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Artikel getagged als: Review

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[18 Jun 2011 | Kein Kommentar | ]
Mit müdem Augenaufschlag und teilnehmendem Kaffeehausblick – mob Wer die Seele in melancholische Schwingungen versetzt, nachdenklich auf einem samtenen Sofa vor sich hin sinniert, dem könnten mit einem schlicht treffenden Gedankenblitz die Worte “Ich will nicht schlafen gehen, ich träume auch so.” durchs Gehirn quillen. Schwermut muss nicht zwangsläufig grau in grau ausgepinselt verstumpfen, sondern kann auch – angestachelt von der Blauen Stunde – in sattem Kobaltblau ausschraffiert werden. Der östereichische Formation mob hatte ich bereits anlässlich ihres Erstlingswerks Mich kriegt ihr nicht einige Worte ins Weiß dieses Blogs gemeißelt. Auch das vor einem halben Jahr erschiene, selbstbetitelte …

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[13 Jun 2011 | 2 Kommentare | ]
Der wunderbare Beginn einer Drogenkarriere – Vetiver Der wunderbare Beginn einer Drogenkarriere muss nicht immer bei goldkettchenbehängten Dealern in einem schäbigen, trostlosen Hinterhof den Ausgangspunkt finden. Manchmal genügt auch die rechte Dosis Musik, um Wonnen Gassi zu führen. Wem bisher bei Besuchen im großelterlichen Haus von den dort an der Wand befindlichen Mohnblumentapeten ein wenig kirre wurde, wer daraufhin nach Opium lechzte, dem darf man nun die frohe Kunde einer nachhaltigen Abhilfe überbringen. In Form eines musikalischen Blumenteppich, welcher derart viele sonnenverliebte, klangliche Gänseblümchen und Kornblumen hervorzaubert, dass einem schon mal blümerant ums Herz werden darf. Die …

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[11 Jun 2011 | Kein Kommentar | ]
Das Wetterphänomen M185 oder Sonne über Wien Persönlich halte ich Indie für ein sagenhaft unterschätztes Wetterphänomen. Während sich in Tonstudios vieler Mainstream-Acts eine sterile Atmosphäre verfestigt, in der sich kein Luftwirbelchen regt, tost es in Indie-Kaschemmen doch heftig. Wo sich zwei oder drei Apostel der Indie-Musik zusammenfinden, in einem chronisch unaufgeräumten, miefigen Proberaum die Sau aus ihren Instrumenten raus lassen, fehlt es selten an einem verpeilten Bandmitglied, das inmitten der schönsten Session verspätet wie zerknautscht in der Tür steht und vom bereits in vollem Gange befindlichen Treiben überrascht die Armbanduhr konsultiert. Dieser Moment der Irritation reicht bereits …

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[5 Jun 2011 | Kein Kommentar | ]
Der Traum vom Traum zu träumen – Amon Tobin In den besten Momenten gerät Electronica zum Fass ohne Boden, aus dem immer neue, verschieden gestaltige Imaginationskaskaden quillen. Wenn Synthies und Samples eine Fantasie gestalten, die wie in Trance durch Surrealitäten gleitet, Unwirkliches mit Faszination bestückt. Was der Brasilianer Amon Tobin mit dem jüngsten Werk ISAM vollführt, rattert tief in die Eingeweide des Hörers. Schlingert durch das Bizarre und Groteske in einen Traum, der einen anderen Traum träumt. Und über dem Eingang ins Schlummerland prangt im konkreten Fall der Name Kafka neolichtern. Um die Klangmonster Tobins vorstellbar zu visualisieren, bedarf …

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[30 Mai 2011 | 2 Kommentare | ]
Release Gestöber 6 (Über Anti-Gaga-Gene, Bärbeißigkeit und einen schwarzen Atlantik)) Und wieder einige Zeilen zu jüngsten Veröffentlichungen… Lady Gaga Im Falle Dieter Bohlens darf man noch Verschwörungstherorien huldigen, möchte man die deutsche Öffentlichkeit unter den Generalverdacht stellen, dass sie einen in die Jahre gekommenen Pop-Titanen lediglich verarscht, seiner Musik Gefallen vorgaukelt. Man kauft die vermeintlichen Hits, nur um den Herren bei der Stange zu halten und sich an der allwöchentlichen Selbstentlarvung Bohlens zu ergötzen. Junge Talente geben bei DSDS vor, in unendliche Ehrfurcht zu verfallen und überschauspielern die Chose hemmungslos. Trash as Trash can. Doch nicht immer ist das Zugpferd eines Trash-Vehikels …

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[28 Mai 2011 | Ein Kommentar | ]
Stoische Nippes – udosson Miniaturen sind nicht jedermanns Sache. Klobigkeiten dominieren die Moderne besser. Klein ist nicht fein, es geht doch immer um den großen Wurf. Das überdimensionierte Versprechen eines Politikers, die sensationsheischende Schlagzeile, rekordträchtiger Größenwahn. Das riesigste Flugzeug, die längste Brücke, der Klimaerwärmung sei Dank auch mal der kälteste Winter. Und sogar der Blick durch ein Mikroskop enthüllt kein schlichtes Bakterium, meist eher gleich eine Geisel der Menschheit. Kleiner Firlefanz bleibt vermeintlichen Spinnern vorbehalten, die ihre Perspektive nicht hoch genug stapeln können. interflug by udosson Eine EP als miniatures I zu betiteln, zeugt von …

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[18 Mai 2011 | Ein Kommentar | ]
Elegant-fatalistische Frühreife – Susanne Sundfør Als dystopisch veranlagter Charakter mag mich ein sinister schön gestricktes Album frohlocken lassen. Heiterkeit und Optimismus, diese unsäglich gutlaunigen Gesellen, mögen sich gefälligst hinten anstellen. Am Ende der Schlange, welches dann nicht länger Pestilenz und Lethargie bilden. Die norwegische Singer-Songwriterin Susanne Sundfør stellt ein schicksalhaft verlorenes Album zur Schau. Das Werk The Brothel schmiegt sich nahtlos in die hohe Kunst skandinavischen Liedermacherkunst ein, greift nach den Sternen. Wo das Firmament oft ein Dach für hochtrabende Träume bildet, wird hier ein Loch gerissen, eine Flucht vor und in Unwirklichkeiten konzipiert. Sundfør beschreitet den …

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[8 Mai 2011 | Kein Kommentar | ]
Berlin-Fantasie samt marodem Charme und laschem Pathos – Federico Aubele Berlin wirkt ekstatisch. Ein wunderbares Aufputschmittel, dem irgendwann auch Ernüchterung folgt. In den besonderen Momenten, an denen es in Kreuzberg wahrlich nicht mangelt, die jedoch Marzahn nie erfahren wird, umarmen sich Chaos und Tristesse, Multikulti-Karma mit verkommener Hipness sowie verlockende Fremdartigkeit mit Befremdung. Weltgewandter als Berlin ist Deutschland nirgendwo, allerdings auch an keinem Ort derart zwischen arm und reich zerklüftet. Kurzum präsentiert sich Berlin als befruchtendende Stadt, die Künstlern zuhauf mit Bildern und Vibes versorgt. So auch den Argentinier Federico Aubele, dessen jüngstes Album den Titel Berlin 13 trägt. In …

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[30 Apr 2011 | Kein Kommentar | ]
Keine Amateurpoeten – Lenz Wer so wie ich noch selbst mit Poesiealbum im Ranzen durch die unbeschwerten ersten Schuljahre spazierte, wird sich mit mildem Lächeln auf die darin verewigten altklugen Sprüche besinnen. Dieses Etwas Poesie scheint heutzutage hoffnungslos unmodern, hat bei der Jugend längst ausgedient. Schöngeistige Sprüchlein geistern bestenfalls noch durch romantisch veranlagte Junggesellenhirne, die im verwelkenden Alter noch freiersfüßelnd mit holprigen Zeilchen zur Balz schreiten. Poesie fungiert gewissermaßen in der Rolle des unreifen Bruders der großen Schwester Lyrik. Der lyrische Ausdruck bleibt dem Dichter auf die Fahne geheftet, Poesie ist das Werkzeug des …

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[18 Apr 2011 | Kein Kommentar | ]
Trip-Hop-Ethno-New-Age-Klimbim – Conjure One Man nehme einem triefenden Batzen Trip-Hop, menge einen ordentlichen Schuss Ethno darunter, würze das mit einer Prise New-Age-Klimbim, kratze eine Synthie-Messerspitze Jean Michel Jarre zusammen, bekleistere mit eben diesen Ingredienzien die weiblichen Rundungen einer Stimme, deren Ausstrahlung nicht über das Niveau von den aus Veranstaltungen à la Song Contest einschlägig bekannten Sängerinnen hinausgeht. Voilà, exakt so präsentiert sich jenes Album, welches sich dieser Tage in meine Ohren verirrt hat. Wer nun ganz hektisch nach Papier und Bleistift sucht, um sich zu notieren, welche Platte er/sie keinesfalls Gehör schenken sollte, dem/der …
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