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	<title>Lie In The Sound &#187; Singer-Songwriter</title>
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		<title>Schnee von morgen &#8211; Stars For The Banned</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 11:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2011]]></category>
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		<category><![CDATA[Alternative Rock]]></category>
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		<category><![CDATA[Singer-Songwriter]]></category>
		<category><![CDATA[Stars For The Banned]]></category>

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		<description><![CDATA[Manch Album des vergangenen Jahres wurde auf diesem Blog nicht ausreichend gewürdigt. Und ehe uns 2012 mit verlockenden Neuerscheinung ködert, will ich meinen Blick in den kommenden Tagen noch ab und an zurück schweifen lassen. Der Wiener Robert Guenther hat mit seinem Projekt Stars For The Banned ein Debüt vorgelegt, welches in Sachen Larmoyanz und Tristesse an eine Zeit erinnert, da solch Attitüde noch als schicklich empfunden wurde. Früher waren dosiert desperate Emotionen noch unabdingbarer Bestandteil alternativer Musik, doch so wie sich Radiohead davon entfernten, lieber in Lethargie und Orientierungslosigkeit ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Manch Album des vergangenen Jahres wurde auf diesem Blog nicht ausreichend gewürdigt. Und ehe uns 2012 mit verlockenden Neuerscheinung ködert, will ich meinen Blick in den kommenden Tagen noch ab und an zurück schweifen lassen. Der Wiener <em>Robert Guenther</em> hat mit seinem Projekt <strong>Stars For The Banned</strong> ein Debüt vorgelegt, welches in Sachen Larmoyanz und Tristesse an eine Zeit erinnert, da solch Attitüde noch als schicklich empfunden wurde. Früher waren dosiert desperate Emotionen noch unabdingbarer Bestandteil alternativer Musik, doch so wie sich Radiohead davon entfernten, lieber in Lethargie und Orientierungslosigkeit vergingen, derart ratlos verharrten viele Bands in Apathie. Stars For The Banned kultiviert eine derzeit sehr gestrige Tradition, die durchaus der Schnee von morgen sein könnte.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/Stars_For_The_Banned_Pressefoto_4_high_res.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11485" title="Stars_For_The_Banned_Pressefoto_4_high_res" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/Stars_For_The_Banned_Pressefoto_4_high_res.jpg" alt="" width="550" height="778" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das selbstbetitelte Album wirkt weinerlich, ohne dabei in Würdelosigkeit abzudriften. Es kennt keinerlei Hysterie, maltnie völlig Schwarz auf Schwarz. Dadurch wird es erst verdaulich. Zeilen wie &#8220;<em>The car is really burning fast/ The brakes were never meant to last</em>&#8221; bieten bei allem Trübsinn vereinzelt auch ein klitzekleines Augenzwinkern an. Deshalb steht ein Song wie etwa <em><strong>Arrest My Eyes</strong></em> bei mir hoch im Kurs. Denn obwohl ich kein Freund von Lyrics bin, die sich extrem auf Gedanken- und Eindrucksfetzen fokussieren und daraus einen Labyrinth konstruieren, aus dem der Ausweg als vage letzte Hoffnung erscheint, so bin ich wirklich angetan, in welcher Qualität dies hier geschieht. Weil Guenthers Vortrag komplexe Emotionen hervorzukitzeln versteht, den Hörer dabei mit erstaunlicher Leichtigkeit in seine Perspektive schlüpfen lässt. Weil eine nebulöse Zuversicht manch Lieder vor bleischwerem Fatalismus rettet, die Bitterkeit ein bisschen verdünnt (<em><strong>Taste</strong></em>). Die Worte &#8220;<em>We will choke/ On a tiny overdose of hope</em>&#8221; fassen die Stärke dieser Platte zusammen, die einen gefasst verzweifelten Protagonisten herumirren lässt. Nicht phlegmatisch, zynismusfrei &#8211; und deshalb auch unzeitgemäß. <em><strong>Numbered Rows</strong></em> wirkt darum auch wie ein feines Überbleibsel von vor mindestens zehn Jahren. Zu den weiteren Highlights zählt das schwülstige Chiffren skandierende <em><strong>The Arrows</strong></em>, auch <strong><em>Party For The Weak</em></strong> mit der beschwörerischen Zeile &#8220;Keep your secrets long enough&#8221; quält sich durch hörenswerte Schmerzen.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/28817616?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="549" height="309"></iframe></p>
<p><object width="100%" height="81" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F20751628" /><embed width="100%" height="81" type="application/x-shockwave-flash" src="https://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F20751628" allowscriptaccess="always" /> </object> <span><a href="http://soundcloud.com/starsforthebanned/arrest-my-eyes">Arrest My Eyes</a> by <a href="http://soundcloud.com/starsforthebanned">starsforthebanned</a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Stars For The Banned</strong> entwickelt eine Sogwirkung, welche den Hörer mit jedem Lied weiter in einen tiefgründigen Gefühlsstrudel zieht. Der Sound verleugnet Vorbilder nicht, bleibt jedoch stets spannend genug, um die Bühne für einen großartig larmoyanten Vortrag und gut ersonnene Lyrics zu bieten. Man verzettelt und verheddert sich in dem Album, da es nie in Offensichtlichkeiten und Trivialitäten mündet, zugleich jedoch keinesfalls als verstörender Hauch von nichts irgendeinen Trend bedient. Stars For The Banned schüttelt flockigen Schnee von gestern über uns aus. Oder wird es gar der  Schnee von morgen?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/starsforthebannedcover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11484" title="starsforthebannedcover" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2012/01/starsforthebannedcover.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p><em>Stars For The Banned ist am 30.09.2011 auf Labelship erschienen.</em></p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://www.starsforthebanned.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Moribunde Schmerzschwere &#8211; Mirel Wagner</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 11:14:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Clips & Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Folk]]></category>
		<category><![CDATA[Mirel Wagner]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>
		<category><![CDATA[Singer-Songwriter]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Singer-Songwriterinnen sind kleine Prinzessinnen, die eine Schnute ziehen, so als wäre ihnen das blümchenbemusterte Lieblingskleid vom Leib gerissen worden. Andere Songschreiberinnen geben die verhuschte wie bebrillte graue Maus, welche es kaum wagt, ihre Nasenspitze aus dem Mauseloch zu stecken, lieber im stillen Kämmerlein vor sich hin träumt. Weiters exisitieren auch noch Sängerinnen mit vor Weltschmerz verquollenen Augen. Ich schätze sie alle, speziell jedoch solche, die mit spartanischer Knochigkeit ans Werk schreiten, einer drei Gräber tiefen Ernsthaftigkeit frönen. Die in Äthiopien geborene und in Finnland sozialisierte Liedermacherin Mirel Wagner verdichtet ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Viele Singer-Songwriterinnen sind kleine Prinzessinnen, die eine Schnute ziehen, so als wäre ihnen das blümchenbemusterte Lieblingskleid vom Leib gerissen worden. Andere Songschreiberinnen geben die verhuschte wie bebrillte graue Maus, welche es kaum wagt, ihre Nasenspitze aus dem Mauseloch zu stecken, lieber im stillen Kämmerlein vor sich hin träumt. Weiters exisitieren auch noch Sängerinnen mit vor Weltschmerz verquollenen Augen. Ich schätze sie alle, speziell jedoch solche, die mit spartanischer Knochigkeit ans Werk schreiten, einer drei Gräber tiefen Ernsthaftigkeit frönen. Die in Äthiopien geborene und in Finnland sozialisierte Liedermacherin <strong>Mirel Wagner</strong> verdichtet ihr Schaffen zur Essenz dessen, was Musik ohne jeglichen Schnickschnack anzubieten vermag. Mit spärlichen Mitteln schält sich eine Aura heraus, die an Eindringlichkeit kaum zu überbieten scheint.</p>
<div id="attachment_11080" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/mirelwagner_photo2_by_Aki_Roukala.jpg"><img class="size-full wp-image-11080" title="mirelwagner_photo2_by_Aki_Roukala" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/mirelwagner_photo2_by_Aki_Roukala.jpg" alt="" width="550" height="825" /></a><p class="wp-caption-text">Photo Credit: Aki Roukala</p></div>
<p style="text-align: justify;">Dank Reduktion aus dem Vollen zu schöpfen, solch eine Gabe lässt sich nicht aus den Fingern saugen. Jene Kunst beherrscht man nicht, wenn man sich das putzige Unplugged-Lätzchen überstreift und Authentizität hervorsabbert. Mirel Wagners gleichnamiges Debüt freilich spricht in seiner sinistren Kargheit Bände. <em><strong>No Death</strong></em> beispielsweise ist mehr als eine bis zur Nekrophilie gehende Romanze (&#8220;<em>She answered to my kiss/ With a rotten tongue</em>&#8220;). Es entwickelt sich allerdings weiter, zu einer Kapitulation vor dem Tod (&#8220;<em>But death comes a sneaking in/ Through the keyholes/ He’s clever and he knows/ What’s beneath the floorboards</em>&#8220;). Was geradezu nach Pathos und brüsker Provokation schreit, zumindest aber wie ein groschenheftiges Schauermärchen klingt, offeriert anschaulich Schmerzschwere. <em><strong></strong></em>Der Tod schleicht durch die ganze Platte, nicht nur gefürchtet, auch in Suiziden umarmt (<em><strong>Joe</strong></em>). Und das keineswegs in morbider Backfischschwärmerei. Das eigentliche Monster türmt sich in Abschieden und Trennungen auf, die ein Tod so verursacht (&#8220;<em>Down by the road sits a man/ Who’s gray and old/ Says the hardest thing I know/ Is to see your loved ones go</em>&#8220;). Wagners kammermusikalischer Folk jammert nicht, aber leidet sehr. Ihr mitunter bluesiger, stets spröder Vortrag (besonders bei <em><strong>Dream</strong></em>) dunkelt die Platte zusätzlich an.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/27824241?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Die Desillusionen von Verzweiflung wiegen schwer, doch sind sie nicht ohne Trost. Weil das Werk Momente einer Veränderung, einer Transzendenz schildert, die vielmehr ein Ende mit Schrecken als einen Schrecken ohne Ende zeichnen. Wagner verharrt nicht in Tristesse, spitzt Pein vielmehr zu einem Höhepunkt hin (&#8220;<em>Despair was standing with its jaws open wide/ And swallowed me whole in to the big black night/ All the stars come down tonight</em>&#8220;). Bei all den moribunden Liedern schwingt ein unzeitgemäßer Fatalismus mit, entfaltet sich eine existentielle Düsternis, die weit über dem Kummerkastenniveau vieler Songschreiberinnen liegt. Tracks wie <em><strong>The Road</strong></em> oder <em><strong>To The Bone</strong></em> bezeugen diese Schicksalsergebenheit mit einer bedrückenden Klarheit, vor der man als Hörer nicht zurückschrecken sollte.</p>
<p><iframe style="position: relative; display: block; width: 400px; height: 100px;" src="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/v=2/track=1838389476/size=venti/bgcol=141414/linkcol=e0eef5/" frameborder="0" width="400" height="100"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Machen wir uns nichts vor. Dieses famose Debüt vermag <strong>Mirel Wagner</strong> höchstens ins Blickfeld derer zu rücken, die in der Kunst eine Annäherung an die substanziellen Fragen des Seins sehen. Wer Musik nach ästhetischen Gesichtspunkten abklopft, gar der durchaus berechtigten Sehnsucht nach Unterhaltung huldigt, dem kann die Schmucklosigkeit der Platte kaum gefallen. Zugleich verprellt Wagner aber auch den Intellektuellen und ARTE-Fetischisten, der rätselschwangere Verkopfung einfordert. Dazu mangelt es dem Werk gleichwohl an theatralischer Verstörung. Kein Makel jedoch, wie ich finde. Eher Qualitätsbeweis.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/mirelwagner.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11081" title="mirelwagner" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/mirelwagner.jpg" alt="" width="539" height="480" /></a></p>
<p><em>Mirel Wagner ist am 21.10. Debut auf Bone Voyage erschienen.</em></p>
<p>Konzerttermine:</p>
<p>12.01.12 Desden &#8211; Thalia<br />
18.01.12 Berlin &#8211; Privatclub<br />
19.01.12 Hamburg, Zentrale (Thalia Theater)<br />
22.01.12 Zürich (CH) &#8211; Sounds Nordic Sounds Good Fest @ X-Tra</p>
<p>Links:</p>
<p><a href="http://www.facebook.com/pages/Mirel-Wagner/151323141547767?" target="_blank">Mirel Wagner auf Facebook</a></p>
<p><a href="http://polarblog.de/2011/07/03/mirel-wagner-my-heart-has-no-home/" target="_blank">Rezension auf Polarblog.de</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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		<item>
		<title>100 Songs – Teil 13 (If&#8230;)</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 09:51:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[100 Songs]]></category>
		<category><![CDATA[Clips & Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Neil Hannon]]></category>
		<category><![CDATA[Singer-Songwriter]]></category>
		<category><![CDATA[The Divine Comedy]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir alle dürsten nach Liebesschwüren, speziell wenn sie mit aufgeblasener Romantik dargeboten werden. Liebe wird von der Mehrheit der Menschen als derart markerschütterndes Gefühl wahrgenommen, dass man es keinesfalls mit Subtilitäten unterfrachten sollte. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint das 1997 veröffentlichte Minialbum A Short Album About Love eine schiere Widersinnigkeit. Liebe verlangt nie nach Prägnanz, Liebe nötigt zu ausladendem Überschwang. Doch Neil Hannon, Mastermind von The Divine Comedy, hat sich im Lauf der letzten 20 Jahre wohl zu keiner Zeit als berechenbarer Charakter erwiesen. Vielmehr stand er immer gelangweilt in der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wir alle dürsten nach Liebesschwüren, speziell wenn sie mit aufgeblasener Romantik dargeboten werden. Liebe wird von der Mehrheit der Menschen als derart markerschütterndes Gefühl wahrgenommen, dass man es keinesfalls mit Subtilitäten unterfrachten sollte. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint das 1997 veröffentlichte Minialbum <strong>A Short Album About Love</strong> eine schiere Widersinnigkeit. Liebe verlangt nie nach Prägnanz, Liebe nötigt zu ausladendem Überschwang. Doch <em><strong>Neil Hannon</strong></em>, Mastermind von <strong>The Divine Comedy</strong>, hat sich im Lauf der letzten 20 Jahre wohl zu keiner Zeit als berechenbarer Charakter erwiesen. Vielmehr stand er immer gelangweilt in der zweiten Reihe der Kritikerlieblinge oder gar inmitten der Schlange der auf Charts-Notierungen harrenden Musiker. Hannons Exzentrik prädestiniert nicht eben zu übermäßigem Erfolg.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/ashortalbumaboutlove.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11068" title="ashortalbumaboutlove" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/ashortalbumaboutlove.jpg" alt="" width="500" height="446" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das Lied <strong>If&#8230;</strong> unterstreicht die Abgründigkeit des Könners. Welch edel symphonisch angelegter Song, unterstützt von Hannons vornehmen Gesang. Man möchte es sogleich in die Kategorie des unzeitgeistig eleganten, typisch britisch kultivierten Liederguts schubsen. Es in einem Ambiente verorten, welches den vielen aus der englischen Unterschicht entsprungenen Bands einfach nicht mittels Muttermilch zugeführt wurde. Doch verbirgt sich hinter dem so aristokratisch wie undegenerierten Vortrag ein Liedtext, der nicht zur Beschaulichkeit einer Romanze  à la Rosamunde Pilcher taugt. Wenn Hannon &#8220;<em>If you were the road/ I’d go all the way/ If you were the night/ I’d sleep in the day/ If you were the day/ I’d cry in the night</em>&#8221; intoniert, will man noch vermuten, dass hier ein von Liebe beseelter Mann seine Herzensdame mit Poesie überschüttet. Doch mit nahezu jeder weiteren Zeile wächst das Mißtrauen in die hehren Absichten des Protagonisten. &#8220;<em>If you were a tree/ I could put my arms around you/ And you could not complain/ If you were a tree/ I could carve my name into your side/ And you would not cry/ ‘Cos trees don’t cry</em>&#8221; lässt bereits erahnen, dass die Liebesbekundung möglicherweise nur bedingten Widerhall in den Ohren der Auserwählten finden könnte. Nichtsdestotrotz schwelgt Hannons lyrisches Alter Ego weiter in Fantasien. Wenn die Angebetete ein Mann wäre, würde er sie ebenso lieben, wenn sie ein Drink wäre, würde er wohl einen über den Durst drinken, und wenn sie ein Pferd wäre, würde er nicht nur ihren Stall ausmisten, sondern auch auf ihr durch die Morgendämmerung gen aufgehende Sonne reiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Verstörung freilich ruft die letzte Strophe des Liedes hervor, wo er meint, dass es ihm sogar schwer fiele loszulassen, wenn sie sein kleines Mädchen oder seine Schwester wäre. Da schrillen nun sogar die Alarmglocken des absonderlichsten Romantikers. Und tatsächlich fällt die Maske dieses vermeintlichen Liebesliedes, als der Sänger sich sein Objekt der Begierde als Hund ausmalt. &#8220;T<em>hen you’d be my loyal four legged friend/ You’d never have to think again/ And we could be together till the end</em>&#8221; beendet jegliche Schwärmerei, bricht ironiefrei, schwillt wahnhaft an, zeigt Fratze. Will besitzen, will hündische Ergebenheit. Lässt den Hörer bedröppelt zurück. Bye, bye Romantik!</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/PeRezthZDtk" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Eine musikalische Schönheit zur Abscheulichkeit zu mutieren, das bedarf schon eines kunstvollen Kniffs der Marke <strong>The Divine Comedy</strong>. Nicht zuletzt deshalb verdient <strong>If&#8230;</strong> die Aufnahme in den Kanon meiner 100 Songs.</p>
<p style="text-align: justify;">Link:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.thedivinecomedy.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://bit.ly/sOMLy6" target="_blank">Stream von <em>If&#8230;</em> auf simfy</a></p>
<p style="text-align: justify;"><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gut zu sein, das ist die neue Durchschnittlichkeit! &#8211; Brett Anderson</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 20:22:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alben 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Clips & Streams]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Brett Anderson]]></category>
		<category><![CDATA[Review]]></category>
		<category><![CDATA[Singer-Songwriter]]></category>

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		<description><![CDATA[Gut zu sein, das ist die neue Durchschnittlichkeit. Gut wirkt nicht mehr gut genug. Längst schon wird verlangt, besser und toller und spitzenmäßiger zu agieren. Jedwede Dramaturgie muss noch spannender gestrickt sein, jeglicher Action-Reißer noch packender knallen, alle Blondinen sollen noch kurviger und blonder agieren. Wir lechzen nach einem Mehr, von der irrigen Annahme getrieben, dass die Chose damit auch besser wird. Wenn ein mit Meriten behafteter Musiker ein neues Album veröffentlicht, dann hat dies verdammt nochmal genialer zu sein. Nicht etwa nur Darreichung altbekannter Qualität. Im Falle von Brett ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Gut zu sein, das ist die neue Durchschnittlichkeit. Gut wirkt nicht mehr gut genug. Längst schon wird verlangt, besser und toller und spitzenmäßiger zu agieren. Jedwede Dramaturgie muss noch spannender gestrickt sein, jeglicher Action-Reißer noch packender knallen, alle Blondinen sollen noch kurviger und blonder agieren. Wir lechzen nach einem Mehr, von der irrigen Annahme getrieben, dass die Chose damit auch besser wird. Wenn ein mit Meriten behafteter Musiker ein neues Album veröffentlicht, dann hat dies verdammt nochmal genialer zu sein. Nicht etwa nur Darreichung altbekannter Qualität. Im Falle von <strong>Brett Anderson</strong>, dem Frontmann von Suede, kann man ihm wahlweise vorwerfen, dass sein jüngstes Solowerk <strong>Black Rainbows</strong> viel zu sehr an Suede erinnert, keine künstlerische Weiterentwicklung aufzeigt oder aber eben nicht an die Großartigkeit der besten Songs der Band heranreicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/Brett_Anderson_Portrait.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11046" title="Brett_Anderson_Portrait" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/Brett_Anderson_Portrait.jpg" alt="" width="550" height="367" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Beim Lesen einiger Besprechungen zu dem neuen Album wurde ich von tiefem Mitgefühl gegenüber Anderson gepackt. Denn wenn eine meiner Ansicht nach respektable Platte nicht mehr vor den kritischen Ohren der Rezensenten bestehen kann, schlichtweg weil man ihr allzu hohe Maßstäbe aufoktroyiert, dann überschatten Erwartungshaltungen und Voreingenommenheiten das Resultat, sortieren es mit beamtischer Sorgfalt in einen Kontext, resümieren knochentrocken. Schwupps wird eine grundsolide Scheibe auf Makel reduziert, ihr lautstark vorgeworfen, nicht viel besser oder zumindest völlig anders zu sein.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/VcvPQ3zY_QI" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Dabei bietet Black Rainbow jede Menge bemerkenswerte Lieder, die man würdigen könnte, wenn man denn wollte. Doch wenn man Brett Anderson als &#8220;clumsy dandy in aspic&#8221; (<span style="text-decoration: underline;">Clash</span>) abtut oder schon längst als &#8220;camp-macho king of wastrel town reduced to glum reveries about swans and sipping tea&#8221; (<span style="text-decoration: underline;">BBC</span>) schubladisiert hat, dann wird man Perlen wie <em><strong>Brittle Heart</strong></em> ohnehin nicht schätzen wollen. Diese Vorzeige-Single mag vielleicht textliche Rätsel aufgeben (&#8220;<em>Give me your brittle heart and your orphan&#8217;s eyes, I&#8217;ll give carpet bruns and antiseptic skies</em>&#8220;), aber Andersons Vortrag, der bei aller Larmoyanz und Abgehobenheit stets auch samtig elegant tönt, lässt den aufgeschlossenen Hörer ohne indigniert gehobene Augenbraue zurück. So darf ein kultivierter wie emotional zugespitzter Popsong sein. <em><strong>I Count The Times</strong></em> bleibt als weiterer Höhepunkt im Gedächtnis haften. Was habe ich mir das Gehirn zermartert, an welches Lied mich der Refrain erinnert, bis ich schließlich an All Through The Night denken musste. Mittlerweile habe ich auf <span style="text-decoration: underline;">Popmatters</span> (&#8220;chorus twinkles like Bowie singing Cyndi Lauper’s wistful All Through the Night<em>”</em>) den selben Gedanken gefunden. Diese Ähnlichkeit soll den starken Song freilich nicht schmälern. Bei <em><strong>This Must Be Where It Ends</strong></em> haben wir es mit einer durchaus verqueren, me­lo­dra­ma­tischen Ballade zu tun, welche die Poesiekeule schwingt: &#8220;<em>And your hair is like the autumn, and your flesh is like the breeze/ And your skin is like the summer and your hair is like the trees</em>&#8220;. Man könnte nun natürlich den inneren Witzbold entdecken und gleich <span style="text-decoration: underline;">NME</span> &#8220;Honestly Brett, you’d make a rubbish police witness.&#8221; scherzkeksen. Muss man aber nicht.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/Ui6gS-o0Nes" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">In mancherlei Hinsicht erinnern Andersons dynamischere Tracks eher an abgespeckte Placebo als an Suede, das dornige <em><strong>Actors</strong></em> etwa &#8211; ebenso das Fäuste ballende <strong><em>The Exiles</em></strong>. Insgesamt wirkt Black Rainbows weitaus weniger düster als das karg-schöne Wilderness von 2008, scheint von frischem Selbstvertrauen beseelt, das sich in ausladenderen Gesten. Das gilt auch für den balladesken Glücksfall <em><strong>Possession</strong></em>, dessen textliche Wunden formvollendet vorgetragen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich komme in meinem Resümee nicht umhin, <strong>Black Rainbows</strong> als stimmiges Album zu werten. Es hat fraglos genügend Substanz, um sich aus dem übermächtigen Schatten Suedes zu emanzipieren, wenn man es denn lässt. Solange die Kritikerzunft <strong>Brett Anderson</strong> das Recht auf eine Solo-Karriere nicht wirklich zugesteht, immer die alte Leier von den glorreichen Zeiten von Suede anstimmt, wird Anderson in der allgemeinen Rezeption weit unter seinem Wert geschlagen, das Niveau seines Schaffens verkannt. Ein betrüblicher Umstand. Mir zumindest ist wahrhaft Gutes noch allemal gut genug!</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/blackrainbows.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-11047" title="blackrainbows" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/11/blackrainbows.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p><em>Black Rainbows ist am 14.10.11 auf Embassy of Music erschienen.</em></p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://www.brettanderson.co.uk/" target="_blank">Offizielle Webseite</a></p>
<p><a href="http://www.facebook.com/BrettAndersonHQ" target="_blank">Brett Anderson auf Facebook</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Donnerlittchen! Feist, nicht Faust!</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 12:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Geschmäcker variieren. Mit dieser Begründung lässt sich auch der größte Mumpitz rechtfertigen. Natürlich darf und sollte man über Geschmack streiten, weil man ihn formen und in Schuss halten kann. Er nicht in Stein gemeißelter Fluch oder Segen ist. Wer sich um den eigenen Geschmack nichts schert, wird zum Deckel für den noch so grindigen Topf. Doch Obacht, nicht alles was Kritiker in schillernden Farben ausmalen, zählt in die Kategorie kultivierten Genusses. Manches gibt Überintellektualität vor oder schwelgt in bizarren Gefühlswelten und wird pflichtschuldigst mit Gütesiegeln überhäuft. Weil der Kritiker das, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Geschmäcker variieren. Mit dieser Begründung lässt sich auch der größte Mumpitz rechtfertigen. Natürlich darf und sollte man über Geschmack streiten, weil man ihn formen und in Schuss halten kann. Er nicht in Stein gemeißelter Fluch oder Segen ist. Wer sich um den eigenen Geschmack nichts schert, wird zum Deckel für den noch so grindigen Topf. Doch Obacht, nicht alles was Kritiker in schillernden Farben ausmalen, zählt in die Kategorie kultivierten Genusses. Manches gibt Überintellektualität vor oder schwelgt in bizarren Gefühlswelten und wird pflichtschuldigst mit Gütesiegeln überhäuft. Weil der Kritiker das, was er nicht begreift, in den Himmel schwadroniert, seltener nur verteufelt. <strong>Feist</strong> beispielsweise darf sich Darling der Kritiker schimpfen. Zurecht?</p>
<div id="attachment_10990" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/10/FEIST_3_Mary_Rozzi.jpg"><img class="size-full wp-image-10990" title="FEIST_3_Mary_Rozzi" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/10/FEIST_3_Mary_Rozzi.jpg" alt="" width="550" height="646" /></a><p class="wp-caption-text">Photo Credit: Mary Rozzi</p></div>
<p style="text-align: justify;">Aber ja doch! Das neue Album <strong>Metals</strong> bescheinigt der Sängerin überragendes Talent, ein Können, welches zu mehr als aufgeregtem Feuilleton-Geflüster taugt. Der Singer-Songwriterin Feist breitet keine großen Geschichten aus, ihre Stärke liegt in gefühlsgeladenen Wahrnehmungsskizzen, die sie blendend ausstaffiert und zuspitzt. Wo ihr lyrisches Können Schwächen offenbaren könnte, bedecken Gesang und Melodien die Blöße. Und zwar nicht mit billigem Tand, sondern mit feinstem Brokat. Feist ist keine Poetin vor dem Herren, aber sie macht vieles zu klingenster Poesie. Donnerlittchen, solch eine Gabe unterscheidet sie von den Legionen an Pianofeen und Gitarrenelfen.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/INtvoVTYeGc" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>The Circle Married The Line</strong></em> versprüht die Ästhetik einer grazileren Version von Carly Simon. Ein klassisch angelegtes, balanciert helles und doch ausgesucht unätherisches Glanzstück!<strong> </strong><em><strong>Undiscovered First</strong></em> wiederum entwickelt sich zu einem sinisteren, kettenrasseligen Marsch, dessen Fußspuren sich nicht im Sand verlaufen. Leslie Feist vermeidet jegliche Anstrengung, den Erfolg ihres Liedes <em>1234</em> mit einem gewitzt launigen Pop-Liedchen zu wiederholen. Stattdessen findet sich folkige bis bluesige Schwere in vielen Liedern. <em><strong>Comfort Me</strong></em> zögert nicht, sich den Fallstrick frustierter Strenge überzustülpen und zu leiden. Ein nobel bestimmter Gang zum Gefühlsschafott! Sogar in den Momenten, in denen Feist zum Mysterium mutiert, von kauziger Theatralik beseelt handelt, stößt das Werk nicht ab, selbst wenn nervöse Streicher einem mit soldatischem Drill vollführten Aufschrei aus ungezählten Männerkehlen entgegenzittern. Frau Feist die Szenerie wie eine Ballerina ausdruckstänzelnd begleitet (<strong><em>A Commotion</em></strong>). Bei <em><strong>Graveyard</strong></em> skizziert die Sängerin das Ambiente des Schauplatzes mit wenigen Strichen, um daraus flugs eine erbaulich fröhliche Hymne zu basteln. Diesen Charme der Überraschung, diese Beweglichkeit im Ausdruck dimensioniert die Platte zu einem geschmackssicheren Ereignis von selten gehaltvoller Würde.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/0Zf8Tyda_QU" frameborder="0" width="550" height="403"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Metals</strong> ist der seltene Glücksfall eines Albums, das in seiner Unberechenbarkeit sämtliche Erwartungshaltungen zu bedienen vermag. Abgesehn von der einen, die <strong>Feist</strong> in Easy-Listening-Pop-Gefilde abgleiten wünscht. Spätestens mit vorliegender Scheibe sollte Feist in den Kanon hehrster Kunst Eingang finden. Feist ist nicht Faust, keine Frage. Aber die Künstlerin darf sich berechtigter Eherbietung sicher sein. Zumindest derer, die ihren Geschmack noch zu kultivieren wissen.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/10/metals.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10991" title="metals" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/10/metals.jpg" alt="" width="550" height="650" /></a></p>
<p><em>Metals ist am 30.09.11 auf Polydor erschienen.</em></p>
<p>Links:</p>
<p><a href="http://www.listentofeist.com/metals/" target="_blank">Offizielle Homepage</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Rotziges Energiebündel mit aufbrausender Widerspenstigkeit &#8211; Cäthe</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 20:35:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Cäthe]]></category>
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		<description><![CDATA[Oh Mensch, Attitüde ist Rückgrat und Achillesferse zugleich. Ein rotzig plärrendes Röhren mag die Intention des Albumtitels Ich muss gar nichts vortrefflich umsetzen, zugleich ist die trotzige Mutwilligkeit von Cäthe ein Stück weit enervierend, weil dieser rebellisch zur Schau gestellte weibliche Gefühlskosmos oft die Halbwertszeit eines Abziehbildchens besitzt. Zwischen Raserei und fragiler Tiefgründigkeit pendelnde Lieder mit viel Schnodder in die Welt zu niesen, all das kann und darf Cäthe gerne tun, sollte jedoch auch ihre überbordende Energie klug dosieren. Eine gute Platte ist wie ein gutes Chili con Carne. Wenn ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Oh Mensch, Attitüde ist Rückgrat und Achillesferse zugleich. Ein rotzig plärrendes Röhren mag die Intention des Albumtitels <strong>Ich muss gar nichts</strong> vortrefflich umsetzen, zugleich ist die trotzige Mutwilligkeit von <strong>Cäthe</strong> ein Stück weit enervierend, weil dieser rebellisch zur Schau gestellte weibliche Gefühlskosmos oft die Halbwertszeit eines Abziehbildchens besitzt. Zwischen Raserei und fragiler Tiefgründigkeit pendelnde Lieder mit viel Schnodder in die Welt zu niesen, all das kann und darf Cäthe gerne tun, sollte jedoch auch ihre überbordende Energie klug dosieren. Eine gute Platte ist wie ein gutes Chili con Carne. Wenn es einzig und allein Schärfe im Köcher hat, man sonst rein gar nichts schmeckt, sondern unter vertränten Augen stöhnt, dann hat es der Koch mit der Würze übertrieben.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/10/Caethe_Presse.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10969" title="Caethe_Presse" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/10/Caethe_Presse.jpg" alt="" width="531" height="800" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Ob raubeinige Balladen oder treibend gerockte Songs, Cäthe stülpt ihr Innerstes hervor, mit beinahe unverschämter Direktheit und der festen Überzeugung, dass der wie von der Tarantel gestochene Vortrag niemanden kalt lässt. Dem mag auch so sein, so ganz warm werde ich mit der Platte dennoch nicht. Aber ich will mit einem tollen Lied beginnen, <em><strong>Unter meiner Haut</strong></em> nämlich. Das scheint die Art Track, in der das musikalische Ansinnen der Singer-Songwriterin bestens transportiert wird. Souverän und forsch, roh und charismatisch. Auch der bereits von der Anfang des Jahres veröffentlichten <a href="http://www.lieinthesound.de/2011/02/sex-smells-cathe/" target="_blank">gleichnamigen EP</a> bekannte Titel <em><strong>Señorita</strong></em> lässt wenig Platz für Nörgeleien. Dem teilnahmsvollen Gesang steht eine würzige Lärmigkeit entgegen, das zeitigt ein wirklich gutes Ergebnis. Noch geht es nur einen Song lang bergab. <em><strong>Kaugummi</strong></em> nämlich nervt mit Zeilen wie &#8220;<em>Jeden Tag mach ich die Beine breit und pinkel mir ans Bein.</em>&#8220;, druckst als nachdenklich sinnsuchendes Liedchen herum, um sich im Refrain dann selbst unnötig aufgeregt im Blabla zu verheddern. <em><strong>Wahre Liebe</strong></em> flackert rockröhrig auf, übertreibt es mit der Beziehungsanalyse jedoch, ergeht sich im Kehrreim dann in einer bei aller Inbrunst wenig spektakulären Aussage. Mit <em><strong>Ding</strong></em> folgt das zweite absolute Highlight der Platte, auch weil Cäthe ihrer Stimme subtilen Pathos gibt, nicht ohne Rücksicht auf Verluste nach vorn prescht. Danach schlittert das Album in völlige Durchschnittlichkeit, bestenfalls. Hat sich verausgabt, alles Feuer verspien. Nun starrt man auf verbrannte Erde.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/CtxvGOC-M18" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Die zweite Hälfte wird von musikalischem Pop-Rock-Gedudel ohne Tiefgang dominiert, beispielsweise <em><strong>Tiger Lilly</strong></em>. Diese Hymne auf das Vagabundentum und das heimatliche Rückzugsgebiet verliert an Attraktivität, je genauer man dem Song lauscht. Wie bitte sieht ein Blumenkind mit Gothic-Einschlag aus? <em><strong>Leicht schwer zu sein</strong></em> krächzt sich ins Bodenlose, kulminiert in eine völlige 08/15-Phrase (&#8220;<em>Es ist leicht schwer zu sein/ So, so, nur so sieht&#8217;s aus</em>&#8220;). <em><strong>Spirituell</strong></em> bleibt ein weiteres Ärgernis, weil es mit viel Aufwand krawallig selbstbewusste Frustbewältigung betreibt. Viel Lärm, wenig Essenz. Lediglich der in seiner Aufsässigkeit eigentlich unsympathische Titel <em><strong>Ich muss gar nichts</strong></em> entpuppt sich nochmals als brauchbare, für die Sängerin sogar ausgesprochen entspannte Ballade. Ein längst fälliges Luftholen nach all der mit in die Hüfte gestemmten Händen präsentierten Power.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/17215827?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p><a href="http://vimeo.com/17215827">Cäthe &#8211; Senorita</a> from <a href="http://vimeo.com/caethe">Caethe Sieland</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich räume gerne ein, dass es Alben gibt, welche man nur in gewissen Lebensabschnitten zu goutieren vermag. Vielleicht bin ich zehn Jahre zu alt für Cäthes aufbrausende Widerspenstigkeit, für ein herbes Element, das authentisch anmuten soll. <strong>Ich muss gar nichts</strong> lebt von der Übertreibung &#8211; und übertreibt dies meiner Meinung nach. <strong>Cäthe</strong> macht sich mit ihrer kernigen Attitüde letztlich zum Trotzkopf, dessen aggressives Gehabe die vorhandenen Nuancen oft überstrahlt. Trotz einer Handvoll guter Tracks bleibt so ein bitterer Nachgeschmack.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/10/IchMussGarNichts.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10970" title="IchMussGarNichts" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/10/IchMussGarNichts.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p><em>Ich muss gar nichts ist am 30.09.11 auf DEAG Music erschienen.</em></p>
<p>Kornzerttermine:</p>
<p>24.10.11 Köln &#8211; Luxor<br />
25.10.11 Stuttgart &#8211; Kellerklub<br />
26.10.11 München &#8211; Ampere<br />
27.10.11 Graz (A) &#8211; PPC<br />
28.10.11 Wien (A) &#8211; B72<br />
30.10.11 Frankfurt &#8211; Yellowstage<br />
01.11.11 Berlin &#8211; Comet<br />
02.11.11 Hamburg &#8211; Knust<br />
03.11.11 Lübeck &#8211; Rider&#8217;s Cafe</p>
<p>Links:</p>
<p><a href="http://www.caethe.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a><br />
<a href="http://www.facebook.com/caethe.de" target="_blank">Caethe auf Facebook</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sternschnuppenregnende Lichtgestalt &#8211; Ane Brun</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 15:09:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schönheit liegt im Auge des Betrachters, so sagt man. Und obschon Philosophen über die Jahrtausende eine Ästhetik des Schönen zu definieren trachteten, übertüncht das subjektive Empfinden oftmals die Normen von Grazie und Anmut. Ein gütiger Blick oder ein warmes Lächeln färben entstellende Narben mit Liebreiz, entwaffnende Wahrhaftigkeit und Humor verleihen unförmigen Menschen eine vollendete Linie. Was sich dem Betrachter als schön offenbart, hängt auch davon davon ab, ob man in schierer visueller Wahrnehmung verhaftet bleibt. Schönheit ist also ein relativer Wert, der so einige Definitionen kennt. Eben darum neige ich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Schönheit liegt im Auge des Betrachters, so sagt man. Und obschon Philosophen über die Jahrtausende eine Ästhetik des Schönen zu definieren trachteten, übertüncht das subjektive Empfinden oftmals die Normen von Grazie und Anmut. Ein gütiger Blick oder ein warmes Lächeln färben entstellende Narben mit Liebreiz, entwaffnende Wahrhaftigkeit und Humor verleihen unförmigen Menschen eine vollendete Linie. Was sich dem Betrachter als schön offenbart, hängt auch davon davon ab, ob man in schierer visueller Wahrnehmung verhaftet bleibt. Schönheit ist also ein relativer Wert, der so einige Definitionen kennt. Eben darum neige ich dazu, ein Album oder Lied nicht einfach als schön zu etikettieren, sondern mit einer Flut von Adjektiven zu versehen. Je mehr Attribute ich denn beifüge, desto eher konkretisiert sich dem werten Leser meine Sicht. Das alles muss ich vorausschicken, wenn ich <strong>It All Starts With One</strong> als mein Idealbild musikalischer Schönheit taxiere. Die in Schweden lebende norwegische Liedermacherin <strong>Ane Brun</strong> verfügt über eine selten schöne Stimme, deren kräftig kühle Klarheit tief blicken lässt, doch die ebenso mit einer empfindsamen Wärme ausgestattet, welche den Hörer nicht auf Distanz hält.</p>
<div id="attachment_10906" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/Ane-Brun_Singel1_Press4_photocredit_Knotan.jpg"><img class="size-full wp-image-10906" title="Ane Brun_Singel1_Press4_photocredit_Knotan" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/Ane-Brun_Singel1_Press4_photocredit_Knotan.jpg" alt="" width="550" height="367" /></a><p class="wp-caption-text">Photo Credit: Knotan</p></div>
<p style="text-align: justify;">Bruns Lieder sind bittere kleine Pillen in dezenter Geschenkverpackung. Beziehungsgeflechte, Selbstergründungen, schmerzliche Fragen samt und sonders, denen Brun resolut, aber doch ab und an hilflos begegnet. Wo viele Singer-Songwriterin als verhuschte Rehe durch den Scheinwerferkegel des Musikliebhabers springen, baut sich das Brunsche Werk unerschrocken lebensgroß vor dem Hörer auf. Mit ihrem neuen Album ist Brun endgültig zur Grande Dame aufgestiegen, zu einer voll nobler Schönheit schreitenden Lichtgestalt. Den Songs haftet eine formvollendetete Makellosigkeit an, eine melodische Augeräumtheit, die nicht nach unnötiger Behübschung schreit, und eine bis ins winzigste Detail austarierte Instrumentierung, die jede überstrapazierte Kargheit unterbindet. Auch die Streicherarrangements der Platte hängen den Himmel nie mit Geigen voll, untermalen bloß die Dramatik des Vortrags. In diesem Rahmen entfalten die Lyrics eine Wirkung, die Gram und Zweifel und Liebe in atemberaubender Weise, quasi als Sternschnuppenregen, auf den gebannten Zuhörer sacken lässt. Jenes Ambiente macht die Texte nicht tiefgründiger, erleichtert jedoch das Einsickern ins Gemüt des Rezipienten.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/24627062?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ffffff" frameborder="0" width="549" height="309"></iframe></p>
<p><a href="http://vimeo.com/24627062">Ane Brun &#8211; Do You Remember (Official Video)</a> from <a href="http://vimeo.com/user6738335">Ane Brun</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Man sollte Gefühlswallungen nicht zum Mysterium verklären, auch Brun hantiert mit dem selben Gefühlsrepertoire, über welches in der Regel jeder Mensch verfügt. So liegt die Kunst auch im Ausdruck, nicht im Erfühlen selbst. <em><strong>What&#8217;s Happening With You And Him</strong></em> nimmt mit ungezählten Fragen eine Liebe ins Kreuzverhör, die um einen Neustart ringt und mit einer unbestimmten Erkenntnis (&#8220;<em>Let love show its&#8217; own face/ Let love show our fate</em>&#8220;) entlassen wird. <em><strong>Do You Remember</strong></em> wiederum verbirgt das Ende einer Beziehung hinter fröhlicher afrikanischer Percussion und einem von <em>First Aid Kit</em> beigesteuertem Hintergrundchor. Die Erinnerungen an gute Zeiten und Vertrautheit geraten zum Abschied, dem die frühere Zuversicht gallig aufstößt. Mit gefühltem Seufzen und Stöhnen weigert sich die Protagonistin in <em><strong>The Light From One</strong></em> dem Gefährten weiter den Weg zu weisen, konzentriert sich darauf ihren eigenen Weg zu beleuchten, um allein sicheren Schrittes zu gehen. Es ist keineswegs so, dass Brun jede Liebe in ein Tal der Tränen münden sieht. Aber wo Romanzen und Märchen das Happy End bis zum Tode deklamieren, hängt das Album jedwedem Glück zumindest ein kleines Fragezeichen an. Fast so als könne das nur ein Traum (<em><strong>Oh Love</strong></em>), zumindest jedoch mit Mühsal beladen (<em><strong>Lifeline</strong></em>) sein.  &#8220;<em>Oh the breathing/ From your mouth through mine/ I got high on this hunger for one more time/ Lover of mine when I kissed you/ I felt so&#8230;</em>&#8221; beschreibt in Oh Love einen Zustand seltener Ekstase. Überragend entfaltet sich weiters das fein theatralisch aufbereitete, Kausalitäten betonende <em><strong>One</strong></em> (mit <em>Jennie Abrahamson</em> als Background-Sängerin), in welchem Brun Träume zur Keimzelle der Revolution benennt. Denn freilich ist Frau Brun kein Backfisch, dem nur Liebe und Betrübtheit übers Gemüt spazieren. Und natürlich reüssiert sie nicht nur im gedämpft-balladesken Rahmen, was One nochmals unterstreicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit Haut und Haar kämpft <strong>Ane Brun</strong>s lyrisches Ich um Orientierung, fangen die Emotionen Feuer, verhungern nie auf kleiner Flamme. <strong>It All Starts With One</strong> verkörpert die glitzernde Schönheit eines weiten Emotionskosmos. Die Platte zählt zu der Sorte Schönheit, die ich andächtig udn ausgiebig bestaune. Ich hoffe, dem Leser geht es mit dieser Platte ähnlich.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/itallstartswithone.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10907" title="itallstartswithone" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/itallstartswithone.jpg" alt="" width="252" height="252" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">It All Starts With One ist am 16.09.11 auf <em>Balloon Ranger Recordings</em> erschienen.</p>
<p style="text-align: justify;">Konzerttermine:</p>
<p>09.10.11 Berlin &#8211; Babylon<br />
12.10.11 Wien (A) – Porgy &amp; Bess<br />
13.10.11 München &#8211; Freiheiz<br />
14.10.11 Zürich (CH) – Kaufleuten<br />
19.10.11 Köln &#8211; Stadtgarten<br />
20.10.11 Hamburg &#8211; Café Keese</p>
<p style="text-align: justify;">Links:</p>
<p><a href="http://anebrun.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a><br />
<a href="http://www.facebook.com/pages/Ane-Brun/7319039419" target="_blank">Ane Brun auf Facebook</a></p>
<p style="text-align: justify;"><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wider die Verhollywoodisierung der Musik &#8211; Helgi Jonsson</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 21:47:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der September lässt mich mit dem Vorsatz zurück, dieses Jahr vom Christkind einen weiteren Satz Ohren zu erbitten. Bis dahin muss ich mit meinen bereits in heftigem Gebrauch befindlichen Lauschern vorliebnehmen. Und diese sind so wählerisch wie verwöhnt. Beispielsweise von Helgi Hrafn Jónsson, den wir auf diesem Blog schon mehrmals ob seiner Talente hervorgestrichen haben. Nun tritt der isländische Singer-Songwriter kompakt und ohne Kringel als Helgi Jonsson wieder ins Licht der Veröffentlichungsbühne und legt mit Big Spring sein bis dato bestes und zugänglichstes Werk vor. Dies Album wirft rockende Momente ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Der September lässt mich mit dem Vorsatz zurück, dieses Jahr vom Christkind einen weiteren Satz Ohren zu erbitten. Bis dahin muss ich mit meinen bereits in heftigem Gebrauch befindlichen Lauschern vorliebnehmen. Und diese sind so wählerisch wie verwöhnt. Beispielsweise von <em>Helgi Hrafn Jónsson</em>, den wir auf diesem Blog schon mehrmals ob seiner Talente hervorgestrichen haben. Nun tritt der isländische Singer-Songwriter kompakt und ohne Kringel als <strong>Helgi Jonsson</strong> wieder ins Licht der Veröffentlichungsbühne und legt mit <strong>Big Spring</strong> sein bis dato bestes und zugänglichstes Werk vor. Dies Album wirft rockende Momente auf, bei welchen der  Sound ohne Anlauf weit in meine Gehörgänge hüpft. Ebenso offenbart die Platte auch Passagen, in denen Jonsson als gefinkelter, ja gereifter Filigranmelancholiker dahinsinniert.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/bigspring.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10894" title="bigspring" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/bigspring.jpg" alt="" width="550" height="550" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Ich will mir und dem geneigten Leser das Vergnügen genehmigen, Big Spring Lied für Lied zu erkunden. Das quasi als Soundcheck fungierende Intro <em><strong>Melting Point Of</strong></em> schmilzt zu <strong><em>Salt</em></strong> dahin, einer Beziehungsballade, deren von <em>Tina Dico</em> geschriebene Lyrics (&#8220;<em>The melting point of salt is eight hundred degrees/ But drop it in a glass if water/ You&#8217;ll lose it instantly/ It&#8217;s simple chemistry/ And so it is with you and me&#8230;</em>&#8220;) Jonsson kongenial umsetzt. Ist es nicht das, was wir von Musikern und Dichtern erhoffen, dass sie uns Bilder und Worte ins Gemüt legen, deren klangliche Schönheit und Wahrheit die Mehrheit der Menschen nicht zu artikulieren vermag? Dies stellt ein Paradebeispiel dafür dar. <em><strong>Darkest Part Of Town</strong></em> präsentiert Midtempo-Rock samt Anklang findendem, weil griffigem Refrain. Was bei vielen Platten ein echtes Highlight wäre, fällt in diesem Rahmen ein wenig ab. Auch weil das nachfolgende, hoffnungsfroh malerische <em><strong>Dimma</strong></em> in seiner ausladend instrumentalen Zuspitzung die Qualitäten von Sigur Rós erreicht. Damit will ich dem Künstler keinen Honig um den Bart schmeicheln. Jonsson verkörpert eine Theatralik, deren zarte isländische Besaitung diejenigen Hörer berührt, welche mit einem wohltemperierten Temperament ausgestattet sind. <em><strong>Good Fireman</strong></em> erzählt die Geschichte des Sterbenden, der jede Hilfe mit den Worten &#8220;<em>If she can&#8217;t save me, no one can</em>&#8221; ablehnt. Wo uns anderorts die Verhollywoodisierung unserer Existenz bereits nach einer Streicherarmada Ausschau halten lässt, gefällt im konkreten Fall die unpathetische Schilderung. Jonssons Begabung äußert sich auch darin, allem Grübeln, den Traurigkeiten und Zweifeln stets einen Aspekt der Bestimmtheit, gerne auch einen Funken Zuversicht abzugewinnen. <em><strong>Badwater</strong></em> ringt der stoischen Wachsamkeit des eigenen Seins den Schutz vor allgemeiner Konfusion ab. <em><strong>Stuck in Traffic</strong></em> fungiert als Comic Relief der Platte, nicht zuletzt wegen Zeilen wie &#8220;<em>If only our drummer would relax and stop to play the tambourine</em>&#8220;, bereitet zugleich <em><strong>Passport No Passport</strong></em> vor, welches im Refrain furios Fahrt auf nimmt, so tönt, wie die angesagteste Indie-Rock-Kapelle gerne zu klingen vorgibt. Damit lassen sich die Charts zurecht erobern, so meine realistische, scherzferne Expertise. Dem Highlight folgt <em><strong>Lonely Birds</strong></em> als sperrige Pianoballade, die ab der Hälfte plötzlich versiegt und in einem zinnsoldatigen Marsch stolziert. Es soll der einzige Track auf Big Spring bleiben, der sich einer Erkundung entwindet. <em><strong>Careful People</strong></em> macht seinem Namen alle Ehre, nicht zuletzt weil der Song den Hörer sorgsam an die Hand nimmt, die Stimmung noch einmal in folkige Andächtigkeit taucht. Derart lässt sich das wehmütige Leiden des fast sakralen Liebesabgesangs <em><strong>The Pond</strong></em> besser ertragen, das just in dem Moment, wo man zu den Taschentücher greifen möchte, einen versöhnlichen Gedanken versprüht. Auf <em><strong>The Lake</strong></em> führt ein steiniger Weg zum letztlich erhaschten Idyll, das Jonsson sowohl sich als auch dem Hörer als Abschluss gönnt.</p>
<p><iframe style="position: relative; display: block; width: 400px; height: 100px;" src="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/v=2/album=3816421920/size=venti/bgcol=FFFFFF/linkcol=4285BB/" frameborder="0" width="400" height="100"></iframe></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/-ve5Lajh9Dg" frameborder="0" width="550" height="309"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Der isländische Singer-Songwriter vertraut der Magie seiner Worte in einem erstaunlichen Maße, speziell wenn man seine Instrumentenbeherrschung, wie man sie auf Live-Auftritten bewundern darf,  bedenkt. Mit viel Behutsamkeit mengt er dem Gesang die Instrumente bei, lässt die Reduktion Intensität entfalten, ehe er den Sound ausstaffiert. <strong>Helgi Jonsson</strong>, der sein deutsches Konzertpublikum durch den während eines Studienaufenthalts in Graz angeeigneten österreichischen Dialekt entzückt, ist ein über jeden Zweifel erhabener, begnadeter Musiker, Sänger und Komponist, der all jenes Können auch noch mit wunderbarem Bühnenentertainment verknüpft. Mit dem grandiosen <strong>Big Spring</strong> im Gepäck sollte man sich die Termine seiner Herbst-Tour unter gar keinen Umständen entgehen lassen. Selbst wenn der Weihnachtsmann bis dahin noch keinen frischen Satz Ohren vorbeibringen wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Big Spring erscheint heute (16.09.2011) auf Finest Gramophone.</em></p>
<p>Konzertermine:</p>
<p>18.10.11 Dresden &#8211; Societätstheater<br />
19.10.11 Erlangen &#8211; E-Werk<br />
20.10.11 München &#8211; 59:1<br />
21.10.11 Lustenau (A) &#8211; Carinisaal<br />
22.10.11 Graz (A) &#8211; PPC<br />
23.10.11 Wien (A) &#8211; WUK<br />
25.10.11 Zürich (CH) &#8211; Exil<br />
26.10.11 Heidelberg &#8211; Enjoy Jazz Festival @ Karlstorbahnhof<br />
27.10.11 Wiesbaden &#8211; Schlachthof<br />
28.10.11 Köln &#8211; Studio 672<br />
29.10.11 Münster &#8211; Gleis 22<br />
31.10.11 Hamburg &#8211; Molotow<br />
01.11.11 Berlin &#8211; Roter Salon</p>
<p>Links:</p>
<p><a href="http://www.helgijonsson.com/" target="_blank">Offizielle Homepage</a><br />
<a href="http://www.facebook.com/helgistrombone" target="_blank">Helgi Jonsson auf Facebook</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Quirlig-nostalgisches Technicolor  &#8211; Lindi Ortega</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 20:19:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lindi Ortega]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn der massenkompatiblen Ausprägung im Country-Bereich Emotionen aus der Seele fluten, bleibt im Flusensieb des eigenen Gefühlshaushalts lediglich ein undefinierbar klebriger Batzen zurück. Nun gab und gibt es Großmeister des Genres, die erfolgreich die völlige Verstopfung des Country-Metiers zu verhindern wussten wie wissen. Und längst existiert eine Gegenbewegung namens Alternative Country, deren Empfindungsrückstände mehr als bloß musikalisches Kleingeld darstellen. Was sich bei der Kanadierin Lindi Ortega so im Flusensieb verfängt, schimmert und funkelt gleich an einer dunklen Locke aufgefädelten Glitzerperlchen. Das Album Little Red Boots kommt nicht im züchtigen Western-Outfit, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wenn der massenkompatiblen Ausprägung im Country-Bereich Emotionen aus der Seele fluten, bleibt im Flusensieb des eigenen Gefühlshaushalts lediglich ein undefinierbar klebriger Batzen zurück. Nun gab und gibt es Großmeister des Genres, die erfolgreich die völlige Verstopfung des Country-Metiers zu verhindern wussten wie wissen. Und längst existiert eine Gegenbewegung namens Alternative Country, deren Empfindungsrückstände mehr als bloß musikalisches Kleingeld darstellen. Was sich bei der Kanadierin <strong>Lindi Ortega</strong> so im Flusensieb verfängt, schimmert und funkelt gleich an einer dunklen Locke aufgefädelten Glitzerperlchen. Das Album <strong>Little Red Boots</strong> kommt nicht im züchtigen Western-Outfit, welches kein Schweißfleckchen zu trüben vermag, daher. Neben allem leidenschaftlichen Glitter und zuckervergossenem Herzschmerz schwappt bei Frau Ortega ein Faible für gute, alte Patina über, eine aufrichtige Bewunderung für die Zeiten quietschbunten Technicolors, die wesentlich mehr Pfiff und Flair versprühten als der so saubermännische und doch glitschige Hochglanz der Gegenwart.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/LindiOrtega.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10872" title="LindiOrtega" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/LindiOrtega.jpg" alt="" width="550" height="863" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Little Red Boots bietet in der nicht gerade opulenten Länge von 37 Minuten viele Ohrwürmer von süchtig machender Qualität. Die Chose erinnert mehrfach an den frühen Chris Isaak, gepaart mit der hellstimmlichen Inbrunst einer Dolly Parton. Dazu gesellt sich ein kecker und sentimentaler, ab und an lasziver &#8211; aber nie die populäre Fick-mich-Keule schwingender &#8211; Vortrag Marke Ortega. Genau so wird ein Schuh daraus, ein hübscher kleiner roter sogar.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/20488448?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="549" height="309"></iframe></p>
<p><a href="http://vimeo.com/20488448">Lindi Ortega &#8211; Little Lie</a> from <a href="http://vimeo.com/lastgang">Last Gang Records</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Ehe ich mindestens einem halben Dutzend Liedern meine Begeisterung ausspreche, muss ich vor allen anderen den Song <em><strong>I&#8217;m No Elvis Presley</strong></em> loben. Wenn ich mir die launigsten 2 Minuten des bisherigen Musikjahres rauspicken müsste, mir fiele kaum etwas gelungeneres ein als dieser wuselig altmodische Titel, bei dem man sich die Sängerin gut im Petticoat vorstellen mag. Beim nicht minder feinen Titeltrack <em><strong>Little Red Boots</strong></em> trifft man hingegen auf den rätselbestickten, umherziehenden Vamp, der eine Lippenstiftspur hinterlässt. Markant auch die Rockabilly-Nummer <em><strong>Little Lie</strong></em>, die gleich zu Beginn der Platte jeden Gedanken an eine Unschuld vom Lande beiseite schiebt. <em><strong>When All The Stars Align</strong></em> erinnert mich wie bereits erwähnt an eine Mischung aus Chris Isaak und Dolly Parton, <em><strong>All My Friends</strong></em> schlägt in die selbe Kerbe. Mit <em><strong>Jimmy Dean</strong></em> kommt nach Presley gleich die nächst Ikone der Fünfziger zu ihren Ehren. Country hin, Country her &#8211; dieser Song vermag sogar den schlimmsten Verächter um den Finger zu wickeln. Wie für das Genre unumgänglich mangelt es mit <em><strong>Dying Of Another Broken Heart</strong></em> auch nicht an einer vor Liebespein triefenden, den guten Geschmack jedoch stets wahrenden Ballade (&#8220;<em>I should hold a funeral for every love I&#8217;ve lost/ Bury pieces of my heart under the winter frost/ And in the spring they&#8217;ll all be covered in forget-me-nots/ I&#8217;m dying of another broken heart</em>&#8220;). Ortega schlüpft in viele Kostüme &#8211; und alle passen wie angegossen.</p>
<p><object width="100%" height="225" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F638403&amp;color=DE5543&amp;show_artwork=false&amp;show_comments=false&amp;show_playcount=false" /><embed width="100%" height="225" type="application/x-shockwave-flash" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fplaylists%2F638403&amp;color=DE5543&amp;show_artwork=false&amp;show_comments=false&amp;show_playcount=false" allowscriptaccess="always" /></object><span><a href="http://soundcloud.com/lastgangentertainment/sets/lindi-ortega-little-red">Lindi Ortega &#8211; Little Red Boots sampler</a> by <a href="http://soundcloud.com/lastgangentertainment">Last Gang Entertainment</a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Lindi Ortega</strong> schaut tief in die Seele des Country, kehrt dabei nie das Unterste zuoberst, schenkt dem überwiegend kitschversifften Metier eine altmodische Lauterkeit zurück, wie das nur die besten Singer-Songwriter können. <strong>Little Red Boots</strong> entpuppt sich als eine blendende Scheibe, deren Gefühle nie zu einem schleimigen Etwas zusammenpappen. Wo sich Country sonst häufig in seichten Idyllen und hoffnungslos plumpen Emotionen suhlt, überschüttet uns Ortega mit geschmeidig funkelndem Temperament. Ohne allzu neumodische Mätzchen in der Instrumentierung, ohne das leiseste Cowgirl-Klischees beschert uns die junge Kanadierin ein quirlig-nostalgisches, in kräftigen Farben koloriertes Album, das an Kurzweil kaum zu übertreffen scheint. Ich bin entzückt!</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/littleredboots.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10876" title="littleredboots" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/littleredboots.jpg" alt="" width="350" height="350" /></a></p>
<p><em>Little Red Boots ist am 09.09.11 auf Last Gang Records erschienen.</em></p>
<div class="topspin-widget topspin-widget-email-for-media"><object id="TSWidget45249" width="400" height="400" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="quality" value="high" /><param name="flashvars" value="highlightColor=0xC4513F&amp;theme=white&amp;widget_id=http://cdn.topspin.net/api/v1/artist/3591/email_for_media/45249?timestamp=1313094732" /><param name="src" value="http://cdn.topspin.net/widgets/email2/swf/TSEmailMediaWidget.swf?timestamp=1315842679" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed id="TSWidget45249" width="400" height="400" type="application/x-shockwave-flash" src="http://cdn.topspin.net/widgets/email2/swf/TSEmailMediaWidget.swf?timestamp=1315842679" allowScriptAccess="always" allowfullscreen="true" quality="high" flashvars="highlightColor=0xC4513F&amp;theme=white&amp;widget_id=http://cdn.topspin.net/api/v1/artist/3591/email_for_media/45249?timestamp=1313094732" allowscriptaccess="always" /></object></div>
<p>Konzerttermine:</p>
<p>15.10.2011 Berlin &#8211; NBI<br />
16.10.2011 Hamburg &#8211; Astra Stube<br />
18.10.2011 Köln &#8211; Barinton</p>
<p>Link:</p>
<p><a href="http://lindiortega.ca/" target="_blank">Offizielle Homepage</a><br />
<a href="http://www.facebook.com/lindiortegafans" target="_blank">Lindi Ortega auf Facebook</a></p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ohne Betonklotz an den Füßen &#8211; Dear Reader</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 16:26:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lieinthesound</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nie möchte ich jegliche Lobesbekundung im Schatzkästchen horten, nie in der argwöhnischen Manier eines Dagobert Duck darauf achten, dass kein Wort der Anerkennung aus dem Panzerschrank der Superlative entfleucht. Wer sich geschmacklich befähigt findet, ein künstlerisches Werk zu bewerten, sollte gefälligst vor Enthusiasmus sprühen. Ein Werk in durchdachter Rage zerfleddern oder aber Fanfarenstöße anstimmen, das Gute im Guten sehen und vor Minderwertigkeiten nie die Augenlider senken, keinesfalls jedoch mit der Leidenschaftslosigkeit einer Krämerseele darüber richten. Unterkühlte Bewertungen werden dem künstlerischen Funken nicht gerecht. Aufgrund dieser meiner Attitüde will ich Idealistic ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nie möchte ich jegliche Lobesbekundung im Schatzkästchen horten, nie in der argwöhnischen Manier eines Dagobert Duck darauf achten, dass kein Wort der Anerkennung aus dem Panzerschrank der Superlative entfleucht. Wer sich geschmacklich befähigt findet, ein künstlerisches Werk zu bewerten, sollte gefälligst vor Enthusiasmus sprühen. Ein Werk in durchdachter Rage zerfleddern oder aber Fanfarenstöße anstimmen, das Gute im Guten sehen und vor Minderwertigkeiten nie die Augenlider senken, keinesfalls jedoch mit der Leidenschaftslosigkeit einer Krämerseele darüber richten. Unterkühlte Bewertungen werden dem künstlerischen Funken nicht gerecht. Aufgrund dieser meiner Attitüde will ich <strong>Idealistic Animals</strong> mit Euphorie überschütten. Es erscheinen gefühlte Millionen Alben jährlich, doch juckt es den Kenner nur selten richtig in den Ohren. Ehrenwerte Klänge gibt es wie Sand am Meer, doch überdauern sie kaum den Moment, in dem sie genossen. <strong>Dear Reader</strong>, das Projekt der südafrikanischen Singer-Songwriterin <em>Cherilyn Macneil</em>, bietet mehr: Anmut, Charme sowie Erhabenheit.</p>
<div id="attachment_10822" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/Dear+Reader_1_by_Marcus+Maschwitz.jpg"><img class="size-full wp-image-10822" title="Dear+Reader_1_by_Marcus+Maschwitz" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/Dear+Reader_1_by_Marcus+Maschwitz.jpg" alt="" width="550" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Photo Credit: Marcus Maschwitz</p></div>
<p style="text-align: justify;">Natürlich könnte man bekritteln, dass Anmut, Charme und Erhabenheit fast allem zugeschrieben werden darf, was nicht schief daherstöckelt oder auf der Bananenschale der Trivialität ausrutscht. Aber kultivieren wir jene Begriffe eine Albenbesprechung lang als die Sorte Komplimente, mit denen man nicht etwa aus Höflichkeit um sich wirft. Idealistic Animals beschert Pop, welcher nie dem Kommerz erliegt und zugleich fluffig genug gelingt, um nicht auf den Magen zu schlagen. Wenn die Musik das Drama sucht und dabei nie in den zinnoberartigen Pathos einer Seifenoper abgleitet, wenn Lieder aus dem Vollen schöpfen und dabei keine Überflüssigkeiten hervorsprudeln, wenn eine Platte den Anspruch ohne Aussparung von Vergnügen umsetzt und somit die Quadratur des Kreises absolviert, darf man dies Wunder in die iTunes-Ordner und CD-Regale vieler Menschen wünschen. Quasi zum musikalischen Vademecum erheben, das viele Stimmungen zu begleiten vermag. Dear Reader kombiniert die lichte Reinheit zeitgenössischer skandinavischer Liedermacherinnen mit der fidelen Lebendigkeit der besten und angesehensten kanadischen und amerikanischen Vertreterinnen dieser Zunft. Umtrippelt den Hörer leichtfüßig, boxt mit jedem Song einen Treffer. Das nenne ich Grazie! Eine Anmut eben, die der Schwerfälligkeit vieler musizierender Klitschkos entgegen steht.</p>
<p style="text-align: justify;">Eigentlich kann jedes Lied auf Idealistic Animals Glanz in die Seele des Hörers pusten, das Gemüt mit Lieblichkeit bohnern, nur um dann abgrundtiefe Traurigkeit im blitzblanken Raum zu drapieren. Beispielsweise bitteren Beziehungsplätzchen, welche die im Refrain geradezu pittoreske Festlichkeit von <em><strong>GIRAFFE (What&#8217;s Wrong With Us)</strong></em> in den einzelnen Strophen so bäckt (&#8220;<em>If our kind of together is kind of like never then are we that?</em>&#8220;). Abschiede allerorts, gepaart mit beredten Desillusionen. &#8220;<em>What does it take to be great, is it fate? What it takes to be great is a tortured state</em>&#8221; lauert als gallige Erkenntnis bei <strong><em>MONKEY (You Can Go Home)</em></strong>, das sein Melodrama mit Pfiff entfaltet. Den einsamen Maulwurf von <em><strong>MOLE (Mole)</strong></em> durch Tunnelsysteme irren und mit einer Partnerin kollidieren zu lassen, das ist ein natürlich eine Parabel, die menschliches Verhalten genau seziert. Das knietief in Erinnerungen schniefende, zugleich abgeklärt reflektierende und dabei noch &#8211; man staune! &#8211; mit Unschuldsmiene ungeheuer lässig sämtliche musikalische Trümpfe ziehende <strong><em>CAMEL (Not Black Or White But Camel)</em></strong> begeistert mit einer beiläufig-poetischen Assoziation: &#8220;<em>He rubbed his hands together and it sounded like/ Folding a love-letter into an envelope</em>&#8220;. Chapeau! <em>Cherilyn Macneil</em> füllt diese Platte mit Sorge und Schmerz, wirft dazu fein gesponnene, oft launige, abwechslungsvolle Melodien in die Waagschale. Und nie wird diese Strategie deutlicher als im Refrain von <strong>BEAR (Young&#8217;s Done In)</strong>, wenn sie mit auf naiv getrimmter, aufgeweckter Stimme &#8220;<em>If I&#8217;m this tired while having fun/ It makes me worry that something&#8217;s wrong/ How much longer will I be young/ There&#8217;s so much stuff that I haven&#8217;t done</em>&#8221; intoniert. Wenn die Begrübelung der eigenen Existenz, die Wehmut über die Vergangenheit und die Ängste vor Zukünftigem derart ausgekügelt tänzelnd und ohne Betonklotz an den Füßen vorgesteppt wird, scheint auch Trost in Griffweite.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/27529538?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="549" height="309"></iframe><br />
<a href="http://vimeo.com/27529538">Dear Reader &#8211; Monkey (Go Home now acoustic)</a> from <a href="http://vimeo.com/cityslang">City Slang</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Dear Reader hat mit <strong>Idealistic Animals</strong> ein Werk voller Großartigkeit fabriziert, ein famose Platte, die weibliche Singer-Songwriter vom Schlage einer Leslie Feist oder Neko Case vor Neid erblassen lassen würde, eine starke Scheibe, vor der europäische Nordlichter &#8211; abgesehen von einer Ausnahme, doch dieser Dame sei demnächst Tribut gezollt &#8211; ebenfalls in die Knie gehen müssen.  <strong>Dear Reader</strong> wird sich zweifellos an vorderster Front meiner Jahresbestenliste wiederfinden. Zeitgenossen mit weniger glühenden Ohren werden sich hingegen mit den üblichen Verdächtigen zufrieden geben.</p>
<p><a href="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/idealisticanimals.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-10821" title="idealisticanimals" src="http://lieinthesound.de/wp-content/uploads/2011/09/idealisticanimals.jpg" alt="" width="550" height="464" /></a></p>
<p><em>Idealistic Animals ist heute (02.09.11) auf</em> <a href="http://www.cityslang.com/" target="_blank">City Slang</a> erschienen.</p>
<p>Konzerttermine:<br />
08.09.2011 Berlin &#8211; Columbia Club (Radio 1 Nacht)<br />
09.09.2011 Bielefeld &#8211; Forum<br />
10.09.2011 Duisburg &#8211; Steinbruch<br />
11.09.2011 Frankfurt &#8211; Brotfabrik<br />
13.09.2011 Marburg &#8211; KFZ<br />
14.09.2011 Münster &#8211; Gleis 22<br />
15.09.2011 Weinheim &#8211; Cafe Central<br />
17.09.2011 Dresden &#8211; Beatpol<br />
18.09.2011 München &#8211; Feierwerk<br />
19.09.2011 Freiburg &#8211; Jazzhaus<br />
20.09.2011 Zürich &#8211; <em>tba</em><br />
22.09.2011 Osnabrück &#8211; Rosenhof<br />
23.09.2011 Bremen &#8211; Tower<br />
24.09.2011 Hamburg &#8211; Reeperbahn Festival<br />
26.09.2011 Leipzig &#8211; Conne Island<br />
27.09.2011 Köln &#8211; Gebäude 9<br />
30.09.2011 Dortmund &#8211; Konzerthaus</p>
<p>Links:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://dearreadermusic.com/" target="_blank">Offizielle Webseite</a><br />
<a href="http://www.facebook.com/pages/Dear-Reader/87321990426" target="_blank">Dear Reader auf Facebook</a><br />
Kostenloser Download von <em>MONKEY (You Can Go Home)</em> auf <a href="http://soundcloud.com/cityslang/dear-reader-monkey-you-can-go" target="_blank">Soundcloud</a> und <em>MAN (Idealistic Animals)</em> bei <a href="http://dearreadermusic.com/newsletter-2/" target="_blank">Anmeldung zum Newsletter</a>.</p>
<p><em>SomeVapourTrails</em></p>
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