharing-teil-4/" target="_blank">4</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wollt Ihr das totale Filesharing? (Teil 4)</title>
		<link>http://www.lieinthesound.de/2009/05/wollt-ihr-das-totale-filesharing-teil-4/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wollt-ihr-das-totale-filesharing-teil-4</link>
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		<pubDate>Sat, 02 May 2009 08:55:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Last.Fm]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Robin Meyer-Lucht]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Diplom-Medienberater und Medienjournalist Robin Meyer-Lucht hat dieser Tage unter dem hochtrabenden Titel Kostenlos-Kultur ≠ Urheberrechtsverletzung: 10 Thesen zum Modernisierungsversagen der Medieneliten eine Bestandsaufnahme der Problemfelder  der gegenwärtigen Copyright-Debatte geliefert. Zusammenfassend kann man seine Kritik auf einige, nicht eben markerschütternd neue Ansatzpunkte reduzieren. Meyer-Lucht konstatiert den über Jahrzehnte erfolgreichen Marktführern im Bereich Print und Musik, dass sie auf das neue Medium Internet falsch reagieren und etwaige Chance nicht ergreifen. Den Versuch, die bis zur Etablierung des Internets funktionierenden Geschäftsmodelle auch im Internet 1:1 anzuwenden, nennt er Adaptionsverweigerung. Er unterstellt den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Der Diplom-Medienberater und Medienjournalist <strong>Robin Meyer-Lucht</strong> hat dieser Tage unter dem hochtrabenden Titel <em><strong><a href="http://carta.info/8528/kostenlos-kultur-urheberrechtsverletzung-10-thesen-zum-modernisierungsversagen-der-medieneliten/" target="_blank">Kostenlos-Kultur ≠ Urheberrechtsverletzung: 10 Thesen zum Modernisierungsversagen der Medieneliten</a> </strong></em>eine Bestandsaufnahme der Problemfelder  der gegenwärtigen Copyright-Debatte geliefert. Zusammenfassend kann man seine Kritik auf einige, nicht eben markerschütternd neue Ansatzpunkte reduzieren. Meyer-Lucht konstatiert den über Jahrzehnte erfolgreichen Marktführern im Bereich Print und Musik, dass sie auf das neue Medium Internet falsch reagieren und etwaige Chance nicht ergreifen. Den Versuch, die bis zur Etablierung des Internets funktionierenden Geschäftsmodelle auch im Internet 1:1 anzuwenden, nennt er Adaptionsverweigerung. Er unterstellt den medialen Platzhirschen Ignoranz hinsichtlich des digitalen Quantensprungs, pocht darauf, dass das die vor Verbreitung des World Wide Web existierende Medien- und Wissensordnung keinesfalls perfekt gewesen sein kann, weil sie sonst auch im Internet funktioniert hätte. Meyer-Lucht sieht in dem sturen Erinnern an frühere, goldene Zeiten einen normativ-autoritären Impuls, der den Willen der Nutzer ignoriert. Verlagen, Zeitungswesen und der Musikindustrie rät er zu werbefinanzierten Erlösstrategien. Unwiderstehliche Benutzerfreundlichkeit würde auch legale Angebote über Piratenbuchten siegen lassen. Das Urheberrecht hält Meyer-Lucht keineswegs für überholt, mahnt das Entscheidungsrecht der Produzenten ein, wann und zu welchem Preis ihr Werk das Licht der Welt erblicken soll. Insgesamt prophezeit er einen Trend zur teilkommerziellen Produktion von Inhalten im Medium Internet.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Ich bin ja ein Fan von Experten, die mit einem geschärften Blick für das große Ganze gesegnet sind und jene Weisheit auch unter das Volk bringen. Nichtsdestotrotz stelle ich Einsprüche gegen oben genannte Ausführungen, wenn es um den Bereich Musik geht. Doch wagen wir zunächst einen klitzekleinen Rückblick auf bisherige Ereignisse. Es begann alles mit dem durchaus legitimen Versuch auf funktionierenden Verkaufsmodellen zu beharren. Genau dies tat die Musikbranche in den 90ern, wohl vor allem deshalb da die rasante Entwicklung des Internets eine durchdachte, kalkulierbare Strategie erschwerte. Ab <strong>Napster</strong> befand sie sich dann in der Defensive, durfte lediglich reagieren und machte das, was jedermann tut, wenn er sich in die Enge gedrängt fühlt: Hysterisch um sich schlagen. Die geballte Macht von Millionen Konsumenten stürzte sich auf die interessanten Facetten des Filesharings, empfand den Tauschhandel als Bereicherung und verfiel in oftmals gutem Glauben der Idee, dass zumindest die Tauschpartner auch weiterhin Tonträger erstehen würden. Alles sollte weiterlaufen wie bisher, nur man selbst würde halt die eine oder andere CD weniger kaufen. So dachten Millionen und der Umsatz brach ein. In der Folge wurde das digitale Copyright ausjudiziert und <strong>RIAA</strong> und Konsorten schossen sich auf diejenigen ein, welche als potentielle Kunden eigentlich Verhätschelung verdienten. Seit nun gut 10 Jahren sucht die Branche nach dem Stein der Weisen &#8211; und fällt dabei immer auf iTunes zurück. Werbefinanzierte Modelle sind ebenso gescheitert wie Musik-Abo-Flats. Ob <strong>Warner</strong>, <strong>Universal</strong> oder <strong>Sony</strong> &#8211; alle wagten das Buhlen um verschreckte Filesharer im Alleingang. Und gerade darum vermochte keines der Portale die Vielfalt und den Community-Geist der Tauschbörsen zu reanimieren. Lediglich <strong>Apple</strong> gelang die Etablierung kostenpflichtiger Downloads. Doch funktioniert dies eben aufgrund der zeitgeistigen Hardware (iPod). Kopierschutzmaßnahmen gingen ins Land und vertschüssten sich wieder. Klagewellen rollten an und krachten gegen die Wand. Die wenigen Konzepte, die tatsächlich einen Impetus zu neuen Herangehensweisen lieferten, wurden allesamt nicht vom Musikbusiness erdacht. Als Beispiel sei <strong>Last.fm</strong> erwähnt. Und nun befinden wir uns im Jahre 2009, die Industrie grübelt weiter wie man rückgängige Umsatzzahlen stoppen könnte und die Copyright-Diskussion knabbert nun seit einiger Zeit an den selben Brocken. Was tun?</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Prinzipiell beharren Plattenfirmen auf dem kapitalistischen Prinzip, dass eine Leistung (zB eine physische CD oder ein digitaler Download) mit einer Gegenleistung (Geld) beantwortet werden muss. Die Annahme, wonach in der virtuellen Welt funktioneren wird, was in der Alltagsrealität gang und gäbe ist, ist die bis dato fundamentale Crux. Je unregulierter menschliches Handeln ist, desto mehr entfällt der Wille zur Pflicht. Das hat weniger mit krimineller Energie gemein, vielmehr mit der menschlichen Sehnsucht nach (Wahl-)Freiheit. Solange das Internet als Hort anonymen Handelns verstanden wird, sinkt der Drang Verpflichtungen nachzukommen. Diese Mentalität der Anfangstage des World Wide Web zappelt wie ein Damoklesschwert über allen Copyright-Debatten. Thesen, die darauf fußen, dass die Musikindustrie noch immer kein unwiderstehliches Angebot an den Konsumenten gemacht hat, lassen die mangelnde Zahlungsbereitschaft vieler Nutzer außer Acht. Das Gepredige von werbefinanzierten Angeboten mag zwar nett klingen, ist im Praxistest jedoch bestenfalls Geschwafel. Sowohl Last.fm als auch <strong>YouTube</strong> können das eine oder andere Liedchen davon trällern.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Was können wir uns also nun von den Erklärungen des Herrn Meyer-Lucht ins Stammbuch kritzeln? Die Labels haben allerlei Schnickschnack ausprobiert, solch Trendverweigerer sind die Plattenbosse ergo nicht. Dem Einfordern von Urheberrechtsgesetzen stimmt der Medienexperte ja zu. Bleibt nur der Verbraucher, den Meyer-Lucht zum Entscheidungstitan erhebt. Doch wenn eben jener Konsument auch zukünftig auf Filesharing setzt, welche Schritte soll dann die Unterhaltungsbranche unternehmen, um nicht länger im Mief strukturkonservativer Ignoranz zu waten? Interessanterweise erwähnt der werte Herr Experte die Kulturflatrate nicht. Ahnt er, dass solch eine Abgabe keine schwanzwedelnde Verteilungsgerechtigkeit in sich birgt? Oder fällt die Rolle nichtkommerzieller Inhalteproduktion dann eben jenen zu, die sich nicht in staatlichen Futtertröge der P2P-Pauschalen aalen dürfen? Einer Kostenlos-Kultur das Wort reden, aber sich da auf abstrakte Phrasen zu beschränken, ist einmal mehr plakativ wie nichtssagend.</p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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		<title>Wollt Ihr das totale Filesharing? (Teil 3)</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 19:57:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[P2P]]></category>

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		<description><![CDATA[Kontrollgruppe aufgepasst! Heute beweisen wir das allzu Offensichtliche, die Chose plärren wir mit viel Tamtam in die weite Welt hinaus &#8211; und hui, plötzlich sind wir alle kleine Einsteins, die den letzten Schluss der Weisheit gefunden haben. Der schwerbäuchige Fritz gesellt sich jetzt bitte zum moppeligen Uwe. Danke! Jürgen, deinen Kasten Bier kannst du später trinken, stell dich auch zu den zwei Dicken. Mandy, Schätzchen, du stöckelst bitte auf die andere Seite. Prima! Mona, deinen Jutesack der Bio Company stiehlt dir niemand &#8211; du gehörst zu Mandy. So Kinders, die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Kontrollgruppe aufgepasst! Heute beweisen wir das allzu Offensichtliche, die Chose plärren wir mit viel Tamtam in die weite Welt hinaus &#8211; und hui, plötzlich sind wir alle kleine Einsteins, die den letzten Schluss der Weisheit gefunden haben. Der schwerbäuchige Fritz gesellt sich jetzt bitte zum moppeligen Uwe. Danke! Jürgen, deinen Kasten Bier kannst du später trinken, stell dich auch zu den zwei Dicken. Mandy, Schätzchen, du stöckelst bitte auf die andere Seite. Prima! Mona, deinen Jutesack der Bio Company stiehlt dir niemand &#8211; du gehörst zu Mandy. So Kinders, die allerschönste Isabel leistet euch zwei noch Gesellschaft, dann ist alles schick. Kann los gehen. Ich stell Fragen und ihr hebt brav die Hände, wenn selbige auf euch zutreffen, okay? Gut. Wer geht gerne zu McDonald&#8217;s? Ah, alle Jungs, war ja logisch. Du auch Mandy? Sieht man dir gar nicht an. Was, du warst noch nie in so einem Lokal, Mona? Ne Bildungslücke! Nächste Frage:  Wem schmeckt es dort? Uwe, du sabberst. Ich werte dies als ein Ja. Fritz und Jürgen nicken auch. Wie steht es mit dir, Mandy? Der knackige Salat überzeugt dich nicht so. Gut, das muss ich akzeptieren. Vielen Dank die Herrschaften. Das Ergebnis ist eindeutig wie überraschend zugleich. <strong>Drei von drei übergewichtigen Männern lieben McDonald&#8217;s, weil&#8217;s dort lecker schmeckt.</strong> 33% der weiblichen Befragten jedoch haben noch nie ein Fast-Food-Lokal betreten. Wenn das die Presse erfährt!!!</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">So ungefähr stellen sich mir die <a href="http://arstechnica.com/media/news/2009/04/study-pirates-buy-tons-more-music-than-average-folks.ars" target="_blank">Medienberichte</a> über eine neue Filesharing-Studie der <em>BI Norwegian School of Management</em> dar. Diese Umfrage soll folgende sensationsheischende Conclusio bieten: Filesharer kaufen mehr Musik als Zeitgenossen, die niemals in ihrem Leben ein Lied illegal heruntergeladen haben. Heiliger Bimbam. Bevor nun Labels und Bands vom Saulus zum Paulus mutieren und die Torrents mit musikalischen Spenden beehren, sei mit hochgezogener Augenbraue auf ein winziges Detail verwiesen. Wenn ich 1900 zufällig erkorene Leutchen befrage und mich nach ihrem musikalischen Kaufverhalten erkundige, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Prozentsatz der Musikfans unter P2P-Nutzern und P2P-Verweigerern gleich ist? Kennzeichnet den P2P-Fetischisten nicht eben ein gesteigertes Interesse an Musik (oder Film/TV)? Würde er sich sonst des Filesharings bedienen? <strong>Wenn nun also die Testgruppe der Tauschbörsenheinis zum Beispiel 80% Musikliebhaber beinhaltet &#8211; und die Zahl scheint realistisch, da man ja Filesharing nicht nur aus purer Lust am Herumschubsen von Datenmengen praktiziert -, wie naheliegend ist es, dass auch unter den P2P-Muffeln ein ähnlicher Prozentsatz audiophilen Hörgenüssen huldigt?</strong> Genau solche Kleinigkeiten werden im medialen Radau zu jenen Studien nie mitgeliefert. Und eben dieser Pipifax sagt viel über die Einstellung zu diesem Thema, über pure Stimmungsmache der Studienmacher, aus.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Noch sind die Zimmer der Torrent-Freaks wegen dem <a href="http://lieinthesound.wordpress.com/2009/04/17/hochmut-kommt-vor-dem-fall-gefangnisstrafe-fur-pirate-bay-grunder/" target="_blank">Pirate-Bay-Urteil</a> mit Tränen geflutet, man badet wohl in einem Meer an Trauer, weil man nicht mehr downloaden kann, was am Tage darauf dann beim Plattenhändler seines Vertrauens auch gekauft werden muss. Filesharer lieben die Labels und Musiker, wollen ihnen den Arsch vergolden. Alles nur ein Missverständnis, klar. Und Naivlinge glauben <a href="http://11k2.wordpress.com/2009/04/21/studie-p2p-downloader-kaufen-mehr-musik-als-andere-leute" target="_blank">dies</a> auch.</p>
<p><em>Ich kenne den genauen Wortlaut der Studie (noch) nicht und will den Norwegern nichts unterstellen. Das Gezeter in der Blogosphäre freilich hat den schalen Nachgeschmack billigster Meinungsmache.</em></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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