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	<title>Lie In The Sound &#187; Review</title>
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		<title>Ab­ra­ka­da­b­ra mit einer Handvoll i-Tüpfelchen &#8211; Mint Julep</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:03:55 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Alben 2012]]></category>
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		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[dream pop]]></category>
		<category><![CDATA[Mint Julep]]></category>
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		<description><![CDATA[Zu manchem Album sind der Worte genug gedrechselt. Save Your Season, das neueste Werk des in Portland (Oregon) ansässigen Ehepaars Hollie und Keith Kenniff, verträgt durchaus noch das eine oder andere wohlsortierte Satzgebilde. Das als Mint Julep firmierende Duo ertüftelt mit dieser Platte einen sehr elektronischen Dream-Pop, dessen Melodien unschwerfällig und bis zu einem gewissen Grad leider unauffällig erschallen. Obschon nichts in Lieblichkeit erstickt, wirken viele Songs wie nett drapierter Tand, der den eigentlich Star des Albums zu schmücken trachtet. Hollie Kenniffs Stimme ist das Vehikel, welches Save Your Season ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Zu manchem Album sind der Worte genug gedrechselt. <strong>Save Your Season</strong>, das neueste Werk des in Portland (Oregon) ansässigen Ehepaars <em>Hollie</em> und <em>Keith Kenniff</em>, verträgt durchaus noch das eine oder andere wohlsortierte Satzgebilde. Das als <strong>Mint Julep</strong> firmierende Duo ertüftelt mit dieser Platte einen sehr elektronischen Dream-Pop, dessen Melodien unschwerfällig und bis zu einem gewissen Grad leider unauffällig erschallen. Obschon nichts in Lieblichkeit erstickt, wirken viele Songs wie nett drapierter Tand, der den eigentlich Star des Albums zu schmücken trachtet. Hollie Kenniffs Stimme ist das Vehikel, welches Save Your Season in sphärische Schönheit katapultiert. Die Süße des Gesangs, der es nicht bei einem Säuseln belässt, adelt die Scheibe, zündet das Entzücken.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/cSqsjbDW8zI" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Man verstehe mich nicht falsch, der Vortrag ist nicht in klebriges Bonbonpapier gewickelt. Die Helle und Klarheit dieser Stimme wirkt wie tänzelnder Lichtschein, der den oft düster-gedämpften, durchaus auch mal in die Achtziger schielenden Grundton des Werks illuminiert. Das im Refrain ohnehin vom Schlagzeug vorangetriebene, lebendige <em><strong>Days Gone By</strong></em> etwa gewinnt sein i-Tüpfelchen durch die sireneske Intonation, welche auf dem verzerrten Retro-Sound dahinsurft. In solch Augenblicken sind Mint Julep nahe an der Art von Perfektion angelangt, die dem Paar für dies Album wohl vorschwebte. <em><strong>Why Don&#8217;t We</strong></em> allerdings lebt eine Drögheit aus, die nur durch besagten Gesang gemildert wird. Zwischen diesen Polen driftet das Werk hin und her, anmutig und unentschieden zugleich. Dem sacht schlurfenden Charme von <em><strong>Stay</strong></em> scheint kein Kraut gewachsen, so schleppt sich das Duo tief und tiefer in die Gehörwindungen derer, die ihr tägliches Ratiönchen Dream-Pop nie und nimmer missen wollen. Derart tönt ein die Sinne becircendes Ab­ra­ka­da­b­ra. Das gilt mit Einschränkungen auch für den dank klar konturierten Synthies robuster gebauten Titelsong <strong><em>Save Your Season</em></strong> oder dem rockigen, knalligen <em><strong>Cherry Radio</strong></em>. Bei solch Tracks entscheidet nicht Hollie Kenniffs Vortrag über Gedeih und Verderb &#8211; oder scheitert gar an der Gleichförmigkeit der Musik.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/29474274?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="549" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Dem Werk, das will ich nochmals unterstreichen, mangelt es an einer über einzelne Lieder hinausreichenden Inspiration. <strong>Save Your Season</strong> kennt viel Monotonie, trotz phantastischer Passagen. <strong>Mint Julep</strong> müssen sich an Tracks wie <em><strong>Aviary</strong></em>, Days Gone By oder eben Stay messen lassen, deshalb ringt mir das Album in seiner Gesamtheit die eine oder andere Enttäuschung ab. Dem Funken sprühenden Glanz einer Handvoll Lieder steht auch ein Schatten gegenüber, den nur der feine Gesang ein bisschen durchbricht. Da hilft dem Hörer leider auch keine Taschenlampe.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/02/saveyourseason.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11547" title="saveyourseason" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/02/saveyourseason.jpg" alt="" width="500" height="500" /></a></p>
<p><em>Save Your Season ist am 20.01.2012 auf Village Green erschienen.</em></p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://www.mintjulepmusic.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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		<title>Die neandertalerhafte Keule der Kritik &#8211; Lana Del Rey</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 12:44:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Clips & Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Lana Del Rey]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>

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		<description><![CDATA[Nimmt unsere mediale Destruktivität nicht oftmals pathologische Züge an? Wir jubeln hoch, stellen uns als winzige Mosaiksteinchen des Erfolgs zur Verfügung, nur um früher oder später den Trend, die Sache oder eine Person nach allen Regeln der Kunst desavouieren, mit Hohn und Häme zu übergießen. Die Medien bauen Idole auf, generieren Prominenz, gestehen Relevanz zu, ehe sie dann plötzlich mit großer Trotzigkeit und Selbstgefälligkeit die Keule der Kritik schwingen. Nur dann wird von neandertalerhaftem Verhalten abgelassen, wenn sich der Kult, der Star nach bestimmten Vorstellungen verbiegt. Vor mehr als einem ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nimmt unsere mediale Destruktivität nicht oftmals pathologische Züge an? Wir jubeln hoch, stellen uns als winzige Mosaiksteinchen des Erfolgs zur Verfügung, nur um früher oder später den Trend, die Sache oder eine Person nach allen Regeln der Kunst desavouieren, mit Hohn und Häme zu übergießen. Die Medien bauen Idole auf, generieren Prominenz, gestehen Relevanz zu, ehe sie dann plötzlich mit großer Trotzigkeit und Selbstgefälligkeit die Keule der Kritik schwingen. Nur dann wird von neandertalerhaftem Verhalten abgelassen, wenn sich der Kult, der Star nach bestimmten Vorstellungen verbiegt. Vor mehr als einem halben Jahr beispielsweise war <strong>Lana Del Rey</strong> ein noch unbeschriebenes Blatt, welchem Blogger, Feuilleton und schließlich Massenmedien mit überwiegend wohlwollenden Worten begegneten. Nach jedem weiteren veröffentlichten Song wurde die Sängerin zur nächsten großen Hoffnung des Pop Mal für Mal eindringlicher hochstilisiert. Die Vehemenz, mit welcher sich so viele als Entdecker Lana Del Reys selbst auf die Schulter klopften, erstaunt ein bisschen. Nicht wenige fühlten sich als Väter des Erfolgs, die einem der unzähligen, namenlosen Talente zum Durchbruch verholfen haben. Zunächst Blogs und auf Trendigkeit spezialisierte Online-Musikmagazine, später die Radiohaudegen sowie überaus seriöse Musikjournalisten. Jedermann wollte einen gewichtigen Beitrag geleistet haben.</p>
<div id="attachment_11541" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/Pressefoto_Lana-del-Rey_2011-CMS-Source.jpg"><img class="size-full wp-image-11541" title="Pressefoto_Lana del Rey_2011 - CMS Source" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/Pressefoto_Lana-del-Rey_2011-CMS-Source.jpg" alt="" width="550" height="367" /></a><p class="wp-caption-text">Photo Credit: Nicole Nodland</p></div>
<p style="text-align: justify;">Doch allmählich kippte die Stimmung, vermutlich als ruchbar wurde, dass Lana Del Reys Debüt bei Universal erscheinen würde. Dann vermutete man Kalkül hinter dem rasanten Aufstieg, fühlte sich vor den Karren einer perfiden, weil nicht sofort als Werbefeldzug erkennbaren Kampagne gespannt. Dieser Tage nun erscheint <strong>Born To Die</strong> und all das frühere Lob ist manchmal dezenten Verächtlichkeiten gewichen. Würde man nun zum Vaterschaftstest bitten, lediglich die dem Massengeschmack verpflichteten Vertreter ihres Standes würden noch enthusiastisch die Hand heben. Der Rest übt sich in einer Kindesweglegung, welche sich auch &#8211; aber eben nicht nur &#8211; durch eine gewisse Enttäuschung erklären lässt. Und hier kommt der zugegeben menschliche Makel der Destruktivität ins Spiel, der ein Album auch deswegen abwertet, weil es die Gier nach Überraschungen nicht befriedigt. Weil es im Kern die bereits bekannten Songs auffährt, keine Handvoll an weiteren Sensationen im Köcher beherbergt.</p>
<p style="text-align: justify;">Born To Die steht in der Tradition der allergrößten Pop-Platten. Weil es sich genau der Mittel bedient, die Pop erst groß gemacht haben. 5 Hits stehen beinahe ebenso viele gute Songs zur Seite, dazu noch 3 Lückenfüller, fertig ist die Scheibe. Pop-Alben hatten noch nie die Ambition durchgängig überirdischen Niveaus, Pop handelt berechtigterweise im Sinne des Kommerz und spart sich den einen oder anderen Kracher lieber für das nächste Album auf. Born To Die forciert schmachtende, aufgeplusterte Liebesballaden. Das war schon immer so, dies funktioniert auch gegenwärtig, wird auch in Zukunft Erfolgsgarant sein. Daran kann ich nichts Verwerfliches finden. Wann zierte das Genre denn jemals ein besonders ausgestaltetes Problembewusstsein, das sich Umweltschutz oder Kinderarbeit an die Fahnen geheftet hätte? Pop begleitet Gefühle, nie Ideale. Das Genre gebiert Stars, deren Image eine gewollte Künstlichkeit an den Tag legt, in den besten Fällen ein faszinierendes Image kreiert. So passt es ins Bild, dass Lana Del Rey eigentlich Elizabeth Grant heißt und sich mit ihrem gewählten Künstlernamen einen mondän-exotischen Glanz verleiht. Während sich manch Kollegin als futuristisches Chamäleon verdingt, fällt Del Rey auf die Vergangenheit zurück. Wenn sie ihre Musik als Hollywood Pop und Sad Core charakterisiert, sollte uns Hörer der ab und an biedere Glamour nicht überraschen. Da Pop, der erfolgreich sein möchte, auch immer ein gehöriges Maß an Modernität besitzen muss, wird manchem Streicher-Pomp früherer Zeiten noch ein Trip-Hop-Beat oder eine Rap-Einlage beigemengt.</p>
<p><iframe frameborder="0" width="550" height="309" src="http://www.dailymotion.com/embed/video/xm4ofn"></iframe><br /><a href="http://www.dailymotion.com/video/xm4ofn_lana-del-rey-video-games_music" target="_blank">Lana Del Rey &#8211; Video Games</a> <i>von <a href="http://www.dailymotion.com/universalmusicdeutschland" target="_blank">universalmusicdeutschland</a></i></p>
<p style="text-align: justify;">Man sollte die Ehrlichkeit dieses Werks bewundern &#8211; und es nicht als Verrat ansehen, dass aus einem Geheimtipp in Lichtgeschwindigkeit ein die Masse avisierender Popstar erwuchs. Der dramatische Gestus des Titelsongs <em><strong>Born To Die</strong></em> wirkt in Cinemascope gehalten, schwelgt und schwebt im Pathos, liefert zugleich das Rüstzeug für Krisenzeiten, indem es dem den Worten &#8220;<em>Cause you and I, we were born to die</em>&#8221; ein &#8220;<em>Try to have fun in the meantime</em>&#8221; beifügt. Fatalismus trifft auf Hunger nach Leben. Solche Attitüde wirkt nie auf ein Hinterzimmer beschränkt. <em><strong>Video Games</strong></em> wiederum ist eine musikgewordene Männerfantasie der sich verzehrenden, Hingabe praktizierenden Liebenden. Unschuldig vorgetragene Hymne, die all das impliziert, was heutzutage sonst gern mit einem offensiven <em>Fuck me</em> ausgedrückt wird. Rückwärtsgewandte Verklemmtheit oder Reiz des Unausgesprochenen? Ersteres, ohne Zweifel! Doch präsentiert sich Del Rey nicht als verhuschtes, kein Wässerchen trübendes Naivchen. Sie praktiziert nicht den auf Knien vollzogenen Purzelbaum in voremanipatorisch Zeiten. Dazu wirkt ein Song wie <em><strong>Blue Jeans</strong></em> im Vortrag zu dezidiert. Doch wo viele weibliche Popstars samt dazugehörigem Sex-Appeal jede Bühne sprengen, implodiert Lana Del Rey fast vor Begierde, ehe sich der Gefühlsschwall über den Hörer ergießt. Dann verströmen Zeilen wie &#8220;<em>Now my life is sweet like cinnamon/ Like a fucking dream I&#8217;m living in</em>&#8221; ein emotionales Idyll, in das man allzu gerne eintaucht (<em><strong>Radio</strong></em>). Ihr Sentiment wird volllippig artikuliert, ganz große, stark feminine Gefühle ergießen sich in perfekt geformte, schwülstige wie kräftige Refrains.</p>
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<p style="text-align: justify;">In der Summe fällt nur ein Mangel tatsächlich ins Gewicht. Dass von den zuvor unveröffentlichten Titel lediglich Radio, und mit Abstrichen <em><strong>Dark Paradise</strong></em> sowie <em><strong>Summertime Sadness</strong></em> zu begeistern vermögen. Die aufgestaute Erwartungshaltung entlädt sich jetzt in Nörgelei, plötzlich kramt ein jeder Musikkritiker nach Schwächen, trampelt auf dem herum, was im Sommer 2011 noch als so großartig und neu gegolten hatte. <strong>Lana Del Rey</strong> wird nicht länger der Nimbus der Neuentdeckung zugestanden, man diffamiert sie als clever designtes Sternchen, auf welches man zunächst reingefallen ist. Doch rechtzeitig mit der Veröffentlichung von <strong>Born To Die</strong> scheint die Erfolgsformel durchschaut, es wird zum Halali geblasen. Der fade Beigeschmack der Rezeption bleibt &#8211; will so gar nicht zu diesem ausgesprochen guten Album passen.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/Born-To-Die_-Lana-Del-Rey-CMS-Source.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11464" title="Born To Die_ Lana Del Rey - CMS Source" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/Born-To-Die_-Lana-Del-Rey-CMS-Source.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p><em>Born To Die ist am 27.01.2012 auf Vertigo Berlin erschienen.</em></p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://www.lanadelrey.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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		<title>Stets eine gute Idee von jeglicher Langeweile entfernt &#8211; Laura Gibson</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 17:38:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2012]]></category>
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		<category><![CDATA[Laura Gibson]]></category>
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		<description><![CDATA[Manch Sängerin hüpft in Bottiche der Extravaganz und merkt nicht, dass es doch nur Fettnäpfchen der Gekünsteltheit sind. Was freilich mit dem Rüstzeug der Ungelenkheit gesegnet, wird nie geschmeidig schillernde Bewegungen zelebrieren können. Andere wiederum drehen sich im Kreise, umrunden das eigene hyperfragile Gemüt, recken ein jede Körpchengröße sprengendes Seelchen aus der Brust. Aber nicht jede destruktive, emotionale Verwirrung gebiert Kunst, mitunter ist sie lediglich Futter für den Psychiater. Im Falle der amerikanischen Singer-Songwriterin Laura Gibson will ich Übertreibungen oder gar innerliche Zerwürfnisse ausschließen. Gibsons dieser Tage veröffentlichtes Werk La ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Manch Sängerin hüpft in Bottiche der Extravaganz und merkt nicht, dass es doch nur Fettnäpfchen der Gekünsteltheit sind. Was freilich mit dem Rüstzeug der Ungelenkheit gesegnet, wird nie geschmeidig schillernde Bewegungen zelebrieren können. Andere wiederum drehen sich im Kreise, umrunden das eigene hyperfragile Gemüt, recken ein jede Körpchengröße sprengendes Seelchen aus der Brust. Aber nicht jede destruktive, emotionale Verwirrung gebiert Kunst, mitunter ist sie lediglich Futter für den Psychiater. Im Falle der amerikanischen Singer-Songwriterin <strong>Laura Gibson</strong> will ich Übertreibungen oder gar innerliche Zerwürfnisse ausschließen. Gibsons dieser Tage veröffentlichtes Werk <strong>La Grande</strong> wirkt schick inszeniert, bleibt immer mindestens eine gute Idee von jeglicher Langeweile sowie aller Durchschnittlichkeit entfernt.</p>
<div id="attachment_11524" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/lauragibsonphotocreditcityslang.jpg"><img class="size-full wp-image-11524" title="lauragibsonphotocreditcityslang" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/lauragibsonphotocreditcityslang.jpg" alt="" width="550" height="365" /></a><p class="wp-caption-text">Photo Credit: City Slang</p></div>
<p style="text-align: justify;">Das Ambiente, in welchem Gibson ihre Songs ansiedelt, umwittern ausreichend Geheimnisse. Man käme nie auf den Gedanken, es als pittoresk abzutun. Der hier präsentierte Alternative Country scheint mit einer feinen, rustikalen Patina versehen. Dem entgegen spreizt sich die anmutige Stimme voll feenhaftem Hochglanz. Dieser sich verschränkende Charme umgarnt. Gibson streut ihre Einfälle und Lyrics nie gleich Konfetti in die Luft, überschüttet den Zuhörer nicht mit wie zufällig hereinprasselndem Stückwerk, das danach verlangt, mühsam zusammen gepuzzelt zu werden. Wie die Songwriterin Lyrics, Komposition und Vortrag aneinander schmiedet, diese handwerkliche Komponente gibt der Platte den nötigen Schliff. Sorgt dafür, dass Laura Gibson nicht so einfach aus dem Gedächtnis purzelt. Das gedämpfte <strong>Milk-Heavy, Pollen-Eyed</strong> etwa glimmert um den Satz &#8220;<em>I cannot keep myself from stumbling back to you</em>&#8220;, bietet mehr als die übliche Abhandlung von Wohl und Weh einer Beziehung. Nicht nur wegen des dezenten Bläserlamentos, vor allem weil Zeilen wie &#8220;<em>If salvation never takes our hands, we&#8217;d dance around the wreckage nonetheless</em>&#8221; eine Sprache sprechen, die sich nicht in Phrasen erschöpft, und eine Nachdenklichkeit vermitteln, die man sich als Hörer gerne zu eigen macht. <strong><em>Crow/Swallow</em></strong> formuliert Gedankenschwere (&#8220;<em>Time has a way of stealing our breath, and milking the light from our pores, many will fill their oak barrel wombs with patience instead of desire</em>&#8220;) mit Zärtlichkeit, ohne Bitterkeit. Verbiegt sich für keinen Reim, wiegt Worte derart sorgsam ab, dass sie auch weniger Wohlmeinende nie für zu leicht befinden können. Gibsons Texte ringen mit der Vergänglichkeit, sehen dem Tod entgegen (beispielsweise der Titelsong <em><strong>La Grande</strong></em> oder <em><strong>Feather Lungs</strong></em>), entwickeln dabei jedoch ein ungeahntes Plädoyer für Leidenschaften, verbunden mit einer entwaffnenden Einsicht (&#8220;<em>Babe, you were right about tomorrow. Time is not against us</em>&#8220;). <em><strong>Time Is Not</strong></em> fungiert jedoch nicht als Feigenblättchen eines von wurmstichigen Depressionen erfüllten Albums. Gibsons Sentimente und Hirnregungen schürfen tief, graben aber weder Hysterie noch Lethargie hervor.</p>
<p><object width="100%" height="81" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F28855989" /><embed width="100%" height="81" type="application/x-shockwave-flash" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F28855989" allowscriptaccess="always" /> </object> <span><a href="http://soundcloud.com/cityslang/01-la-grande">La Grande</a> by <a href="http://soundcloud.com/cityslang">cityslang</a></span></p>
<p style="text-align: justify;">So sehr mir die textliche Ebene Freudensprünge abringt, will ich auch die Musik nicht mit Schweigen bedenken. Mitunter wehen sacht artikulierte lateinamerikanische Klänge durch die Lieder (<strong><em>Lion/Lamb</em></strong> oder <em><strong>Red Moon</strong></em>), brechen das folkige Korsett, verströmen eine schiefe Leichtigkeit, eine Wärme bar jeglicher Sprödnis. Auch an ausgesprochenem Western-Charme mangelt es nicht (<strong><em>Skin, Warming Skin</em></strong>), der Lap-Steel-Gitarre sei Dank. Insgesamt sind Gibsons Arrangement so markant wie dezent, eindringlich und dicht, gelegentlich altmodisch, oft eine ländliche Weite suggerierend. Der Sound erschafft ein in bestem Sinne kleinstädtisches Ambiente. Malerische Choräle oder existentielle Weltabgewandtheit sucht man vergebens, auf gegenwärtigen Schick gibt die Liedermacherin wenig.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/26477843?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ff9933" frameborder="0" width="549" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>La Grande</strong> zeigt eine Singer-Songwriterin auf dem vorläufigen Zenit ihres Schaffens. <strong>Laura Gibson</strong> bietet Substanz, wo viele ihrer Kolleginnen nur prätentiös und mädchenhaft erscheinen, im Strudel der eigenen Empfindungen versogen agieren. In seiner Stimmigkeit zählt dieses Werk bereits jetzt zu den Highlights des Musikjahres 2012. Da es existiellen Dingen versöhnlich und ernst begegnet, dabei voll eleganter Schönheit schwingt, muss man es einfach gehört haben!</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/lagrandecover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11523" title="LaGrande" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/lagrandecover.jpg" alt="" width="500" height="500" /></a></p>
<p><em>La Grande ist am 13.01.12 auf City Slang erschienen.</em></p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://www.lauragibsonmusic.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p><a href="http://www.cityslang.com/free-mp3/40240/la-grande/" target="_blank">Kostenloser Download des Titelsongs La Grande</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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		<title>Spaßfraktion mit Brechstange &#8211; The Big Pink</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 12:05:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oh, wie habe ich mich gleich beim ersten Hören in den Song Dominos verknallt. Was für ein Refrain (&#8220;These girls fall like dominos&#8220;), der das eigene Vorstellungsvermögen in akrobatische Vergnügtheit taumeln ließ. Ebenfalls wunderfein: Velvet, ein sich mächtig auftürmender, wiederum stupender Track. Der Sound von The Big Pink mutete so unbeschwert hymnisch an, jegliche Coolness beiseite lassend, keine zur Pflichtübung verklärte Rotznäsigkeit, die Chose nie auf britische Blasiertheit trimmend. The Big Pink wirkten wie eine tolle Spaßfraktion, welche der Musikszene eine rar gewordene Unschuld zurück gab, aus Synthies eine Beschwingtheit ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Oh, wie habe ich mich gleich beim ersten Hören in den Song <em>Dominos</em> verknallt. Was für ein Refrain (&#8220;<em>These girls fall like dominos</em>&#8220;), der das eigene Vorstellungsvermögen in akrobatische Vergnügtheit taumeln ließ. Ebenfalls wunderfein: <em>Velvet</em>, ein sich mächtig auftürmender, wiederum stupender Track. Der Sound von <strong>The Big Pink</strong> mutete so unbeschwert hymnisch an, jegliche Coolness beiseite lassend, keine zur Pflichtübung verklärte Rotznäsigkeit, die Chose nie auf britische Blasiertheit trimmend. The Big Pink wirkten wie eine tolle Spaßfraktion, welche der Musikszene eine rar gewordene Unschuld zurück gab, aus Synthies eine Beschwingtheit entkitzelten, die man nur noch selten erfuhr. Alles was an dem Album <em>A Brief History of Love</em> von großter Souveränität zeugte, wird im soeben veröffentlichten Nachfolgewerk <strong>Future This</strong> mit der Brechstange forciert.</p>
<div style="width: 300px; height: 204px;">
<div style="width: 300px; height: 169px;"><iframe name="Clipfish Embedded Image" src="http://www.clipfish.de/embed_image/?vid=3674443" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" align="left" width="300" height="169"></iframe></div>
<div style="margin-top: 0px; color: #0099cc; font-family: verdana,geneva,arial,helvetica,sans-serif; font-size: 10px; font-size-adjust: none; font-stretch: normal; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: bold; line-height: normal; text-align: center;">
<p><a style="cursor: pointer; text-decoration: underline;" title="The Big Pink  Stay Gold -Video" href="http://www.clipfish.de/musikvideos/video/3674443/the-big-pink-stay-gold/" target="_blank">Stay Gold von The Big Pink</a></p>
<p>© <a href="http://www.clipfish.de/musikvideos/artist/54927/the-big-pink/">The Big Pink</a>-Videos bei Clipfish</p>
</div>
</div>
<p style="text-align: justify;">Freilich ist Future This kein Griff in die kompositorische Mülltonne. Im Gegenteil, die Platte stellt sicher, dass The Big Pink nicht als Eintagsfliege in die Annalen der Musik eingehen. In Zeiten, in denen gefühlt jeder zweite Erdbewohner schon einmal Mitglied in einer Band war, langt das Talent von <em>Robbie Furze</em> and <em>Milo Cordell</em> locker, um auch noch in Erinnerung zu bleiben, wenn der überwiegende Rest bereits aus dem kollektiven Gedächtnis gepurzelt sein wird. Und dennoch muss ich dem Album den einen oder anderen Makel ankreiden. Beispielsweise den Umstand, dass es sein Pulver gleich zu Beginn verschießt. Mit den beiden ersten Titeln <em><strong>Stay Gold</strong></em> und <strong><em>Hit The Ground (Superman)</em></strong> knüpfen das Duo fast nahtlos an das starke Debüt an. Stay Gold bietet wieder ein Feuerwerk von einem Refrain auf, der sich völlig enthusiastisch überschlägt. Solch Songs entzücken die Massen. Danach plätschert vieles ein wenig zu gepimpt dahin, schwankt das Damoklesschwert kalkulierter Hipness über manchem Lied. Nö, langweilig wird ein Song wie <em><strong>Give It Up</strong></em> nicht wirklich, aber es fehlt die gitarrige Frische gegenüber protzblitzigen Beats. Manchmal verkehren The Big Pink ihre frühere Unverkrampftheit ins Gegenteil, marschieren bei <em><strong>Rubbernecking</strong></em> gleich fröhlich blechernen Duracell-Häschen dahin oder lavieren sich mit einer äußerst routinierten Nullachtfünfzehnhaftigkeit durch ein nichtssagendes <strong><em>Jump Music</em></strong> oder den bis auf den hervorragenden Kehrreim eher mittelmäßigen 80er-Aufguss <strong><em>Lose Your Mind</em></strong>, samt an Herrn Slashs beste Zeiten erinnernde Gedächtnis-Gitarre. Mit dem zurückhaltenderen, letzten Titel <em><strong>77</strong></em>, der ein wenig an Paradise Circus von Massive Attack erinnert, kriegt das Album jedoch wieder die Kurve.</p>
<p><iframe style="margin: 0pt; padding: 0pt;" src="http://widgets.beggarspromo.com/hittheground/widget.php" frameborder="0" scrolling="no" width="100%" height="180" data-audio-widget-jspf="http://widgets.beggarspromo.com/hittheground/jspf"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Einem dem imposanten Erstlingswerk nachstehenden <strong>Future This</strong> kann und möchte ich dennoch sehr viele positive Eigenschaften abgewinnen. <strong>The Big Pink</strong> bleiben eine fixe Größe am englischen Musikfirmament. Trotz eines weniger unbekümmertem Zugangs formen sie Momente, in denen das Popcorn nur so knallt. Um die Zukunft des Duos muss man sich trotz kleiner Entwicklungsdelle also keine echten Sorgen machen.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/futurethis.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11389" title="futurethis" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/futurethis.jpg" alt="" width="550" height="549" /></a></p>
<p><em>Future This ist am 13.01.12 auf 4AD erschienen.</em></p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://musicfromthebigpink.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Keine glubschäugigen Landeier &#8211; The Deep Dark Woods</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 20:29:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Folk]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>
		<category><![CDATA[The Deep Dark Woods]]></category>

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		<description><![CDATA[Was in hiesigen Breiten völlige Vernachlässigung erfährt, wird andernorts gehegt und gepflegt. In Kanada beispielsweise finden sich immer wieder Bands, die einen ruralen Sound, der nicht auf Urbanität pocht, pflegen. Man muss nämlich nicht den Puls einer hyperaktiven Metropole fühlen, um anspruchsvolle wie zeitlose Musik zu ersinnen. Auch die Flucht in temporäre Einsiedelei samt anrühriger Naturerfahrung bringt doch nur Klänge hervor, die einen Kontrapunkt zum städtischen Sein darstellen wollen. Bei The Deep Dark Woods freilich scheint der Name Programm, bietet die Formation doch eine Mischung aus Folk und Americana, dessen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Was in hiesigen Breiten völlige Vernachlässigung erfährt, wird andernorts gehegt und gepflegt. In Kanada beispielsweise finden sich immer wieder Bands, die einen ruralen Sound, der nicht auf Urbanität pocht, pflegen. Man muss nämlich nicht den Puls einer hyperaktiven Metropole fühlen, um anspruchsvolle wie zeitlose Musik zu ersinnen. Auch die Flucht in temporäre Einsiedelei samt anrühriger Naturerfahrung bringt doch nur Klänge hervor, die einen Kontrapunkt zum städtischen Sein darstellen wollen. Bei <strong>The Deep Dark Woods</strong> freilich scheint der Name Programm, bietet die Formation doch eine Mischung aus Folk und Americana, dessen intaktes ländliches Flair so einige Geschichten zu erzählen weiß. Das 2011 veröffentlichte Album <strong>The Place I Left Behind</strong> lässt vieles zurück, entfremdet sich von Orten wie Menschen, behält Erinnerungen dabei stets im Herzen, breitet diese oft voll wärmender Melancholie vor dem Hörer aus.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/TheDeepDarkWoods.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11325" title="TheDeepDarkWoods" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/TheDeepDarkWoods.jpg" alt="" width="550" height="365" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die aus der kanadischen Provinz Saskatchewan stammende Formation bedient mit ihrem jüngsten Werk keine schlichten Fantasien, die ein Zurück zur Natur verklären. Eher schon steht ein Track wie <em><strong>Big City Lights</strong></em> verstört vor den Kulissen der Stadt und spricht gleich einem Mantra von Ruhe und Stille. Um zum Aussteiger zu mutieren, muss man irgendwann zuvor den Trubel zunächst einmal umarmt haben. Doch The Deep Dark Woods sind keine glubschäugigen Landeier, die es voll Euphorie in die weite Welt verschlägt, nur um schon kurz darauf die zivilisatorische Dekadenz der Großstadt zu erkennen. Ihre Reflektionen beschäftigen sich viel grundsätzlicher mit menschlichen Irr- und Abwegen, mit Herzschmerz und unweinerlichem Verlierertum.</p>
<p><object width="100%" height="81" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F19061795&amp;color=485A2F&amp;show_comments=false" /><embed width="100%" height="81" type="application/x-shockwave-flash" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F19061795&amp;color=485A2F&amp;show_comments=false" allowscriptaccess="always" /></object><span><a href="http://soundcloud.com/sugar-hill-records/01-west-side-street">The Deep Dark Woods &#8211; West Side Street</a> by <a href="http://soundcloud.com/sugar-hill-records">Sugar Hill Records</a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Never Prove False</strong></em> etwa propagiert den Fortgang, einen in dramatischen Folk gewandeteten Aufbruch in ein fremdes Land, welches schon mit einem Hauch Exotik lockt und über den Schmerz der notwendigen Trennung überschattet. Wirklich großartig fächert <strong><em>The Ballad of Frank Dupree</em></strong> die Gedanken eines Mörders vor der Hinrichtung auf, das Selbstmitleid eines verpfuschten Existenz, die Konfrontation mit der betrübten Mutter, allzu späte Einsichten. <em><strong>The Banks of the Leopold Canal</strong></em> wiederum handelt vom Einberufungsbefehl eines Soldaten, der ihn in den Krieg gegen die Nazis, genauer gesagt zur Schlacht an der Scheldemündung, schickt. Letztlich thematisieren The Deep Dark Woods gewollte wie ungewollte Abschiede sowie Wege, die in den Abgrund führen. Die Lieder definieren ein wie ein Schatzkästchen gehütetes Gefühl von Heimat ebenso, wie sie natürlich auch in die Ferne vagabundieren, nach Neuem streben. Jene Unrast tritt besonders im in jeglicher Hinsicht formidablen Titelsong <em><strong>The Place I Left Behind</strong></em> zutage. Eine Unruhe des Herzens lässt sich auf bei <em><strong>Virginia</strong></em> konstatieren, wenn eine süßliche Orgel das Liebesleid des in den Fängen der Angebeteten zappelnden Mannes untermalt. Wie <em><strong>Mary&#8217;s Gone</strong></em> gekonnt auf die Tränendrüse drückt, sagt viel über das Songwriting der Band aus. The Deep Dark Woods versteigen sich nie zu großen Dramen, schildern Schicksale mit einer Schlichtheit, vermeiden Mal für Mal ein Übermaß an Worten. Solch textliche Prägnanz wird durch die klare, ungeschniegelte, erdige Stimme <em>Ryan Boldt</em>s ergänzt, abgerundet von einem wohldosierten, so abwechslungsreichen wie zugleich charakteristischen Sound aus Orgel, Banjo und Pedal-Steel-Gitarre.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/F70clgt8RnQ" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Ob bluesige Note oder herrlichste Folkigkeit, ob Ballade oder schunkeliger Country, stets strahlt die Band unverfälschte Klänge aus. Eine ländliche Musik, die im Gestern wie im Heute fußt, sich abseits aller Klischees bewegt und perfekt austariert erschallt. Das absolut stimmige <strong>The Place I Left Behind</strong> driftet nie in die Angestrengtheit vieler Genre-Genossen ab, klingt umso fokussiert, je rastloser die Protagonisten der Songs durch das Leben stapfen. <strong>The Deep Dark Woods</strong> haben mit der Platte eines der echten Highlights des Jahres 2011 gesetzt. Eines, das lohnt, die musikalischen Leckerbissen von 2012 noch ein wenig schmoren zu lassen!</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/theplaceileftbehind.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11416" title="theplaceileftbehind" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/theplaceileftbehind.jpg" alt="" width="550" height="495" /></a></p>
<p><em>The Place I Left Behind ist am 18. 10.2011 auf Sugar Hill Records erschienen.</em></p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://thedeepdarkwoods.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Schnee von morgen &#8211; Stars For The Banned</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 11:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Clips & Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>
		<category><![CDATA[Singer-Songwriter]]></category>
		<category><![CDATA[Stars For The Banned]]></category>

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		<description><![CDATA[Manch Album des vergangenen Jahres wurde auf diesem Blog nicht ausreichend gewürdigt. Und ehe uns 2012 mit verlockenden Neuerscheinung ködert, will ich meinen Blick in den kommenden Tagen noch ab und an zurück schweifen lassen. Der Wiener Robert Guenther hat mit seinem Projekt Stars For The Banned ein Debüt vorgelegt, welches in Sachen Larmoyanz und Tristesse an eine Zeit erinnert, da solch Attitüde noch als schicklich empfunden wurde. Früher waren dosiert desperate Emotionen noch unabdingbarer Bestandteil alternativer Musik, doch so wie sich Radiohead davon entfernten, lieber in Lethargie und Orientierungslosigkeit ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Manch Album des vergangenen Jahres wurde auf diesem Blog nicht ausreichend gewürdigt. Und ehe uns 2012 mit verlockenden Neuerscheinung ködert, will ich meinen Blick in den kommenden Tagen noch ab und an zurück schweifen lassen. Der Wiener <em>Robert Guenther</em> hat mit seinem Projekt <strong>Stars For The Banned</strong> ein Debüt vorgelegt, welches in Sachen Larmoyanz und Tristesse an eine Zeit erinnert, da solch Attitüde noch als schicklich empfunden wurde. Früher waren dosiert desperate Emotionen noch unabdingbarer Bestandteil alternativer Musik, doch so wie sich Radiohead davon entfernten, lieber in Lethargie und Orientierungslosigkeit vergingen, derart ratlos verharrten viele Bands in Apathie. Stars For The Banned kultiviert eine derzeit sehr gestrige Tradition, die durchaus der Schnee von morgen sein könnte.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/Stars_For_The_Banned_Pressefoto_4_high_res.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11485" title="Stars_For_The_Banned_Pressefoto_4_high_res" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/Stars_For_The_Banned_Pressefoto_4_high_res.jpg" alt="" width="550" height="778" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das selbstbetitelte Album wirkt weinerlich, ohne dabei in Würdelosigkeit abzudriften. Es kennt keinerlei Hysterie, maltnie völlig Schwarz auf Schwarz. Dadurch wird es erst verdaulich. Zeilen wie &#8220;<em>The car is really burning fast/ The brakes were never meant to last</em>&#8221; bieten bei allem Trübsinn vereinzelt auch ein klitzekleines Augenzwinkern an. Deshalb steht ein Song wie etwa <em><strong>Arrest My Eyes</strong></em> bei mir hoch im Kurs. Denn obwohl ich kein Freund von Lyrics bin, die sich extrem auf Gedanken- und Eindrucksfetzen fokussieren und daraus einen Labyrinth konstruieren, aus dem der Ausweg als vage letzte Hoffnung erscheint, so bin ich wirklich angetan, in welcher Qualität dies hier geschieht. Weil Guenthers Vortrag komplexe Emotionen hervorzukitzeln versteht, den Hörer dabei mit erstaunlicher Leichtigkeit in seine Perspektive schlüpfen lässt. Weil eine nebulöse Zuversicht manch Lieder vor bleischwerem Fatalismus rettet, die Bitterkeit ein bisschen verdünnt (<em><strong>Taste</strong></em>). Die Worte &#8220;<em>We will choke/ On a tiny overdose of hope</em>&#8221; fassen die Stärke dieser Platte zusammen, die einen gefasst verzweifelten Protagonisten herumirren lässt. Nicht phlegmatisch, zynismusfrei &#8211; und deshalb auch unzeitgemäß. <em><strong>Numbered Rows</strong></em> wirkt darum auch wie ein feines Überbleibsel von vor mindestens zehn Jahren. Zu den weiteren Highlights zählt das schwülstige Chiffren skandierende <em><strong>The Arrows</strong></em>, auch <strong><em>Party For The Weak</em></strong> mit der beschwörerischen Zeile &#8220;Keep your secrets long enough&#8221; quält sich durch hörenswerte Schmerzen.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/28817616?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="549" height="309"></iframe></p>
<p><object width="100%" height="81" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F20751628" /><embed width="100%" height="81" type="application/x-shockwave-flash" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F20751628" allowscriptaccess="always" /> </object> <span><a href="http://soundcloud.com/starsforthebanned/arrest-my-eyes">Arrest My Eyes</a> by <a href="http://soundcloud.com/starsforthebanned">starsforthebanned</a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Stars For The Banned</strong> entwickelt eine Sogwirkung, welche den Hörer mit jedem Lied weiter in einen tiefgründigen Gefühlsstrudel zieht. Der Sound verleugnet Vorbilder nicht, bleibt jedoch stets spannend genug, um die Bühne für einen großartig larmoyanten Vortrag und gut ersonnene Lyrics zu bieten. Man verzettelt und verheddert sich in dem Album, da es nie in Offensichtlichkeiten und Trivialitäten mündet, zugleich jedoch keinesfalls als verstörender Hauch von nichts irgendeinen Trend bedient. Stars For The Banned schüttelt flockigen Schnee von gestern über uns aus. Oder wird es gar der  Schnee von morgen?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/starsforthebannedcover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11484" title="starsforthebannedcover" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/starsforthebannedcover.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p><em>Stars For The Banned ist am 30.09.2011 auf Labelship erschienen.</em></p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://www.starsforthebanned.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Release Gestöber 16 (The Deep Dark Woods, Tindersticks, BADBADNOTGOOD, Zip Tone)</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 10:26:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alben 2012]]></category>
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		<description><![CDATA[2011 nähert sich dem musikalischen Ende. Jetzt beginnt jedermann, der in diesem Jahr das eine oder andere Album für sich entdeckt hat, schon mal mit dem Bilanzieren. War es ein guter Jahrgang oder doch nur ein Mehr an Altbekanntem? Ich für meinen Teil bin noch heftig am Entdecken und mehr denn je der Überzeugung, dass das, was von führenden Magazinen als das Beste verkauft wird, höchstens einen kleinen Teil dessen widerspiegelt, was sich in musikalischer Hinsicht so auf Erden tummelt. So möchte ich den verbleibenden Wochen des Jahres noch jede ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">2011 nähert sich dem musikalischen Ende. Jetzt beginnt jedermann, der in diesem Jahr das eine oder andere Album für sich entdeckt hat, schon mal mit dem Bilanzieren. War es ein guter Jahrgang oder doch nur ein Mehr an Altbekanntem? Ich für meinen Teil bin noch heftig am Entdecken und mehr denn je der Überzeugung, dass das, was von führenden Magazinen als das Beste verkauft wird, höchstens einen kleinen Teil dessen widerspiegelt, was sich in musikalischer Hinsicht so auf Erden tummelt. So möchte ich den verbleibenden Wochen des Jahres noch jede Menge feiner Musik vorstellen. Für Bestenlisten ist es zu früh, es gibt noch sehr viel zu entdecken.</p>
<h2>The Deep Dark Woods</h2>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/TheDeepDarkWoods.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11325" title="TheDeepDarkWoods" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/TheDeepDarkWoods.jpg" alt="" width="550" height="365" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Beginnen wir doch gleich einmal mit einem Album, welches zweifelsohne zu den besten Platten des Jahres zählt. Wer Folk oder Alternative Country liebt, muss das Album ohne Wenn, ohne Aber, ohne die klitzekleinste Einschränkung verehren. Die kanadische Band <a href="http://thedeepdarkwoods.com/wp/" target="_blank"><strong>The Deep Dark Woods</strong></a> mag in hiesigen Breiten mit Unbekanntheit geschlagen sein, aber man vertraue mir, ich weiß, was ich tue und rate dringendst zur Entdeckung des Albums <strong>The Place I Left Behind</strong>. Ich werde in den nächsten Wochen noch öfter von dieser Platte schwärmen. Wer seine eigene Jahresbestenliste für 2011 mit einem wirklich feinen Werk aufpeppen möchte, der sollte noch rasch dem Zauber von The Place I Left Behind erliegen.</p>
<p><object width="100%" height="81" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F19061795&amp;color=485A2F&amp;show_comments=false" /><embed width="100%" height="81" type="application/x-shockwave-flash" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F19061795&amp;color=485A2F&amp;show_comments=false" allowscriptaccess="always" /></object><span><a href="http://soundcloud.com/sugar-hill-records/01-west-side-street">The Deep Dark Woods &#8211; West Side Street</a> by <a href="http://soundcloud.com/sugar-hill-records">Sugar Hill Records</a></span></p>
<h2>Tindersticks</h2>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/thesomethingrain.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11331" title="thesomethingrain" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/thesomethingrain.jpg" alt="" width="400" height="373" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Manch tolles Album hört man Monate nach Erscheinungsdatum und erstarrt sofort vor Ehrfurcht. Anderen Platten wiederum darf man voll Vorfreude harren. Zum Beispiel <strong>The Something Rain</strong> der <a href="http://www.tindersticks.co.uk/intro.php" target="_blank"><strong>Tindersticks</strong></a>. Die Band rund um Edel-Stimme <em>Stuart A. Staples</em> wird ihr neuestes Werk am 17.02.12 auf City Slang veröffentlichen. Einen ersten Vorgeschmack liefert das Video zum Song <em><strong>Medicine</strong></em>.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/33165113?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="549" height="309"></iframe></p>
<p>Auch Konzerttermine gibt es bereits zu vermelden:</p>
<p>07.03.12 Berlin &#8211; Volksbühne<br />
12.03.12 Köln &#8211; Gloria<br />
15.03.12 Lausanne (CH) &#8211; Pully, Theatre de L&#8217;Octogone<br />
16.03.12 Zürich (CH) &#8211; Kaufleuten</p>
<h2>BADBADNOTGOOD</h2>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/bbng.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11338" title="bbng" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/bbng.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Nun zu einem weiteren Album, über welches ich nicht gerade übermäßige Berichterstattung vernommen habe. Wohl auch, weil man in Zusammenhang mit diesem Album das Wort Jazz erwähnen muss. Und dies verscheucht sogar aufgeschlossene Musikliebhaber. Dabei muss Jazz keineswegs das suspekte Laster des kultivierten Mannes in den mittleren Jahren sein. Wenn etwa Jazz auf (instrumentalen) Hip-Hop trifft, wie im Falle des kanadischen Trios <a href="http://badbadnotgood.com/" target="_blank"><strong>BADBADNOTGOOD</strong></a>, dann entwickelt dieser entspannte Sound eine Anziehungskraft, die jedweder Beschreibung spottet. Das im September veröffentlichte Werk <strong>BBNG </strong>ist ebenso ein Genuss wie das jüngst erschienene <strong>BBNGLIVE</strong>. Wie die Band Cover neuinterpretiert und kräftig improvisiert, lässt mein musikbesessenes Herz vor Freude hüpfen. Warum die Formation alles als Gratis-Downloads unters Volk bringt, entzieht sich bei dieser Klasse freilich meinem Verständnis.</p>
<p><iframe style="position: relative; display: block; width: 400px; height: 100px;" src="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/v=2/album=3240429081/size=venti/bgcol=FFFFFF/linkcol=bb5442/" frameborder="0" width="400" height="100"></iframe></p>
<p><iframe style="position: relative; display: block; width: 400px; height: 100px;" src="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/v=2/album=4148551022/size=venti/bgcol=FFFFFF/linkcol=bb5442/" frameborder="0" width="400" height="100"></iframe></p>
<p>Auf <a href="http://badbadnotgood.bandcamp.com/" target="_blank">bandcamp</a> finden sich die Links zu den kostenlosen Alben-Downloads.</p>
<h2>Zip Tone</h2>
<p style="text-align: justify;">Wir befinden uns ja in der durchaus privilegierten Lage, Alben lange vor Veröffentlichungstermin einfach so unter dem Türspalt durchgeschoben zu bekommen. Da sind musikalische Verbrechen ebenso darunter, wie schlichtweg wundervolle bekannte und unbekannte Künstler. Und manchmal denke ich mir, dass die Ansätze zwar ansprechend scheinen, die Umsetzung jedoch unspektakulär bis mangelhaft wirkt. Zumindest jedoch falsch akzentuiert. Wie im Falle von <a href="http://www.zip-tone.de/" target="_blank"><strong>Zip Tone</strong></a>. Nun bin ich atmosphärischem Pop durchaus aufgeschlossenen, gerne darf auch sirenesk in abgehoben elektronischen Klängen geplanscht oder sogar softem Trip-Hop zugesprochen werden, aber wenn die Chose ab und an in New-Age-Klimbim abtaucht, wurde doch die eine oder andere Chance vertan. Denn prinzipiell schätze ich das Potential von Zip Tone überdurchschnittlich ein. Würde ich das Projekt von <em>Kerstin Leidner</em> als völlig uninteressant einstufen, kämen mir keine Worte über die Lippen. So jedoch möchte ich ein ein paar Zeilen zu dem Album <strong>Sandman</strong> verlieren.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/sandman.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11339" title="sandman" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/sandman.jpg" alt="" width="550" height="554" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das A und O einer feinen Platte ist eine alles überragende Stimme oder schlichtweg virtuoses Songwriting, zumindest aber ein Kompromiss auf guten Niveau. Zip Tone kann eine feine, ätherische Stimme aufbieten, die nur ab und an ein wenig zu gestelzt wirkt, allzu brav tönt. Auch einige der Kompositionen scheinen, wenn man ihnen die hin und wieder übertriebene Entrücktheit verzeiht, durchaus mit Potential versehen. <strong><em>Alone</em></strong> beispielsweise bleibt stimmlich kräftig, wo viele Sängerinnen in hoffnungsloser Fragilität dahinseufzen würden. Dieser Track besitzt fraglos Charme. Auch <em><strong>Autum&#8217;s Atmosphere</strong></em> entwickelt sich stetig und kitschfrei, nimmt einen ansprechenden Beat auf, wenngleich die eine oder andere Synthie-Einsprengselung des Guten zuviel ist. Darin steckt eine keineswegs abgenudelte Exotik. Mitunter jedoch klingt die Sache so pathetisch wie beliebig (<em><strong>Falling</strong></em>), leblos wie gezeichnete Fantasy, ein Traumtänzerprojekt. Der gute Track <em><strong>Another Sandman</strong></em> wiederum bleibt gefühlvoll, ohne gleich gefühlsschwanger zu sein. Das Dilemma dieser Scheibe, zwischen künstlicher Ergriffenheit und schön schwebenden Emotionen zu schwanken, führt einmal mehr vor Augen, dass manch ordentliche Grundvoraussetzungen nicht zwangsläufig zu einem sehr guten Ergebnis führen müssen.</p>
<p><iframe src="http://www.dailymotion.com/embed/video/xenxll" frameborder="0" width="480" height="276"></iframe><br />
<a href="http://www.dailymotion.com/video/xenxll_zip-tone-alone-hd-quality-c-2010_music" target="_blank">zip tone &#8211; alone HD-Quality__(c)2010</a> <em>von <a href="http://www.dailymotion.com/zip_tone_music" target="_blank">zip_tone_music</a></em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Zip Tone</strong> vermag mit einzelnen Songs zu betören, die Platte selbst überzeugt jedoch nicht. Ein fokussierter Produzenten, der Sandman mehr Understatement sowie subtile Theatralik eingeimpft hätte, wäre für <strong>Sandman</strong> eine echte Wohltat gewesen.</p>
<p><em>Sandman ist am 09.12.11 auf Next Vice erschienen.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Hintergründigkeit im Vordergrund &#8211; Flare Acoustic Arts League</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 17:51:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Clips & Streams]]></category>
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		<category><![CDATA[Flare Acoustic Arts League]]></category>
		<category><![CDATA[Pop]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>

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		<description><![CDATA[In Zeiten, in denen Internetaffinität keineswegs Erfolgsgarantie, vielmehr Grundvoraussetzung scheint, gönnt sich die Flare Acoustic Arts League beziehungsweise Mastermind LD Beghtol den Luxus, dem Netz mit Ignoranz zu begegnen, nicht einmal eine eigene Homepage vorzuweisen. So verwundert es auch nicht, dass die neueste Veröffentlichung der Flare Acoustic Arts League im digitalen Raum nicht eben mit großer Beachtung begegnet wurde. Dabei hätte sich die Doppel-EP Big Top/Encore durchaus Aufmerksamkeit verdient. Weil sie die Sorte Musik auf Scheibe bannt, welche die Würde des Pops hochhält. Weil memorable Melodien bestens arrangiert und nie ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">In Zeiten, in denen Internetaffinität keineswegs Erfolgsgarantie, vielmehr Grundvoraussetzung scheint, gönnt sich die <strong>Flare Acoustic Arts League</strong> beziehungsweise Mastermind <strong>LD Beghtol</strong> den Luxus, dem Netz mit Ignoranz zu begegnen, nicht einmal eine eigene Homepage vorzuweisen. So verwundert es auch nicht, dass die neueste Veröffentlichung der Flare Acoustic Arts League im digitalen Raum nicht eben mit großer Beachtung begegnet wurde. Dabei hätte sich die Doppel-EP <strong>Big Top/Encore</strong> durchaus Aufmerksamkeit verdient. Weil sie die Sorte Musik auf Scheibe bannt, welche die Würde des Pops hochhält. Weil memorable Melodien bestens arrangiert und nie auf unkenntlichen Hochglanz poliert werden. Man bereits nach einem Hördurchlauf vom Charme der Platte umflochten ist und sich mit jedem weiteren Mal tiefer darin verheddert. Der beste Pop scheint eben noch immer der, welcher Hintergründigkeit in den Vordergrund holt. Dann wird aus Radio-Gedudel auch Musik.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/ldb_hoodie.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11303" title="ldb_hoodie" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/ldb_hoodie.jpg" alt="" width="550" height="688" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Wer darum weiß, dass LD Beghtol auch auf den legendären 69 Love Songs von The Magnetic Fields mitgewirkt hat, der mag die Eleganz von Big Top/Encore erahnen. Ganz im Geiste dieses ausgesucht kultivierten Sounds ist die Doppel-EP ein wärmendes Leuchtfeuer in der kühlen oder oftmals leider überzückten Pop-Landschaft. Die Vorzüge der Lieder liegen nicht im Spektakel einzelner Tracks, sondern in der gebündelten Qualität. Hervorzuheben wäre jedoch der vor Esprit sprühende Song <em><strong>The Kinetic Family</strong></em> als Musterbeispiel dafür, wie das von LD Beghtol handverlesene Ensemble zusammenwirkt. Oder nehmen wir das im Sixties-Flair gehaltene <em><strong>Hideous Ethnic Stereotype</strong></em>, ein ebenfalls berückender Titel, dessen bissige Lyrics sich angesichts der schmissigen Melodie erst im Nachgang erschließen. Zeilen wie &#8220;<em>I think it&#8217;s nice/ That you saved the biggest slice/ Of your wedding cake for me/ Thanks for the calories/ But I&#8217;m tired of your scraps/ And I&#8217;m never coming back</em>&#8221; sind es, die der Süße der Melodien eine Bitterkeit beimengen (<em><strong>Scenario</strong></em>).</p>
<p><object width="100%" height="81" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F22713171" /><embed width="100%" height="81" type="application/x-shockwave-flash" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F22713171" allowscriptaccess="always" /> </object> <span><a href="http://soundcloud.com/affairs-of-the-heart/flare-acoustic-arts-league">Flare Acoustic Arts League &#8211; Hideous Ethnic Stereotype</a> by <a href="http://soundcloud.com/affairs-of-the-heart">Affairs Of The Heart</a></span></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/juerMfuk5y8" frameborder="0" width="550" height="403"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Die <strong>Flare Acoustic Arts League</strong> kreiert kunstvoll arrangierten, erwachsenen Pop, der die sich zu Launigkeit bekennt, trotz aller Beschwingheit vor Abgründen strotzt. Warum die Veröffentlichung als Doppel-EP erfolgen musste, zumal es zwischen den EPs keinen Stilbruch zu vermelden gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber vielleicht deutet <strong>Big Top/Encore</strong> damit auch an, dass LD Beghtols Schaffen keinerlei Koventionen unterliegt. Doch werden Extravaganz und Brüche heute auch nur dann richtig wahrgenommen, wenn sie mit Pauken und Trompeten verkündet werden. Dazu freilich ist die Flare Acoustic Arts League schlichtweg zu feingeistig, bleibt darum weiterhin leider nur Geheimtipp. Wer den Begriff Connaisseur nicht als Schimpfwort, vielmehr als Selbstbeschreibung begreift, sollte um dies Werk keinen Bogen machen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/bigtopencore.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11304" title="bigtopencore" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/bigtopencore.jpg" alt="" width="550" height="559" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Big Top/Encore ist am 25.11.11 auf Affairs Of The Heart erschienen.</em></p>
<p>Konzerttermine:<br />
(zusammen mit Maria Taylor, Unbunny)</p>
<p>12.01.2012 Wiesbaden &#8211; Walhalla<br />
13.01.2012 Duisburg &#8211; Steinbruch<br />
14.01.2012 Münster &#8211; Gleis 22<br />
15.01.2012 Hamburg &#8211; Knust<br />
16.01.2012 Leipzig &#8211; Moritzbastei<br />
17.01.2012 Berlin &#8211; Comet<br />
20.01.2012 Dresden &#8211; Beatpol<br />
22.01.2012 München &#8211; Orangehouse<br />
23.01.2012 Wien (A) &#8211; B72<br />
24.01.2012 Konstanz &#8211; Kulturladen<br />
25.01.2012 Zürich (CH) &#8211; Ziegel oh Lac<br />
26.01.2012 Aarau (CH) &#8211; Kiff<br />
27.01.2012 Geislingen &#8211; Rätsche<br />
28.01.2012 Köln &#8211; Motoki</p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://dasklienicum.blogspot.com/2011/12/flare-acoustic-arts-league-big-top.html" target="_blank">Rezension auf das klienicum</a></p>
<p><a href="http://affairsoftheheart.de/artists.html#faal" target="_blank">Flare Acoustic Arts League auf Affairs Of The Heart</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Mag dein Ja auch mein Jein sein &#8211; MUD MAHAKA</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 10:49:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Clips & Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mud Mahaka]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich meine, dass in jedem künstlerischen Werk auch folgende Botschaft mitschwingt: Ja, ich bin kreativ. Ja, ich will deine Zeit beanspruchen. Ja, ich bin der Überzeugung, ich habe mir sie verdient. Jede Veröffentlichung zeugt von Selbstbewusstsein, trachtet nach Selbstbestätigung. Indem Hörer um Hörer das Werk konsumiert, vielleicht verschlingt, bejaht er das Ansinnes des  Musikers und Komponisten. Wer freilich tagaus und tagein Musik erlauscht, über selbige reflektiert, läuft irgendwann Gefahr nahezu allen Klängen hingegen nur mehr mit einem Jein zu begegnen. Weil aus der schieren Klangmasse nur noch absolute Perfektion hervorsticht. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich meine, dass in jedem künstlerischen Werk auch folgende Botschaft mitschwingt: <em>Ja, ich bin kreativ. Ja, ich will deine Zeit beanspruchen. Ja, ich bin der Überzeugung, ich habe mir sie verdient.</em> Jede Veröffentlichung zeugt von Selbstbewusstsein, trachtet nach Selbstbestätigung. Indem Hörer um Hörer das Werk konsumiert, vielleicht verschlingt, bejaht er das Ansinnes des  Musikers und Komponisten. Wer freilich tagaus und tagein Musik erlauscht, über selbige reflektiert, läuft irgendwann Gefahr nahezu allen Klängen hingegen nur mehr mit einem Jein zu begegnen. Weil aus der schieren Klangmasse nur noch absolute Perfektion hervorsticht. Weil die eigene Meinung geschärft werden will und dies besser funktioniert, wenn man sich an einem Werk reibt.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/MUD_MAHAKA_PRESSE_2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11262" title="MUD_MAHAKA_PRESSE_2" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/MUD_MAHAKA_PRESSE_2.jpg" alt="" width="550" height="548" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Im Falle von <strong>MUD MAHAKA</strong> und der auf <em>analogsoul</em> erschienenen EP <strong>yes my friend but what is</strong> drängt sich mir ein Jein förmlich auf. Keinesweg weil die Platte ein weiterer Beitrag zum musikalischen Einheitsbrei &#8211; oder noch schlimmer: gequirlter Kunstmist &#8211; wäre, vielmehr existieren Ecken, Kanten und Ungereimtheiten, die der Chose vor jeglicher Eingängigkeit bewahren. Die Lieder beziehen eine gewisse Faszination aus der Sperrigkeit, die zu überwinden Aufgabe des Hörer scheint. Es sind Tracks, die den Hörer herausfordern, ihm jegliches Hören mit dem Bauch erschweren.  Intellektuell gezimmerte Musik eben, die nie die grazile Geschmeidigkeit eines Hits erreichen wird, aber dafür ausreichend Tiefe zum Sinnieren bietet.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/31835461?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="549" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Die EP bedeutet ein Angebot für Fortgeschrittene, offeriert dies jedoch frei von elitären Eitelkeiten. In den besten Moment gerade so anmutend, wie wohl viele Bands klingen würden, wenn sie Kunst statt Komerz fabrizieren dürften. <strong><em>beautiful</em></strong> beispielsweise glänzt als düsterer Pop, der die große Geste meidet, sich zu einem minimalistischeren Sound bekennt, dessen abgespecktere Dynamik dennoch wirkungsvoll bleibt. Oder die kakophonisch nebeneinander agierenden Instrumente der Ballade <em><strong>reality</strong></em>, die den Hörer quält, zumindest irritiert. Gleich einer störrischen Schönheit, die sich eine Fratze schminkt, um nicht zu sehr gemocht zu werden. <em><strong>yes</strong></em> wiederum kontrastiert die Lieblichkeit des Gesangs mit grobschlächtigen Einschüben von Drums. Allen Songs ist ein experimenteller Charakter gemein, welcher die Kompositionen mit Fragezeichen behaftet.</p>
<p><object width="100%" height="81" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F26520835" /><embed width="100%" height="81" type="application/x-shockwave-flash" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F26520835" allowscriptaccess="always" /> </object> <span><a href="http://soundcloud.com/analogsoul/04-beautiful">04 beautiful</a> by <a href="http://soundcloud.com/analogsoul">analogsoul</a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>MUD MAHAKA</strong> verstören, enervieren durchdacht. Eröffnen einen Gegenentwurf zu jedweder Oberflächlichkeit. <strong>yes my friend but what is</strong> nimmt ein Scheitern an den Konventionen in Kauf, wird aus den genannten Gründen dem Feinschmecker jede Menge Respekt abringen, aber zugleich auch eine unüberbrückbare Distanz behalten. Darum mag ich der Platte kein euphorisches Ja mitgeben, wohl aber ein dankbar ergrübeltes, nach inniger Beschäftigung ersonnenes Jein!</p>
<p><em>yes my friend but what is ist am 02.12.11 auf analogsoul erschienen.</em></p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://www.mudmahaka.de/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p><a href="http://www.analogsoul.de/mud-mahaka/" target="_blank">Künstlerseite auf analogsoul</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Release Gestöber 15 (Sharon Van Etten, My bubba &amp; Mi, Ivy)</title>
		<link>http://www.lieinthesound.de/2011/12/release-gestober-15-sharon-van-etten-my-bubba-mi-ivy/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=release-gestober-15-sharon-van-etten-my-bubba-mi-ivy</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 07:32:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Alben 2012]]></category>
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		<category><![CDATA[kostenloser Download]]></category>
		<category><![CDATA[My bubba & Mi]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>
		<category><![CDATA[Sharon Van Etten]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir husten und schniefen uns heute einmal zu den nächsten Plattenvorstellungen. So schade, dass die schönste Jahreszeit der Welt, jene nämlich, die jeden Morgen die inbrünstige Hoffnung auf Schneefall birgt, zugleich auch die ist, in der man allzu leicht einen wunden Hals sein Eigen nennt. So wollen wir also mit einem dreifachen Hatschi! an die Arbeit schreiten.
Sharon Van Etten
Wer qualitativ hochwertige deutsche Blogs liest, wird die Nachricht bereits auf das klienicum vernommen haben. Wer sogar amerikanische Hype-Postillen nach Musik durchforstet, wird bei Pitchfork Notiz genommen haben. Die zurecht als aufgehender ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wir husten und schniefen uns heute einmal zu den nächsten Plattenvorstellungen. So schade, dass die schönste Jahreszeit der Welt, jene nämlich, die jeden Morgen die inbrünstige Hoffnung auf Schneefall birgt, zugleich auch die ist, in der man allzu leicht einen wunden Hals sein Eigen nennt. So wollen wir also mit einem dreifachen <em>Hatschi!</em> an die Arbeit schreiten.</p>
<h2 style="text-align: justify;">Sharon Van Etten</h2>
<div id="attachment_11166" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/sharonvanetten01.jpg"><img class="size-full wp-image-11166" title="sharonvanetten01" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/sharonvanetten01.jpg" alt="" width="550" height="682" /></a><p class="wp-caption-text">Photo Credit: Dusdin Condren</p></div>
<p style="text-align: justify;">Wer qualitativ hochwertige deutsche Blogs liest, wird die Nachricht bereits auf <em>das klienicum</em> <a href="http://dasklienicum.blogspot.com/2011/11/eingestreut-342-sharon-van-etten.html" target="_blank">vernommen</a> haben. Wer sogar amerikanische Hype-Postillen nach Musik durchforstet, wird bei <em>Pitchfork</em> Notiz genommen haben. Die zurecht als aufgehender Stern angesehene US-Singer-Songwriterin <a href="http://sharonvanetten.com/" target="_blank"><strong>Sharon Van Etten</strong></a> veröffentlicht Anfang Februar in den Staaten ihr neues Album <strong>Tramp</strong>. Van Etten hat auf unserem Blog bereits mehrfach großes Lob erfahren. Jeder, der ihrem Album <em>Epic</em> (2010) nicht das eine oder andere Highlight abgetrotzt hat, muss mit sehr tauben Ohren geschlagen sein. <em>Don&#8217;t Do It</em> war für uns einer der unwiderstehlichsten, hintergründigsten und eindringlichsten Track des Vorjahres. Deshalb erwarten wir von dieser Liedermacherin ein weiteres, aus dem Dickicht der Veröffentlichungen herausragendes Album, dass auch Monate nach dem Erscheinen noch entzückt und fesselt &#8211; ohne Unterlass Gehör findet. Der erste Track <strong><em>Serpents</em></strong> wird der Erwartungshaltung gerecht. Auf Pitchfork ist selbiger als kostenloser Download <a href="http://www.pitchforkmedia.com/news/44706-new-sharon-van-etten-serpents/" target="_blank">verfügbar</a>.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/tramp.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11167" title="tramp" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/tramp.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Tramp erscheint in Nordamerika am 07.02.12 auf Jagjaguwar. (Ein deutscher Release-Termin ist noch nicht bekannt.)</em></p>
<h2>My bubba &amp; Mi</h2>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/mybubbaandmi_bandpic02.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11173" title="mybubbaandmi_bandpic02" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/mybubbaandmi_bandpic02.jpg" alt="" width="550" height="367" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Seien wir einmal völlig wirtschaftlich in der Herangehensweise. Ein Laden der 5 verschiedene Sorten Brötchen anbietet, und läge der Unterschied auch nur darin, dass diese mal mit Kürbiskernen, mal mit Sonnenblumenkernen bestreut sind, solch ein Laden könnte die Geschmäcker von sehr viel mehr Kunden befriedigen, als wenn sich sein Sortiment ledigliche auf Schrippen beschränkte. Doch wie chancenreich wäre dann erst ein Angebot, dass fast ein Dutzend unterschiedlicher Brötchen umfasst? Ähnliches gilt auch für ein musikalisches Werk. Ein einzelner Song mag manchmal arg wenig sein und eine Platte voll Inspiration muss man auch erst gebacken kriegen. Da bietet sich also der überschaubare Rahmen einer EP für Gehversuche an. Genau dies Format hat das skandinavische Duo <a href="http://mybubbaandmi.com/" target="_blank"><strong>My bubba &amp; Mi</strong></a> mit der EP <strong>Wild &amp; You</strong> gewählt. Die Chose klingt nach Folk, durchaus auch mit Hillbilly-Flair. Alles ohne Zuckerguss, dafür mit Zeilen wie &#8220;<em>If he don’t give me kisses soon and many/ I’ll drop and wiggle down the street like a penny</em>&#8220;. Songs wie <em><strong>Oh Kiss No</strong></em> oder <em><strong>Through &amp; Through</strong></em> will ich als hörenswert hervorheben, das mit Abstand beste Lied ist jedoch der fast schon anachronistische Titeltrack <em><strong>Wild &amp; You</strong></em>. Hier bieten My bubba &amp; Mi einen Sound an, wie man ihn nicht an jeder Straßenecke offeriert bekommt. Solch kauzig-charmante Attitüde trifft meinen Geschmack. Bleibt also zu hoffen, dass die beiden Damen ihr Repertoire demnächst aufstocken und ein Album veröffentlichen. Einen neugierigen Kunden hätte sie bereits auf der Türmatte stehen.</p>
<p><iframe style="position: relative; display: block; width: 400px; height: 100px;" src="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/v=2/track=200349247/size=venti/bgcol=FFFFFF/linkcol=4285BB/" frameborder="0" width="400" height="100"></iframe></p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/mybubbaandmi_wildandyou.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11171" title="mybubbaandmi_wildandyou" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/mybubbaandmi_wildandyou.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p><em>Wild &amp; You ist am 07.10.11 auf Sinnbus erschienen.</em></p>
<h2>Ivy</h2>
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<p style="text-align: justify;">Ich bin im September angekommen. Nicht in irgendeinem September, sondern im neunten Monat des Jahres 2011. Zumindest was das Erlauschen der diesjährigen Veröffentlichungen angeht. Und da stechen für mich <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="http://www.thebandivy.com/" target="_blank">Ivy</a></strong></span> mit ihrem Comeback-Album <strong>All Hours</strong> durchaus hervor. Gelegentlich erinnert der Electro-Pop der Scheibe an Tracks der Marke <em>Saint Etienne</em>. Allmusic nennt das Album eine &#8220;cool, late-night club affair&#8221; und solch Beschreibung wird der Intention der Platte überaus gerecht. <em><strong>Fascinated</strong></em> ist der eleganteste Track des Werks, subtil wie grazil. Nicht zuletzt wegen Sängerin <em>Dominique Durand</em>, der man jederzeit anmerkt, dass sie keine überwuselte Zwanzigjährige ist. Nehmen wir etwa den Titel <em><strong>Suspicious</strong></em>, minimalistisch im Sound, eigentlich ein Fall für die angestaubte Heimorgel von Bontempi, aber was Durands Vortrag daraus macht, das bezaubert.</p>
<p><object width="100%" height="81" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F23260597" /><embed width="100%" height="81" type="application/x-shockwave-flash" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F23260597" allowscriptaccess="always" /> </object> <span><a href="http://soundcloud.com/nettwerkmusicgroup/ivy-world-without-you">IVY &#8211; World Without You</a> by <a href="http://soundcloud.com/nettwerkmusicgroup">nettwerkmusicgroup</a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Die Magie der Platte will ich dennoch nicht völlig auf den Gesang beschränken. Denn Songs wie <em><strong>World Without You</strong></em> oder <strong><em>Make It So Hard</em></strong> scheinen fraglos bestrickend gemacht, fluffig eingängig. Letzterer fährt das elektronische Element zurück, doch sind die eher auf Gitarre fokussierten Lieder &#8211; von erwähnter Ausnahme abgesehen &#8211; die schwächsten der Scheibe. All Hours schillert nämlich gleich einer Discokugel, wenn sehr relaxter Club-Sound ertönt (<strong><em>How&#8217;s Never</em></strong>). Dann merkt man Ivy Abgeklärtheit und Instinktsicherheit an, interpretieren sie doch sehr gute Songs noch besser, ringen nicht völlig genialem Songwriting oft ein gutes Lied ab. Insgesamt mangelt es dem Album nicht an Highlights, <em><strong>Distant Lights</strong></em> wäre in diesem Zusammenhang noch zu nennen, weshalb ich natürlich zu einem positiven Fazit kommen muss. Einziger wirklicher Schönheitsfehler scheint die grotesk-retroeske Ästhetik des Musikvideos Fascinated zu sein. Gerade im Bereich Elektro-Pop habe ich sonst viel mehr zu bekritteln. Ivy sei nicht zuletzt deshalb allen Lesern ans Herz gelegt.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/allhours.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11195" title="All Hours" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/12/allhours.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p><em>All Hours ist am 23.09.11 auf Nettwerk erschienen.</em></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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