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Artikel getagged als: Review

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[15 Feb 2011 | 3 Kommentare | ]
Der Fall der kleinen Feder – Spokes Wäre ich eine Feder, die sich an einem aufkeimenden Frühlingstag in selbstmörderischer Absicht aus dem Gefieder einer Brieftaube stürzt, während jene die Post des über beide Ohren verliebten Züchters zur Herzensdame trägt, die just in jenem Moment ein derart heißes Seitensprüngchen wagt, dass das Bett nur so wackelt, wäre ich also eine herabgleitende Feder, welche sich in luftigen Verwirbelung wiegt, mal sacht, mal harsch gen Erde tingelt, dann wären die Spokes meine erste Wahl zum Zwecke einer ordentlichen musikalischen Untermalung. So als kleine, auf sich gestellte Feder sollte man nie …

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[9 Feb 2011 | 3 Kommentare | ]
Nicht immer im Schmuddel des Pop-Rock-Durchschnitts – Timo Räisänen Die werte Kollegin Eva-Maria vom lesenswerten Polarblog hielt dieser Tage meiner ungestümen Lobrede auf Joel Alme einen weiteren schwedischen Singer-Songwriter entgegen, Timo Räisänen nämlich. Tatsächlich gehen deren Parallelen über die Herkunft hinaus, veröffentlichten beide ihre jüngsten Werke auf Razzia Records, teilen das Faible für gestrigen Pop – ohne dabei gängige Retro-Trends zu bedienen. Doch während Alme sein Album tatsächlich in den Anfängen der sechziger Jahre verortet, durchstöbert Räisänen den musikalischen Bestand mehrerer Jahrzehnte, meist ohne nennenswertes Resultat. Manche der Lieder gemahnen an Song Contest-Tracks vergangener Zeiten, denen der heutige Trash-Faktor …

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[6 Feb 2011 | Kein Kommentar | ]
Tarantinoesker Wohlfühl-Western irgendwo in Sombrero-Gefilden – The C-Types Nicht jedes Werk muss bahnbrechend sein, um den gehobenen Geschmack zu treffen. Nicht alles muss Superlative übertreffen oder dadaesk verstören, um meine Aufmerksamkeit zu fesseln. Man braucht nicht am Rad zu drehen, wenn man es neu zu erfinden trachtet. Ich will einfach nur Musik, die sich nicht kriegsbemalt, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Wenn ich nun also dieser Prämisse folgend dem Album Devil on 45 lausche, das Tamtam des Promobeipackzettels außer Acht lasse, fällt der Genuss nicht schwer. Würde ich hingegen akribisch das Haar in der Suppe suchen, müsste ich der …

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[4 Feb 2011 | Kein Kommentar | ]
Musikalischer Zauberwürfel – Adam Donen Manch Album bekomme ich einfach nicht zu fassen. Wie ich es auch drehe und wende, sobald ich Hand anlege, entpuppt es sich als musikalischer Zauberwürfel. Dem aus Südafrika stammenden und in London weilenden Singer-Songwriter Adam Donen ist es mit seinem Werk Immortality gelungen, mich ein wenig kirre zu machen. Nicht etwa, weil es unmöglich in eine Schublade zu verfrachten wäre. Wir haben es hier mit nett ausstaffiertem Folk zu tun, der als Bühne für pittoresk-altmodisch fabulierte, referenzenreiche Poeme dient. Donen zitiert Goethe auf Deutsch(!), fürchtet generell keinerlei Bedeutungsschwere, mengt seinen …

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[1 Feb 2011 | 12 Kommentare | ]
Sex smells – Cäthe Man braucht kein olfaktorisch Überbegabter zu sein, um den Braten zu riechen. Das Aroma von Sex kribbelt schlichtweg allzu penetrant in der Nase. Übertüncht sublimere Düfte. Was mir die Singer-Songwriterin Cäthe hier in Form der EP Señorita auftischt, wäre eigentlich lobende Anerkennung wert. Doch das schmuddelige Video zum Lied Señorita paart den Charme heruntergekommener Mietshäuser mit körperlichen Verrenkungen, die man gemeinhin eher in einem Tabledance-Schuppen verorten würde. Mit solch kruder Hinterzimmererotik mag man zwar optische Aufmerksamkeit generieren, der Musik wurde damit jedoch kein Gefallen getan. Es  wirkt beinahe töricht, mit …

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[29 Jan 2011 | Kein Kommentar | ]
Am Etikettenschwindel vorbeischgeschrammt – New Idea Society Wenn es um Vermarktung geht, sollte man die Wahrheit gnadenlos auf ihre Flexibilität testen. Dabei empfiehlt es sich mitunter, dass Gegenteil von dem zu suggerieren, was man denn eigentlich darstellt. Ein Unternehmen mit Hang zur Fantasielosigkeit kaschiert selbige mit einem Slogan, der möglichst das Wort Innovation beinhaltet. Eine Firma, deren Reichtum zu Lasten zukünftiger Generation lukriert wird, verschleiert dies Konzept, indem sie eine traditionelle, heile Welt in ihrer Werbebotschaft erstehen lässt. Grundsätzlich gilt oft, dass ein modernes Firmenlogo meist Althergebrachtes tarnt. Je breiter man die Zielgruppe fasst, desto wichtiger scheint es, …

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[24 Jan 2011 | Kein Kommentar | ]
Mittendrin in der Lebenserfahrung – Pat Appleton Eines der großen Probleme des Musikgeschäftes ist es, dass zuviele Mittzwanziger ihre Platten an prominenter Stelle in den Läden platzieren. Denn natürlich können diese Musiker speziell in textlicher Hinsicht weit weniger Lebenserfahrung einfließen lassen als Menschen, die schon vierzig Lenze zählen. Die Imagination mag Berge versetzen, sie ersetzt jedoch nie die eigene Erfahrung des schleichenden Alterns. Nun konzediere ich gerne, dass viele Künstler seit Jahr und Tag im Geschäft sind. Doch oft zehren sie von ihren frühen Erfolgen, die im Lauf der Zeit von Ü30-Partys nahtlos an Oldie-Shows weitergereicht werden. …

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[22 Jan 2011 | 8 Kommentare | ]
Unzeitgeistige Eleganz – Joel Alme Musikalische Präferenzen verraten viel über den eigenen Charakter. Rüpel und angehende Knastbewohner arschlochen gut zu protzigem Rap, Unterschichtengemüter bevorzugen Kitsch & Glamour mit plakativen wie flachen Emotionen, aufmüpfige Nerds vergehen in angesagter Indie-Attitüde. Unterkühlte Intellektuelle schließlich lauschen einer Joanna Newsom, wohl deshalb, weil ihre Stimme den perfekten Kulminationspunkt für die Unerträglichkeit des Seins bedeutet. Obwohl ich mich im Bezug auf Musik als geschmacklichen Tausendsassa erachte, kann ich mein Faible für einen warmen, zeitlos eleganten Singer-Songwriter-Sound schwerlich verhehlen. Welches Selbstbild mir dieser Umstand wohl aufdrängt, das würde die gebotene Kürze sprengen. …

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[15 Jan 2011 | Ein Kommentar | ]
Bond-Girl ohne Pin-up-Possen – Anna Calvi Es gibt sie tatsächlich, diese unnahbaren Charaktere, welche sogar dann Zwielicht umgibt, wenn gleißendes Scheinwerferlicht unbarmherzig zur Demaskierung bläst. Anna Calvi erinnert an eine Figur aus einem Film noir – abgründig, auf Untiefen reduziert. Eine Frau, die in Ermangelung von Verschlagenheit nicht zur Femme fatale taugt, aber auch nicht das naive Gangsterliebchen gibt. Calvis Vortrag lodert und brennt, verstärkt den Reiz durch den Funken Distanz, der verhindert, sie als Projektionsfläche für Fantasien zu benutzen. Das selbstbetitelte Debütalbum der Britin strotzt vor Männermusik, bestrickt diejenigen Zeitgenossen, die das weibliche Gefühlsleben ausgebreitet …

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[13 Jan 2011 | Ein Kommentar | ]
Starker Tobak für bewölkte Naturelle – Moddi Wo endet Tiefgründigkeit, wo beginnt die Depression? Irgendwo dazwischen jedenfalls siedelt der norwegische Singer-Songwriter Moddi auf dem Album Floriography seine textliche Tristesse an, bietet eine Platte, die selbst öden Regentagen noch den einen oder anderen Grauschleier auferlegt. So düster-distelig sich die trüben Gedanken auch präsentieren, so klar und elegant hellt die Musik die Schwermütigkeit auf, fächert nordische Kühle durch die Boxen. Bereits im Herbst bot die EP Rubbles einen ersten Vorgeschmack auf dieses Debüt, zeigte sich Pål Moddi Knutsen als tiefschürfender, reifer Musiker, der mit großer Ernsthaftigkeit Emotionsgebilde entwirft, die dem …
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