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Artikel getagged als: Review

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[15 Jan 2011 | Ein Kommentar | ]
Bond-Girl ohne Pin-up-Possen – Anna Calvi Es gibt sie tatsächlich, diese unnahbaren Charaktere, welche sogar dann Zwielicht umgibt, wenn gleißendes Scheinwerferlicht unbarmherzig zur Demaskierung bläst. Anna Calvi erinnert an eine Figur aus einem Film noir – abgründig, auf Untiefen reduziert. Eine Frau, die in Ermangelung von Verschlagenheit nicht zur Femme fatale taugt, aber auch nicht das naive Gangsterliebchen gibt. Calvis Vortrag lodert und brennt, verstärkt den Reiz durch den Funken Distanz, der verhindert, sie als Projektionsfläche für Fantasien zu benutzen. Das selbstbetitelte Debütalbum der Britin strotzt vor Männermusik, bestrickt diejenigen Zeitgenossen, die das weibliche Gefühlsleben ausgebreitet …

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[13 Jan 2011 | Ein Kommentar | ]
Starker Tobak für bewölkte Naturelle – Moddi Wo endet Tiefgründigkeit, wo beginnt die Depression? Irgendwo dazwischen jedenfalls siedelt der norwegische Singer-Songwriter Moddi auf dem Album Floriography seine textliche Tristesse an, bietet eine Platte, die selbst öden Regentagen noch den einen oder anderen Grauschleier auferlegt. So düster-distelig sich die trüben Gedanken auch präsentieren, so klar und elegant hellt die Musik die Schwermütigkeit auf, fächert nordische Kühle durch die Boxen. Bereits im Herbst bot die EP Rubbles einen ersten Vorgeschmack auf dieses Debüt, zeigte sich Pål Moddi Knutsen als tiefschürfender, reifer Musiker, der mit großer Ernsthaftigkeit Emotionsgebilde entwirft, die dem …

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[6 Jan 2011 | Kein Kommentar | ]
Mehr Blitz und Donner für höhere Wellen – The Moyen Age Ich zeige mich beeindruckt, wenn manch Blogger – oder generell Musikjournalisten – eine Platte so gekonnt besprechen, dass ich nur zwischen den Zeilen zu erahnen glaube, wie wenig Hördurchläufe sie dem Album gegönnt haben. Meine eigene Erfahrung mit Musik lehrt mich Bescheidenheit. Je öfter ich einem Werk lausche, desto mehr Schmackes hat auch meine Schreibe zu bieten. Vernünftige, zusammenhängende Sätze vermag ich nur zu stammeln, wenn sich die  Essenz der Platte bereits in meinen Hirnwindungen kondensiert hat. Ob ich diese danach sogleich ordentlich schrubben muss oder den Aufwasch auf den …

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[15 Dez 2010 | Kein Kommentar | ]
Ohrenweide ohne Mäander – Lisbee Stainton Aus der langen Reihe von CDs, die sich 2010 so angesammelt haben, ob nun freiwillig oder dank Zusendung durch Bands, Labels oder Promo-Agenturen, ziehe ich mitunter blind und mit strikt befolgter Willkürlichkeit ein Album heraus, um ihm ein paar meist positive Zeilen zu widmen, da die grauenhafte Machwerke ohnehin längst in die Quarantäne verbannt wurden. Nun bin ich ein Stimmungsmensch, welcher schon mal drei oder mehr Anläufe benötigt, ehe sich dann eine zur Tagesform passende CD in meinen feingliedrigen Fingern wieder findet. Heute soll es eine Singer-Sonwriterin sein, man glaube …

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[5 Dez 2010 | 4 Kommentare | ]
Mit Elfenschrittchen in die Startelf – Pascal Pinon Gäbe es eine Musik-WM, ich würde mein Hab und Gut nicht etwa auf England setzen, auch nicht auf die USA, nein, nicht einmal auf das mit virtuosen Künstlern gesegnete Kanada, der Buchmacher dürfte all meine Taler den Isländern zugute halten. Dieses doch recht überschaubare Völkchen bringt praktisch wie am Fließband Ausnahmetalente hervor, angeführt von der überragenden Könnerin Björk und den kongenialen Sigur Rós. Island wäre zweifellos mein Favorit. Und da faktisch jeder erwachsene Isländer ohnehin irgendwie der Musik verbunden scheint, wundert es wenig, dass auch Jugendliche schon große Töne spucken. …

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[20 Nov 2010 | 2 Kommentare | ]
Kein k.u.k. Komplex – Francis International Airport Mindestens 20 Platten, die mir 2010 wunderbar gefallen haben und die ich deshalb auf unserem Blog erwähnen möchte, weniger der Vollständigkeit halber, vielmehr als Zeichen eines guten Geschmacks, der mit eine Prise Snobismus und einem Hauch Exzentrik hier hochgestemmt wird, fristen momentan ein Schattendasein in meinem CD-Regal. Meine Akribie begünstigt dies, auch ausgedehnte Gedankengänge, welche durch mein Hirn spazieren, sind einer raschen Aufarbeitung kaum förderlich. Wenn aber ein durch und durch hochwertiges Popalbum aus Österreich kommt, dann will ich meine Landsleute zeitnah – folglich nur mit wenigen Wochen Verspätung – …

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[14 Nov 2010 | Ein Kommentar | ]
Mission Porzellanladen abgesagt – Kommando Elefant Wie gut, dass ich kein Bluter bin. So blutet mein Herz nur ein wenig, weil ich einer aufstrebenden österreichischen Formation heute doch die eine oder andere Weisheit ins Stammbuch schreiben muss. Doch möchte ich vorab noch über Erwartungshaltungen schwadronieren. Der Name einer Band entscheidet über Gedeih oder Verderb – heute mehr noch als vor fünfzehn Jahren. Wenn sich eine Band Kommando Elefant benennt, wird man ohne viel um die Ecke zu denken eine Bescherzungsattacke mit Ziel Porzellanladen vermuten.  Kommando Elefant – das lässt eher auf rüsseliges Trompeten als poetische Feinsinnigkeit …

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[13 Nov 2010 | 2 Kommentare | ]
Kryptisch-dekorative Gehörgangtapete – Nina Kinert Heute wähne ich mich in der behaglichen Position, ein Album erwähnen zu dürfen, das mir einfach so in den Schoß fiel (erstens), so unerwartet, wie sonst nur Widrigkeiten hereinbrechen, in Form von herabzischenden Dachziegeln zum Beispiel, welches (zweitens) schlechthin makellos tönt, dass man es vor Freude nur zu knuddeln wünscht, weil die werte Künstlerin einen wunderbar eigensinnigen Sound über die gesamte Länge der Platte durchhält, die Songs mit Liebreiz spickt, der die Gehörgänge dauerhaft tapeziert, und, drittens, Erinnerungen hervorkramt, die vor Augen führen, dass nicht alles an der Achtzigern zum …

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[11 Nov 2010 | Kein Kommentar | ]
Chanteuse aus Pappmaché – Kyrie Kristmanson Mensch, gäbe es sie nicht längst, man müsste sie erfinden! Die Rede ist von frankokanadischen Singer-Songwriterinnen, die im Idealfall bilingual bezaubern. In jene Kategorie gesellt sich auch Kyrie Kristmanson, die gerade erst dem Backfischalter entsprungen mit einer Leichtigkeit ein Album aus dem Ärmel schüttelt, dass sowohl Frische als auch musikalische Schläue vermittelt. Wo andere bleischwer klotzen, sind ihre Lieder aus Pappmaché, machen etwas her, bleiben dabei aber voll schöner Leichtigkeit. Die soeben in Deutschland veröffentlichte CD Origin Of Stars mutet mit einer Länge von unter 30 Minuten eigentlich mehr als …

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[10 Nov 2010 | 5 Kommentare | ]
Falsche Freunde – Ray Davies Zwischen Mitte der Sechziger und Anfang der Siebziger waren The Kinks in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung, die durchaus dem Zeitgeist entgegen traten, den andere Bands voller Inbrunst umarmten. Ray Davies, Mastermind der Kinks, vermochte in seinen Texten mit feiner Beobachtungsgabe Verlierer und gesellschaftliche Außenseiter nuanciert zu porträtieren, damit auch ein Stückchen englische Lebenswirklichkeit musikalisch aufzubereiten. Es gäbe zahlreiche gute Gründe, sich auch heute dem Werk der Band zu nähern. Dass die Formation nicht die Hochachtung genießt, welche ihr eigentlich gebührt, liegt vor allem daran, dass The Kinks ihren eigenen Abgesang …
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