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Artikel getagged als: Review

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[20 Aug 2011 | Kein Kommentar | ]
Seattle ist auch keine Lösung – Talking To Turtles Heilige Stätten scheinen der Inspiration nicht eben abträglich. Aber sollte man keineswegs jedwedes Tonstudio, in welches sich mal beispielsweise der Chauffeur der Nichte des Friseurs eines Produzentengurus vom Schlage eines Timbalands verirrte, in kultische Ränge erheben. Wenn also ein Waschzettel ins Haus flattert, der mir stolz verklickert, dass das Album nicht in Wanne-Eickel oder Landshut aufgenommen wurde, vielmehr – man höre und staune – in Seattle, dann würde mich das lediglich dann in helle Aufregung versetzen, wenn dort der Geist Kurt Cobains herumspukt, besser noch: herumspuckt. Das deutsche Duo Talking …

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[14 Aug 2011 | Kein Kommentar | ]
Den vielen Vätern wie aus den Gesichtern geschnitten – The War on Drugs Aus dem Schoß der Rock-Geschichte mag dieser Tage oftmals Gonorrhoe hervorsprudeln, aber nach wie vor stellt sich auch putzmunterer Nachwuchs ein, gebiert aus dem Unterleib der Musik, den vielen Vätern wie aus den Gesichtern geschnitten. Während manch Papa den Sohn nur aus der Ferne durch ein kukidentschwangeres Glas erblickt, sind andere Väter noch mindestens so quicklebendig und fidel wie der Knirps selbst. Die Rockmusik hat viele Wechselbälger unter den Argusaugen der vermeintlichen Erzeuger an ihrem wogenden Busen genährt. Doch stets haben sich die Kuckuckskinder früher oder später verraten, wurden mit …

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[31 Jul 2011 | Kein Kommentar | ]
Image-Pflege mit verschrobener Eleganz – DAAN Zu Belgien kann ich nur wenig aus dem Assoziationskästchen plaudern. Das Land stellt sich mir bestenfalls gesichtslos dar – oder jedoch oft unliebenswürdig. Man kennt Brüssel als Inbegriff der EU-Bürokratie, weiß um die ewigen Spannungen zwischen den Flamen und Wallonen und hat in den vergangenen Monaten wiederholt über die kaugummizähen Koalitionsverhandlungen gehört. Das tendenziell negative Bild Belgiens wird auch durch den aus dem Hinterkopf gekramten Namen des Kinderschänders Marc Dutroux keineswegs aufpoliert. Belgien leidet unter einem Image-Problem, diesen Umstand leugnen höchstens Waffelfetischisten. Einmal mehr freilich kann uns die Kunst an …

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[16 Jul 2011 | 4 Kommentare | ]
Anti-Barbie mit unverbeultem Heiligenschein – Blondie Wenn sich Ikonen der Vergangenheit mit biestiger Unverdrossenheit an neue Alben heranpirschen, will man den einstigen Legenden oftmals das Mikrofon entringen, den Schlüssel zum Tonstudio in den Gully werfen, die früheren Giganten in einem ausbruchssicheren Alterswohnsitz einquartieren. Wenn Musiker zum Schatten ihrer selbst verkommen, sabotieren sie beharrlich den einstigen Ruhm mit unzeitgemäßen, uninspirierten Liedern, welche dem Erfolg Jahrzehnte hinterher hinken. Nicht so die New-Wave-Pioniere Blondie. An die Hochblüte vor mehr als 30 Jahren vermag die Formation um Debbie Harry nicht mehr anzuknüpfen. Doch auch wenn heute ein anderer Zeitgeist durch …

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[7 Jul 2011 | Kein Kommentar | ]
Release Gestöber 7 Es gibt Freizeitbeschäftigungen, die demnächst olympisch werden könnten. Zum Beispiel das spannende Berliner Hobby, bei dem ein Kleinstgrüppchen den Bürgersteig möglichst so okkupiert, dass Passanten zu einem halsbrecherischen Slalom genötigt werden. Diesem Steckenpferd frönen alle sozialen Schichten, der jugendlich-maskuline Checker ebenso wie die modisch gänzlich verpeilte Studentin. Aber auch meine Wenigkeit bastelt an einer olympischen Disziplin Herakles’scher Dimension: Aus dem Wust an musikalischen Veröffentlichungen Woche für Woche splendide und unterschätzte oder gar obskure Alben hervorzubuddeln. Marissa Nadler Marissa Nadler – “Baby, I Will Leave You In The Morning” from Alec K. Redfearn …

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[5 Jul 2011 | Kein Kommentar | ]
Die Schwerkraft der Mundwinkel – Figurines Für die folgende Übung benötigen wir zwei Klebestreifen. Sobald diese von der Rolle gefingert wurden, machen wir uns sogleich daran, die Lippen zu einem breiten Grinsen zu verziehen. Die Mundwinkel tief in den Wangen zu versenken und das Ergebnis fixieren. Man beachte, dass die Mundwinkel nach oben gerichtet werden, grinsend eben, sonst erinnert das Resultat an Frau Merkels sauertöpfische Miene. Wem es an verfügbarem Klebebändchen mangelt, der darf zum Behufe eines freudestrahlenden Grinsens auch auf musikalische Utensilien zurückgreifen. Dazu empfiehlt sich beispielsweise das neue Album der Figurines, ein zumindest in …

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[29 Jun 2011 | 2 Kommentare | ]
Keine Spinnennetze der Tristesse – Dark Dark Dark Es gibt Momente im Leben eines hartgesottenen Musikfans, die in Unvergessenheit verharren. Die ersten gekauften Alben, erinnerungswürdige Konzerte oder einfach der Augenblick, in dem eine neue Band in das Leben tritt. Der US-Formation Dark Dark Dark möchte ich die Qualität attestieren, eine Wonne seligen Grinsens ins Gesicht des Hörers zu zaubern. Ihre Ende April in deutschen Gefilden veröffentlichte Platte Wild Go ist süßer Nektar, den man bereits nach dem ersten Nippen nicht mehr missen möchte. Dark Dark Dark versprühen chansonesquen Charme, mengen den Liedern einer gehörige Prise Folk oder Jazz …

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[26 Jun 2011 | Ein Kommentar | ]
Ein in den Briefkasten gekullertes Kleinod – Francesca Lago Wir bekommen viel Musik ins Postfach gejubelt und werden oftmals vom Eindruck übermannt, dass zu viele Säue vor uns Perlen geworfen werden. Doch manchmal sieht man sich auch einem Glücksschweinchen gegenüber, mehr noch: einer eierlegenden Wollmilchsau, welche mit musikalischen Trüffeln um sich wirft. Das Album Siberian Dream Map jedenfalls gesellt sich in die recht überschaubare Liste der veritablen Glücksfälle, die sich ungebeten in meinen Briefkasten verirrten. Die Singer-Songwriterin Francesca Lago besticht mit durchwegs robustem, ab und an auch verträumt gefühlsechtem Dream-Pop – und charismalastigem Gesang. Der famose, sirenesk-ohrwürmige Auftakt On …

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[23 Jun 2011 | 3 Kommentare | ]
Als wären Popmusik und deutsche Sprache tatsächlich füreinander geschaffen – Sebastian Block Wenn Fräulein Prätentiös und Herr Pseudointellektuell deutsche Lieder trällern, dann wirkt das vielfach unglaublich verkrampft. Eine mit Stock im Arsch verfasste, zwischen Banalität und Inhaltsschwere strudelnde Poesie, die immer um die Ecke denken will und dabei hoffnungslos holperig schielt. Die Ausnahmen freilich mehrten sich in den letzten Jahren und diesem Umstand haben wir auch auf diesem Blog Rechnung getragen. Zum Beispiel durch mehrmalige lobende Erwähnung der Berliner Formation Mein Mio. Deren Sänger Sebastian Block veröffentlicht dieser Tage Bin ich du, ein gelungenes Soloalbum, dem ich ein merkwürdiges Kompliment machen möchte. …

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[18 Jun 2011 | Kein Kommentar | ]
Mit müdem Augenaufschlag und teilnehmendem Kaffeehausblick – mob Wer die Seele in melancholische Schwingungen versetzt, nachdenklich auf einem samtenen Sofa vor sich hin sinniert, dem könnten mit einem schlicht treffenden Gedankenblitz die Worte “Ich will nicht schlafen gehen, ich träume auch so.” durchs Gehirn quillen. Schwermut muss nicht zwangsläufig grau in grau ausgepinselt verstumpfen, sondern kann auch – angestachelt von der Blauen Stunde – in sattem Kobaltblau ausschraffiert werden. Der östereichische Formation mob hatte ich bereits anlässlich ihres Erstlingswerks Mich kriegt ihr nicht einige Worte ins Weiß dieses Blogs gemeißelt. Auch das vor einem halben Jahr erschiene, selbstbetitelte …
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